{"id":4343,"date":"2026-10-22T23:33:56","date_gmt":"2026-10-22T21:33:56","guid":{"rendered":"https:\/\/informnapalm.org\/at\/?p=4343"},"modified":"2026-10-22T23:50:54","modified_gmt":"2026-10-22T21:50:54","slug":"russlands-schattenflotte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/informnapalm.org\/at\/russlands-schattenflotte\/","title":{"rendered":"Russlands Schattenflotte wechselt die Flagge und f\u00e4lscht Positionsdaten"},"content":{"rendered":"<div lang=\"de-AT\" style=\"color: #000000;text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left;font-family: Helvetica Neue,Helvetica,Arial,Nimbus Sans L,sans-serif;font-weight: bold\">Russische \u00d6ltanker haben begonnen, widerspr\u00fcchliche Positionsdaten auszusenden, die den Eindruck erwecken, sie bef\u00e4nden sich gleichzeitig an zwei verschiedenen Orten. Zugleich zeigen neue Erkenntnisse, dass immer mehr Schiffe der russischen Schattenflotte unter russischer Flagge fahren. Diese Entwicklung setzt ein, nachdem europ\u00e4ische Staaten die Kontrollen von Schiffen versch\u00e4rft haben, die russisches \u00d6l transportieren.<\/p>\n<div style=\"color: #333333;text-align: left\">\n<p style=\"text-align: left\">Am 27. August 2026 wurden f\u00fcr den \u00d6ltanker Pirop zwei widerspr\u00fcchliche Positionsangaben registriert. Einer Angabe zufolge befand sich das Schiff in der N\u00e4he des Bosporus, w\u00e4hrend die andere eine Position rund 800 Kilometer entfernt vor der t\u00fcrkischen Nordk\u00fcste auswies. Bekannt wurden diese Angaben durch eine Recherche, die die <a href=\"https:\/\/www.ft.com\/content\/f9dd0c26-3de3-4ecc-8a08-7d08f0946d08\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Financial Times<\/a> am 18. Oktober 2026 ver\u00f6ffentlichte. Dem Bericht zufolge hatte der Forscher Ollie Ballinger vom University College London mindestens zw\u00f6lf mit Sanktionen belegte Tanker im Schwarzen Meer identifiziert, die falsche oder manipulierte Positionsdaten aussendeten. Sechs dieser Schiffe meldeten gleichzeitig zwei unterschiedliche Positionen. Die \u00c4hnlichkeiten zwischen den Signalen lie\u00dfen vermuten, dass die Schiffe dieselbe oder eine vergleichbare technische Ausr\u00fcstung zur Manipulation ihrer Positionsdaten verwendeten.<\/p>\n<h2 style=\"color: #000000;text-align: left;font-size: 1.4rem;font-weight: bold\">Gef\u00e4lschte Positionsangaben im Schwarzen Meer<\/h2>\n<p style=\"text-align: left\">Handelsschiffe nutzen \u00fcblicherweise das automatische Identifikationssystem (AIS), um unter anderem ihre Position, ihren Kurs, ihre Geschwindigkeit und ihre Identit\u00e4t zu \u00fcbermitteln. Andere Schiffe, K\u00fcstenwachen und Schifffahrtsbeh\u00f6rden verwenden diese Angaben, um den Schiffsverkehr zu \u00fcberwachen und Unf\u00e4lle zu verhindern. Nach den Vorgaben der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (<a href=\"https:\/\/www.imo.org\/en\/ourwork\/safety\/pages\/ais.aspx\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">IMO<\/a>) m\u00fcssen Schiffe, f\u00fcr die eine AIS-Ausr\u00fcstung vorgeschrieben ist, das System grunds\u00e4tzlich in Betrieb halten. Ausnahmen sind m\u00f6glich, wenn internationale Vorschriften den Schutz von Informationen \u00fcber die Fahrt eines Schiffes erlauben. Gef\u00e4lschte AIS-Daten k\u00f6nnen es erschweren, den tats\u00e4chlichen Standort eines Schiffes festzustellen und Seetransporte zu kontrollieren, die internationalen Sanktionen unterliegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">In den von der Financial Times beschriebenen F\u00e4llen scheinen die AIS-Signale einiger Schiffe w\u00e4hrend ihrer Durchfahrt durch den Bosporus ver\u00e4ndert worden zu sein. W\u00e4hrend den zust\u00e4ndigen Schifffahrtsbeh\u00f6rden die tats\u00e4chlichen Positionen der Schiffe gemeldet wurden, zeigte ein weiteres Signal an, dass sie weiterhin an derselben Stelle lagen, obwohl sie sich bereits fortbewegten. Die Beobachtungen der Forscher deuten darauf hin, dass diese Vorgehensweise wiederholt angewendet wurde. Bislang ist jedoch weder gekl\u00e4rt, wer dahintersteht, noch ob alle betroffenen Schiffe nach gemeinsamen Anweisungen handelten. Eine m\u00f6gliche Erkl\u00e4rung ist, dass die Betreiber der Schiffe ihre Bewegungen schwerer nachvollziehbar machen wollen, um das Risiko ukrainischer Angriffe auf russische Seetransporte zu verringern. Dabei handelt es sich allerdings um eine Einsch\u00e4tzung. Das tats\u00e4chliche Motiv ist nicht f\u00fcr jedes einzelne Schiff best\u00e4tigt.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">InformNapalm hat sich bereits fr\u00fcher mit der Manipulation von AIS-Daten befasst. In einem <a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/en\/disinformation-during-zapad-21-exercises\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Artikel<\/a> vom Oktober 2021 untersuchte die Organisation Desinformation im Zusammenhang mit dem gemeinsamen russisch-belarussischen Milit\u00e4rman\u00f6ver Sapad 2021. InformNapalm beschrieb, wie manipulierte AIS-Daten den Eindruck erweckten, f\u00fcnf russische Kriegsschiffe w\u00fcrden sich der polnischen K\u00fcste n\u00e4hern. Der Untersuchung zufolge existierten diese Schiffe \u00fcberhaupt nicht. Der Artikel dokumentierte au\u00dferdem wiederholte F\u00e4lle gef\u00e4lschter Schiffspositionen in den Gew\u00e4ssern rund um die Krim. Diese Vorf\u00e4lle unterscheiden sich von den aktuellen F\u00e4llen sanktionierter \u00d6ltanker. Sie zeigen jedoch, dass AIS-Daten in europ\u00e4ischen Gew\u00e4ssern bereits seit l\u00e4ngerer Zeit manipuliert werden.<\/p>\n<h2 style=\"color: #000000;text-align: left;font-size: 1.4rem;font-weight: bold\">Immer mehr Tanker werden in Russland registriert<\/h2>\n<p style=\"text-align: left\">Parallel zu den bekannt gewordenen Verdachtsf\u00e4llen manipulierter Positionsdaten zeigt eine neue Analyse Ver\u00e4nderungen bei der Flaggenf\u00fchrung innerhalb der russischen Schattenflotte. Nach Angaben des Forschungszentrums Centre for Research on Energy and Clean Air (<a href=\"https:\/\/energyandcleanair.org\/september-2026-monthly-analysis-of-russian-fossil-fuel-exports-and-sanctions\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">CREA<\/a>) sank die Zahl der Schiffe der Schattenflotte, die unter falscher Flagge fuhren, von 120 Ende September 2025 auf 48 Ende September 2026. Als falsche Flagge gilt in diesem Zusammenhang, wenn ein Schiff behauptet, in einem Staat registriert zu sein, dessen Beh\u00f6rden diese Registrierung nicht anerkennen. Der R\u00fcckgang bedeutet allerdings nicht, dass entsprechend viele Schiffe aus dem Transport russischen \u00d6ls ausgeschieden sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Laut CREA stieg die Zahl der Tanker der Schattenflotte, die unter russischer Flagge russisches \u00d6l transportierten, von 22 im September 2025 auf 50 im September 2026. Von diesen 50 Schiffen waren 34 seit J\u00e4nner 2025 in Russland registriert worden. 25 dieser 34 Tanker waren zuvor unter falscher Flagge gefahren. Im September 2026 bef\u00f6rderten Schiffe unter russischer Flagge 36 Prozent jener \u00d6lmenge, die insgesamt von Tankern der Schattenflotte transportiert wurde. Im Vorjahr hatte dieser Anteil noch bei 9 Prozent gelegen. Damit entfiel auf Schiffe unter russischer Flagge der gr\u00f6\u00dfte Anteil an der von der Schattenflotte transportierten \u00d6lmenge \u2013 mehr als auf Schiffe unter jeder anderen Flagge.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">InformNapalm hat bereits in fr\u00fcheren Recherchen darauf hingewiesen, wie wichtig es ist, die Registrierungsgeschichte von Schiffen zu untersuchen. Eine <a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/en\/oil-smuggling-for-the-black-sea-fleet-of-russia-the-dream-pointing-at-medvedchuk\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Recherche<\/a> vom August 2019 befasste sich mit dem Verdacht des Treibstoffschmuggels f\u00fcr die russische Schwarzmeerflotte. Im Mittelpunkt stand der Tanker Mriya, der zuvor unter den Namen Vilga und Saratov City gefahren war. Seine Registrierungsgeschichte wies Verbindungen zu mehreren Flaggenstaaten auf, darunter Russland, Sierra Leone, die Komoren und die Ukraine. Die damalige Untersuchung betraf ein anderes Schiff und einen anderen Zeitraum. Sie verdeutlicht jedoch, weshalb Namenswechsel sowie \u00c4nderungen der Flaggenstaaten und Eigentumsverh\u00e4ltnisse bei der Aufkl\u00e4rung verd\u00e4chtiger Seetransporte ber\u00fccksichtigt werden m\u00fcssen.<\/p>\n<h2 style=\"color: #000000;text-align: left;font-size: 1.4rem;font-weight: bold\">Versch\u00e4rfte Kontrollen beeinflussen die Schiffsregistrierung<\/h2>\n<p style=\"text-align: left\">Diese Entwicklung f\u00e4llt mit versch\u00e4rften Kontrollen europ\u00e4ischer K\u00fcstenstaaten gegen\u00fcber Schiffen zusammen, deren Registrierungsangaben falsch oder m\u00f6glicherweise gef\u00e4lscht sind. CREA geht davon aus, dass der R\u00fcckgang der Nutzung falscher Flaggen zu einem erheblichen Teil auf beh\u00f6rdliche Ma\u00dfnahmen und eine engere diplomatische Zusammenarbeit mit den f\u00fcr Schiffsregister zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Schiffe mit unrichtigen Registrierungsangaben m\u00fcssen mit Verz\u00f6gerungen und beh\u00f6rdlichen Eingriffen rechnen. Im Einzelfall kann ihnen auch die Weiterfahrt untersagt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Ein in Russland registriertes Schiff f\u00fchrt hingegen offiziell die russische Flagge. Eine solche Registrierung verst\u00f6\u00dft f\u00fcr sich genommen nicht gegen das internationale Seerecht. Gleichzeitig wird die Verbindung des Schiffes zu Russland deutlicher erkennbar. Das unterscheidet sich von fr\u00fcheren Konstellationen, bei denen Registrierungen, Eigentumsverh\u00e4ltnisse und wirtschaftliche Verflechtungen die Identifizierung der tats\u00e4chlichen Akteure hinter den Transporten erschwerten.<\/p>\n<h2 style=\"color: #000000;text-align: left;font-size: 1.4rem;font-weight: bold\">Sanktionen haben die \u00d6ltransporte nicht gestoppt<\/h2>\n<p style=\"text-align: left\">Die Europ\u00e4ische Union hat ihre Sanktionen gegen Schiffe und Unternehmen, die am Export russischen \u00d6ls beteiligt sind, schrittweise ausgeweitet. Mit dem <a href=\"https:\/\/www.consilium.europa.eu\/en\/press\/press-releases\/2026\/07\/23\/21st-package-of-sanctions-eu-hits-russian-energy-financial-services-and-crypto-hard\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">21. Sanktionspaket der EU<\/a>, das am 23. Juli 2026 beschlossen wurde, wurden weitere 41 Schiffe mit Beschr\u00e4nkungen belegt. Dar\u00fcber hinaus wurden die Ma\u00dfnahmen auf bestimmte Dienstleistungen ausgeweitet, die den Betrieb der Schattenflotte unterst\u00fctzen. Trotz der Sanktionen wird weiterhin ein erheblicher Teil der russischen \u00d6lexporte mit Schiffen abgewickelt, die bereits Beschr\u00e4nkungen unterliegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Laut CREA entfielen im September 2026 insgesamt 57 Prozent der russischen \u00d6lexporte auf dem Seeweg auf sanktionierte Tanker der Schattenflotte. Bei Roh\u00f6l allein lag der Anteil mit 67 Prozent noch h\u00f6her. Gleichzeitig wurden weiterhin betr\u00e4chtliche Mengen russischer Erd\u00f6lprodukte mit Schiffen transportiert, deren Eigent\u00fcmer oder Versicherungsunternehmen in den G7-Staaten oder deren Partnerl\u00e4ndern ans\u00e4ssig waren.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Auch die Einfuhr von Erd\u00f6lprodukten nach Russland r\u00fcckte im Zusammenhang mit dem Einsatz sanktionierter Schiffe in den Fokus. Am 8. Oktober 2026 ver\u00f6ffentlichte InformNapalm einen <a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/at\/suedkorea\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Artikel<\/a>, der sich auf eine Recherche des Guardian \u00fcber Treibstofflieferungen aus s\u00fcdkoreanischen H\u00e4fen nach Russland st\u00fctzte. Im Juli und August 2026 transportierten sieben Tanker mehr als 176.000 Tonnen Erd\u00f6lprodukte, \u00fcberwiegend Diesel, in den russischen Fernen Osten. Insgesamt absolvierten die Schiffe 14 Fahrten. Drei der Tanker unterlagen westlichen Sanktionen. Diese Transporte betrafen russische Importe und m\u00fcssen daher von den \u00d6lexporten des Landes unterschieden werden. Sie zeigen allerdings, dass sanktionierte Schiffe auch in anderen Bereichen der russischen Treibstoffversorgung eingesetzt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Die Angaben verdeutlichen zudem, dass Russlands \u00d6ltransporte nicht ausschlie\u00dflich von der Schattenflotte abh\u00e4ngen. Sie werden mit unterschiedlichen Schiffstypen durchgef\u00fchrt, deren Eigentumsverh\u00e4ltnisse, Versicherungsl\u00f6sungen und rechtliche Rahmenbedingungen sich unterscheiden. Die Wirkung der Sanktionen l\u00e4sst sich deshalb nicht allein daran messen, wie viele Schiffe auf die Sanktionslisten gesetzt wurden.<\/p>\n<h2 style=\"color: #000000;text-align: left;font-size: 1.4rem;font-weight: bold\">Sicherheitsrisiken \u00fcber die Sanktionen hinaus<\/h2>\n<p style=\"text-align: left\">Die Aktivit\u00e4ten der Schattenflotte werfen auch Fragen zur Sicherheit der Schifffahrt und zum Schutz der Meeresumwelt auf. Nach Angaben von CREA f\u00fchrten Tanker der Schattenflotte im September 2026 insgesamt 121 Transporte von russischem Roh\u00f6l und Erd\u00f6lprodukten durch. 54 davon erfolgten mit Schiffen, die mindestens 20 Jahre alt waren. Das Alter eines Schiffes allein bedeutet nicht, dass es unsicher ist. Mangelhafte Wartung und unzureichender Versicherungsschutz k\u00f6nnen jedoch die Folgen eines Unfalls versch\u00e4rfen. Verf\u00fcgt ein Schiff \u00fcber keine verl\u00e4ssliche Haftpflichtversicherung, kann es dar\u00fcber hinaus schwieriger werden, die Kosten f\u00fcr Aufr\u00e4umarbeiten und die Behebung von Umweltsch\u00e4den zu decken.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Manipulierte Positionsdaten stellen ein zus\u00e4tzliches Risiko dar. Sind die Angaben \u00fcber die Bewegungen eines Schiffes nicht zuverl\u00e4ssig, wird es f\u00fcr die Beh\u00f6rden schwieriger, den Schiffsverkehr zu \u00fcberwachen und bei Bedarf einzugreifen. Die Problematik der Schattenflotte betrifft daher nicht nur wirtschaftliche und sicherheitspolitische Fragen, sondern auch die M\u00f6glichkeiten der K\u00fcstenstaaten, die Sicherheit in internationalen Gew\u00e4ssern zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<h2 style=\"color: #000000;text-align: left;font-size: 1.4rem;font-weight: bold\">Eine Schattenflotte im Wandel<\/h2>\n<p style=\"text-align: left\">Die j\u00fcngsten Erkenntnisse zeigen zwei parallel verlaufende Ver\u00e4nderungen im russischen \u00d6lhandel auf dem Seeweg. Die Verwendung falscher Flaggen ist deutlich zur\u00fcckgegangen, w\u00e4hrend immer mehr Tanker der Schattenflotte in Russland registriert werden. Gleichzeitig haben Forscher mehrere sanktionierte Tanker identifiziert, die im Verdacht stehen, ihre Positionsdaten im Schwarzen Meer zu manipulieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen all diesen Ver\u00e4nderungen l\u00e4sst sich bislang nicht nachweisen. Die Statistiken von CREA erfassen einen wesentlich gr\u00f6\u00dferen Teil der Flotte als jene zw\u00f6lf Schiffe, die in der Recherche der Financial Times untersucht wurden. Die Erkenntnisse zeigen jedoch, dass sich die Vorgehensweisen beim Transport russischen \u00d6ls unter dem Druck versch\u00e4rfter Sanktionen und verst\u00e4rkter beh\u00f6rdlicher Kontrollen weiterhin ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">F\u00fcr die europ\u00e4ischen K\u00fcstenstaaten wird es deshalb immer wichtiger, nicht nur festzustellen, unter welcher Flagge ein Tanker f\u00e4hrt, sondern auch, wem er tats\u00e4chlich geh\u00f6rt, wer ihn betreibt, \u00fcber welchen Versicherungsschutz er verf\u00fcgt und ob seine gemeldeten Positionen mit seinen tats\u00e4chlichen Bewegungen \u00fcbereinstimmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Der Beitrag wurde von Andrij Lisitsyn f\u00fcr <a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/at\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">InformNapalm<\/a> zusammengestellt.<\/p>\n<hr style=\"width: 75%;margin: 20px 0;border: 0;border-top: 1px solid #ccc;text-align: left\" \/>\n<h2 style=\"color: #000000;font-size: 1.3rem;font-weight: bold;text-align: left\">Weitere Artikel von InformNapalm<\/h2>\n<ul style=\"text-align: left\">\n<li style=\"text-align: left\"><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/at\/wildberries\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span style=\"color: #333333\">Wildberries zwischen Hammer und Amboss nach Drohnenangriffen und Cyberoperationen<\/span><\/a><\/li>\n<li style=\"text-align: left\"><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/at\/russlands-agenten-europa\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span style=\"color: #333333\">Wie Russland angeworbene Agenten f\u00fcr Operationen in Europa einsetzt<\/span><\/a><\/li>\n<li style=\"text-align: left\"><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/at\/bastion\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span style=\"color: #333333\">Ukrainische Marine greift russisches K\u00fcstenraketensystem Bastion auf der Krim an<\/span><\/a><\/li>\n<\/ul>\n<hr style=\"border: none;border-top: 1px solid #cfcfcf;margin: 24px 0;width: 100%;text-align: left\" \/>\n<p style=\"text-align: left !important\"><span style=\"color: #000000\"><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/at\/category\/aktuell\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" title=\"InformNapalm \u00d6sterreich\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/fr\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2015\/12\/InformNapalm_logo_05.png\" alt=\"InformNapalm \u00d6sterreich\" width=\"150\" height=\"68\" \/><\/a><span style=\"color: #333333\">Es steht Ihnen frei, dieses Material zu teilen, aber f\u00fcgen Sie bitte einen Link zur <span style=\"font-weight: bold\"><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/at\/category\/aktuell\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Quelle<\/a><\/span><\/span> hinzu. 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Zugleich zeigen neue Erkenntnisse, dass immer mehr Schiffe der russischen Schattenflotte unter russischer Flagge fahren. Diese Entwicklung setzt ein, nachdem europ\u00e4ische Staaten die Kontrollen von Schiffen versch\u00e4rft haben, die russisches \u00d6l transportieren.<\/p>\r\n\r\n<div style=\"color: #333333;text-align: left\">\r\n<p style=\"text-align: left\">Am 27. August 2026 wurden f\u00fcr den \u00d6ltanker Pirop zwei widerspr\u00fcchliche Positionsangaben registriert. Einer Angabe zufolge befand sich das Schiff in der N\u00e4he des Bosporus, w\u00e4hrend die andere eine Position rund 800 Kilometer entfernt vor der t\u00fcrkischen Nordk\u00fcste auswies. Bekannt wurden diese Angaben durch eine Recherche, die die <a href=\"https:\/\/www.ft.com\/content\/f9dd0c26-3de3-4ecc-8a08-7d08f0946d08\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Financial Times<\/a> am 18. Oktober 2026 ver\u00f6ffentlichte. Dem Bericht zufolge hatte der Forscher Ollie Ballinger vom University College London mindestens zw\u00f6lf mit Sanktionen belegte Tanker im Schwarzen Meer identifiziert, die falsche oder manipulierte Positionsdaten aussendeten. Sechs dieser Schiffe meldeten gleichzeitig zwei unterschiedliche Positionen. Die \u00c4hnlichkeiten zwischen den Signalen lie\u00dfen vermuten, dass die Schiffe dieselbe oder eine vergleichbare technische Ausr\u00fcstung zur Manipulation ihrer Positionsdaten verwendeten.<\/p>\r\n\r\n<h2 style=\"color: #000000;text-align: left;font-size: 1.4rem;font-weight: bold\">Gef\u00e4lschte Positionsangaben im Schwarzen Meer<\/h2>\r\n<p style=\"text-align: left\">Handelsschiffe nutzen \u00fcblicherweise das automatische Identifikationssystem (AIS), um unter anderem ihre Position, ihren Kurs, ihre Geschwindigkeit und ihre Identit\u00e4t zu \u00fcbermitteln. Andere Schiffe, K\u00fcstenwachen und Schifffahrtsbeh\u00f6rden verwenden diese Angaben, um den Schiffsverkehr zu \u00fcberwachen und Unf\u00e4lle zu verhindern. Nach den Vorgaben der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (<a href=\"https:\/\/www.imo.org\/en\/ourwork\/safety\/pages\/ais.aspx\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">IMO<\/a>) m\u00fcssen Schiffe, f\u00fcr die eine AIS-Ausr\u00fcstung vorgeschrieben ist, das System grunds\u00e4tzlich in Betrieb halten. Ausnahmen sind m\u00f6glich, wenn internationale Vorschriften den Schutz von Informationen \u00fcber die Fahrt eines Schiffes erlauben. Gef\u00e4lschte AIS-Daten k\u00f6nnen es erschweren, den tats\u00e4chlichen Standort eines Schiffes festzustellen und Seetransporte zu kontrollieren, die internationalen Sanktionen unterliegen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: left\">In den von der Financial Times beschriebenen F\u00e4llen scheinen die AIS-Signale einiger Schiffe w\u00e4hrend ihrer Durchfahrt durch den Bosporus ver\u00e4ndert worden zu sein. W\u00e4hrend den zust\u00e4ndigen Schifffahrtsbeh\u00f6rden die tats\u00e4chlichen Positionen der Schiffe gemeldet wurden, zeigte ein weiteres Signal an, dass sie weiterhin an derselben Stelle lagen, obwohl sie sich bereits fortbewegten. Die Beobachtungen der Forscher deuten darauf hin, dass diese Vorgehensweise wiederholt angewendet wurde. Bislang ist jedoch weder gekl\u00e4rt, wer dahintersteht, noch ob alle betroffenen Schiffe nach gemeinsamen Anweisungen handelten. Eine m\u00f6gliche Erkl\u00e4rung ist, dass die Betreiber der Schiffe ihre Bewegungen schwerer nachvollziehbar machen wollen, um das Risiko ukrainischer Angriffe auf russische Seetransporte zu verringern. Dabei handelt es sich allerdings um eine Einsch\u00e4tzung. Das tats\u00e4chliche Motiv ist nicht f\u00fcr jedes einzelne Schiff best\u00e4tigt.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: left\">InformNapalm hat sich bereits fr\u00fcher mit der Manipulation von AIS-Daten befasst. In einem <a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/en\/disinformation-during-zapad-21-exercises\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Artikel<\/a> vom Oktober 2021 untersuchte die Organisation Desinformation im Zusammenhang mit dem gemeinsamen russisch-belarussischen Milit\u00e4rman\u00f6ver Sapad 2021. InformNapalm beschrieb, wie manipulierte AIS-Daten den Eindruck erweckten, f\u00fcnf russische Kriegsschiffe w\u00fcrden sich der polnischen K\u00fcste n\u00e4hern. Der Untersuchung zufolge existierten diese Schiffe \u00fcberhaupt nicht. Der Artikel dokumentierte au\u00dferdem wiederholte F\u00e4lle gef\u00e4lschter Schiffspositionen in den Gew\u00e4ssern rund um die Krim. Diese Vorf\u00e4lle unterscheiden sich von den aktuellen F\u00e4llen sanktionierter \u00d6ltanker. Sie zeigen jedoch, dass AIS-Daten in europ\u00e4ischen Gew\u00e4ssern bereits seit l\u00e4ngerer Zeit manipuliert werden.<\/p>\r\n\r\n<h2 style=\"color: #000000;text-align: left;font-size: 1.4rem;font-weight: bold\">Immer mehr Tanker werden in Russland registriert<\/h2>\r\n<p style=\"text-align: left\">Parallel zu den bekannt gewordenen Verdachtsf\u00e4llen manipulierter Positionsdaten zeigt eine neue Analyse Ver\u00e4nderungen bei der Flaggenf\u00fchrung innerhalb der russischen Schattenflotte. Nach Angaben des Forschungszentrums Centre for Research on Energy and Clean Air (<a href=\"https:\/\/energyandcleanair.org\/september-2026-monthly-analysis-of-russian-fossil-fuel-exports-and-sanctions\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">CREA<\/a>) sank die Zahl der Schiffe der Schattenflotte, die unter falscher Flagge fuhren, von 120 Ende September 2025 auf 48 Ende September 2026. Als falsche Flagge gilt in diesem Zusammenhang, wenn ein Schiff behauptet, in einem Staat registriert zu sein, dessen Beh\u00f6rden diese Registrierung nicht anerkennen. Der R\u00fcckgang bedeutet allerdings nicht, dass entsprechend viele Schiffe aus dem Transport russischen \u00d6ls ausgeschieden sind.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: left\">Laut CREA stieg die Zahl der Tanker der Schattenflotte, die unter russischer Flagge russisches \u00d6l transportierten, von 22 im September 2025 auf 50 im September 2026. Von diesen 50 Schiffen waren 34 seit J\u00e4nner 2025 in Russland registriert worden. 25 dieser 34 Tanker waren zuvor unter falscher Flagge gefahren. Im September 2026 bef\u00f6rderten Schiffe unter russischer Flagge 36 Prozent jener \u00d6lmenge, die insgesamt von Tankern der Schattenflotte transportiert wurde. Im Vorjahr hatte dieser Anteil noch bei 9 Prozent gelegen. Damit entfiel auf Schiffe unter russischer Flagge der gr\u00f6\u00dfte Anteil an der von der Schattenflotte transportierten \u00d6lmenge \u2013 mehr als auf Schiffe unter jeder anderen Flagge.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: left\">InformNapalm hat bereits in fr\u00fcheren Recherchen darauf hingewiesen, wie wichtig es ist, die Registrierungsgeschichte von Schiffen zu untersuchen. Eine <a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/en\/oil-smuggling-for-the-black-sea-fleet-of-russia-the-dream-pointing-at-medvedchuk\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Recherche<\/a> vom August 2019 befasste sich mit dem Verdacht des Treibstoffschmuggels f\u00fcr die russische Schwarzmeerflotte. Im Mittelpunkt stand der Tanker Mriya, der zuvor unter den Namen Vilga und Saratov City gefahren war. Seine Registrierungsgeschichte wies Verbindungen zu mehreren Flaggenstaaten auf, darunter Russland, Sierra Leone, die Komoren und die Ukraine. Die damalige Untersuchung betraf ein anderes Schiff und einen anderen Zeitraum. Sie verdeutlicht jedoch, weshalb Namenswechsel sowie \u00c4nderungen der Flaggenstaaten und Eigentumsverh\u00e4ltnisse bei der Aufkl\u00e4rung verd\u00e4chtiger Seetransporte ber\u00fccksichtigt werden m\u00fcssen.<\/p>\r\n\r\n<h2 style=\"color: #000000;text-align: left;font-size: 1.4rem;font-weight: bold\">Versch\u00e4rfte Kontrollen beeinflussen die Schiffsregistrierung<\/h2>\r\n<p style=\"text-align: left\">Diese Entwicklung f\u00e4llt mit versch\u00e4rften Kontrollen europ\u00e4ischer K\u00fcstenstaaten gegen\u00fcber Schiffen zusammen, deren Registrierungsangaben falsch oder m\u00f6glicherweise gef\u00e4lscht sind. CREA geht davon aus, dass der R\u00fcckgang der Nutzung falscher Flaggen zu einem erheblichen Teil auf beh\u00f6rdliche Ma\u00dfnahmen und eine engere diplomatische Zusammenarbeit mit den f\u00fcr Schiffsregister zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Schiffe mit unrichtigen Registrierungsangaben m\u00fcssen mit Verz\u00f6gerungen und beh\u00f6rdlichen Eingriffen rechnen. Im Einzelfall kann ihnen auch die Weiterfahrt untersagt werden.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: left\">Ein in Russland registriertes Schiff f\u00fchrt hingegen offiziell die russische Flagge. Eine solche Registrierung verst\u00f6\u00dft f\u00fcr sich genommen nicht gegen das internationale Seerecht. Gleichzeitig wird die Verbindung des Schiffes zu Russland deutlicher erkennbar. Das unterscheidet sich von fr\u00fcheren Konstellationen, bei denen Registrierungen, Eigentumsverh\u00e4ltnisse und wirtschaftliche Verflechtungen die Identifizierung der tats\u00e4chlichen Akteure hinter den Transporten erschwerten.<\/p>\r\n\r\n<h2 style=\"color: #000000;text-align: left;font-size: 1.4rem;font-weight: bold\">Sanktionen haben die \u00d6ltransporte nicht gestoppt<\/h2>\r\n<p style=\"text-align: left\">Die Europ\u00e4ische Union hat ihre Sanktionen gegen Schiffe und Unternehmen, die am Export russischen \u00d6ls beteiligt sind, schrittweise ausgeweitet. Mit dem <a href=\"https:\/\/www.consilium.europa.eu\/en\/press\/press-releases\/2026\/07\/23\/21st-package-of-sanctions-eu-hits-russian-energy-financial-services-and-crypto-hard\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">21. Sanktionspaket der EU<\/a>, das am 23. Juli 2026 beschlossen wurde, wurden weitere 41 Schiffe mit Beschr\u00e4nkungen belegt. Dar\u00fcber hinaus wurden die Ma\u00dfnahmen auf bestimmte Dienstleistungen ausgeweitet, die den Betrieb der Schattenflotte unterst\u00fctzen. Trotz der Sanktionen wird weiterhin ein erheblicher Teil der russischen \u00d6lexporte mit Schiffen abgewickelt, die bereits Beschr\u00e4nkungen unterliegen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: left\">Laut CREA entfielen im September 2026 insgesamt 57 Prozent der russischen \u00d6lexporte auf dem Seeweg auf sanktionierte Tanker der Schattenflotte. Bei Roh\u00f6l allein lag der Anteil mit 67 Prozent noch h\u00f6her. Gleichzeitig wurden weiterhin betr\u00e4chtliche Mengen russischer Erd\u00f6lprodukte mit Schiffen transportiert, deren Eigent\u00fcmer oder Versicherungsunternehmen in den G7-Staaten oder deren Partnerl\u00e4ndern ans\u00e4ssig waren.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: left\">Auch die Einfuhr von Erd\u00f6lprodukten nach Russland r\u00fcckte im Zusammenhang mit dem Einsatz sanktionierter Schiffe in den Fokus. Am 8. Oktober 2026 ver\u00f6ffentlichte InformNapalm einen <a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/at\/suedkorea\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Artikel<\/a>, der sich auf eine Recherche des Guardian \u00fcber Treibstofflieferungen aus s\u00fcdkoreanischen H\u00e4fen nach Russland st\u00fctzte. Im Juli und August 2026 transportierten sieben Tanker mehr als 176.000 Tonnen Erd\u00f6lprodukte, \u00fcberwiegend Diesel, in den russischen Fernen Osten. Insgesamt absolvierten die Schiffe 14 Fahrten. Drei der Tanker unterlagen westlichen Sanktionen. Diese Transporte betrafen russische Importe und m\u00fcssen daher von den \u00d6lexporten des Landes unterschieden werden. Sie zeigen allerdings, dass sanktionierte Schiffe auch in anderen Bereichen der russischen Treibstoffversorgung eingesetzt werden.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: left\">Die Angaben verdeutlichen zudem, dass Russlands \u00d6ltransporte nicht ausschlie\u00dflich von der Schattenflotte abh\u00e4ngen. Sie werden mit unterschiedlichen Schiffstypen durchgef\u00fchrt, deren Eigentumsverh\u00e4ltnisse, Versicherungsl\u00f6sungen und rechtliche Rahmenbedingungen sich unterscheiden. Die Wirkung der Sanktionen l\u00e4sst sich deshalb nicht allein daran messen, wie viele Schiffe auf die Sanktionslisten gesetzt wurden.<\/p>\r\n\r\n<h2 style=\"color: #000000;text-align: left;font-size: 1.4rem;font-weight: bold\">Sicherheitsrisiken \u00fcber die Sanktionen hinaus<\/h2>\r\n<p style=\"text-align: left\">Die Aktivit\u00e4ten der Schattenflotte werfen auch Fragen zur Sicherheit der Schifffahrt und zum Schutz der Meeresumwelt auf. Nach Angaben von CREA f\u00fchrten Tanker der Schattenflotte im September 2026 insgesamt 121 Transporte von russischem Roh\u00f6l und Erd\u00f6lprodukten durch. 54 davon erfolgten mit Schiffen, die mindestens 20 Jahre alt waren. Das Alter eines Schiffes allein bedeutet nicht, dass es unsicher ist. Mangelhafte Wartung und unzureichender Versicherungsschutz k\u00f6nnen jedoch die Folgen eines Unfalls versch\u00e4rfen. Verf\u00fcgt ein Schiff \u00fcber keine verl\u00e4ssliche Haftpflichtversicherung, kann es dar\u00fcber hinaus schwieriger werden, die Kosten f\u00fcr Aufr\u00e4umarbeiten und die Behebung von Umweltsch\u00e4den zu decken.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: left\">Manipulierte Positionsdaten stellen ein zus\u00e4tzliches Risiko dar. Sind die Angaben \u00fcber die Bewegungen eines Schiffes nicht zuverl\u00e4ssig, wird es f\u00fcr die Beh\u00f6rden schwieriger, den Schiffsverkehr zu \u00fcberwachen und bei Bedarf einzugreifen. Die Problematik der Schattenflotte betrifft daher nicht nur wirtschaftliche und sicherheitspolitische Fragen, sondern auch die M\u00f6glichkeiten der K\u00fcstenstaaten, die Sicherheit in internationalen Gew\u00e4ssern zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\r\n\r\n<h2 style=\"color: #000000;text-align: left;font-size: 1.4rem;font-weight: bold\">Eine Schattenflotte im Wandel<\/h2>\r\n<p style=\"text-align: left\">Die j\u00fcngsten Erkenntnisse zeigen zwei parallel verlaufende Ver\u00e4nderungen im russischen \u00d6lhandel auf dem Seeweg. Die Verwendung falscher Flaggen ist deutlich zur\u00fcckgegangen, w\u00e4hrend immer mehr Tanker der Schattenflotte in Russland registriert werden. Gleichzeitig haben Forscher mehrere sanktionierte Tanker identifiziert, die im Verdacht stehen, ihre Positionsdaten im Schwarzen Meer zu manipulieren.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: left\">Ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen all diesen Ver\u00e4nderungen l\u00e4sst sich bislang nicht nachweisen. Die Statistiken von CREA erfassen einen wesentlich gr\u00f6\u00dferen Teil der Flotte als jene zw\u00f6lf Schiffe, die in der Recherche der Financial Times untersucht wurden. Die Erkenntnisse zeigen jedoch, dass sich die Vorgehensweisen beim Transport russischen \u00d6ls unter dem Druck versch\u00e4rfter Sanktionen und verst\u00e4rkter beh\u00f6rdlicher Kontrollen weiterhin ver\u00e4ndern.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: left\">F\u00fcr die europ\u00e4ischen K\u00fcstenstaaten wird es deshalb immer wichtiger, nicht nur festzustellen, unter welcher Flagge ein Tanker f\u00e4hrt, sondern auch, wem er tats\u00e4chlich geh\u00f6rt, wer ihn betreibt, \u00fcber welchen Versicherungsschutz er verf\u00fcgt und ob seine gemeldeten Positionen mit seinen tats\u00e4chlichen Bewegungen \u00fcbereinstimmen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: left\">Der Beitrag wurde von Andrij Lisitsyn f\u00fcr <a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/at\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">InformNapalm<\/a> zusammengestellt.<\/p>\r\n\r\n\r\n<hr style=\"width: 75%;margin: 20px 0;border: 0;border-top: 1px solid #ccc;text-align: left\" \/>\r\n\r\n<h2 style=\"color: #000000;font-size: 1.3rem;font-weight: bold;text-align: left\">Weitere Artikel von InformNapalm<\/h2>\r\n<ul style=\"text-align: left\">\r\n \t<li style=\"text-align: left\"><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/at\/wildberries\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span style=\"color: #333333\">Wildberries zwischen Hammer und Amboss nach Drohnenangriffen und Cyberoperationen<\/span><\/a><\/li>\r\n \t<li style=\"text-align: left\"><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/at\/russlands-agenten-europa\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span style=\"color: #333333\">Wie Russland angeworbene Agenten f\u00fcr Operationen in Europa einsetzt<\/span><\/a><\/li>\r\n \t<li style=\"text-align: left\"><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/at\/bastion\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span style=\"color: #333333\">Ukrainische Marine greift russisches K\u00fcstenraketensystem Bastion auf der Krim an<\/span><\/a><\/li>\r\n<\/ul>\r\n\r\n<hr style=\"border: none;border-top: 1px solid #cfcfcf;margin: 24px 0;width: 100%;text-align: left\" \/>\r\n<p style=\"text-align: left !important\"><span style=\"color: #000000\"><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/at\/category\/aktuell\/\"><img class=\"alignleft\" title=\"InformNapalm \u00d6sterreich\" src=\"https:\/\/informnapalm.org\/fr\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2015\/12\/InformNapalm_logo_05.png\" alt=\"InformNapalm \u00d6sterreich\" width=\"150\" height=\"68\" \/><\/a><span style=\"color: #333333\">Es steht Ihnen frei, dieses Material zu teilen, aber f\u00fcgen Sie bitte einen Link zur <span style=\"font-weight: bold\"><a href=\"https:\/\/informnapalm.org\/at\/category\/aktuell\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Quelle<\/a><\/span><\/span> hinzu. Creative Commons \u2013 Attribution 4.0 International \u2013 CC BY 4.0. <\/span><span style=\"color: #333333\">Folgen Sie uns auf<\/span> <span style=\"font-weight: bold\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/informnapalm24\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Facebook<\/a><\/span> <span style=\"color: #333333\">und<\/span> <span style=\"font-weight: bold\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/informnapalm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">X<\/a><\/span><span style=\"color: #333333\">.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: left !important\">InformNapalm erh\u00e4lt keine finanzielle Unterst\u00fctzung von irgendeiner Regierung oder einem Sponsor. Die Finanzierung erfolgt ausschlie\u00dflich durch freiwillige Unterst\u00fctzer und Leser. 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