Die internationale Freiwilligengemeinschaft InformNapalm setzt die Veröffentlichung von Fakten der Invasion von russischen Streitkräften in die Ukraine fort. Seit Anfang Frühling 2014 haben wir viel Material erfasst und veröffentlicht, das die unmittelbare Beteiligung der russischen Streitkräfte am Krieg im Donbass belegt. In unseren Archiven befindet sich eine große Menge an Daten über die russischen Angreifer, die die verbrecherischen Befehle des Kremls ausführen. Manche Subjekte decken wir nicht auf, halten sie aber unter ständiger Beobachtung, um dem Feind die Möglichkeit zu geben sich mehr zu zeigen und ihn bei der Veröffentlichung von neuen Beweisen, mit denen diese Verbrecher sogar Monate später herumprahlen, zu erwischen. Diesmal sind zu unseren Untersuchungsobjekten die „Donbass-Veteranen“ geworden, und zwar die Militärangehörigen des 51. Regiments der 106. Luftlandedivision aus Tula, deren „Heldentaten“ erst anderthalb Jahre später bekannt geworden sind.
Im Lauf der OSINT-Untersuchung haben wir Ende 2015 Profile von russischen Fallschirmjägern aus dem 51. Regiment der 106. Luftlandedivision (Miliäreinheit 33842, Stationierungsort: Stadt Tula) unter Beobachtung genommen. Unter anderem auch die Seite von Wladimir Ogorodnikow und seinen Kameraden, die eine Reihe von indirekten Beweisen für ihre „rostow-ukrainische“ Dienstreise im Sommer-Herbst 2014 im Sozialnetzwerk „VKontakte“ hinterlassen hatten. Nach einer Weile erschienen in den Profilen von diesen Militärangehörigen neue Fotos, unter anderem von Kampfauszeichnungen und den Befehlsauszügen, die unsere Vermutungen ausführlich bestätigt haben. Die Tatsache, dass die russischen Fallschirmjäger aus dem 51. Regiment an Kriegshandlungen im Donbass teilgenommen haben, ist nicht neu – bereits im Herbst 2014 hatten die Eltern von mehreren Wehrpflichtigen des 51. Regiments deswegen Alarm geschlagen (s. „Parents of Tula Paratroopers: “Our Children Fight in Ukraine”, Artikel vom 18. September 2014). Deren Empörung war aber aufgrund von Kämpfen im August-September nicht von Dauer. Unsere Aufgabe ist dabei so viel wie möglich Fakten und Namen zu erfassen, die zur Stunde X die internationalen Ermittlungs- und Gerichtsbehörden interessieren könnten.
Wladimir Aleksandrowitsch Ogorodnikow (soziales Netzwerk „VK“: archiviertes Profil, Fotoalbum, Kontakte; soziales Netzwerk „Odnoklassniki“: archiviertes Profil, Fotoalbum, Kontakte), geb. 27.11.1995, Krasnoufimsk, Gebiet Swerdlowsk.
Zu diesem Bild, das am 02. Januar 2016 hochgeladen wurde, gibt es einen Kommentar von unserem Untersuchungsobjekt Wladimir Ogorodnikow: „…Besinnung kam ein Jahr später, aber besser zu spät als nie.“ (Anm.d.Red.: Hiermit meint Ogorodnikow, dass die Militärführung endlich „sich besonnen“ und sie rückwirkend ausgezeichnet hat).
Der Account von Ogorodnikow beinhaltet außerdem ein Bild der Suworow-Medaille Nr. 42782, die er, seinen Kommentaren zufolge, aufgrund von Putins Anordnung vom 19. März 2015 erst am 05. Januar 2016 bekommen hat, und auch ein Bild von der Kopie der Anordnung Nr.417 vom 13. August 2015, in der der 106. Division der Ehrenname „Tulskaja“ für „das von der Belegschaft bei den Kämpfen erwiesene Massenheldentum und Tapferkeit, Standhaftigkeit und Mut“ verliehen wurde.
Mit seiner Angeberei und Dummheit hat Ogorodnikow nicht nur sich selbst, sondern auch seine Kameraden diskreditiert. Wie oben bereits erwähnt sind sowohl die Dienstkameraden von Judnikow, als auch die unten aufgelisteten Personen auf einem Gruppenfoto markiert, das die Geo-Tags vom an die Ukraine angrenzenden Dorf Swobodnyj (Bezirk Swerdlowsk, Gebiet Rostow) beinhaltet.
In seinem Fotoalbum hat er eine ganze Reihe von Bildern, die aus der Zeit der „Donbass-Dienstreise“ stammen, unter anderem auch das Foto oben mit den 4 markierten „Musketieren“.
Artem (Gera) Wiktorowitsch Gerasimow (soziales Netzwerk „VKontakte“: archiviertes Profil, Fotoalbum, Kontakte), geb. 22.08.1995 in der Stadt Ostrow, Gebiet Pskow. War zwischen Sommer und Herbst 2014 mit einer taktischen Gruppe auf der „rostow-ukrainischen“ Dienstreise. Gerasimow, sowie sein Dienstkamerad Ogorodnikow, hat am 21. Februar 2016 Foto von seiner Auszeichnung mit der Suworow-Medaille Nr. 42747 hochgeladen, die ihm auf Putins Anordnung vom 19. März 2015 hin verliehen wurde. Am sonsten ist das Fotoalbum von diesem Beteiligten uninteressant.
Anmerkung: Die Suworow-Medaille ist eine staatliche Kampfauszeichnung, die 1994 eingeführt wurde. Damit werden Militärangehörige ausgezeichnet, die Tapferkeit und persönliche Courage bei der Verteidigung von Heimatland und staatlichen Interessen der Russischen Föderation im Kampf auf dem Lande, während des Kampfeinsatzes und im Militärdienst, bei den Manövern und Übungen, beim Staatsgrenzschutz der RF bekundet haben.
Interessanterweise überschneidet sich unser jetziger Ermittlungsfaden mit einem Artikel (s. „Und noch ein “Für Tapferkeit”-Medaillenträger: Fallschirmspringer der russischen 106. Luftlandedivision Eugen“, 5. März 2015), den wir von einem Jahr veröffentlich hatten, und in dem die Tatsache der Teilnahme des Militärangehörigen Jewgenij Kirjanow aus dem 51. Regiment aus Tula am Krieg auf Donbass bestätigt wurde. Bereits damals wurden unter seinen Fallschirmjäger-Freunden die „Donbass-Veteranen“ entdeckt, unter anderem auch die Subjekte der heutigen Untersuchung Ogorodnikow und Gerasimow. Dort waren dieselben Fotos vor dem Grenzschild an der ukrainischen Staatsgrenze vorhanden, sowie Panzerfahrzeug-Kolonnen inklusive BMD-Panzer mit der Bordnummer 525. Nach Ergebnissen unserer damaligen Publikation hatten diese Subjekte ihre Profile in den sozialen Netzwerken gesäubert. Ein Jahr später sind sie wieder locker geworden und begannen neue Einzelheiten ihrer Teilnahme im Krieg im Donbass zu veröffentlichen.
Dieses Material wurde von Irakli Komakhidze exklusiv für InformNapalm vorbereitet; übersetzt von Zoya Schoriwna; editiert von Irina Schlegel. Beim Nachdruck und Verwenden des Materials ist ein Hinweis auf unsere Ressource erforderlich.
CC BY 4.0

