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291. Artilleriebrigade der Streitkräfte Russlands im hybriden Krieg gegen die Ukraine. Teil 2

Die internationale Freiwilligengemeinschaft InformNapalm legt weiterhin Beweise für die Teilnahme der russischen Artillerie am Krieg im Donbass vor, und deckt dabei Informationen zu konkreten Abteilungen und russischen Kriegsverbrechern auf, die sich an den Beschüssen der Ukraine vom Territorium Russlands aus beteiligten. 

Die lokale ATO im Osten der Ukraine hätte noch vor anderthalb Jahren beendet sein können, als ukrainische Militärs erfolgreiche Offensive gegen „Neurusslands“ IBFs entwickelten. Wohl verstehend, dass die Initiative nicht auf ihrer Seite ist, gingen Russlands Streitkräfte zur niederträchtigen Taktik der Artilleriebeschüsse aus den an die Ukraine angrenzenden Bezirken des Rostower Gebiets Russlands über. Darauf folgte die russische Invasion mit Kräften von taktischen Gruppen, die an der Grenze stationiert waren. Es gibt viele Zeugnisse vom Geschehen jener Tage und trotz der Tatsache, dass russische Geheimdienste versuchen, diese Information zu verheimlichen, haben wir neue Fakten aufgedeckt, die die Teilnahme Russlands an den Kampfhandlungen im Osten der Ukraine im Sommer/Herbst 2014 belegen. Das erste Material aus dieser Serie haben wir am 18. Dezember veröffentlicht [1]. Am Beispiel eines Feldwebels und Zeitsoldaten der 291. Artilleriebrigade gelang es uns den Zeitraum und die genaue Route der „Dienstreise“ einer Batterie aus der Haubitzen-Division zu rekonstruieren.

In der neuen Untersuchung legen wir Einzelheiten zur „rostow-ukrainischen Dienstreise“ der 4. Haubitzen-Batterie aus derselben 291. Artilleriebrigade vor (Einheit Nr. 64670, Staniza Troizkaja, Inguschetien, im Verband der 58. Armee des Heeres, Südliches Militärbezirk), mit genauen Zeitangaben und Geografie der „Wanderungen“ von Artilleristen aus Inguschetien. Die Information wurde im Rahmen einer eigenen OSINT-Untersuchung gesammelt und wird anschaulich am Beispiel des „Kampfweges“ eines russischen Wehrdienstleistenden dieses Verbandes D.Hischnjak präsentiert.

Hischnjak Daniil, geb. 26. Juni 1994, Tihorezk, Krasnodarer Gebiet, Russland (VKontakte [2]: Profil [3], Fotoalbum [4], Freundesliste [5]; Zweites Profil [6]: Profil [7], Fotoalbum [8], Kontakte [9]; Odnoklassniki [10]: Profil [11], Fotoalbum [12], Kontakte [13]). Zum Wehrdienst wurde Hischnjak im November 2013 einberufen und der 291. Artilleriebrigade zugewiesen. Gekündigt Ende November 2014.

pref [14]

priziv [15]

Entsprechend der gesammelten Information rückte  die 4. Haubitzen-Batterie (Archiv [16]) der 291. Artilleriebrigade aus ihrem Stationierungsort in Staniza Troizkaja Mitte Juli 2014 aus. Die Kolonne bewegte sich über die Route Inguschetien-Nordossetien-Krasnodarer Gebiet-Rostower Gebiet in Richtung des an die Ukraine angrenzenden Bezirks Matwejewo-Kurganski mit Zwischenstopps, darunter auch in der Nähe des für Hischnjak heimischen Tihorezk (Siehe Navigations-Screenshots Wladikawkas-Tihorezk [17] und Tihorezk-Matwejew Kurgan [18]).

jps [19]

Photos von der Kolonne der 4. Batterie der schweren Haubitzen-Artilleriedivision im Juli 2014: Artillerieschlepper KamAZ-6501 und die von ihnen transportierten 152 mm Haubitzen 2A65 „Msta-B“ (Archiv zu einigen Photos davon: 1 [20], 2 [21], 3 [22]. 4 [23], 5 [24], 6 [25], 7 [26], 8 [27]):

marsh [28] prival [29]

s rodnioi.JPG 2 [30] s rodnioi.JPG 3 [31]s rodnioi [32]

Per 3-5. August 2014 stand die Batterie in einem Waldlager, das in der Nähe des Dorfes Stepanow des Matwejewo-Kurganski Bezirk des Rostower Gebiets aufgeschlagen wurde, 6-8 Kilometer von der Staatsgrenze mit der Ukraine entfernt (1 [33], 2 [34]).

xutor stepanovka [35]

Per 16-19. August wurde die Batterie in Feuerstellungen an einem anderen Ort registriert: im Raum des Dorfes Selesnjew in Matwejewo-Kurganski Bezirk des Rostower Gebiets, faktisch an der Grenze zwischen Russland und der Ukraine  (1 [36], 2 [37], 3 [38], 4 [39], 5 [40]). Auf diesen Photos sehen wir bereits Haubitzen, die bereits in Feuerstellung gebracht wurden, und Artilleristen, die offensichtlich keine Manöver abhalten. 

matveevo kurganski raion Se;eznev [41]

211 [42] 212 [43]

Per 9. September 2014 wurde die Batterie im Raum des Dorfes Fedorowski im Nordwesten des Neklinowski Bezirks des Rostower Gebiets registriert, in 5 km Entfernung von der Ukraine (1 [44], 2 [45]).

Federovka [46]

Zum 11-16. Oktober war die Batterie von der Grenze bereits abgezogen worden und befand sich im Raum des Dorfes Tschkalow des Neklinowski Bezirks des Rostower Gebiets (Kusminski Truppenübungsplatz). Auf den Photos sehen wir außer den Haubitzen „Msta-B“ die schweren 220 mm Mehrfachraketenwerfer „Uragan“, die vermutlich zur Bewaffnung derselben Artilleriebrigade gehören (entsprechende Analyse wird in den nächsten Publikationen bereitgestellt). Zum 16. Oktober verließ die Brigade das Feldlager und bewegte sich in einer Kolonne zu ihrem permanenten Stationierungsort in Inguschetien (1 [47], 2 [48], 3 [49], 4 [50], 5 [51]).

182 [52] 179 [53]

178 [54] 181 [55] 183 [56]

175 [57]

145 [58] 166 [59]123 [60]

Angaben zu Hischnjak Daniil [61] wurden bereits in der Datenbasis des „Myrotworez“-Zentrums veröffentlicht.

Fortsetzung folgt …

Siehe thematische Links zur 291. Artilleriebrigade:

 


Dieses Material wurde von Irakli Komaxidze [70] exklusiv für InformNapalm [71] vorbereitet; übersetzt von Irina Schlegel [72]. Beim Nachdruck und Verwenden des Materials ist ein Hinweis auf unsere Ressource erforderlich. 

CC BY 4.0