{"id":4320,"date":"2026-10-13T02:00:17","date_gmt":"2026-10-13T00:00:17","guid":{"rendered":"https:\/\/informnapalm.org\/at\/?p=4320"},"modified":"2026-10-13T02:09:19","modified_gmt":"2026-10-13T00:09:19","slug":"russische-desinformation-fake-news-ki","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/informnapalm.org\/at\/russische-desinformation-fake-news-ki\/","title":{"rendered":"Russische Desinformation verbreitet sich \u00fcber gef\u00e4lschte Nachrichten und wird von KI-Diensten aufgegriffen"},"content":{"rendered":"<div style=\"color: #000000;text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left;font-family: Helvetica Neue,Helvetica,Arial,Nimbus Sans L,sans-serif;font-weight: bold\">Russische Einflussnetzwerke nutzen gef\u00e4lschte Nachrichtenberichte, um irref\u00fchrende Informationen \u00fcber die Ukraine und ihre internationalen Partner zu verbreiten. Eine frei erfundene Recherche, die dem franz\u00f6sischen Nachrichtenmagazin Le Point zugeschrieben wurde, verbreitete sich \u00fcber russische Telegram-Kan\u00e4le und ein weitverzweigtes Netzwerk von Websites. Anschlie\u00dfend gab der KI-Dienst Claude die Behauptungen als Tatsachen wieder und verwies dabei auf eine Website dieses Netzwerks. Der Fall zeigt, wie gef\u00e4lschte Nachrichten \u00fcber digitale Informationsdienste zus\u00e4tzliche Verbreitung finden k\u00f6nnen. Zugleich liefern neue Beh\u00f6rdenberichte und Forschungsergebnisse ein genaueres Bild der organisatorischen Strukturen hinter russischen Einflussoperationen im Informationsraum.<\/p>\n<div style=\"color: #333333;text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">Am 12. Oktober 2026 warnt Bundesinnenminister Alexander Dobrindt vor einem umfassenden &#8222;Schattenkrieg&#8220; gegen Deutschland. Auf derselben Pressekonferenz erl\u00e4utert das Bundesamt f\u00fcr Verfassungsschutz (BfV), dass die russischen hybriden Aktivit\u00e4ten Informationsmanipulation, Sabotage und weitere Sicherheitsbedrohungen umfassen. Die Warnungen fallen mit der Ver\u00f6ffentlichung neuer europ\u00e4ischer Untersuchungen zu russischen Einflussoperationen zusammen. Diese zeigen, wie der Name und das Erscheinungsbild etablierter Medien missbraucht werden, um erfundenen Behauptungen Glaubw\u00fcrdigkeit zu verleihen. Die Inhalte werden \u00fcber koordinierte Kan\u00e4le verbreitet und auf Websites erneut ver\u00f6ffentlicht, die voneinander unabh\u00e4ngig erscheinen k\u00f6nnen. Greifen KI-gest\u00fctzte Informationsdienste diese Inhalte auf, entsteht ein zus\u00e4tzlicher Verbreitungsweg, bei dem die Nutzer die urspr\u00fcngliche Herkunft der Informationen nicht immer erkennen k\u00f6nnen.<\/p>\n<\/div>\n<h2 style=\"color: #000000;text-align: left;font-size: 1.4rem;font-weight: bold\">Gef\u00e4lschte Medienberichte als Instrument der Einflussnahme<\/h2>\n<p style=\"text-align: left\">Russische Einflussnahme im Informationsraum erfolgt nicht ausschlie\u00dflich \u00fcber staatliche Medien und offen kremlfreundliche Informationskan\u00e4le. Eine dokumentierte Methode besteht darin, die Identit\u00e4t etablierter Nachrichtenorganisationen zu missbrauchen, um erfundenen Behauptungen den Anschein journalistischer Glaubw\u00fcrdigkeit zu verleihen. Gef\u00e4lschte Artikel und Videos werden mit bekannten Logos, charakteristischen Gestaltungselementen und mitunter erfundenen \u00c4u\u00dferungen realer Personen versehen. Hinter einer vermeintlich unabh\u00e4ngigen Nachrichtenquelle bleibt der tats\u00e4chliche Urheber verborgen. Wird die Geschichte weiterverbreitet, kann auch der Verweis auf das renommierte Medium \u00fcbernommen werden. Dadurch entsteht der Eindruck, die Informationen seien bereits journalistisch \u00fcberpr\u00fcft worden.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">In einer <a href=\"https:\/\/www.newsguardtech.com\/special-reports\/hijacking-trusted-media-brands-russias-favorite-disinformation-tactic\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Untersuchung vom September 2026<\/a> dokumentiert das Analyseunternehmen NewsGuard 906 Medienf\u00e4lschungen, die mit drei russischen Einflussoperationen in Verbindung stehen. Die Materialien wurden als Ver\u00f6ffentlichungen von 163 etablierten Medienorganisationen aus 21 L\u00e4ndern ausgegeben. Zu den betroffenen Nachrichtenmedien z\u00e4hlen BBC, Euronews, Politico und Deutsche Welle. Die F\u00e4lschungen wurden unter anderem genutzt, um Korruptionsvorw\u00fcrfe gegen ukrainische Amtstr\u00e4ger und irref\u00fchrende Behauptungen \u00fcber europ\u00e4ische Politiker zu verbreiten. Allen F\u00e4llen ist gemeinsam, dass der Ruf tats\u00e4chlicher Medienorganisationen dazu missbraucht wird, erfundenen Darstellungen gr\u00f6\u00dfere Glaubw\u00fcrdigkeit zu verleihen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Gleichzeitig hat NewsGuard eine fr\u00fchere Angabe zur Wachstumsrate dieser Aktivit\u00e4ten korrigiert. Urspr\u00fcnglich hatte das Unternehmen f\u00fcr das erste Halbjahr 2026 gegen\u00fcber dem entsprechenden Zeitraum 2025 einen Anstieg um 850 Prozent angegeben. Nach Einw\u00e4nden einer unabh\u00e4ngigen Forschungsgruppe r\u00e4umte NewsGuard ein, dass die Untersuchung f\u00fcr 2025 weniger umfassend gewesen war. Der urspr\u00fcngliche Vergleich k\u00f6nnte das Wachstum daher \u00fcberzeichnet haben. Die Korrektur stellt die dokumentierten F\u00e4lschungen nicht infrage, schr\u00e4nkt jedoch die M\u00f6glichkeiten ein, die tats\u00e4chliche Geschwindigkeit der Ausweitung zuverl\u00e4ssig zu bestimmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Entscheidend an dieser Methode ist, dass einer falschen Behauptung \u00fcber mehrere Stationen hinweg Glaubw\u00fcrdigkeit verliehen wird. Zun\u00e4chst wird ein erfundener Nachrichtenbericht einer bekannten Quelle zugeschrieben. Anschlie\u00dfend \u00fcbernehmen andere Websites und Nutzerkonten den Inhalt und verweisen auf die angebliche Originalquelle. Verbreitet sich die Behauptung weiter, k\u00f6nnen mehrere Ver\u00f6ffentlichungen den Eindruck einer unabh\u00e4ngigen Best\u00e4tigung erwecken, obwohl sie s\u00e4mtlich auf derselben F\u00e4lschung beruhen.<\/p>\n<h2 style=\"color: #000000;text-align: left;font-size: 1.4rem;font-weight: bold\">Die gef\u00e4lschte franz\u00f6sische Recherche<\/h2>\n<p style=\"text-align: left\">Am 10. April 2026 beginnen prorussische Telegram-Kan\u00e4le mit der Verbreitung einer Behauptung, wonach mehr als 20.000 ukrainische Milit\u00e4rangeh\u00f6rige nach einer medizinischen Behandlung in Frankreich desertiert seien. Demnach soll jeder dritte ukrainische Soldat, der 2025 in Frankreich behandelt wurde, dort geblieben sein, anstatt in die Ukraine zur\u00fcckzukehren. Das Material enth\u00e4lt au\u00dferdem Vorw\u00fcrfe, ukrainische Milit\u00e4rangeh\u00f6rige h\u00e4tten sich in Frankreich kriminellen Gruppierungen angeschlossen. Als Quelle wird das franz\u00f6sische Nachrichtenmagazin Le Point genannt. Die Behauptungen werden zusammen mit einem Video verbreitet, das das Logo des Magazins verwendet und dessen journalistische Gestaltung nachahmt.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Eine solche Recherche wurde jedoch nie ver\u00f6ffentlicht. Am 14. April ver\u00f6ffentlicht das <a href=\"https:\/\/cpd.gov.ua\/en\/international-threats-en\/europe\/fake-about-20000-ukrainian-deserters-in-france\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">ukrainische Zentrum zur Bek\u00e4mpfung von Desinformation<\/a> eine Analyse des Materials. Die Beh\u00f6rde stellt fest, dass Le Point die Angaben nicht ver\u00f6ffentlicht hat und entsprechende Statistiken weder bei etablierten internationalen Medien noch in offiziellen Quellen zu finden sind. Nach Erkenntnissen der Beh\u00f6rde wurde die F\u00e4lschung zun\u00e4chst \u00fcber russische Telegram-Kan\u00e4le verbreitet und anschlie\u00dfend von propagandistisch ausgerichteten Websites als tats\u00e4chliche Nachricht aus Frankreich wiedergegeben.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Ein nachvollziehbarer Teil des Verbreitungswegs f\u00fchrt zum russischen Telegram-Kanal \u0412\u043e\u0435\u043d\u043d\u044b\u0439 \u043e\u0431\u043e\u0437\u0440\u0435\u0432\u0430\u0442\u0435\u043b\u044c, dessen Name &#8222;Milit\u00e4rbeobachter&#8220; bedeutet. In einem Beitrag vom 10. April gibt der Kanal die Behauptung \u00fcber die ukrainischen Soldaten unter ausdr\u00fccklichem Verweis auf Le Point wieder. Die Geschichte erscheint auch in russischen Nachrichtenver\u00f6ffentlichungen, in denen sie als journalistische Enth\u00fcllung dargestellt wird. Die identifizierten Ver\u00f6ffentlichungen zeigen, wie die gef\u00e4lschte Quellenangabe bei der weiteren Verbreitung \u00fcbernommen wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Der urspr\u00fcngliche Produzent des Videos konnte anhand der \u00f6ffentlich zug\u00e4nglichen Informationen hingegen nicht identifiziert werden. Ebenso wenig steht fest, welcher Kanal das Material zuerst ver\u00f6ffentlicht hat. Der dokumentierte Verbreitungsweg zeigt, dass die F\u00e4lschung in mehreren prorussischen Informationsumgebungen auftauchte. Er reicht jedoch nicht aus, um die interne Verantwortungsverteilung innerhalb der gesamten Operation zu kl\u00e4ren.<\/p>\n<h2 style=\"color: #000000;text-align: left;font-size: 1.4rem;font-weight: bold\">Offizielle Behandlungsstatistiken widersprechen dem behaupteten Ausma\u00df<\/h2>\n<p style=\"text-align: left\">Das behauptete Ausma\u00df der Desertionen l\u00e4sst sich mit den offiziellen ukrainischen Statistiken zu medizinischen Evakuierungen vergleichen. Nach <a href=\"https:\/\/uoz.cn.ua\/news7095.php\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Angaben einer ukrainischen Gesundheitsbeh\u00f6rde<\/a> erhielten bis zum 20. Februar 2026 insgesamt 6.445 Ukrainer im Rahmen des internationalen Programms Medevac Ukraine medizinische Behandlung in 33 L\u00e4ndern. Das Programm umfasst Milit\u00e4rangeh\u00f6rige, Kriegsveteranen, Kinder sowie weitere vom Krieg betroffene Zivilpersonen. Von den Patienten wurden 231 zur Behandlung in Frankreich aufgenommen. Auch die <a href=\"https:\/\/www.who.int\/europe\/news\/item\/03-03-2026-over-6400-ukrainians-receive-life-saving-treatment-abroad-through-medical-evacuations\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Weltgesundheitsorganisation (WHO)<\/a> best\u00e4tigt im M\u00e4rz 2026, dass mehr als 6.400 Ukrainer \u00fcber das Programm im Ausland medizinisch versorgt wurden.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Die Statistik bezieht sich auf ein eigens koordiniertes medizinisches Evakuierungsprogramm und erfasst nicht zwangsl\u00e4ufig alle Ukrainer, die im Ausland behandelt wurden. Sie kann daher nicht als vollst\u00e4ndige Aufstellung der in Frankreich behandelten ukrainischen Milit\u00e4rangeh\u00f6rigen herangezogen werden. Die ver\u00f6ffentlichten Programmdaten bieten jedoch keine Grundlage f\u00fcr die Behauptung, mehr als 20.000 Soldaten seien desertiert. Unabh\u00e4ngige Belege f\u00fcr die angeblichen Desertionen wurden ebenfalls nicht vorgelegt. Auch die franz\u00f6sische journalistische Recherche, die die Darstellung st\u00fctzen soll, existiert nicht.<\/p>\n<h2 style=\"color: #000000;text-align: left;font-size: 1.4rem;font-weight: bold\">Verbreitung \u00fcber das russische Pravda-Netzwerk<\/h2>\n<p style=\"text-align: left\">Die gef\u00e4lschte Le-Point-Recherche bleibt nicht auf Telegram und russische Nachrichtenseiten beschr\u00e4nkt. Nach Erkenntnissen von NewsGuard wird das Material \u00fcber das Pravda-Netzwerk in zw\u00f6lf Sprachen erneut ver\u00f6ffentlicht. Dabei handelt es sich um ein weitverzweigtes System von Websites, die kremlfreundliche Inhalte verbreiten. Das Netzwerk richtet sich an unterschiedliche L\u00e4nder und Sprachgruppen und \u00fcbernimmt gro\u00dfe Mengen an Material aus prorussischen Informationskan\u00e4len.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Nach Angaben von NewsGuard umfasst das Netzwerk rund 280 Websites. Im Jahr 2025 ver\u00f6ffentlicht es sch\u00e4tzungsweise 6,3 Millionen Artikel, darunter wiederholte Ver\u00f6ffentlichungen von 115 identifizierten Falschbehauptungen. Diese Zahlen beschreiben den Umfang der Ver\u00f6ffentlichungst\u00e4tigkeit, d\u00fcrfen aber nicht mit der Zahl der erreichten oder beeinflussten Personen gleichgesetzt werden. Mehrere Ver\u00f6ffentlichungen k\u00f6nnen dieselben grundlegenden Angaben enthalten und sich verbreiten, ohne tats\u00e4chlich eine gr\u00f6\u00dfere Leserschaft zu erreichen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Die gro\u00dfe Menge erneut ver\u00f6ffentlichter Inhalte ist dennoch f\u00fcr die Auffindbarkeit von Informationen von Bedeutung. Eine Geschichte, die zun\u00e4chst nur in einem begrenzten russischen Informationsumfeld auftaucht, kann sp\u00e4ter auf zahlreichen Websites und in mehreren Sprachversionen zu finden sein. Bei einer gew\u00f6hnlichen Informationssuche k\u00f6nnen diese Ver\u00f6ffentlichungen als voneinander unabh\u00e4ngige Quellen erscheinen, obwohl sie denselben urspr\u00fcnglichen Inhalt wiedergeben. Durch die st\u00e4ndige Wiederholung kann so der Eindruck entstehen, eine frei erfundene Darstellung sei unabh\u00e4ngig best\u00e4tigt worden.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Der Fall Le Point zeigt, wie sich ein gef\u00e4lschter Nachrichtenbericht von prorussischen Telegram-Kan\u00e4len \u00fcber russische Nachrichtenseiten bis in ein internationales Netzwerk von Websites verbreiten kann. Der dokumentierte Ablauf bedeutet jedoch nicht, dass jede erneute Ver\u00f6ffentlichung von demselben Akteur gesteuert wurde. Ebenso wenig belegt er, dass alle Beteiligten von der F\u00e4lschung und ihrer Herkunft wussten. Die Verbindungen zwischen den Ver\u00f6ffentlichungen m\u00fcssen deshalb von der Frage nach einer gemeinsamen operativen Steuerung getrennt betrachtet werden.<\/p>\n<h2 style=\"color: #000000;text-align: left;font-size: 1.4rem;font-weight: bold\">Fr\u00fchere Untersuchung prorussischer Mediennetzwerke in Europa<\/h2>\n<p style=\"text-align: left\">Im M\u00e4rz 2024 ver\u00f6ffentlichte InformNapalm gemeinsam mit Journalisten von Insight News eine <a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/at\/mediennetzwerke\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Untersuchung<\/a> europ\u00e4ischer Mediennetzwerke, die prorussische Botschaften verbreiten. Die Untersuchung st\u00fctzte sich auf Web- und Keyword-Analysen mit den Programmen SimilarWeb und SE Ranking. Dabei wurden auch Unternehmen hinzugezogen, die auf Webanalyse und Suchmaschinenmarketing spezialisiert sind. Die Analysten identifizierten Websites mit \u00e4hnlichen Inhalten, gegenseitigen Verweisen und Besucherstr\u00f6men zwischen den einzelnen Seiten. Der Untersuchung zufolge deuten inhaltliche \u00dcbereinstimmungen, gemeinsame Suchbegriffe sowie wechselseitige Verlinkungen und Zitate auf gemeinsame Zielsetzungen hin.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Diese Zusammenh\u00e4nge reichen f\u00fcr sich genommen jedoch nicht aus, um eine gemeinsame operative Leitung nachzuweisen. Die Weiterleitungen zwischen den Websites best\u00e4tigten nach Einsch\u00e4tzung der Forscher, dass diese eine gemeinsame Leserschaft erreichten, da Nutzer \u00fcber Links von einer Website zur anderen wechselten. Die Ergebnisse wurden in einer interaktiven Infografik dargestellt. Darin entsprach die Gr\u00f6\u00dfe einer Website ihrem monatlichen Besucherverkehr, w\u00e4hrend die St\u00e4rke der Verbindungslinien die Zahl der Erw\u00e4hnungen und Verlinkungen abbildete. Der Untersuchung zufolge waren diese Medien besonders in Deutschland und Frankreich aktiv.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: left;margin: 18px 0\"><a class=\"single-popup\" href=\"https:\/\/informnapalm.org\/en\/wp-content\/uploads\/sites\/14\/2024\/03\/pr3-1.png\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone\" style=\"display: block;width: 100%;max-width: 642px;height: auto;border: 1px solid #000000\" title=\"InformNapalm: Untersuchung europ\u00e4ischer Mediennetzwerke 2024\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/en\/wp-content\/uploads\/sites\/14\/2024\/03\/pr3-1.png\" alt=\"Netzwerkkarte europ\u00e4ischer Websites mit prorussischen Inhalten und ihren Verbindungen, untersucht von InformNapalm und Insight News im Jahr 2024\" width=\"642\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Die Untersuchung ergab au\u00dferdem, dass sich unter den Autoren Personen mit direkten Verbindungen zu Russland befanden und einige von ihnen nach Russland gezogen waren. Die Websites bezeichneten sich h\u00e4ufig als frei und unabh\u00e4ngig und beschrieben ihre Inhalte als alternative Informationen. InformNapalm sch\u00e4tzte ein, dass Websites, die seit vielen Jahren bestehen, eine bestimmte Zielgruppe ansprechen und anderen westlichen Medien \u00e4hneln, mehr Leser \u00fcberzeugen k\u00f6nnen als prorussische Websites, deren Domainname das Wort Pravda enth\u00e4lt. Diese Einsch\u00e4tzung erfolgte vor der Ver\u00f6ffentlichung der NewsGuard-Zahlen zum Umfang des Pravda-Netzwerks im Jahr 2025. Die Untersuchung erschien zudem lange vor der Le-Point-F\u00e4lschung und befasst sich daher nicht mit diesem Fall. Sie beschreibt jedoch ein \u00e4hnliches Muster: Websites, die sich gegenseitig zitieren und verlinken, stellen sich als unabh\u00e4ngig dar.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: left;margin: 18px 0\"><a class=\"single-popup\" href=\"https:\/\/informnapalm.org\/en\/wp-content\/uploads\/sites\/14\/2024\/03\/rtfr.jpg\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone\" style=\"display: block;width: 100%;max-width: 642px;height: auto;border: 1px solid #000000\" title=\"SE Ranking: Verbindungen zwischen prorussischen Websites in Europa\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/en\/wp-content\/uploads\/sites\/14\/2024\/03\/rtfr.jpg\" alt=\"SE-Ranking-Analyse der Verlinkungen und Verweise zwischen prorussischen Websites in Europa im Jahr 2024\" width=\"642\" \/><\/a><\/p>\n<h2 style=\"color: #000000;text-align: left;font-size: 1.4rem;font-weight: bold\">Ein KI-Dienst \u00fcbernimmt die gef\u00e4lschten Behauptungen<\/h2>\n<p style=\"text-align: left\">Ein besonders bedeutsamer Aspekt des Falls Le Point betrifft die Entwicklung nach der erneuten Ver\u00f6ffentlichung der F\u00e4lschung. In einer <a href=\"https:\/\/www.newsguardtech.com\/special-reports\/anthropic-ai-chatbot-claude-russia-iran-propaganda\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Untersuchung vom 4. Mai 2026<\/a> pr\u00fcft NewsGuard, wie der KI-Dienst Claude mit Falschbehauptungen aus russischen und iranischen Informationsumgebungen umgeht. Die Untersuchung umfasst unterschiedliche Arten von Fragen. Einige sind neutral formuliert, w\u00e4hrend andere die Richtigkeit der jeweiligen Behauptung bereits voraussetzen. Die Forscher testen au\u00dferdem, wie der Dienst auf Anfragen reagiert, die Material f\u00fcr eine fortgesetzte Einflussnahme verlangen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Wird Claude nach der angeblichen Le-Point-Recherche gefragt, gibt der Dienst die erfundene Behauptung in zwei Tests als wahr wieder. In einem Fall setzt die Frage voraus, dass die Geschichte zutrifft. Im anderen Fall ist die Anfrage darauf ausgelegt, weitere irref\u00fchrende Inhalte hervorzurufen. In beiden F\u00e4llen verweist Claude auf eine franz\u00f6sischsprachige Website innerhalb des Pravda-Netzwerks. Diese hatte die F\u00e4lschung zuvor erneut ver\u00f6ffentlicht und dient nun als Beleg f\u00fcr die falsche Antwort.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Damit liegt ein dokumentiertes Beispiel daf\u00fcr vor, wie irref\u00fchrende Informationen aus einem prorussischen Netzwerk als Grundlage f\u00fcr eine KI-generierte Antwort verwendet werden k\u00f6nnen. Die Informationen erhalten einen zus\u00e4tzlichen Verbreitungsweg, wenn ein automatisierter Dienst sie wiedergibt, ohne die M\u00e4ngel des zugrunde liegenden Quellenmaterials deutlich zu machen. F\u00fcr den Nutzer kann die Behauptung dadurch als \u00fcberpr\u00fcft erscheinen, obwohl die angegebene Website lediglich eine frei erfundene Darstellung wiederholt.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Im September 2026 berichtet NewsGuard au\u00dferdem \u00fcber einen Fall, in dem Googles automatisch erstellte Suchzusammenfassung AI Overview nach Angaben des Unternehmens dieselbe Geschichte best\u00e4tigt haben soll. Dies soll drei Tage nach Beginn der Verbreitung der F\u00e4lschung geschehen sein. Google widerspricht allerdings der vorgelegten Dokumentation und erkl\u00e4rt, dass auf dem pr\u00e4sentierten Screenshot die urspr\u00fcngliche Suchanfrage nicht zu sehen sei. Auch bei einer eigenen Untersuchung konnte das Unternehmen die betreffende Antwort nicht reproduzieren. Die Beweislage unterscheidet sich daher zwischen den beiden Beobachtungen. Die Claude-Untersuchung von NewsGuard enth\u00e4lt dokumentierte Antworten und Quellenverweise, w\u00e4hrend sich die Behauptung \u00fcber Google auf ein Ergebnis st\u00fctzt, das Google selbst nicht best\u00e4tigen konnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Die Untersuchungen belegen nicht, dass die Trainingsdaten der KI-Modelle dauerhaft ver\u00e4ndert wurden. Die dokumentierte Schwachstelle betrifft vor allem die Informationsbeschaffung. Wenn ein KI-Dienst Suchergebnisse und andere Webquellen verwendet, kann unzuverl\u00e4ssiges Material als Tatsachengrundlage wiedergegeben werden. Auf diese Weise kann dieselbe erfundene Behauptung Menschen erreichen, die die Websites, auf denen sie urspr\u00fcnglich verbreitet wurde, nie besucht haben.<\/p>\n<h2 style=\"color: #000000;text-align: left;font-size: 1.4rem;font-weight: bold\">Grenzen der Forschung und Schwachstellen von KI-Systemen<\/h2>\n<p style=\"text-align: left\">Dass KI-Dienste unter bestimmten Bedingungen Desinformation wiedergeben, ist dokumentiert. Unklar bleibt jedoch, wie gro\u00df das Problem insgesamt ist und in welchem Ausma\u00df es auf gezielte Manipulation zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Im M\u00e4rz 2025 ver\u00f6ffentlicht NewsGuard eine Untersuchung, nach der KI-Dienste in ungef\u00e4hr einem Drittel der untersuchten Antworten Falschbehauptungen aus dem Pravda-Netzwerk wiedergeben. Das Ergebnis wirft die Frage auf, inwieweit russische Akteure KI-gest\u00fctzte Informationsdienste durch die massenhafte Ver\u00f6ffentlichung irref\u00fchrender Inhalte beeinflussen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Eine im Oktober 2025 ver\u00f6ffentlichte, <a href=\"https:\/\/misinforeview.hks.harvard.edu\/article\/llms-grooming-or-data-voids-llm-powered-chatbot-references-to-kremlin-disinformation-reflect-information-gaps-not-manipulation\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">wissenschaftlich begutachtete Studie<\/a> zeichnet hingegen ein zur\u00fcckhaltenderes Bild. Sie erschien in der Fachzeitschrift Misinformation Review der Harvard Kennedy School. Die Forscher analysierten 416 Antworten von vier KI-gest\u00fctzten Informationsdiensten. Die Fragen basierten auf zuvor identifizierten russischen Desinformationsbehauptungen. Lediglich 21 Antworten, entsprechend f\u00fcnf Prozent, st\u00fctzten die falschen Angaben. In acht Prozent der Antworten fanden sich Verweise auf Websites mit Verbindungen zum Kreml. Diese wurden allerdings h\u00e4ufig herangezogen, um die betreffenden Behauptungen infrage zu stellen oder als unsicher einzuordnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Die Forscher weisen auf eine alternative Erkl\u00e4rung f\u00fcr manche fehlerhaften KI-Antworten hin. Wenn zu einem sehr spezifischen Thema verl\u00e4ssliche Informationen fehlen, k\u00f6nnen weniger vertrauensw\u00fcrdige Websites in den Suchergebnissen ein unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig gro\u00dfes Gewicht erhalten. Solche Informationsl\u00fccken m\u00fcssen nicht das Ergebnis einer erfolgreichen, koordinierten Manipulationsoperation gegen ein KI-System sein. Die Studie liefert deshalb nur begrenzte Anhaltspunkte f\u00fcr die Theorie, dass die massenhafte Ver\u00f6ffentlichung von Desinformation automatisch zu einer systematischen Beeinflussung von KI-Diensten f\u00fchrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Die Untersuchungen verwenden unterschiedliche Methoden und Fragestellungen. Ihre Ergebnisse lassen sich daher nicht so vergleichen, als w\u00fcrden sie dieselben Bedingungen zu verschiedenen Zeitpunkten messen. Die bisherige Forschung zeigt, dass Falschinformationen in KI-generierten Antworten auftauchen k\u00f6nnen. F\u00fcr gesicherte Schlussfolgerungen \u00fcber das Ausma\u00df gezielter Manipulation reicht die verf\u00fcgbare Datenlage jedoch noch nicht aus. Deshalb muss zwischen einzelnen fehlerhaften Antworten und einer erfolgreichen Informationsoperation unterschieden werden.<\/p>\n<h2 style=\"color: #000000;text-align: left;font-size: 1.4rem;font-weight: bold\">Die Organisationen hinter russischen Einflussoperationen<\/h2>\n<p style=\"text-align: left\">Die organisatorischen Strukturen hinter Teilen der russischen Einflussnahme im Informationsraum sind wesentlich besser dokumentiert als deren Gesamtauswirkungen auf KI-Systeme. In einer <a href=\"https:\/\/www.gov.uk\/government\/publications\/uk-action-against-russian-foreign-information-warfare\/new-uk-action-against-foreign-information-warfare\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u00dcbersicht vom Juli 2026<\/a> nennt die britische Regierung Organisationen und Personen, die wegen Informationsoperationen zur Unterst\u00fctzung russischer Staatsinteressen mit Sanktionen belegt wurden.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Ein zentraler Akteur ist die russische Organisation Social Design Agency (SDA). Gro\u00dfbritannien bringt die Organisation mit einer Einflussoperation in Verbindung, bei der gef\u00e4lschte Nachrichtenwebsites und erfundene journalistische Inhalte eingesetzt werden. International ist die Operation unter dem deutschen Namen Doppelg\u00e4nger bekannt. Die Bezeichnung beschreibt die Methode, Websites etablierter Nachrichtenmedien nachzuahmen und sie zur Verbreitung irref\u00fchrender Informationen einzusetzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Nach Angaben britischer Beh\u00f6rden erhielt die SDA Auftr\u00e4ge und finanzielle Mittel vom russischen Staat. Gemeinsam mit dem Unternehmen Structura war die Organisation an Operationen beteiligt, die sich gegen die Ukraine und europ\u00e4ische Gesellschaften richteten. Am 11. Mai 2026 verh\u00e4ngte Gro\u00dfbritannien Sanktionen gegen 56 Akteure mit Verbindungen zu russischen Einflussoperationen, darunter 49 Besch\u00e4ftigte der SDA. Diese Ma\u00dfnahmen zeigen, dass britische Beh\u00f6rden die Aktivit\u00e4ten als Bestandteil einer organisierten russischen Strategie zur Einflussnahme im Informationsraum betrachten.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Auch die in Moskau ans\u00e4ssige Organisation Centre for Geopolitical Expertise, ein Zentrum f\u00fcr geopolitische Expertise, ist von den britischen Ma\u00dfnahmen betroffen. Nach Angaben der britischen Regierung unterh\u00e4lt sie Verbindungen zu russischen Nachrichtendiensten und hat die Unterst\u00fctzung f\u00fcr ein weiteres Einflussnetzwerk mit der Bezeichnung Storm-1516 koordiniert. Dieses Netzwerk wird mit erfundenen Anschuldigungen gegen europ\u00e4ische Politiker, manipulierten Videos und Websites in Verbindung gebracht, die etablierte Nachrichtenorganisationen nachahmen. Die Inhalte werden \u00fcber soziale Medien und andere digitale Kan\u00e4le verbreitet, um \u00f6ffentliche Debatten zu beeinflussen und die internationale Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Ukraine zu schw\u00e4chen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Die britischen Erkenntnisse betreffen auch das russische Medienunternehmen Rybar. Das Unternehmen hat ein Netzwerk aufgebaut, das sich auf milit\u00e4rische Informationen und Analysen konzentriert. Nach Angaben britischer Beh\u00f6rden betreibt Rybar dar\u00fcber hinaus verdeckte Einflussoperationen im Interesse des russischen Staates. Gro\u00dfbritannien zufolge werden die Aktivit\u00e4ten teilweise \u00fcber die russische Pr\u00e4sidialverwaltung koordiniert, vom staatlichen Unternehmen Rostec finanziert und weisen Verbindungen zu Personen innerhalb russischer Nachrichtendienste auf.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Diese Erkenntnisse st\u00fctzen die Schlussfolgerung, dass Teile der Informationsbeeinflussung von identifizierbaren Organisationen mit wirtschaftlichen und organisatorischen Verbindungen zum russischen Staat ausgehen. Daraus folgt jedoch nicht, dass jede prorussische F\u00e4lschung einem dieser Akteure zugeschrieben werden kann. Ein solcher Zusammenhang bedarf im jeweiligen Einzelfall gesonderter Belege, selbst wenn die verwendeten Methoden bereits dokumentierten Operationen \u00e4hneln.<\/p>\n<h2 style=\"color: #000000;text-align: left;font-size: 1.4rem;font-weight: bold\">Geleakte Dokumente geben Einblick in die Einflussoperationen<\/h2>\n<p style=\"text-align: left\">Ein <a href=\"https:\/\/mpf.se\/publikationer\/publikationer\/2025-05-15-beyond-operation-doppelganger-a-capability-assessment-of-the-social-design-agency\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Forschungsbericht vom Mai 2025<\/a> erm\u00f6glicht einen tieferen Einblick in die T\u00e4tigkeit der SDA. Die Forscher James Pamment und Darejan Tsurtsumia von der Universit\u00e4t Lund analysierten mehr als 3.000 geleakte Dokumente. Das Material umfasst die interne Kommunikation der Organisation, ihre Finanzierung, ihre Arbeitsmethoden und ihre F\u00e4higkeit zur Durchf\u00fchrung von Informationsoperationen. Die Untersuchung beleuchtet, wie diese Aktivit\u00e4ten organisiert sind und welche Ressourcen zur Herstellung und Verbreitung irref\u00fchrender Informationen eingesetzt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Der Bericht beschreibt die SDA als Teil eines langfristigen, staatlich unterst\u00fctzten russischen Informationskrieges. Zugleich kommen die Forscher zu dem Schluss, dass die Wirkung der Operation mit den gef\u00e4lschten Nachrichtenseiten fr\u00fcher \u00fcbersch\u00e4tzt wurde. Auch einige Gegenma\u00dfnahmen hatten dem Bericht zufolge andere Folgen als beabsichtigt. Aus nachrichtendienstlich-analytischer Sicht ist diese Unterscheidung wesentlich. Eine Organisation kann \u00fcber erhebliche Ressourcen und die F\u00e4higkeit verf\u00fcgen, irref\u00fchrende Informationen zu produzieren und zu verbreiten, ohne damit ihre politischen Ziele zu erreichen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Die Zahl der Ver\u00f6ffentlichungen kann den Umfang einer Aktivit\u00e4t verdeutlichen, ist aber kein unmittelbarer Ma\u00dfstab f\u00fcr ihre Wirkung. Um die tats\u00e4chlichen Auswirkungen beurteilen zu k\u00f6nnen, werden auch Daten dar\u00fcber ben\u00f6tigt, wie viele Menschen mit den Inhalten in Ber\u00fchrung gekommen sind, wie sie diese wahrgenommen haben und ob sich dadurch Einstellungen oder Entscheidungen ver\u00e4ndert haben. Fehlen solche Informationen, besteht die Gefahr, den Erfolg von Informationsoperationen zu \u00fcbersch\u00e4tzen.<\/p>\n<h2 style=\"color: #000000;text-align: left;font-size: 1.4rem;font-weight: bold\">Einflussoperationen gegen die Beziehungen zwischen der EU und der Ukraine<\/h2>\n<p style=\"text-align: left\">Gef\u00e4lschte Medienberichte machen nur einen Teil der russischen Einflussnahme im Informationsraum aus. Auch tats\u00e4chliche politische Entscheidungen werden als Ausgangspunkt f\u00fcr irref\u00fchrende Darstellungen genutzt, indem wesentliche Informationen ver\u00e4ndert oder weggelassen werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Ein <a href=\"https:\/\/www.eeas.europa.eu\/sites\/default\/files\/2026\/documents\/DARE_Compilation%20Q3%202026_ENG.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Monitoringbericht vom Oktober 2026<\/a> zeigt, wie Themen wie Fl\u00fcchtlingspolitik, Wehrpflicht und Korruption f\u00fcr prorussische Desinformation genutzt werden. Der Bericht wurde im Rahmen des EU-finanzierten Projekts DARE erstellt und behandelt irref\u00fchrende Informationen, die zwischen Juni und August 2026 verbreitet wurden. Die Erkenntnisse beruhen auf Untersuchungen eines regionalen Journalistennetzwerks und weiterer beteiligter Organisationen. Die Schlussfolgerungen geben die Einsch\u00e4tzungen der Autoren wieder und stellen nicht automatisch eine offizielle Position der EU-Institutionen dar.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Eine wiederkehrende Behauptung lautet, die EU werde ab 2027 s\u00e4mtlichen Ukrainern, die der Wehrpflicht unterliegen, den vor\u00fcbergehenden Schutz entziehen. Diese Darstellung verbreitet sich nach einer europ\u00e4ischen Mitteilung \u00fcber ge\u00e4nderte Bedingungen f\u00fcr bestimmte Personengruppen. Am 15. Juli 2026 teilt der <a href=\"https:\/\/www.consilium.europa.eu\/en\/press\/press-releases\/2026\/07\/15\/eu-countries-agree-to-extend-temporary-protection-for-those-fleeing-ukraine-until-march-2028\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Rat der Europ\u00e4ischen Union<\/a> mit, dass sich die Mitgliedstaaten darauf verst\u00e4ndigt haben, den vor\u00fcbergehenden Schutz f\u00fcr Menschen, die aus der Ukraine geflohen sind, bis zum 4. M\u00e4rz 2028 zu verl\u00e4ngern. Gleichzeitig werden neue Bedingungen f\u00fcr Personen vorgestellt, die nach ukrainischem Recht milit\u00e4rischen Verpflichtungen unterliegen und Schutz beantragen. Die Bedingungen werden durch den <a href=\"https:\/\/eur-lex.europa.eu\/eli\/dec_impl\/2026\/1912\/2026-08-04\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Durchf\u00fchrungsbeschluss (EU) 2026\/1912<\/a> des Rates vom 30. Juli 2026 festgelegt. Die Bestimmungen zu milit\u00e4rischen Verpflichtungen werden ab dem 5. August 2026 angewendet und gelten f\u00fcr neue Antragsteller. Sie gelten nicht f\u00fcr Personen, die sp\u00e4testens am 4. August 2026 in einem Mitgliedstaat bereits vor\u00fcbergehenden Schutz genossen und diesen Status anschlie\u00dfend im selben Mitgliedstaat behalten haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">In der manipulierten Berichterstattung werden diese begrenzten Bedingungen zu der Behauptung umgedeutet, die EU werde den betroffenen Ukrainern grunds\u00e4tzlich den Schutz entziehen. Andere Darstellungen behaupten, ukrainische Frauen in der EU m\u00fcssten ihren milit\u00e4rischen Status \u00fcber die ukrainische Anwendung Rezerv+ melden, um ihren Schutzanspruch zu behalten. Dem Monitoringbericht zufolge werden diese Behauptungen genutzt, um \u00c4ngste im Zusammenhang mit der Mobilmachung zu sch\u00fcren und die EU gegen\u00fcber Ukrainern, die vor dem Krieg geflohen sind, als unzuverl\u00e4ssig darzustellen. Der Ausgangspunkt ist eine tats\u00e4chliche politische Entscheidung, deren Bedeutung jedoch durch das Weglassen wesentlicher Bedingungen und Einschr\u00e4nkungen verf\u00e4lscht wird.<\/p>\n<h2 style=\"color: #000000;text-align: left;font-size: 1.4rem;font-weight: bold\">Gef\u00e4lschte Korruptionsvorw\u00fcrfe im Namen eines polnischen Magazins<\/h2>\n<p style=\"text-align: left\">Derselbe Monitoringbericht dokumentiert eine gef\u00e4lschte journalistische Recherche, die dem polnischen Magazin Do Rzeczy zugeschrieben wird. Das Material verbreitet sich im Sommer 2026 \u00fcber prorussische Telegram-Kan\u00e4le im Gebiet Odessa. Darin wird behauptet, eine als ukrainischer Verteidigungsminister bezeichnete Person habe mehr als eine Million Dollar veruntreut und das Geld f\u00fcr private Zwecke verwendet. Die F\u00e4lschung wird mit einem Titelblatt pr\u00e4sentiert, das die grafische Gestaltung des Magazins nachahmt.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Nach \u00dcberpr\u00fcfung durch die Autoren des Berichts existiert auf der Website von Do Rzeczy keine entsprechende Ver\u00f6ffentlichung. Die betreffende Ausgabe des Magazins behandelt andere Themen. Zudem enth\u00e4lt der gef\u00e4lschte Text sprachliche Fehler, die von nat\u00fcrlichem Polnisch abweichen. Die Darstellung folgt demselben grundlegenden Muster wie die Le-Point-F\u00e4lschung. Eine etablierte ausl\u00e4ndische Nachrichtenorganisation wird als angebliche Quelle missbraucht, um erfundenen Angaben gr\u00f6\u00dfere Glaubw\u00fcrdigkeit zu verleihen. Dass dieselbe Methode wiederholt eingesetzt wird, reicht jedoch nicht aus, um festzustellen, dass beide F\u00e4lschungen von derselben Organisation produziert wurden.<\/p>\n<h2 style=\"color: #000000;text-align: left;font-size: 1.4rem;font-weight: bold\">Informationsbeeinflussung im Rahmen umfassenderer russischer Hybridaktivit\u00e4ten<\/h2>\n<p style=\"text-align: left\">Die digitale Einflussnahme im Informationsraum f\u00e4llt mit einer Verschlechterung der Sicherheitslage in Europa zusammen. Mehrere europ\u00e4ische Sicherheitsbeh\u00f6rden beschreiben russische Aktivit\u00e4ten, bei denen nachrichtendienstliche Informationsbeschaffung, Cyberoperationen, Sabotage und Desinformation parallel stattfinden. Am 12. Oktober 2026 <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/world\/germany-faces-shadow-war-that-goes-beyond-cold-war-threats-interior-minister-2026-10-12\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">berichtet Reuters<\/a> von einer Pressekonferenz in Berlin, auf der Bundesinnenminister Alexander Dobrindt vor einem umfassenden &#8222;Schattenkrieg&#8220; warnt. Der Pr\u00e4sident des Bundesamtes f\u00fcr Verfassungsschutz, Sinan Selen, beschreibt die russischen Hybridaktivit\u00e4ten als Bedrohung, die Informationsmanipulation, Sabotage und weitere destabilisierende Ma\u00dfnahmen umfasst.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Den \u00c4u\u00dferungen ging unter anderem ein mutma\u00dflicher Sabotageversuch am Flughafen Leipzig\/Halle im August 2026 voraus. Dort war eine mit Sprengstoff ausgestattete Drohne entdeckt worden. Deutsche Beh\u00f6rden schreiben die Verantwortung f\u00fcr die mutma\u00dfliche Operation russischen Akteuren zu, w\u00e4hrend Russland die Vorw\u00fcrfe zur\u00fcckweist. Der Vorfall verdeutlicht die Einsch\u00e4tzung europ\u00e4ischer Sicherheitsbeh\u00f6rden, dass unterschiedliche Formen hybrider Aktivit\u00e4ten gleichzeitig auftreten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Allerdings liegen keine \u00f6ffentlich vorgelegten Belege vor, die die F\u00e4lschungen von Le Point und Do Rzeczy mit dem mutma\u00dflichen Sabotageversuch in Verbindung bringen. Der Zusammenhang besteht in der \u00fcbergeordneten sicherheitspolitischen Bedrohungslage, nicht in einer nachgewiesenen gemeinsamen operativen Steuerung. Einflussnahme im Informationsraum muss daher sowohl als eigenst\u00e4ndige Aktivit\u00e4t als auch als m\u00f6glicher Bestandteil umfassenderer strategischer Zusammenh\u00e4nge analysiert werden.<\/p>\n<h2 style=\"color: #000000;text-align: left;font-size: 1.4rem;font-weight: bold\">Nachrichtendienstlich-analytische Bewertung<\/h2>\n<p style=\"text-align: left\">Die untersuchten Quellen st\u00fctzen die Feststellung, dass russische Einflussnahme im Informationsraum sowohl identifizierte Organisationen mit staatlichen Verbindungen als auch einzelne Operationen umfasst, bei denen die verantwortlichen Akteure noch nicht ermittelt werden konnten. Die Sanktionsunterlagen der britischen Regierung und die Forschung zur SDA zeigen, wie Teile dieser Aktivit\u00e4ten organisiert und finanziert werden. Zugleich erfordert jede konkrete Zuordnung zu einer bestimmten Organisation gesonderte Belege. \u00c4hnlichkeiten bei Methoden und Botschaften reichen nicht aus, um eine gemeinsame Steuerung nachzuweisen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Der Fall Le Point dokumentiert die Verbreitung einer Falschbehauptung von prorussischen Telegram-Kan\u00e4len und russischen Nachrichtenver\u00f6ffentlichungen bis zum Pravda-Netzwerk. Die anschlie\u00dfende Untersuchung von NewsGuard zeigt dar\u00fcber hinaus, dass der KI-Dienst Claude die erfundene Geschichte unter Verweis auf eine Website dieses Netzwerks wiedergibt. Dies ist ein konkretes Beispiel daf\u00fcr, dass erneut ver\u00f6ffentlichte Desinformation \u00fcber KI-gest\u00fctzte Informationsdienste zus\u00e4tzliche Verbreitung finden kann. Der dokumentierte Ablauf bedeutet jedoch nicht, dass s\u00e4mtliche Stationen von demselben Akteur gesteuert wurden. Ebenso wenig zeigen die Untersuchungen, dass sich der interne Wissensbestand der KI-Modelle dauerhaft ver\u00e4ndert hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Mehrere der untersuchten Kampagnen richten sich gegen Themen, die f\u00fcr die internationalen Beziehungen der Ukraine von Bedeutung sind. Korruption, Wehrpflicht, Fl\u00fcchtlingspolitik und europ\u00e4ische Sicherheitszusammenarbeit geh\u00f6ren zu den wiederkehrenden Schwerpunkten. Diese Themenwahl steht im Einklang mit den strategischen Zielen, die europ\u00e4ische Beh\u00f6rden russischen Einflussorganisationen zuschreiben. Sie belegt jedoch f\u00fcr sich genommen nicht, dass die Operationen die \u00f6ffentliche Meinung erfolgreich beeinflusst oder politische Entscheidungen ver\u00e4ndert haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Die entscheidende analytische Unterscheidung besteht deshalb zwischen dokumentierter Aktivit\u00e4t und nachgewiesener Wirkung. Die Zahl der F\u00e4lschungen, erneuten Ver\u00f6ffentlichungen oder KI-generierten Antworten kann den Umfang und die Verbreitung einer Operation beschreiben. Sie ist jedoch kein unmittelbarer Ma\u00dfstab daf\u00fcr, inwieweit die Empf\u00e4nger den Informationen Glauben schenken oder welche politischen Auswirkungen sie entfalten. Eine fundierte Bewertung muss zwischen identifizierten Akteuren, dokumentierten Methoden, angenommenen Zielsetzungen und tats\u00e4chlich erzielten Wirkungen unterscheiden.<\/p>\n<h2 style=\"color: #000000;text-align: left;font-size: 1.4rem;font-weight: bold\">Fazit<\/h2>\n<p style=\"text-align: left\">Die dokumentierten russischen Einflussoperationen zeigen, wie die Glaubw\u00fcrdigkeit etablierter Medien missbraucht wird, um erfundene Informationen zu verbreiten. Gef\u00e4lschte Artikel und Videos k\u00f6nnen als unabh\u00e4ngige journalistische Berichterstattung erscheinen, w\u00e4hrend tats\u00e4chliche beh\u00f6rdliche Entscheidungen irref\u00fchrend dargestellt werden. Durch organisierte Mehrfachver\u00f6ffentlichungen kann dieselbe Geschichte auf zahlreichen Websites auftauchen und den Eindruck erwecken, von mehreren Quellen best\u00e4tigt worden zu sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Der Fall Le Point zeigt, wie eine angebliche journalistische Recherche, die nie existiert hat, \u00fcber prorussische Informationskan\u00e4le und das Pravda-Netzwerk verbreitet wird. Anschlie\u00dfend tauchen die Behauptungen auch in KI-generierten Antworten auf. Der Ablauf verdeutlicht, wie irref\u00fchrende Informationen zwischen unterschiedlichen Informationsumgebungen weitergegeben werden und Menschen erreichen k\u00f6nnen, die ihre urspr\u00fcngliche Herkunft nicht kennen. Wer das Material urspr\u00fcnglich erstellt hat und wie die gesamte Verbreitungskette intern gesteuert wurde, ist hingegen nicht gekl\u00e4rt.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">F\u00fcr die nachrichtendienstliche Analyse auf Grundlage offener Quellen ist es daher notwendig, sowohl die Inhalte als auch ihre Verbreitungswege zu untersuchen. Eine angebliche Originalquelle muss \u00fcberpr\u00fcft, die zeitliche Abfolge der Ver\u00f6ffentlichungen rekonstruiert und m\u00f6gliche organisatorische Verbindungen m\u00fcssen belegt werden. Gleichzeitig bedarf es einer klaren Unterscheidung zwischen dokumentierten Aktivit\u00e4ten, angenommenen Zielsetzungen und tats\u00e4chlich erzielten Wirkungen. Ohne diese Unterscheidung besteht die Gefahr, den Koordinierungsgrad oder die Wirksamkeit von Informationsoperationen zu \u00fcbersch\u00e4tzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Das zentrale Sicherheitsrisiko besteht darin, dass organisierte Einflussnahme im Informationsraum neue Zielgruppen erreichen kann, ohne als Propaganda erkannt zu werden. Wenn Falschbehauptungen unter dem Namen etablierter Medien erscheinen und anschlie\u00dfend von digitalen Informationsdiensten wiedergegeben werden, wird es schwieriger, ihre tats\u00e4chliche Herkunft zu erkennen. Damit wird auch die Beurteilung der Zuverl\u00e4ssigkeit von Informationen erschwert.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Das Material wurde von <a href=\"https:\/\/linktr.ee\/informnapalm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Andrij Lisizyn<\/a> f\u00fcr InformNapalm zusammengestellt.<\/p>\n<hr style=\"width: 75%;margin: 20px 0;border: 0;border-top: 1px solid #ccc;text-align: left\" \/>\n<h2 style=\"color: #000000;font-size: 1.3rem;font-weight: bold;text-align: left\">Weitere Artikel von InformNapalm<\/h2>\n<ul style=\"text-align: left\">\n<li style=\"text-align: left\"><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/at\/wildberries\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span style=\"color: #333333\">Wildberries zwischen Hammer und Amboss nach Drohnenangriffen und Cyberoperationen<\/span><\/a><\/li>\n<li style=\"text-align: left\"><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/at\/russlands-agenten-europa\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span style=\"color: #333333\">Wie Russland angeworbene Agenten f\u00fcr Operationen in Europa einsetzt<\/span><\/a><\/li>\n<li style=\"text-align: left\"><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/at\/bastion\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span style=\"color: #333333\">Ukrainische Marine greift russisches K\u00fcstenraketensystem Bastion auf der Krim an<\/span><\/a><\/li>\n<\/ul>\n<hr style=\"border: none;border-top: 1px solid #cfcfcf;margin: 24px 0;width: 100%;text-align: left\" \/>\n<p style=\"text-align: left !important\"><span style=\"color: #000000\"><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/at\/category\/aktuell\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" title=\"InformNapalm \u00d6sterreich\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/fr\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2015\/12\/InformNapalm_logo_05.png\" alt=\"InformNapalm \u00d6sterreich\" width=\"150\" height=\"68\" \/><\/a><span style=\"color: #333333\">Es steht Ihnen frei, dieses Material zu teilen, aber f\u00fcgen Sie bitte einen Link zur <span style=\"font-weight: bold\"><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/at\/category\/aktuell\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Quelle<\/a><\/span><\/span> hinzu. Creative Commons \u2013 Attribution 4.0 International \u2013 CC BY 4.0. <\/span><span style=\"color: #333333\">Folgen Sie uns auf<\/span> <span style=\"font-weight: bold\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/informnapalm24\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Facebook<\/a><\/span> <span style=\"color: #333333\">und<\/span> <span style=\"font-weight: bold\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/informnapalm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">X<\/a><\/span><span style=\"color: #333333\">.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: left !important\">InformNapalm erh\u00e4lt keine finanzielle Unterst\u00fctzung von irgendeiner Regierung oder einem Sponsor. Die Finanzierung erfolgt ausschlie\u00dflich durch freiwillige Unterst\u00fctzer und Leser. 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Eine frei erfundene Recherche, die dem franz\u00f6sischen Nachrichtenmagazin Le Point zugeschrieben wurde, verbreitete sich \u00fcber russische Telegram-Kan\u00e4le und ein weitverzweigtes Netzwerk von Websites. Anschlie\u00dfend gab der KI-Dienst Claude die Behauptungen als Tatsachen wieder und verwies dabei auf eine Website dieses Netzwerks. Der Fall zeigt, wie gef\u00e4lschte Nachrichten \u00fcber digitale Informationsdienste zus\u00e4tzliche Verbreitung finden k\u00f6nnen. Zugleich liefern neue Beh\u00f6rdenberichte und Forschungsergebnisse ein genaueres Bild der organisatorischen Strukturen hinter russischen Einflussoperationen im Informationsraum.<\/p>\r\n\r\n<div style=\"color: #333333;text-align: left\">\r\n<p style=\"text-align: left\">Am 12. Oktober 2026 warnt Bundesinnenminister Alexander Dobrindt vor einem umfassenden \"Schattenkrieg\" gegen Deutschland. Auf derselben Pressekonferenz erl\u00e4utert das Bundesamt f\u00fcr Verfassungsschutz (BfV), dass die russischen hybriden Aktivit\u00e4ten Informationsmanipulation, Sabotage und weitere Sicherheitsbedrohungen umfassen. Die Warnungen fallen mit der Ver\u00f6ffentlichung neuer europ\u00e4ischer Untersuchungen zu russischen Einflussoperationen zusammen. Diese zeigen, wie der Name und das Erscheinungsbild etablierter Medien missbraucht werden, um erfundenen Behauptungen Glaubw\u00fcrdigkeit zu verleihen. Die Inhalte werden \u00fcber koordinierte Kan\u00e4le verbreitet und auf Websites erneut ver\u00f6ffentlicht, die voneinander unabh\u00e4ngig erscheinen k\u00f6nnen. Greifen KI-gest\u00fctzte Informationsdienste diese Inhalte auf, entsteht ein zus\u00e4tzlicher Verbreitungsweg, bei dem die Nutzer die urspr\u00fcngliche Herkunft der Informationen nicht immer erkennen k\u00f6nnen.<\/p>\r\n\r\n<\/div>\r\n<h2 style=\"color: #000000;text-align: left;font-size: 1.4rem;font-weight: bold\">Gef\u00e4lschte Medienberichte als Instrument der Einflussnahme<\/h2>\r\n<p style=\"text-align: left\">Russische Einflussnahme im Informationsraum erfolgt nicht ausschlie\u00dflich \u00fcber staatliche Medien und offen kremlfreundliche Informationskan\u00e4le. Eine dokumentierte Methode besteht darin, die Identit\u00e4t etablierter Nachrichtenorganisationen zu missbrauchen, um erfundenen Behauptungen den Anschein journalistischer Glaubw\u00fcrdigkeit zu verleihen. Gef\u00e4lschte Artikel und Videos werden mit bekannten Logos, charakteristischen Gestaltungselementen und mitunter erfundenen \u00c4u\u00dferungen realer Personen versehen. Hinter einer vermeintlich unabh\u00e4ngigen Nachrichtenquelle bleibt der tats\u00e4chliche Urheber verborgen. Wird die Geschichte weiterverbreitet, kann auch der Verweis auf das renommierte Medium \u00fcbernommen werden. Dadurch entsteht der Eindruck, die Informationen seien bereits journalistisch \u00fcberpr\u00fcft worden.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: left\">In einer <a href=\"https:\/\/www.newsguardtech.com\/special-reports\/hijacking-trusted-media-brands-russias-favorite-disinformation-tactic\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Untersuchung vom September 2026<\/a> dokumentiert das Analyseunternehmen NewsGuard 906 Medienf\u00e4lschungen, die mit drei russischen Einflussoperationen in Verbindung stehen. Die Materialien wurden als Ver\u00f6ffentlichungen von 163 etablierten Medienorganisationen aus 21 L\u00e4ndern ausgegeben. Zu den betroffenen Nachrichtenmedien z\u00e4hlen BBC, Euronews, Politico und Deutsche Welle. Die F\u00e4lschungen wurden unter anderem genutzt, um Korruptionsvorw\u00fcrfe gegen ukrainische Amtstr\u00e4ger und irref\u00fchrende Behauptungen \u00fcber europ\u00e4ische Politiker zu verbreiten. Allen F\u00e4llen ist gemeinsam, dass der Ruf tats\u00e4chlicher Medienorganisationen dazu missbraucht wird, erfundenen Darstellungen gr\u00f6\u00dfere Glaubw\u00fcrdigkeit zu verleihen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: left\">Gleichzeitig hat NewsGuard eine fr\u00fchere Angabe zur Wachstumsrate dieser Aktivit\u00e4ten korrigiert. Urspr\u00fcnglich hatte das Unternehmen f\u00fcr das erste Halbjahr 2026 gegen\u00fcber dem entsprechenden Zeitraum 2025 einen Anstieg um 850 Prozent angegeben. Nach Einw\u00e4nden einer unabh\u00e4ngigen Forschungsgruppe r\u00e4umte NewsGuard ein, dass die Untersuchung f\u00fcr 2025 weniger umfassend gewesen war. Der urspr\u00fcngliche Vergleich k\u00f6nnte das Wachstum daher \u00fcberzeichnet haben. Die Korrektur stellt die dokumentierten F\u00e4lschungen nicht infrage, schr\u00e4nkt jedoch die M\u00f6glichkeiten ein, die tats\u00e4chliche Geschwindigkeit der Ausweitung zuverl\u00e4ssig zu bestimmen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: left\">Entscheidend an dieser Methode ist, dass einer falschen Behauptung \u00fcber mehrere Stationen hinweg Glaubw\u00fcrdigkeit verliehen wird. Zun\u00e4chst wird ein erfundener Nachrichtenbericht einer bekannten Quelle zugeschrieben. Anschlie\u00dfend \u00fcbernehmen andere Websites und Nutzerkonten den Inhalt und verweisen auf die angebliche Originalquelle. Verbreitet sich die Behauptung weiter, k\u00f6nnen mehrere Ver\u00f6ffentlichungen den Eindruck einer unabh\u00e4ngigen Best\u00e4tigung erwecken, obwohl sie s\u00e4mtlich auf derselben F\u00e4lschung beruhen.<\/p>\r\n\r\n<h2 style=\"color: #000000;text-align: left;font-size: 1.4rem;font-weight: bold\">Die gef\u00e4lschte franz\u00f6sische Recherche<\/h2>\r\n<p style=\"text-align: left\">Am 10. April 2026 beginnen prorussische Telegram-Kan\u00e4le mit der Verbreitung einer Behauptung, wonach mehr als 20.000 ukrainische Milit\u00e4rangeh\u00f6rige nach einer medizinischen Behandlung in Frankreich desertiert seien. Demnach soll jeder dritte ukrainische Soldat, der 2025 in Frankreich behandelt wurde, dort geblieben sein, anstatt in die Ukraine zur\u00fcckzukehren. Das Material enth\u00e4lt au\u00dferdem Vorw\u00fcrfe, ukrainische Milit\u00e4rangeh\u00f6rige h\u00e4tten sich in Frankreich kriminellen Gruppierungen angeschlossen. Als Quelle wird das franz\u00f6sische Nachrichtenmagazin Le Point genannt. Die Behauptungen werden zusammen mit einem Video verbreitet, das das Logo des Magazins verwendet und dessen journalistische Gestaltung nachahmt.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: left\">Eine solche Recherche wurde jedoch nie ver\u00f6ffentlicht. Am 14. April ver\u00f6ffentlicht das <a href=\"https:\/\/cpd.gov.ua\/en\/international-threats-en\/europe\/fake-about-20000-ukrainian-deserters-in-france\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">ukrainische Zentrum zur Bek\u00e4mpfung von Desinformation<\/a> eine Analyse des Materials. Die Beh\u00f6rde stellt fest, dass Le Point die Angaben nicht ver\u00f6ffentlicht hat und entsprechende Statistiken weder bei etablierten internationalen Medien noch in offiziellen Quellen zu finden sind. Nach Erkenntnissen der Beh\u00f6rde wurde die F\u00e4lschung zun\u00e4chst \u00fcber russische Telegram-Kan\u00e4le verbreitet und anschlie\u00dfend von propagandistisch ausgerichteten Websites als tats\u00e4chliche Nachricht aus Frankreich wiedergegeben.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: left\">Ein nachvollziehbarer Teil des Verbreitungswegs f\u00fchrt zum russischen Telegram-Kanal \u0412\u043e\u0435\u043d\u043d\u044b\u0439 \u043e\u0431\u043e\u0437\u0440\u0435\u0432\u0430\u0442\u0435\u043b\u044c, dessen Name \"Milit\u00e4rbeobachter\" bedeutet. In einem Beitrag vom 10. April gibt der Kanal die Behauptung \u00fcber die ukrainischen Soldaten unter ausdr\u00fccklichem Verweis auf Le Point wieder. Die Geschichte erscheint auch in russischen Nachrichtenver\u00f6ffentlichungen, in denen sie als journalistische Enth\u00fcllung dargestellt wird. Die identifizierten Ver\u00f6ffentlichungen zeigen, wie die gef\u00e4lschte Quellenangabe bei der weiteren Verbreitung \u00fcbernommen wird.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: left\">Der urspr\u00fcngliche Produzent des Videos konnte anhand der \u00f6ffentlich zug\u00e4nglichen Informationen hingegen nicht identifiziert werden. Ebenso wenig steht fest, welcher Kanal das Material zuerst ver\u00f6ffentlicht hat. Der dokumentierte Verbreitungsweg zeigt, dass die F\u00e4lschung in mehreren prorussischen Informationsumgebungen auftauchte. Er reicht jedoch nicht aus, um die interne Verantwortungsverteilung innerhalb der gesamten Operation zu kl\u00e4ren.<\/p>\r\n\r\n<h2 style=\"color: #000000;text-align: left;font-size: 1.4rem;font-weight: bold\">Offizielle Behandlungsstatistiken widersprechen dem behaupteten Ausma\u00df<\/h2>\r\n<p style=\"text-align: left\">Das behauptete Ausma\u00df der Desertionen l\u00e4sst sich mit den offiziellen ukrainischen Statistiken zu medizinischen Evakuierungen vergleichen. Nach <a href=\"https:\/\/uoz.cn.ua\/news7095.php\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Angaben einer ukrainischen Gesundheitsbeh\u00f6rde<\/a> erhielten bis zum 20. Februar 2026 insgesamt 6.445 Ukrainer im Rahmen des internationalen Programms Medevac Ukraine medizinische Behandlung in 33 L\u00e4ndern. Das Programm umfasst Milit\u00e4rangeh\u00f6rige, Kriegsveteranen, Kinder sowie weitere vom Krieg betroffene Zivilpersonen. Von den Patienten wurden 231 zur Behandlung in Frankreich aufgenommen. Auch die <a href=\"https:\/\/www.who.int\/europe\/news\/item\/03-03-2026-over-6400-ukrainians-receive-life-saving-treatment-abroad-through-medical-evacuations\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Weltgesundheitsorganisation (WHO)<\/a> best\u00e4tigt im M\u00e4rz 2026, dass mehr als 6.400 Ukrainer \u00fcber das Programm im Ausland medizinisch versorgt wurden.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: left\">Die Statistik bezieht sich auf ein eigens koordiniertes medizinisches Evakuierungsprogramm und erfasst nicht zwangsl\u00e4ufig alle Ukrainer, die im Ausland behandelt wurden. Sie kann daher nicht als vollst\u00e4ndige Aufstellung der in Frankreich behandelten ukrainischen Milit\u00e4rangeh\u00f6rigen herangezogen werden. Die ver\u00f6ffentlichten Programmdaten bieten jedoch keine Grundlage f\u00fcr die Behauptung, mehr als 20.000 Soldaten seien desertiert. Unabh\u00e4ngige Belege f\u00fcr die angeblichen Desertionen wurden ebenfalls nicht vorgelegt. Auch die franz\u00f6sische journalistische Recherche, die die Darstellung st\u00fctzen soll, existiert nicht.<\/p>\r\n\r\n<h2 style=\"color: #000000;text-align: left;font-size: 1.4rem;font-weight: bold\">Verbreitung \u00fcber das russische Pravda-Netzwerk<\/h2>\r\n<p style=\"text-align: left\">Die gef\u00e4lschte Le-Point-Recherche bleibt nicht auf Telegram und russische Nachrichtenseiten beschr\u00e4nkt. Nach Erkenntnissen von NewsGuard wird das Material \u00fcber das Pravda-Netzwerk in zw\u00f6lf Sprachen erneut ver\u00f6ffentlicht. Dabei handelt es sich um ein weitverzweigtes System von Websites, die kremlfreundliche Inhalte verbreiten. Das Netzwerk richtet sich an unterschiedliche L\u00e4nder und Sprachgruppen und \u00fcbernimmt gro\u00dfe Mengen an Material aus prorussischen Informationskan\u00e4len.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: left\">Nach Angaben von NewsGuard umfasst das Netzwerk rund 280 Websites. Im Jahr 2025 ver\u00f6ffentlicht es sch\u00e4tzungsweise 6,3 Millionen Artikel, darunter wiederholte Ver\u00f6ffentlichungen von 115 identifizierten Falschbehauptungen. Diese Zahlen beschreiben den Umfang der Ver\u00f6ffentlichungst\u00e4tigkeit, d\u00fcrfen aber nicht mit der Zahl der erreichten oder beeinflussten Personen gleichgesetzt werden. Mehrere Ver\u00f6ffentlichungen k\u00f6nnen dieselben grundlegenden Angaben enthalten und sich verbreiten, ohne tats\u00e4chlich eine gr\u00f6\u00dfere Leserschaft zu erreichen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: left\">Die gro\u00dfe Menge erneut ver\u00f6ffentlichter Inhalte ist dennoch f\u00fcr die Auffindbarkeit von Informationen von Bedeutung. Eine Geschichte, die zun\u00e4chst nur in einem begrenzten russischen Informationsumfeld auftaucht, kann sp\u00e4ter auf zahlreichen Websites und in mehreren Sprachversionen zu finden sein. Bei einer gew\u00f6hnlichen Informationssuche k\u00f6nnen diese Ver\u00f6ffentlichungen als voneinander unabh\u00e4ngige Quellen erscheinen, obwohl sie denselben urspr\u00fcnglichen Inhalt wiedergeben. Durch die st\u00e4ndige Wiederholung kann so der Eindruck entstehen, eine frei erfundene Darstellung sei unabh\u00e4ngig best\u00e4tigt worden.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: left\">Der Fall Le Point zeigt, wie sich ein gef\u00e4lschter Nachrichtenbericht von prorussischen Telegram-Kan\u00e4len \u00fcber russische Nachrichtenseiten bis in ein internationales Netzwerk von Websites verbreiten kann. Der dokumentierte Ablauf bedeutet jedoch nicht, dass jede erneute Ver\u00f6ffentlichung von demselben Akteur gesteuert wurde. Ebenso wenig belegt er, dass alle Beteiligten von der F\u00e4lschung und ihrer Herkunft wussten. Die Verbindungen zwischen den Ver\u00f6ffentlichungen m\u00fcssen deshalb von der Frage nach einer gemeinsamen operativen Steuerung getrennt betrachtet werden.<\/p>\r\n\r\n<h2 style=\"color: #000000;text-align: left;font-size: 1.4rem;font-weight: bold\">Fr\u00fchere Untersuchung prorussischer Mediennetzwerke in Europa<\/h2>\r\n<p style=\"text-align: left\">Im M\u00e4rz 2024 ver\u00f6ffentlichte InformNapalm gemeinsam mit Journalisten von Insight News eine <a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/at\/mediennetzwerke\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Untersuchung<\/a> europ\u00e4ischer Mediennetzwerke, die prorussische Botschaften verbreiten. Die Untersuchung st\u00fctzte sich auf Web- und Keyword-Analysen mit den Programmen SimilarWeb und SE Ranking. Dabei wurden auch Unternehmen hinzugezogen, die auf Webanalyse und Suchmaschinenmarketing spezialisiert sind. Die Analysten identifizierten Websites mit \u00e4hnlichen Inhalten, gegenseitigen Verweisen und Besucherstr\u00f6men zwischen den einzelnen Seiten. Der Untersuchung zufolge deuten inhaltliche \u00dcbereinstimmungen, gemeinsame Suchbegriffe sowie wechselseitige Verlinkungen und Zitate auf gemeinsame Zielsetzungen hin.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: left\">Diese Zusammenh\u00e4nge reichen f\u00fcr sich genommen jedoch nicht aus, um eine gemeinsame operative Leitung nachzuweisen. Die Weiterleitungen zwischen den Websites best\u00e4tigten nach Einsch\u00e4tzung der Forscher, dass diese eine gemeinsame Leserschaft erreichten, da Nutzer \u00fcber Links von einer Website zur anderen wechselten. Die Ergebnisse wurden in einer interaktiven Infografik dargestellt. Darin entsprach die Gr\u00f6\u00dfe einer Website ihrem monatlichen Besucherverkehr, w\u00e4hrend die St\u00e4rke der Verbindungslinien die Zahl der Erw\u00e4hnungen und Verlinkungen abbildete. Der Untersuchung zufolge waren diese Medien besonders in Deutschland und Frankreich aktiv.<\/p>\r\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: left;margin: 18px 0\"><a class=\"single-popup\" href=\"https:\/\/informnapalm.org\/en\/wp-content\/uploads\/sites\/14\/2024\/03\/pr3-1.png\" rel=\"noopener\"><img class=\"alignnone\" style=\"display: block;width: 100%;max-width: 642px;height: auto;border: 1px solid #000000\" title=\"InformNapalm: Untersuchung europ\u00e4ischer Mediennetzwerke 2024\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/en\/wp-content\/uploads\/sites\/14\/2024\/03\/pr3-1.png\" alt=\"Netzwerkkarte europ\u00e4ischer Websites mit prorussischen Inhalten und ihren Verbindungen, untersucht von InformNapalm und Insight News im Jahr 2024\" width=\"642\" \/><\/a><\/p>\r\n<p style=\"text-align: left\">Die Untersuchung ergab au\u00dferdem, dass sich unter den Autoren Personen mit direkten Verbindungen zu Russland befanden und einige von ihnen nach Russland gezogen waren. Die Websites bezeichneten sich h\u00e4ufig als frei und unabh\u00e4ngig und beschrieben ihre Inhalte als alternative Informationen. InformNapalm sch\u00e4tzte ein, dass Websites, die seit vielen Jahren bestehen, eine bestimmte Zielgruppe ansprechen und anderen westlichen Medien \u00e4hneln, mehr Leser \u00fcberzeugen k\u00f6nnen als prorussische Websites, deren Domainname das Wort Pravda enth\u00e4lt. Diese Einsch\u00e4tzung erfolgte vor der Ver\u00f6ffentlichung der NewsGuard-Zahlen zum Umfang des Pravda-Netzwerks im Jahr 2025. Die Untersuchung erschien zudem lange vor der Le-Point-F\u00e4lschung und befasst sich daher nicht mit diesem Fall. Sie beschreibt jedoch ein \u00e4hnliches Muster: Websites, die sich gegenseitig zitieren und verlinken, stellen sich als unabh\u00e4ngig dar.<\/p>\r\n<p lang=\"de-DE\" style=\"text-align: left;margin: 18px 0\"><a class=\"single-popup\" href=\"https:\/\/informnapalm.org\/en\/wp-content\/uploads\/sites\/14\/2024\/03\/rtfr.jpg\" rel=\"noopener\"><img class=\"alignnone\" style=\"display: block;width: 100%;max-width: 642px;height: auto;border: 1px solid #000000\" title=\"SE Ranking: Verbindungen zwischen prorussischen Websites in Europa\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/en\/wp-content\/uploads\/sites\/14\/2024\/03\/rtfr.jpg\" alt=\"SE-Ranking-Analyse der Verlinkungen und Verweise zwischen prorussischen Websites in Europa im Jahr 2024\" width=\"642\" \/><\/a><\/p>\r\n\r\n<h2 style=\"color: #000000;text-align: left;font-size: 1.4rem;font-weight: bold\">Ein KI-Dienst \u00fcbernimmt die gef\u00e4lschten Behauptungen<\/h2>\r\n<p style=\"text-align: left\">Ein besonders bedeutsamer Aspekt des Falls Le Point betrifft die Entwicklung nach der erneuten Ver\u00f6ffentlichung der F\u00e4lschung. In einer <a href=\"https:\/\/www.newsguardtech.com\/special-reports\/anthropic-ai-chatbot-claude-russia-iran-propaganda\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Untersuchung vom 4. Mai 2026<\/a> pr\u00fcft NewsGuard, wie der KI-Dienst Claude mit Falschbehauptungen aus russischen und iranischen Informationsumgebungen umgeht. Die Untersuchung umfasst unterschiedliche Arten von Fragen. Einige sind neutral formuliert, w\u00e4hrend andere die Richtigkeit der jeweiligen Behauptung bereits voraussetzen. Die Forscher testen au\u00dferdem, wie der Dienst auf Anfragen reagiert, die Material f\u00fcr eine fortgesetzte Einflussnahme verlangen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: left\">Wird Claude nach der angeblichen Le-Point-Recherche gefragt, gibt der Dienst die erfundene Behauptung in zwei Tests als wahr wieder. In einem Fall setzt die Frage voraus, dass die Geschichte zutrifft. Im anderen Fall ist die Anfrage darauf ausgelegt, weitere irref\u00fchrende Inhalte hervorzurufen. In beiden F\u00e4llen verweist Claude auf eine franz\u00f6sischsprachige Website innerhalb des Pravda-Netzwerks. Diese hatte die F\u00e4lschung zuvor erneut ver\u00f6ffentlicht und dient nun als Beleg f\u00fcr die falsche Antwort.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: left\">Damit liegt ein dokumentiertes Beispiel daf\u00fcr vor, wie irref\u00fchrende Informationen aus einem prorussischen Netzwerk als Grundlage f\u00fcr eine KI-generierte Antwort verwendet werden k\u00f6nnen. Die Informationen erhalten einen zus\u00e4tzlichen Verbreitungsweg, wenn ein automatisierter Dienst sie wiedergibt, ohne die M\u00e4ngel des zugrunde liegenden Quellenmaterials deutlich zu machen. F\u00fcr den Nutzer kann die Behauptung dadurch als \u00fcberpr\u00fcft erscheinen, obwohl die angegebene Website lediglich eine frei erfundene Darstellung wiederholt.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: left\">Im September 2026 berichtet NewsGuard au\u00dferdem \u00fcber einen Fall, in dem Googles automatisch erstellte Suchzusammenfassung AI Overview nach Angaben des Unternehmens dieselbe Geschichte best\u00e4tigt haben soll. Dies soll drei Tage nach Beginn der Verbreitung der F\u00e4lschung geschehen sein. Google widerspricht allerdings der vorgelegten Dokumentation und erkl\u00e4rt, dass auf dem pr\u00e4sentierten Screenshot die urspr\u00fcngliche Suchanfrage nicht zu sehen sei. Auch bei einer eigenen Untersuchung konnte das Unternehmen die betreffende Antwort nicht reproduzieren. Die Beweislage unterscheidet sich daher zwischen den beiden Beobachtungen. Die Claude-Untersuchung von NewsGuard enth\u00e4lt dokumentierte Antworten und Quellenverweise, w\u00e4hrend sich die Behauptung \u00fcber Google auf ein Ergebnis st\u00fctzt, das Google selbst nicht best\u00e4tigen konnte.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: left\">Die Untersuchungen belegen nicht, dass die Trainingsdaten der KI-Modelle dauerhaft ver\u00e4ndert wurden. Die dokumentierte Schwachstelle betrifft vor allem die Informationsbeschaffung. Wenn ein KI-Dienst Suchergebnisse und andere Webquellen verwendet, kann unzuverl\u00e4ssiges Material als Tatsachengrundlage wiedergegeben werden. Auf diese Weise kann dieselbe erfundene Behauptung Menschen erreichen, die die Websites, auf denen sie urspr\u00fcnglich verbreitet wurde, nie besucht haben.<\/p>\r\n\r\n<h2 style=\"color: #000000;text-align: left;font-size: 1.4rem;font-weight: bold\">Grenzen der Forschung und Schwachstellen von KI-Systemen<\/h2>\r\n<p style=\"text-align: left\">Dass KI-Dienste unter bestimmten Bedingungen Desinformation wiedergeben, ist dokumentiert. Unklar bleibt jedoch, wie gro\u00df das Problem insgesamt ist und in welchem Ausma\u00df es auf gezielte Manipulation zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Im M\u00e4rz 2025 ver\u00f6ffentlicht NewsGuard eine Untersuchung, nach der KI-Dienste in ungef\u00e4hr einem Drittel der untersuchten Antworten Falschbehauptungen aus dem Pravda-Netzwerk wiedergeben. Das Ergebnis wirft die Frage auf, inwieweit russische Akteure KI-gest\u00fctzte Informationsdienste durch die massenhafte Ver\u00f6ffentlichung irref\u00fchrender Inhalte beeinflussen k\u00f6nnen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: left\">Eine im Oktober 2025 ver\u00f6ffentlichte, <a href=\"https:\/\/misinforeview.hks.harvard.edu\/article\/llms-grooming-or-data-voids-llm-powered-chatbot-references-to-kremlin-disinformation-reflect-information-gaps-not-manipulation\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">wissenschaftlich begutachtete Studie<\/a> zeichnet hingegen ein zur\u00fcckhaltenderes Bild. Sie erschien in der Fachzeitschrift Misinformation Review der Harvard Kennedy School. Die Forscher analysierten 416 Antworten von vier KI-gest\u00fctzten Informationsdiensten. Die Fragen basierten auf zuvor identifizierten russischen Desinformationsbehauptungen. Lediglich 21 Antworten, entsprechend f\u00fcnf Prozent, st\u00fctzten die falschen Angaben. In acht Prozent der Antworten fanden sich Verweise auf Websites mit Verbindungen zum Kreml. Diese wurden allerdings h\u00e4ufig herangezogen, um die betreffenden Behauptungen infrage zu stellen oder als unsicher einzuordnen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: left\">Die Forscher weisen auf eine alternative Erkl\u00e4rung f\u00fcr manche fehlerhaften KI-Antworten hin. Wenn zu einem sehr spezifischen Thema verl\u00e4ssliche Informationen fehlen, k\u00f6nnen weniger vertrauensw\u00fcrdige Websites in den Suchergebnissen ein unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig gro\u00dfes Gewicht erhalten. Solche Informationsl\u00fccken m\u00fcssen nicht das Ergebnis einer erfolgreichen, koordinierten Manipulationsoperation gegen ein KI-System sein. Die Studie liefert deshalb nur begrenzte Anhaltspunkte f\u00fcr die Theorie, dass die massenhafte Ver\u00f6ffentlichung von Desinformation automatisch zu einer systematischen Beeinflussung von KI-Diensten f\u00fchrt.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: left\">Die Untersuchungen verwenden unterschiedliche Methoden und Fragestellungen. Ihre Ergebnisse lassen sich daher nicht so vergleichen, als w\u00fcrden sie dieselben Bedingungen zu verschiedenen Zeitpunkten messen. Die bisherige Forschung zeigt, dass Falschinformationen in KI-generierten Antworten auftauchen k\u00f6nnen. F\u00fcr gesicherte Schlussfolgerungen \u00fcber das Ausma\u00df gezielter Manipulation reicht die verf\u00fcgbare Datenlage jedoch noch nicht aus. Deshalb muss zwischen einzelnen fehlerhaften Antworten und einer erfolgreichen Informationsoperation unterschieden werden.<\/p>\r\n\r\n<h2 style=\"color: #000000;text-align: left;font-size: 1.4rem;font-weight: bold\">Die Organisationen hinter russischen Einflussoperationen<\/h2>\r\n<p style=\"text-align: left\">Die organisatorischen Strukturen hinter Teilen der russischen Einflussnahme im Informationsraum sind wesentlich besser dokumentiert als deren Gesamtauswirkungen auf KI-Systeme. In einer <a href=\"https:\/\/www.gov.uk\/government\/publications\/uk-action-against-russian-foreign-information-warfare\/new-uk-action-against-foreign-information-warfare\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u00dcbersicht vom Juli 2026<\/a> nennt die britische Regierung Organisationen und Personen, die wegen Informationsoperationen zur Unterst\u00fctzung russischer Staatsinteressen mit Sanktionen belegt wurden.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: left\">Ein zentraler Akteur ist die russische Organisation Social Design Agency (SDA). Gro\u00dfbritannien bringt die Organisation mit einer Einflussoperation in Verbindung, bei der gef\u00e4lschte Nachrichtenwebsites und erfundene journalistische Inhalte eingesetzt werden. International ist die Operation unter dem deutschen Namen Doppelg\u00e4nger bekannt. Die Bezeichnung beschreibt die Methode, Websites etablierter Nachrichtenmedien nachzuahmen und sie zur Verbreitung irref\u00fchrender Informationen einzusetzen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: left\">Nach Angaben britischer Beh\u00f6rden erhielt die SDA Auftr\u00e4ge und finanzielle Mittel vom russischen Staat. Gemeinsam mit dem Unternehmen Structura war die Organisation an Operationen beteiligt, die sich gegen die Ukraine und europ\u00e4ische Gesellschaften richteten. Am 11. Mai 2026 verh\u00e4ngte Gro\u00dfbritannien Sanktionen gegen 56 Akteure mit Verbindungen zu russischen Einflussoperationen, darunter 49 Besch\u00e4ftigte der SDA. Diese Ma\u00dfnahmen zeigen, dass britische Beh\u00f6rden die Aktivit\u00e4ten als Bestandteil einer organisierten russischen Strategie zur Einflussnahme im Informationsraum betrachten.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: left\">Auch die in Moskau ans\u00e4ssige Organisation Centre for Geopolitical Expertise, ein Zentrum f\u00fcr geopolitische Expertise, ist von den britischen Ma\u00dfnahmen betroffen. Nach Angaben der britischen Regierung unterh\u00e4lt sie Verbindungen zu russischen Nachrichtendiensten und hat die Unterst\u00fctzung f\u00fcr ein weiteres Einflussnetzwerk mit der Bezeichnung Storm-1516 koordiniert. Dieses Netzwerk wird mit erfundenen Anschuldigungen gegen europ\u00e4ische Politiker, manipulierten Videos und Websites in Verbindung gebracht, die etablierte Nachrichtenorganisationen nachahmen. Die Inhalte werden \u00fcber soziale Medien und andere digitale Kan\u00e4le verbreitet, um \u00f6ffentliche Debatten zu beeinflussen und die internationale Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Ukraine zu schw\u00e4chen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: left\">Die britischen Erkenntnisse betreffen auch das russische Medienunternehmen Rybar. Das Unternehmen hat ein Netzwerk aufgebaut, das sich auf milit\u00e4rische Informationen und Analysen konzentriert. Nach Angaben britischer Beh\u00f6rden betreibt Rybar dar\u00fcber hinaus verdeckte Einflussoperationen im Interesse des russischen Staates. Gro\u00dfbritannien zufolge werden die Aktivit\u00e4ten teilweise \u00fcber die russische Pr\u00e4sidialverwaltung koordiniert, vom staatlichen Unternehmen Rostec finanziert und weisen Verbindungen zu Personen innerhalb russischer Nachrichtendienste auf.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: left\">Diese Erkenntnisse st\u00fctzen die Schlussfolgerung, dass Teile der Informationsbeeinflussung von identifizierbaren Organisationen mit wirtschaftlichen und organisatorischen Verbindungen zum russischen Staat ausgehen. Daraus folgt jedoch nicht, dass jede prorussische F\u00e4lschung einem dieser Akteure zugeschrieben werden kann. Ein solcher Zusammenhang bedarf im jeweiligen Einzelfall gesonderter Belege, selbst wenn die verwendeten Methoden bereits dokumentierten Operationen \u00e4hneln.<\/p>\r\n\r\n<h2 style=\"color: #000000;text-align: left;font-size: 1.4rem;font-weight: bold\">Geleakte Dokumente geben Einblick in die Einflussoperationen<\/h2>\r\n<p style=\"text-align: left\">Ein <a href=\"https:\/\/mpf.se\/publikationer\/publikationer\/2025-05-15-beyond-operation-doppelganger-a-capability-assessment-of-the-social-design-agency\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Forschungsbericht vom Mai 2025<\/a> erm\u00f6glicht einen tieferen Einblick in die T\u00e4tigkeit der SDA. Die Forscher James Pamment und Darejan Tsurtsumia von der Universit\u00e4t Lund analysierten mehr als 3.000 geleakte Dokumente. Das Material umfasst die interne Kommunikation der Organisation, ihre Finanzierung, ihre Arbeitsmethoden und ihre F\u00e4higkeit zur Durchf\u00fchrung von Informationsoperationen. Die Untersuchung beleuchtet, wie diese Aktivit\u00e4ten organisiert sind und welche Ressourcen zur Herstellung und Verbreitung irref\u00fchrender Informationen eingesetzt werden.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: left\">Der Bericht beschreibt die SDA als Teil eines langfristigen, staatlich unterst\u00fctzten russischen Informationskrieges. Zugleich kommen die Forscher zu dem Schluss, dass die Wirkung der Operation mit den gef\u00e4lschten Nachrichtenseiten fr\u00fcher \u00fcbersch\u00e4tzt wurde. Auch einige Gegenma\u00dfnahmen hatten dem Bericht zufolge andere Folgen als beabsichtigt. Aus nachrichtendienstlich-analytischer Sicht ist diese Unterscheidung wesentlich. Eine Organisation kann \u00fcber erhebliche Ressourcen und die F\u00e4higkeit verf\u00fcgen, irref\u00fchrende Informationen zu produzieren und zu verbreiten, ohne damit ihre politischen Ziele zu erreichen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: left\">Die Zahl der Ver\u00f6ffentlichungen kann den Umfang einer Aktivit\u00e4t verdeutlichen, ist aber kein unmittelbarer Ma\u00dfstab f\u00fcr ihre Wirkung. Um die tats\u00e4chlichen Auswirkungen beurteilen zu k\u00f6nnen, werden auch Daten dar\u00fcber ben\u00f6tigt, wie viele Menschen mit den Inhalten in Ber\u00fchrung gekommen sind, wie sie diese wahrgenommen haben und ob sich dadurch Einstellungen oder Entscheidungen ver\u00e4ndert haben. Fehlen solche Informationen, besteht die Gefahr, den Erfolg von Informationsoperationen zu \u00fcbersch\u00e4tzen.<\/p>\r\n\r\n<h2 style=\"color: #000000;text-align: left;font-size: 1.4rem;font-weight: bold\">Einflussoperationen gegen die Beziehungen zwischen der EU und der Ukraine<\/h2>\r\n<p style=\"text-align: left\">Gef\u00e4lschte Medienberichte machen nur einen Teil der russischen Einflussnahme im Informationsraum aus. Auch tats\u00e4chliche politische Entscheidungen werden als Ausgangspunkt f\u00fcr irref\u00fchrende Darstellungen genutzt, indem wesentliche Informationen ver\u00e4ndert oder weggelassen werden.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: left\">Ein <a href=\"https:\/\/www.eeas.europa.eu\/sites\/default\/files\/2026\/documents\/DARE_Compilation%20Q3%202026_ENG.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Monitoringbericht vom Oktober 2026<\/a> zeigt, wie Themen wie Fl\u00fcchtlingspolitik, Wehrpflicht und Korruption f\u00fcr prorussische Desinformation genutzt werden. Der Bericht wurde im Rahmen des EU-finanzierten Projekts DARE erstellt und behandelt irref\u00fchrende Informationen, die zwischen Juni und August 2026 verbreitet wurden. Die Erkenntnisse beruhen auf Untersuchungen eines regionalen Journalistennetzwerks und weiterer beteiligter Organisationen. Die Schlussfolgerungen geben die Einsch\u00e4tzungen der Autoren wieder und stellen nicht automatisch eine offizielle Position der EU-Institutionen dar.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: left\">Eine wiederkehrende Behauptung lautet, die EU werde ab 2027 s\u00e4mtlichen Ukrainern, die der Wehrpflicht unterliegen, den vor\u00fcbergehenden Schutz entziehen. Diese Darstellung verbreitet sich nach einer europ\u00e4ischen Mitteilung \u00fcber ge\u00e4nderte Bedingungen f\u00fcr bestimmte Personengruppen. Am 15. Juli 2026 teilt der <a href=\"https:\/\/www.consilium.europa.eu\/en\/press\/press-releases\/2026\/07\/15\/eu-countries-agree-to-extend-temporary-protection-for-those-fleeing-ukraine-until-march-2028\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Rat der Europ\u00e4ischen Union<\/a> mit, dass sich die Mitgliedstaaten darauf verst\u00e4ndigt haben, den vor\u00fcbergehenden Schutz f\u00fcr Menschen, die aus der Ukraine geflohen sind, bis zum 4. M\u00e4rz 2028 zu verl\u00e4ngern. Gleichzeitig werden neue Bedingungen f\u00fcr Personen vorgestellt, die nach ukrainischem Recht milit\u00e4rischen Verpflichtungen unterliegen und Schutz beantragen. Die Bedingungen werden durch den <a href=\"https:\/\/eur-lex.europa.eu\/eli\/dec_impl\/2026\/1912\/2026-08-04\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Durchf\u00fchrungsbeschluss (EU) 2026\/1912<\/a> des Rates vom 30. Juli 2026 festgelegt. Die Bestimmungen zu milit\u00e4rischen Verpflichtungen werden ab dem 5. August 2026 angewendet und gelten f\u00fcr neue Antragsteller. Sie gelten nicht f\u00fcr Personen, die sp\u00e4testens am 4. August 2026 in einem Mitgliedstaat bereits vor\u00fcbergehenden Schutz genossen und diesen Status anschlie\u00dfend im selben Mitgliedstaat behalten haben.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: left\">In der manipulierten Berichterstattung werden diese begrenzten Bedingungen zu der Behauptung umgedeutet, die EU werde den betroffenen Ukrainern grunds\u00e4tzlich den Schutz entziehen. Andere Darstellungen behaupten, ukrainische Frauen in der EU m\u00fcssten ihren milit\u00e4rischen Status \u00fcber die ukrainische Anwendung Rezerv+ melden, um ihren Schutzanspruch zu behalten. Dem Monitoringbericht zufolge werden diese Behauptungen genutzt, um \u00c4ngste im Zusammenhang mit der Mobilmachung zu sch\u00fcren und die EU gegen\u00fcber Ukrainern, die vor dem Krieg geflohen sind, als unzuverl\u00e4ssig darzustellen. Der Ausgangspunkt ist eine tats\u00e4chliche politische Entscheidung, deren Bedeutung jedoch durch das Weglassen wesentlicher Bedingungen und Einschr\u00e4nkungen verf\u00e4lscht wird.<\/p>\r\n\r\n<h2 style=\"color: #000000;text-align: left;font-size: 1.4rem;font-weight: bold\">Gef\u00e4lschte Korruptionsvorw\u00fcrfe im Namen eines polnischen Magazins<\/h2>\r\n<p style=\"text-align: left\">Derselbe Monitoringbericht dokumentiert eine gef\u00e4lschte journalistische Recherche, die dem polnischen Magazin Do Rzeczy zugeschrieben wird. Das Material verbreitet sich im Sommer 2026 \u00fcber prorussische Telegram-Kan\u00e4le im Gebiet Odessa. Darin wird behauptet, eine als ukrainischer Verteidigungsminister bezeichnete Person habe mehr als eine Million Dollar veruntreut und das Geld f\u00fcr private Zwecke verwendet. Die F\u00e4lschung wird mit einem Titelblatt pr\u00e4sentiert, das die grafische Gestaltung des Magazins nachahmt.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: left\">Nach \u00dcberpr\u00fcfung durch die Autoren des Berichts existiert auf der Website von Do Rzeczy keine entsprechende Ver\u00f6ffentlichung. Die betreffende Ausgabe des Magazins behandelt andere Themen. Zudem enth\u00e4lt der gef\u00e4lschte Text sprachliche Fehler, die von nat\u00fcrlichem Polnisch abweichen. Die Darstellung folgt demselben grundlegenden Muster wie die Le-Point-F\u00e4lschung. Eine etablierte ausl\u00e4ndische Nachrichtenorganisation wird als angebliche Quelle missbraucht, um erfundenen Angaben gr\u00f6\u00dfere Glaubw\u00fcrdigkeit zu verleihen. Dass dieselbe Methode wiederholt eingesetzt wird, reicht jedoch nicht aus, um festzustellen, dass beide F\u00e4lschungen von derselben Organisation produziert wurden.<\/p>\r\n\r\n<h2 style=\"color: #000000;text-align: left;font-size: 1.4rem;font-weight: bold\">Informationsbeeinflussung im Rahmen umfassenderer russischer Hybridaktivit\u00e4ten<\/h2>\r\n<p style=\"text-align: left\">Die digitale Einflussnahme im Informationsraum f\u00e4llt mit einer Verschlechterung der Sicherheitslage in Europa zusammen. Mehrere europ\u00e4ische Sicherheitsbeh\u00f6rden beschreiben russische Aktivit\u00e4ten, bei denen nachrichtendienstliche Informationsbeschaffung, Cyberoperationen, Sabotage und Desinformation parallel stattfinden. Am 12. Oktober 2026 <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/world\/germany-faces-shadow-war-that-goes-beyond-cold-war-threats-interior-minister-2026-10-12\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">berichtet Reuters<\/a> von einer Pressekonferenz in Berlin, auf der Bundesinnenminister Alexander Dobrindt vor einem umfassenden \"Schattenkrieg\" warnt. Der Pr\u00e4sident des Bundesamtes f\u00fcr Verfassungsschutz, Sinan Selen, beschreibt die russischen Hybridaktivit\u00e4ten als Bedrohung, die Informationsmanipulation, Sabotage und weitere destabilisierende Ma\u00dfnahmen umfasst.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: left\">Den \u00c4u\u00dferungen ging unter anderem ein mutma\u00dflicher Sabotageversuch am Flughafen Leipzig\/Halle im August 2026 voraus. Dort war eine mit Sprengstoff ausgestattete Drohne entdeckt worden. Deutsche Beh\u00f6rden schreiben die Verantwortung f\u00fcr die mutma\u00dfliche Operation russischen Akteuren zu, w\u00e4hrend Russland die Vorw\u00fcrfe zur\u00fcckweist. Der Vorfall verdeutlicht die Einsch\u00e4tzung europ\u00e4ischer Sicherheitsbeh\u00f6rden, dass unterschiedliche Formen hybrider Aktivit\u00e4ten gleichzeitig auftreten k\u00f6nnen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: left\">Allerdings liegen keine \u00f6ffentlich vorgelegten Belege vor, die die F\u00e4lschungen von Le Point und Do Rzeczy mit dem mutma\u00dflichen Sabotageversuch in Verbindung bringen. Der Zusammenhang besteht in der \u00fcbergeordneten sicherheitspolitischen Bedrohungslage, nicht in einer nachgewiesenen gemeinsamen operativen Steuerung. Einflussnahme im Informationsraum muss daher sowohl als eigenst\u00e4ndige Aktivit\u00e4t als auch als m\u00f6glicher Bestandteil umfassenderer strategischer Zusammenh\u00e4nge analysiert werden.<\/p>\r\n\r\n<h2 style=\"color: #000000;text-align: left;font-size: 1.4rem;font-weight: bold\">Nachrichtendienstlich-analytische Bewertung<\/h2>\r\n<p style=\"text-align: left\">Die untersuchten Quellen st\u00fctzen die Feststellung, dass russische Einflussnahme im Informationsraum sowohl identifizierte Organisationen mit staatlichen Verbindungen als auch einzelne Operationen umfasst, bei denen die verantwortlichen Akteure noch nicht ermittelt werden konnten. Die Sanktionsunterlagen der britischen Regierung und die Forschung zur SDA zeigen, wie Teile dieser Aktivit\u00e4ten organisiert und finanziert werden. Zugleich erfordert jede konkrete Zuordnung zu einer bestimmten Organisation gesonderte Belege. \u00c4hnlichkeiten bei Methoden und Botschaften reichen nicht aus, um eine gemeinsame Steuerung nachzuweisen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: left\">Der Fall Le Point dokumentiert die Verbreitung einer Falschbehauptung von prorussischen Telegram-Kan\u00e4len und russischen Nachrichtenver\u00f6ffentlichungen bis zum Pravda-Netzwerk. Die anschlie\u00dfende Untersuchung von NewsGuard zeigt dar\u00fcber hinaus, dass der KI-Dienst Claude die erfundene Geschichte unter Verweis auf eine Website dieses Netzwerks wiedergibt. Dies ist ein konkretes Beispiel daf\u00fcr, dass erneut ver\u00f6ffentlichte Desinformation \u00fcber KI-gest\u00fctzte Informationsdienste zus\u00e4tzliche Verbreitung finden kann. Der dokumentierte Ablauf bedeutet jedoch nicht, dass s\u00e4mtliche Stationen von demselben Akteur gesteuert wurden. Ebenso wenig zeigen die Untersuchungen, dass sich der interne Wissensbestand der KI-Modelle dauerhaft ver\u00e4ndert hat.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: left\">Mehrere der untersuchten Kampagnen richten sich gegen Themen, die f\u00fcr die internationalen Beziehungen der Ukraine von Bedeutung sind. Korruption, Wehrpflicht, Fl\u00fcchtlingspolitik und europ\u00e4ische Sicherheitszusammenarbeit geh\u00f6ren zu den wiederkehrenden Schwerpunkten. Diese Themenwahl steht im Einklang mit den strategischen Zielen, die europ\u00e4ische Beh\u00f6rden russischen Einflussorganisationen zuschreiben. Sie belegt jedoch f\u00fcr sich genommen nicht, dass die Operationen die \u00f6ffentliche Meinung erfolgreich beeinflusst oder politische Entscheidungen ver\u00e4ndert haben.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: left\">Die entscheidende analytische Unterscheidung besteht deshalb zwischen dokumentierter Aktivit\u00e4t und nachgewiesener Wirkung. Die Zahl der F\u00e4lschungen, erneuten Ver\u00f6ffentlichungen oder KI-generierten Antworten kann den Umfang und die Verbreitung einer Operation beschreiben. Sie ist jedoch kein unmittelbarer Ma\u00dfstab daf\u00fcr, inwieweit die Empf\u00e4nger den Informationen Glauben schenken oder welche politischen Auswirkungen sie entfalten. Eine fundierte Bewertung muss zwischen identifizierten Akteuren, dokumentierten Methoden, angenommenen Zielsetzungen und tats\u00e4chlich erzielten Wirkungen unterscheiden.<\/p>\r\n\r\n<h2 style=\"color: #000000;text-align: left;font-size: 1.4rem;font-weight: bold\">Fazit<\/h2>\r\n<p style=\"text-align: left\">Die dokumentierten russischen Einflussoperationen zeigen, wie die Glaubw\u00fcrdigkeit etablierter Medien missbraucht wird, um erfundene Informationen zu verbreiten. Gef\u00e4lschte Artikel und Videos k\u00f6nnen als unabh\u00e4ngige journalistische Berichterstattung erscheinen, w\u00e4hrend tats\u00e4chliche beh\u00f6rdliche Entscheidungen irref\u00fchrend dargestellt werden. Durch organisierte Mehrfachver\u00f6ffentlichungen kann dieselbe Geschichte auf zahlreichen Websites auftauchen und den Eindruck erwecken, von mehreren Quellen best\u00e4tigt worden zu sein.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: left\">Der Fall Le Point zeigt, wie eine angebliche journalistische Recherche, die nie existiert hat, \u00fcber prorussische Informationskan\u00e4le und das Pravda-Netzwerk verbreitet wird. Anschlie\u00dfend tauchen die Behauptungen auch in KI-generierten Antworten auf. Der Ablauf verdeutlicht, wie irref\u00fchrende Informationen zwischen unterschiedlichen Informationsumgebungen weitergegeben werden und Menschen erreichen k\u00f6nnen, die ihre urspr\u00fcngliche Herkunft nicht kennen. Wer das Material urspr\u00fcnglich erstellt hat und wie die gesamte Verbreitungskette intern gesteuert wurde, ist hingegen nicht gekl\u00e4rt.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: left\">F\u00fcr die nachrichtendienstliche Analyse auf Grundlage offener Quellen ist es daher notwendig, sowohl die Inhalte als auch ihre Verbreitungswege zu untersuchen. Eine angebliche Originalquelle muss \u00fcberpr\u00fcft, die zeitliche Abfolge der Ver\u00f6ffentlichungen rekonstruiert und m\u00f6gliche organisatorische Verbindungen m\u00fcssen belegt werden. Gleichzeitig bedarf es einer klaren Unterscheidung zwischen dokumentierten Aktivit\u00e4ten, angenommenen Zielsetzungen und tats\u00e4chlich erzielten Wirkungen. Ohne diese Unterscheidung besteht die Gefahr, den Koordinierungsgrad oder die Wirksamkeit von Informationsoperationen zu \u00fcbersch\u00e4tzen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: left\">Das zentrale Sicherheitsrisiko besteht darin, dass organisierte Einflussnahme im Informationsraum neue Zielgruppen erreichen kann, ohne als Propaganda erkannt zu werden. Wenn Falschbehauptungen unter dem Namen etablierter Medien erscheinen und anschlie\u00dfend von digitalen Informationsdiensten wiedergegeben werden, wird es schwieriger, ihre tats\u00e4chliche Herkunft zu erkennen. Damit wird auch die Beurteilung der Zuverl\u00e4ssigkeit von Informationen erschwert.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: left\">Das Material wurde von <a href=\"https:\/\/linktr.ee\/informnapalm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Andrij Lisizyn<\/a> f\u00fcr InformNapalm zusammengestellt.<\/p>\r\n\r\n\r\n<hr style=\"width: 75%;margin: 20px 0;border: 0;border-top: 1px solid #ccc;text-align: left\" \/>\r\n\r\n<h2 style=\"color: #000000;font-size: 1.3rem;font-weight: bold;text-align: left\">Weitere Artikel von InformNapalm<\/h2>\r\n<ul style=\"text-align: left\">\r\n \t<li style=\"text-align: left\"><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/at\/wildberries\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span style=\"color: #333333\">Wildberries zwischen Hammer und Amboss nach Drohnenangriffen und Cyberoperationen<\/span><\/a><\/li>\r\n \t<li style=\"text-align: left\"><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/at\/russlands-agenten-europa\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span style=\"color: #333333\">Wie Russland angeworbene Agenten f\u00fcr Operationen in Europa einsetzt<\/span><\/a><\/li>\r\n \t<li style=\"text-align: left\"><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/at\/bastion\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span style=\"color: #333333\">Ukrainische Marine greift russisches K\u00fcstenraketensystem Bastion auf der Krim an<\/span><\/a><\/li>\r\n<\/ul>\r\n\r\n<hr style=\"border: none;border-top: 1px solid #cfcfcf;margin: 24px 0;width: 100%;text-align: left\" \/>\r\n<p style=\"text-align: left !important\"><span style=\"color: #000000\"><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/at\/category\/aktuell\/\"><img class=\"alignleft\" title=\"InformNapalm \u00d6sterreich\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/fr\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2015\/12\/InformNapalm_logo_05.png\" alt=\"InformNapalm \u00d6sterreich\" width=\"150\" height=\"68\" \/><\/a><span style=\"color: #333333\">Es steht Ihnen frei, dieses Material zu teilen, aber f\u00fcgen Sie bitte einen Link zur <span style=\"font-weight: bold\"><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/at\/category\/aktuell\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Quelle<\/a><\/span><\/span> hinzu. Creative Commons \u2013 Attribution 4.0 International \u2013 CC BY 4.0. <\/span><span style=\"color: #333333\">Folgen Sie uns auf<\/span> <span style=\"font-weight: bold\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/informnapalm24\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Facebook<\/a><\/span> <span style=\"color: #333333\">und<\/span> <span style=\"font-weight: bold\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/informnapalm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">X<\/a><\/span><span style=\"color: #333333\">.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: left !important\">InformNapalm erh\u00e4lt keine finanzielle Unterst\u00fctzung von irgendeiner Regierung oder einem Sponsor. Die Finanzierung erfolgt ausschlie\u00dflich durch freiwillige Unterst\u00fctzer und Leser. 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