Heute haben uns Einwohner von Luhansk, die mehrere Wochen lang nicht mit uns hatten in Verbindung treten können, einen Algorithmus zugeschickt, nach welchem die Söldner und Terroristen Russlands ihre Provokationen zur Vernichtung der Stadt und ihrer Zivilisten durchführen. Die Resultate ihrer Gräueltaten versuchten sie zweckgebunden auf Beschüsse durch die ukrainische Armee abzuwälzen. Die Mehrheit der Bürger, aufgedreht durch die russische Propaganda, nahm diese „Aufführungen“ für bare Münze, auch wenn diejenigen, die fähig waren, Fakten ausgewogen nebeneinanderzusetzen, verstanden, wer Luhansk in Wirklichkeit vernichtet.
Indem wir Angaben von Einwohnern von Luhansk nebeneinandergesetzt und den Algorithmus mit Transparentpapier anderer Städte darüber gestülpt haben, haben wir festgestellt, dass der Algorithmus des Vorgehens der Terroristen unverändert bleibt.
Seine allgemeine Systematik ist folgende:
Variante 1: Aus Punkt A wird von den Söldnern Beschuss in Richtung Punkt B geführt, dann gibt es eine Pause, und dann werden aus Punkt A ein Paar Schüsse in die Richtung abgegeben, wo sich die ukrainischen Streitkräfte befinden. In der Zeit eilen schon Söldner zusammen mit „Journalisten“ von „LifeNews“, „RT“ zum Punkt B, oder sie warten da schon vor Ort auf den Beschuss. Vor Ort ist bereits wenigstens ein unverzichtbarer Schauspieler (vorzugsweise eine Frau), die vor der Kamera in Wehklagen ausbricht, dass sie durch „faschistische Strafkommandos“, „Banderowzy“ und „Kyjiwer Junta“ beschossen worden sei.
Variante 2: Aus Punkt A wird ein Beschuss des Punkts B durchgeführt, und aus Punkt C auf Punkt D. Und hier das Interessanteste: Punkt A befindet sich immer in 50 bis 150 Meter Entfernung vom Punkt D. Und weiter alles dem Drehbuch nach. Am Punkt B sind Journalisten, und am Punkt A laufen besorgte Terroristen herum und suchen nach Diversanten der ukrainischen Armee, die angeblich den Punkt B beschossen hätten, und die sie selbst wiederum aus dem Punkt C beschossen aber verfehlt hätten und leider-leider den Punkt D trafen.
Variante 3: Aus Punkt A wird ein Beschuss der Punkte B, C, D, E geführt… Wenn man die Punkte B, C, D, E auf die Karte einzeichnet, kommt ein Kreis heraus, im Zentrum dessen immer ein wichtiges Objekt der Terroristen liegt. Journalisten braucht man hier nicht sonderlich. Denn die lokalen Einwohner kennen die Söldner-Objekte eh, und ihrer Meinung nach werden die Söldner ihre eigenen Objekte nicht unter Beschuss nehmen (wobei: Wen opfert man nicht alles der „Reichtümer des Neurusslands“ wegen).
Zunächst haben wir diese Information mit Skepsis aufgenommen, denn die wichtigste Regel, die wir anwenden, ist das Fehlen eines voreingenommenes Bezugs zu beiden Konfliktseiten, obwohl die Informationen über Provokationen durch Söldner ziemlich oft bestätigt wurden. Wir haben einige Fakten zusammengeführt und beschlossen, diesen Algorithmus am Beispiel von Donezk nachzuprüfen, wo mehrere Tage in Folge eine Reihe von Provokationen registriert wurde. Tatsächlich findet in Donezk ein Krieg zwischen den Söldnern verschiedener Gruppierungen statt. Die Gründe für diesen Krieg sind sehr unterschiedlich: von der Umverteilung von Kriminalität-Einflusszonen bis hin zu ideologischen internen Konflikten.
Aber sogar in diesem Krieg passieren gewisse Kasus.
Vor ein paar Tagen erklärten die Söldner, dass die ukrainischen Streitkräfte ins Bergwerk „Schurowka“ eingefallen seien. Es ist seltsam, aber die ukrainische Armee weiß nichts davon, dass sie da drin sei. Daraufhin begann ein starker Beschuss des Bergwerks „Schurowka“ und dessen Umgebung aus dem Bezirk Petrowski der Stadt Donezk an. Die Terroristen imitierten sogar eine Technikbewegung in Richtung Alexandriwka. Dann kam die Antwort auf die Wohngegenden des Bezirks Petrowski von der Seite von Schurowka.
Dabei erzählt ein Zeuge Folgendes: „Ich sehe, wie zwei Minibusse gekommen sind. Daraus zogen sie zwei Mörser heraus. Sie begannen das Feuer in Richtung Schurowka zu führen. Sie haben fünf Salven abgeschossen. Danach nahm ihr Chef das Telefon und wählte eine Nummer.. Die Einheit rollt alles zusammen und fährt weg. Genau 10 Minuten später kommen von der Seite von Schurowka Geschosse angeflogen, direkt neben dem Ort, wo die Einheit gearbeitet hat, und bedecken dabei auch die Wohnhäuser“.
Wir haben dem zuerst auch keine Bedeutung beigemessen und dachten sogar an irgendwelche Absprachen zwischen den Kommandeuren der unteren Ränge.
Außerdem hatten die Söldner noch vor dem Beginn der internen Konflikte das Ziegel- und Betonwerk des Wohnviertels Trudowski für Angriffe auf den Bezirk Petrowski in Donezk benutzt. Der Algorithmus stimmte mit dem von Luhansker Einwohnern beschriebenem Beispiel tatsächlich überein. Die Sache ist, dass für einen Beobachter aus dem Bezirk Petrowski ein Schuss aus den genannten Objekten tatsächlich einem Schuss vom Checkpoint in Krasnohoriwka ähnelt.
Damit verständlich wird, was passiert, fügen wir diesem Beitrag einen Screenshot der Karte bei:
Auf diese Weise kann man, wenn man den Punkt A kennt oder diesen im Lauf des Beginns einer Provokation errechnet, den Söldnerbeschuss vereiteln oder aufhalten.
Autor: Roman Burko; Quelle: InformNapalm; übersetzt von Irina Schlegel
