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Kriegsverbrecher aus der 15. „Friedensstifter“- Brigade. Ineditum

Die 15. „Friedensstifter“-Brigade aus Samara ist wahrscheinlich der „namhafteste“ Truppenverband Russlands, der mit der Einnahme der Krim und der ersten Phase von russischer Aggression im Osten der Ukraine assoziiert wird. Die internationale Freiwilligengemeinschaft InformNapalm hat mehrmals überzeugende Beweise für die Teilnahme der „Friedensstifter“ aus Samara am Krieg im Donbass vorgelegt. Aber die Archive von InformNapalm beinhalten Dutzende andere Kriegsverbrechen von „Friedensstiftern“, die vorher nicht veröffentlicht worden sind. 

Zwei Jahre sind seit dem Moment vergangen, als die russische militärisch-politische Führung ihren unerklärten Krieg gegen die Ukraine entfesselte. Provokatives Vorgehen der „neurussischen Fassaden-Separatisten“ wurde nicht nur durch die diversive Arbeit von Aufklärungsabteilungen des Speznas GRU und Spezialeinheiten Russlands gewährleistet, sondern auch durch die starke Angriffsgruppierung der Streitkräfte Russlands, die an der russisch-ukrainischen Grenze stationiert wurde. Gleich nach dem heimtückischen „Blitzkrieg“ auf der Krim begann Russland seine Kräfte in den an die Ukraine angrenzenden Regionen zu konzentrieren – in den Rostow, Woronesch und Belgorod Gebieten Russlands. Zum Ende Frühling 2014 wurde bereits eine starke Angriffsgruppierung aus bataillon- und kompanie-taktischen Gruppen aus dem Bestand der Bodentruppen von vier Militärbezirken (Südlichem, Zentralem, Westlichem und Östlichem), Luftlandetruppen und sogar Küstentruppen der Flotte (Marineinfanterie und andere Küstentruppen der Seestreitkräfte) zusammengestellt.

Die grösste Anzahl von taktischen Kampfgruppen war in den unmittelbar an den Donbass angrenzenden Regionen des Rostower Gebiets konzentriert, von wo aus in der Anfangsphase der verdeckten Invasion die Beschüsse des Territoriums der Ukraine geführt wurden. Die Hinzuziehung von russischen Truppen zu den Kampfhandlungen im Donbass wurde auf permanenter Basis verwirklicht, mit dem Ziel die Kampfaufgaben zu Gunsten der Separatisten zu lösen. Russische taktische Gruppen gingen blitzartig vor, nach dem Prinzip „Vorstoß-Rückzug“: nach der Ausführung einer Kampfaufgabe im Donbass und dem erzielten Situationsumbruch zu Gunsten der Separatisten wurden sie gleich wieder hinter die Grenze zurückgezogen.

Zur Vorhut der russischen Invasionskräfte wurden die bataillon-taktischen Gruppen der 15. selbstständigen Brigade (Einheit Nr. 90600, Roschinski Garnison, Wolschskij Bezirk, Samara Gebiet, ZMB) mit der zynischen Bezeichnung „Friedensstifter“, die mit den Zeitsoldaten komplettiert war, die die meiste Erfahrung in Gefechtsvorbereitung hatten. Nach den Ereignissen auf der Krim, im Frühling 2014, wurden die Samarer „Friedensstifter“ auf die Charkiwer Richtung ausgerichtet und in die Belgorod- und Woronesch-Gebiete verlegt. Die „Friedensstifter“ warteten zwei Monate lang auf einen Befehl zur Invasion in die Ukraine. Als Anlass sollte hier die Entstehung eines neuen Separatismus-Brennpunkts in Form der sogenannten „Charkiwer Volksrepublik“ werden. Da das Projekt „ChVR“ aber mit Pauken und Trompeten durchgefallen war, und die ganze Schwere der militärischen Konfrontation auf Donbass fiel, wurden die „Friedensstifter“ Anfang Sommer 2014 ins Basislager der rostower Gruppierung verlegt, das unmittelbar an der Grenze zur Ukraine, im Kamenski Bezirk des Rostower Gebiets, entfaltet wurde, was auch ihren operativen Einsatz wie in Luhansker so auch in Donezker Richtung ermöglichte.

Nach einer ganzen Serie von Entlarvungen bezüglich der Teilnahme von Samara-„Friedensstiftern“ am Krieg im Donbass hat das russische  Militärkommando und seine Geheimdienste eine umfangreiche Säuberung von Quellen des Informationslecks in den sozialen Netzwerken durchgeführt, wo die tapferen „Friedensstifter“ viele Spuren ihrer Beteiligung am Militärabenteuer in der Ukraine hinterlassen hatten. Der Grossteil persönlicher Profile von russischen Militärangehörigen wurde entfernt, viele Profile wurden umbenannt und ordentlich geleert, aber in den Archiven von InformNapalm sind Dutzende Zeugnisse für die Beteiligung von „Friedensstiftern“ am Krieg im Donbass enthalten, die wir in diesem Material Ihnen auch vorlegen wollen:

Trotz der Tatsache, dass das neue Profil von Morosow ihn als einen anständigen Familienvater darstellt, sind in unseren Archiven ein Paar Bilder aufbewahrt worden, die seine Teilnahme am Krieg gegen die Ukraine im Sommer-Herbst 2014 belegen. Sie wurden ins Album des Soldaten zwischen Herbst 2014 und Frühling 2015 hochgeladen, darunter gibt es ein Foto mit dem – allem Anschein nach in der Ukraine – getöteten Dienstkameraden Farik (diese Fotos wurden später gelöscht).

Die Information zum Kriegsverbrecher N.Tumanow ist auch in der Datenbasis von „Myrotworez“ enthalten.

Zeugnisse für die Beteiligung von Tumanow an einer „ukrainischen Dienstreise 2014“ inklusive der Auszeichung mit der „Für die Rückkehr der Krim“-Medaille und einer Fotoserie mit der Geolokation in der Krasnodon-Region der Ukraine sind noch immer in seinem Fotoalbum vorhanden. Von den neuen Fotos im Album des russischen Verbrechers sollte man das schockierende Foto eines getöteten ukrainischen Heimatverteidigers mit der nationalen Flagge erwähnen.

Auch in seinem Fotoalbum gibt es genug „Erinnerungen an die ukrainische Dienstreise“, darunter Bilder von vernichteten Panzern in der Zone der Kampfhandlungen.

Das Fotoalbum von W. Strelnikow ist weniger informativ, beinhaltet aber auch Zeugnisse einer „ukrainischen Dienstreise 2014“ (das erste Foto ist falsch datiert- mit 2013).

Seinen Wehrdienst leistete er 2013 auf der 4. russischen Okkupations-Militärbasis in der Region Samatschablo (sogenanntes Südossetien), Georgien. Später unterschrieb er einen Vertrag und wurde in die Samarer „Friedensstifter“-Brigade eingeteilt.

Das Fotoalbum von Tatarin enthält viele interessante Bilder, die seine „ukrainische Dienstreise 2014“ belegen, darunter ein Foto von der Medaille „Für die Rückkehr der Krim“, ein Foto mit dem Geotag aus dem Woronesch-Gebiet vom Mai 2014 und ein Foto von seiner späteren Verlegung ins Rostower Gebiet. Am interessantesten sind die Fotos von der Verwandlung der „Friedensstifter“ in „neurussische“ Söldner vom Juni 2014 (dasselbe Foto besitzt auch das erste Objekt dieser Untersuchung Sokolow). In seinem Fotoalbum ist ausserdem ein Foto von der Rast der „Friedensstifter“ vorhanden, das im März 2015 hochgeladen wurde und einen Geotag von Luhansk besitzt. Vermutlich ist dieses Foto aber aus einer wesentlich früheren Zeit und besitzt den falschen Geotag, denn die russischen Soldaten auf dem Foto sind nicht als Söldner der „neurussischen“ IBFs gekleidet, was sie normalerweise aber bereits vor der Grenzüberquerung der Staatsgrenze der Ukraine machen.

InformNapalm hat bereits viele Profile russischer Interventen archiviert, viele Profile der Okkupanten haben wir aber unter Kontrolle genommen und noch immer nicht publik gemacht. Es wird die Zeit kommen, wo alle russische Kriegsverbrecher namentlich genannt werden, früher oder später werden sie sich für die Ausführung von verbrecherischen Befehlen und die Teilnahme am unerklärten Krieg verantworten müssen. Nun bleibt uns aber nichts anderes übrig, als die Hektik zu beobachten, die diese OSINT-Untersuchung bei den russischen Geheimdiensten hervorrufen wird, die wieder mal hastig die Internetspuren von Verbrechen ihrer Soldaten zu löschen versuchen werden.

(UPD: Heute wurden wir tatsächlich einem neuen Cyber-Angriff seitens der russischen Geheimdienste ausgesetzt und die Webseite InformNapalm lag drei Stunden lang lahm).

Wir erinnern daran, dass es nicht das erste Mal ist, wo InformNapalm die „rostow-ukrainischen Dienstreisen“ der 15. SMSBr festhält. Der Kampfweg von Samarer „Friedensstiftern“ wurde in mindestens 7 unserer Publikationen zurückverfolgt:


Unter folgenden Links können Sie sich mit der Datenbasis von InformNapalm bekanntmachen, in der Beweise für die Beteiligung von über 61 Truppenverbänden Russlands am Krieg im Donbass zusammengefasst worden sind:

http://bit.ly/RussianPresence – in 12 Sprachen

http://bit.ly/RussianPresence/DE – auf Deutsch

 

Dieses Material wurde von Irakli Komakhidze exklusiv für InformNapalm vorbereitet; übersetzt von Irina Schlegel. Beim Nachdruck und Verwenden des Materials ist ein Hinweis auf unsere Ressource erforderlich. 

CC BY 4.0

 

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