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Anti-Terror-Operation in der Ukraine. Zusammenfassung und Stand zum 2. August 2014, 12:00 Uhr

Die Truppenverschiebung aus Russland in Richtung Rowenki und Swerdlowsk wird weiter fortgesetzt. Wenn man bedenkt, dass sich die russischen Truppen in der Nähe des Ortes Gukowo eingegraben haben, dann musste die Entscheidung des ATO-Oberkommandos, die ukrainischen Truppen aus dem Gebiet Krasnopartisansk zurückzuziehen, richtig gewesen sein. Es stimmt schon, dass dabei ein Teil der Grenze ungeschützt war, aber dadurch bleiben ukrainische Einheiten unversehrt. Außerdem, im Falle eines erfolgreichen Angriffs auf Schachtarsk, Tores und Snischne vom Westen und Nordwesten sowie von Saur-Mohyla aus in Richtung Dmitrowka-Djakowo-Rowenki würden die Terroristen in Richtung der Russischen Föderation (RF) verdrängt und so zum Problem der Empfängerseite d.h. der russischen Grenzposten werden. Dann bekommt die Weltgemeinschaft die Möglichkeit, das wahre Gesicht Putins zu erblicken.

Die Informationen unserer Gruppe InformNapalm haben die taktische Einkesselung von ATO-Einheiten bei Lutuhino bestätigt. Den ATO-Kräfte gelang es nicht, die Kontrolle über die Route M04 zu sichern und so wurden sie bei Georgiwka und Lutuhino eingekesselt. Da die Angriffe der Terroristen alias prorussischen Separatisten von den russischen GRU-Experten des Generalstabes (Militäraufklärung) geleitet werden, – die letzten Ereignisse zeigen nämlich, dass die Terroristen taktisch professionell kämpfen – und nicht vom Gesindel der Kriminellen, die offiziell nur vor den Kameras erscheinen, können wir demnächst Angriffe auf die ATO-Kräfte aus den Ortschaften Rowenki und Altschewsk erwarten (siehe Karte).

In den letzten 24 Stunden wurden Gegenschläge von Terroristen in der Ortschaft Schachtarsk, entlang der Route N 21 und in der nordöstlichen Richtung (Kirowskoje und Rassypnoje) fortgesetzt. Anzumerken wäre aber, dass bei einem erfolgreichen Vorankommen der ATO-Kräfte in die Ortschaft Faschtschewka ein Gegenschlag aus den Ortschaften Stachanowe und Irmino in Richtung Schachtarsk zu erwarten wäre, welcher die angreifende Gruppe abschneiden könnte. Weiteres wäre abzuwarten.

Wahrscheinlich wird dieser von uns prognostizierte Schlag gegen die in Richtung Perwomajsk angreifende Gruppe doch nicht erfolgen, da die Terroristen gestern einen dazu günstigen Moment verpasst haben und wir davon profitieren können. Aber das Konzentrieren terroristischer Kräfte bei Perwomajsk, Irmino, Stachanowe, Brjanka und Kirowsk läuft weiter. Heute haben wir auf der Karte die Markierung bei Lyssytschansk ein wenig abgeändert, indem die nördliche Verteidigungsgrenze der Terroristen etwas nach unten verschoben wurde. Da eine Einschätzung der Gruppe der Terroristen im obengenannten Bereich und der Gruppe, die früher bei Lyssytschansk war, von einer ungefähren Parität der Kräfte zeugt, wobei nach allen Regeln der Militärkunst die angreifenden Kräfte zur Durchführung einer erfolgreichen Operation die Kräfte der Verteidiger um das 3-4 fache übersteigen müssen, bietet sich die Schlussfolgerung, dass die Terroristen sich bewusst auf die neuen Positionen zurückgezogen haben. Das ist ein strategisches Manöver und nicht als Zugzwang zu verstehen. Diese Tatsache soll berücksichtigt werden.

Zu Horliwka und Donezk: Die Terroristen haben sich für die Gegenangriffe bei Marijinka und Charzysk-Schachtarsk umgruppiert. Die Einkesselung der Gruppe der Terroristen in Horliwka läuft weiter. Noch ist Jassynuwata nicht zum Stein des Anstoßes geworden, daher sind noch keine bedeutsamen Erfolge beim Einschließen dieses Gebietes zu verzeichnen.

Nun würden wir hier gerne einen Ratschlag geben. Da die ukrainischen Kräfte noch nicht gegen reguläre Streitkräfte kämpfen, sondern gegen die Kräfte Russlands, die sich als Terroristen tarnen, wieso vergisst man ständig diese Tatsache? Wenn man einen großen Wunsch verspürt, Donezk mit minimalen Verlusten zu befreien, dann müsste man dieselbe Taktik anwenden wie der Gegner. Erinnern wir uns daran wie die Invasion der Terroristen auf Donbass angefangen hat. Man eroberte Slowjansk und bezog dort Stellung, dann ging man weiter zu Kramatorsk und bezog dort ebenfalls Stellung, danach griff man weiter von befestigten Stellungen in der jeweiligen Ortschaft aus an usw. Die ATO Kräfte jedoch handeln auch heute noch nach den alten UdSSR-Militärvorschriften: Man nehme eine Stadt ein und ziehe weiter. Als Ergebnis gibt es Sabotageakte im Hinterland. Was, wenn man versuchen würde, zunächst das Problem von Perwomajsk zu lösen und erst dann zum Angriff auf Schachtarsk übergeht? Unter ‚Problemlösung‘ verstehen wir folgende Vorgehensweise: Eine Stadt einnehmen, sie ausmisten bzw. sich aller in der Kollaboration mit den Terroristen verdächtigten Personen anzunehmen, d.h. diejenigen vorläufig bis zur Klärung der Umstände zu verhaften, die die Terroristen gesponsert oder unterstützt haben. Hierbei greift die folgende Regel: Wer schon einmal die Waffe in der Hand gehalten hat, ohne dafür eine Berechtigung zu haben, ist ein Verbrecher, unabhängig davon, ob aus dieser Waffe geschossen wurde oder nicht. Zu streng? Jawohl, sonst bekommen unser eigenes Tschetschenien für die nächsten 10 Jahre…

Übersetzt von Irina Diana Bulanowa/Julia Pohl/Viktor Duke

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