Infolge einer weiteren OSINT-Untersuchung hat InformNapalm ein neues Material vorbereitet, das zu verstehen lässt, wie die sogenannte „LVR-Volksmiliz“ mit Militärgerät der russischen Armee ausgerüstet wird und russische Soldaten nach Ergebnissen ihrer „Dienstreisen“ in den Donbas den Veteranen-Status erhalten.
Im Video mit den Manövern der „LVR-Volksmiliz“ sieht man auch anderes russisches Militärgerät, darunter Schützenpanzerwagen mit übermalten Bordnummern.
Um die taktischen Erkennungszeichen der 8. SMSBr ein weiteres Mal zu authentifizieren, haben wir mehrere Profile der russischen Soldaten aus der oben genannten Militäreinheit aus Tschetschenien beim sozialen Netzwerk „VKontakte“ untersucht. Auf den Bildern aus diesen Profilen sieht man Militärgerät mit ähnlichen Erkennungszeichen.
Das Profil des Soldaten der 8. SMSBr. namens Sergej Tschainikow (Archiv: https://archive.is/94Plc) enthält zwar keine Fotos, die explizit dem Donbas zuzuordnen sind, auf einigen Bildern, die am 4-5. Oktober 2014 hochgeladen wurden, gibt es jedoch klare Anzeichen dafür, dass sie nicht in Tschetschenien gemacht wurden, sondern aus einer „ukrainischen Dienstreise“ stammen (vermummtes Gesicht, Konzentration von Ausrüstung und Waffen, nichtkaukasische Landschaft, Stationierung auf einem Feld, unvorschriftsmäßige Uniform etc.).
Darüberhinaus wurden auch andere interessante Fotos entdeckt, darunter Kopien einiger Dokumente und Kommentare zu diesen. Am spannendsten ist der „Veteranenausweis“ (hochgeladen am 6. Mai 2015) mit der Nummer 0389711, ausgestellt vom russischen Verteidigungsministerium am 24. November 2014, unterzeichnet vom Personalchef des südlichen Militärbezirks Generalmajor S. Panewtschik. Brisant ist hier auch Tschajnikows Kommentar, dass er vor kurzem aus einem Kampfeinsatz zurückgekehrt sei und vorher leider nicht damit angeben konnte, dass er ein Veteran sei.
Angesichts der oben genannten wie auch zuvor ermittelten Informationen bezüglich der Beteiligung der 8. Brigade an den Kämpfen im Donbas, kann man davon ausgehen, dass das sogenannte 2. Infanteriebataillon der „LVR-Volksmiliz“ mit russischer Militärausrüstung und insbesondere mit leichtgepanzerten Mehrzweckzugfahrzeugen der 8. SMSBr. der russischen Streitkräfte ausgerüstet ist und der russische Zeitsoldat derselben Brigade S. Tschajnikow ein „Veteran“ des russischen Militärabenteuers in der Ukraine ist.
Das Thema des russischen gepanzerten Militärgeräts, das in der Ukraine gesichtet wurde, wurde sehr gut vom Blogger-Investigator «sled-vzayt» untersucht. Einer seiner letzten Beiträge hat leichtgepanzerte Mehrzweckzugfahrzeuge in der Variante mit einem großkalibrigen Maschinengewehr „Utes“ oder „Kord“ zum Thema.
Die 8. SMSBr. wurde von uns im Rahmen der „rostow-ukrainischen Dienstreisen“ mehrmals registriert, siehe Links zum Thema:
- „Die 8. SMSBr Russlands in der Ukraine“, 22. September 2014; (deutsch)
- „Eine Aufklärungsabteilung der 8. SMSBr an der Grenze zur Ukraine“; 8.Oktober 2014; (russisch)
- “Show Must Go On”, 30. Oktober 2014 ; (russisch)
- „Die „Für Tapferkeit“-Medaille“, 9. Dezember 2014. (deutsch)
InformNapalm hat mehrmals darauf hingewiesen, dass der Großteil unserer Publikationen auf Informationen von unseren aufmerksamen Lesern und Freunden basiert, die selbständig OSINT-Ermittlungen durchführen. Dieses Material wurde auf der Basis der Beobachtungen von Michael Net zusammengestellt, der das Militärgerät der 8. SMSBr. im Donbas entdeckt hat.
Dieses Material wurde von Irakli Komaxidze exklusiv für InformNapalm vorbereitet, übersetzt von Andrij Topchan; redigiert von Irina Schlegel. Beim Nachdruck und Verwenden des Materials ist ein Hinweis auf den Autor und unser Projekt erforderlich.
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