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Wozu bewahrt ein russischer Offizier die Aufnahme einer Audiokonferenz in seinem Cloud-Account auf?

Die internationale Freiwilligengemeinschaft InformNapalm setzt die Publikationsreihe [1] mit den Resultaten der Analyse von Angaben fort, die die Hackergruppen Falcons Flame [2] und Trinity [3] infolge der Angriffe auf persönliche Accounts und E-mail-Adressen der russischen Söldner und aktiver Militärangehöriger der russischen Streitkräfte erhalten haben, die an der militärischen Aggression gegen die Ukraine beteiligt sind.

Wir möchten daran erinnern, dass im Rahmen der Mai-Operationen #opMay9 [4] und #opMay18 [5] ukrainische Cyber-Ritter der Informationsstruktur der russischen Terroristen und Besatzungsmacht einen wesentlichen Schaden zugefügt haben, indem sie ihre Propagandaquellen lahmlegten und auf ihren Webseiten kritische Mitteilungen an den Tagen platzierten, die mit den symbolträchtigen Daten, dem 9. und 18. Mai, zusammenhängen.

Im Kontext dieser Untersuchung möchten wir anmerken, dass Ende April InformNapalm den Artikel „Russische Streitkräfte setzten die Störstation R-330Zh “Zhitel” bei den Kämpfen um Debalzewe ein“ [6] veröffentlicht hat. Die Beschaffung von einzigartigen Bildern aus dem Inneren der Störstation R-330Zh „Zhitel“ war nur dank der ukrainischen Hacker möglich, die uns diese Bilder zusammen mit dem Datenmassiv aus dem Cloud-Account eines russischen Militärangehörigen übergeben hatten. Im Lauf der weiteren Analyse dieses Datenmassivs haben unsere Aufklärer unter all den Bildern, Dokumenten und Musik noch Aufzeichnungen von Audiokonferenzen und Funkgesprächen entdeckt.

Den Großteil dieser Angaben haben wir an die ukrainischen Geheimdienste zwecks Ergreifen der notwendigen Massnahmen weitergeleitet, aber einen Teil der Information, darunter auch die Aufnahme einer Audiokonferenz des sogenannten „1. Armeekorps der DVR“ der russischen Besatzungsmacht im Donbass, stellen wir nun der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung. Die Aufnahme wurde Ende 2015 bis Anfang 2016 gemacht. Für uns bleibt es noch ein Geheimnis, wozu der russische Offizier derartige Aufnahmen in seinem Cloud-Account aufbewahrte, und wo und von wem sie später verwendet wurden. Einen Teil dieser Konferenz kann man sich hier anhören [7].

An dieser Audiokonferenz nehmen teil:

Die Konferenz wurde dem Stand der Erfüllung von Aufgaben gewidmet, die vom russischen Kommando gestellt wurden:

Führen wir ein paar Auszüge aus dem Vortrag eines Offiziers aus der sogenannten 1. smSbr mit dem Rufzeichen „Legalo“ auf der geschlossenen Audiokonferenz an:

„Die Verlegung von Militärgerät wurde zu 50% ausgeführt. 7 Panzer sind außer Betrieb, weitere 7 befinden sich im Reparatur-Bataillon, der Miniatur-Truppenübungsplatz ist noch im Bau. Zum jetzigen Zeitpunkt sind 9 mobile Panzerabwehr-Gruppen aufgestellt worden, jeweils 3 für jedes Bataillon. Bis Samstag wird die Befestigung im vordersten Bereich der Demarkationslinie und der Bau des Musterstützpunktes für Kompanien beendet. Ein Offizier des 1. Armeekorps beabsichtigt zusammen mit „Bars“ zu kommen, um die Befestigungsanlagen zu inspizieren. Diese Woche werden das 1. und das 3. Bataillon ihre taktischen Manöver beenden. Die Depots mit Raketenartillerie wird die Brigade nicht verlegen. Zu 90% sind die Mängel in der Dokumentation behoben worden, die verstärkte Vorbereitung der Brigade auf die Inspektion durch den Kurator aus dem 12. Kommando des Südlichen Militärbezirks der Streitkräfte Russlands findet gerade statt“. 

Ihrerseits grüssen auch die Cyber-Ritter Falcons Flame [2] und Trinity [3] die russischen Militärangehörigen, die die Bandenformationen der Söldner im Donbass betreuen, aus der Lwiwer U-Bahn und erinnern daran, dass alles Geheime früher oder später ans Tageslicht kommt:


Dieses Material wurde von Michail Kusnezow [8]  auf der Basis der Angaben von Hackerallianz Falcons Flame [2] und Trinity [3] exklusiv für InformNapalm [9] vorbereitet; übersetzt von Irina Schlegel [10]. Beim Nachdruck und Verwenden des Materials ist ein Hinweis auf unsere Ressource erforderlich.

Wir rufen unsere Leser dazu auf, unsere Publikationen aktiver in den sozialen Netzwerken zu verbreiten. Das Verbreiten der Untersuchungen in der Öffentlichkeit kann den Verlauf von Informationskampagnen und Kampfhandlungen tatsächlich brechen.

Die Angaben wurden von den Hackern der ukrainischen Cyberallianz exklusiv an InformNapalm zwecks Analyse und weiteren Veröffentlichung übergeben. Die Redaktion von InformNapalm trägt keine Verantwortung für die Erstquelle und die Herkunft der Angaben.

Sie können auch die Arbeit unserer Ressource unterstützen und für die Weiterentwicklung unseres Projekts auf der Seite Crowdfunding [11] spenden. Der gesamte Erlös wird ausschließlich für die technische Unterstützung von InformNapalm verwendet.
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