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Abgeschossene Kampfdrohne: Eine Spur der russischen Einheiten wurde ermittelt

Unter Hinweis auf das ATO-Pressezentrum melden wir, dass am 21. Mai in der Stadt Kramatorsk ein Briefing stattfand, im dessen Verlauf weitere Beweise für die Anwesenheit russischer Streitkräfte im Donbas vorgelegt wurden. Den Journalisten wurde eine Kampfdrohne russischer Herstellung – „Forpost“ – präsentiert, die im Uralsker Luftverkehrswerk (Stadt Jekaterinburg) nach einer Lizenz der israelischen Firma Israel Aerospace Industries (IAI) hergestellt wird.

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Die Kampfdrohne wurde am 20. Mai durch eine Speznas-Gruppe einer Abteilung des Regiments „Dnipro-1“ in Zusammenarbeit mit Soldaten des Zentrums für Sonderoperationen abgeschossen, die die Aufgabe der Aufdeckung und Unterbindung der Tätigkeit von Diversions- und Aufklärungsgruppen im Raum von Donezk erfüllen. Die russische Kampfdrohne führte einen Aufklärungsflug unweit der Ortschaft Wodjane durch.

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Abgeschossene „Forpost“-Drohne

Auch konnte die Zugehörigkeit der abgeschossenen Drohne „Forpost“ durch ihre Baunummer bestätigt werden: „923“. Eine Drohne mit der gleichen Nummer wurde in der Aktiengesellschaft „Uralsker Werk für zivile Luftfahrt“ in einer Fotoreportage des „Zentrums für Analyse der Strategien und Technologien“ festgehalten. Diese Fotoreportage wurde in „Livejournal“ [3] veröffentlicht.

Bemerkenswerterweise wird die ganze Produktionslinie der israelischen Aufklärungs-Kampfdrohnen IAI Searcher Mk II von diesem Werk unter der Bezeichnung „Forpost“ an die Streitkräfte der Russischen Föderation geliefert.

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Fertiggestellte taktische Kampfdrohnen „Forpost“ (IAI Searcher Mk II) in der Werkhalle des „Uralsker Werks des Luftverkehrs“. Jekaterinburg, 11.11.2013. Foto: Denis Fedutinow.

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Nach Angaben des Zentrums für Analyse des Weltwaffenhandels wurden im April 2009 zwei israelische Kampfdrohnen „Searcher Mk. II“ für 12.000.000$ durch die russische Seite eingekauft. Ausgehend davon kann man den Preis für eine Drohne mit etwa 6 Millionen US-Dollar taxieren.

Ausgehend von neueren Angaben der staatlichen Einkäufe Russlands und eines Zuteilungsbescheids zur Ausführung von Sicherheitsinspektionen für den Betrieb der Drohnen „Forpost“ für den Bedarf des Verteidigungsministeriums Russlands wurden die Nummern der Militäreinheiten ermittelt, bei denen sich diese Kampfdrohnen in der Bewaffnung befinden:

– Militäreinheit Nr. 20924 (Kolomna, Gebiet Moskau) – 2 Komplexe;

– Militäreinheit Nr.30866 (Tschernjachowsk, Gebiet Kaliningrad) – 2 Komplexe;

– Militäreinheit Nr. 44936 (Budjonnowsk, Gebiet Stawropol, und Mosdok, Nordossetien) – 2 Komplexe;

– Militäreinheit Nr. 49324 (Seweromorsk, Gebiet Murmansk) – 2 Komplexe;

– Militäreinheit Nr. 69262 (Jelisowo, Kamtschatka) – 2 Komplexe.

Anmerkung: Die Angaben mit den Militäreinheit-Nummern wurden den russischen Dokumenten zu Staatseinkäufen „D GOS 22“ in Redaktion vom 17.04.2015 [6] entnommen. Im Punkt 3.2 „Orte der Ausführung der Sicherheitsinspektion für den Betrieb der Kampfdrohnen-Komplexe „Forpost““ wurden die genauen Stellen der Arbeitsausführung und die Empfänger angegeben.

Wir erinnern daran, dass in unserem Material vom 8. Mai 2015 „Über die Abenteuer einer Kampfdrohnen-Kompanie der 19. motorisierten Schützenbrigade in der Ukraine“ [7] das Profil des russischen Militärangehörigen Nikolaj Belokobylenko erwähnt wurde, der sich vor dem Stadion „Donbas-Arena“ (Donezk, Ukraine) mit mehreren anderen Militärangehörigen mit Waffen in den Händen fotografieren ließ. Dieser Militärangehörige hat einen Abschluss am Zentrum für Ausbildung der Kampfdrohnenspezialisten (Militäreinheit Nr. 20924, Kolomna, Gebiet Moskau), diese Militäreinheit steht ebenfalls auf der obengenannten Liste und besitzt Kampfdrohnen „Forpost“ in ihrer Bewaffnung.

Somit wurden vom InformNapalmTeam im Laufe der durchgeführten Analyse und Aufklärung von offenen Informationsquellen (OSINT) genaue Angaben zu den Einheiten ermittelt, deren Militärangehörige an der Geländeerkundung für Artillerie- und Aufklärungsgruppen der VRSK (vereinte russisch-separatistische Kräfte) hätten teilnehmen können.


Roman Burko [8] für InformNapalm [9]; übersetzt von Irina Schlegel [10].

CC BY 4.0