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28. motorisierte Schützenbrigade aus Jekaterinburg wird nach Klinzy verlegt

Die OSINT-Experten der internationalen Freiwilligengemeinschaft InformNapalm dokumentieren nicht nur den Aufenthalt von russischen Soldaten im Donbass und auf der Krim, sondern gehen auch der Umdislozierung von Abteilungen der russischen Streitkräfte auf der ganzen Grenzlinie zwischen der Ukraine und Russland nach. Bedeutende Verstärkung der gegnerischen Kräftegruppierung entlang der ukrainischen Grenze wird seit dem Beginn des Konflikts beobachtet, aber Amtspersonen betrachteten die Möglichkeit einer allumfassenden Invasion eher skeptisch und nahmen als potentielle Gefahr nur jene Kräfte wahr, die auf die Truppenübungsplätze im Rostower Gebiet Russlands verlegt werden.

Anfang Mai begannen russische Medien aktiv die Information zu verbreiten, dass Russland an seinen westlichen Grenzen eine „schlagkräftige Panzerfaust“ zur Abwehr der NATO-Länder ballt.

Am 21. Mai äusserte der Verteidigungsminister der Ukraine Stepan Poltorak die Meinung, dass Russland auf seine Pläne die Ukraine einzunehmen nicht verzichtet hat und seine Gruppierung an der Grenze verstärkt, wobei die Aufstellung von zusätzlichen Truppenverbänden geplant ist.

In einer der vorigen Untersuchungen von InformNapalm [1] vom April 2016, in der es um den Wiederaufbau von einer Militärsiedlung im Bryansk-Gebiet ging, haben wir geschrieben, dass Mitte Mai Militärangehörige aus Jekaterinburg nach Klinzy eintreffen sollen. Damals hatten wir die Information dank dem Monitoring von Diskussionen in sozialen Netzwerken erhalten, die lokale Einwohner der Stadt Klinzy führten. Unter den Kommentaren zu Alltagsfragen tauchte die Information über die Wohnvermietung an Militärangehörige aus der Jekaterinburger Militäreinheit Nr. 61423 auf, wie auch über die genaue Zeit ihres Umzugs zum neuen Stationierungsort.

In der städtischen Zeitung „Wasche Delo“ vom 14. April 2016 [2]wurde davon gesprochen, dass am 25. März eine öffentliche Anhörung zur Bewilligung von Projekten zum Ausbau von militärischen Objekten in der Stadt abgehalten wurde. Es wurde bekannt, dass eins davon auf der Parkowaja-Strasse im Raum des „Trud“-Stadions [3] aufgeschlagen werden soll, und das andere Objekt – am Stadtrand in Sajmische. Am 1. April begann die Vorbereitung des Territoriums auf den Bau von Kasernen. Nach Medien-Angaben wurde die Ankunft von Militärangehörigen aber erst im September 2016 erwartet.

Aber mittels OSINT-Untersuchung haben wir die Information erhalten, dass am 24. Mai 2016 die Militärangehörigen aus der 28. selbstständigen motorisierten Schützenbrigade aus Jekaterinburg bereits in Klinzy des Brjansker Gebiets eingetroffen sind.

Klincu 3 [4] Klincu 2 [5]

Klincu [6]

Zusammen mit diesen Militärangehörigen ist in Klinzy auch der erste Zug mit Militärgerät [7] eingetroffen. Der zweite Zug wird gerade auf den Abtransport vorbereitet. Die Beförderung des Militärgeräts aus Jekaterinburg sollte zum Oktober 2016 abgeschlossen werden.

Klincu 4 [8]

Zum jetzigen Zeitpunkt wurden die Militärangehörigen in einem Feldlager [9] am Stadtrand einquartiert (Koordinaten: 52.7780623,32.2027034 [10]). Allem Anschein nach werden sie dort den Sommer verbringen, da die ehemaligen Militäreinheiten innerhalb der Stadt noch nicht wiederhergestellt sind. Auf den Fotos ist der Alltag in diesem Feldlager in Klinzy abgebildet:

_yldrOB1tSo [11] 72JvR6XLPfU [12] udSdRNU_saI [13]  ZVEkwjSZ6uI [14]

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Im Lauf des Monitorings von Kommentaren in sozialen Netzwerken haben wir einen Eindruck von der Stimmung der lokalen Einwohner von Klinzy bekommen. Viele sind über die neue Nachbarschaft nicht sonderlich begeistert und verstehen nicht, zu welchem Zweck die Militärangehörigen aus Jekaterinbung eingetroffen sind und vor wem genau sie Klinzy „verteidigen“ wollen. Russische Trolle bringen all die negativen Kommentare der Einwohner gleich auf politisches Thema und stempeln alle mit der Ankunft von den Militärangehörigen Unzufriedenen als „Brjansker Banderas“ ab. Aber lokale Einwohner suchen weiterhin nach Möglichkeiten, mit Militärangehörigen in Kontakt zu treten und was herauszufinden.

Es bleibt uns den russischen Militärangehörigen aus der 28. smSbr der russischen Streitkräfte nur die Worte aus der Krimer Rede von Dmitry Medwedew zu wiederholen: „Geld gibt es nicht, aber haltet durch hier“. Russische Steuerzahler müssen ein weiteres Mal für den sinnlosen Bau einer weiteren Militärsiedlung zahlen. Zum Vergleich: Der Bau von einer Militärsiedlung, zum Beispiel in Bogutschar des Woronesch-Gebiets, kostet nach vorläufigen Angaben [16] 2 Milliarden Rubel.

UPD: Ein paar Stunden nach der Veröffentlichung dieser Untersuchung haben lokale Medien der Stadt Klinzy detaillierte Angaben zur nächsten Ankunft von Militärangehörigen aus Jekaterinburg bereitgestellt [17]. So ist um 8:25 Uhr ein Zug mit schwerem Militärgerät und vier Personenwagen eingetroffen. Der Kommandeur des 3. motorisierten Schützenbataillons der 28. SMSBr Major Vitaly Sokolow berichtete über die Ankunft von 214 Militärangehörigen aus Jekaterinburg an ihrem neuen Stationierungsort in Klinzy. Er fügte hinzu, dass nun jeden Tag neue Soldaten eintreffen und die Reihen von Militärangehörigen auffüllen werden.

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Dieses Material wurde von Victory Krm [21] exklusiv für InformNapalm [22] vorbereitet; übersetzt von Irina Schlegel [23]. Beim Nachdruck und Verwenden des Materials ist ein Hinweis auf unsere Ressource erforderlich. 

Wir rufen unsere Leser dazu auf, unsere Publikationen aktiver in den sozialen Netzwerken zu verbreiten. Das Verbreiten der Untersuchungen in der Öffentlichkeit kann den Verlauf von Informationskampagnen und Kampfhandlungen tatsächlich brechen.
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