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Beweise der „ukrainischen Dienstreise“ der 120. Artilleriebrigade der Streitkräfte RF

Es wurden Militärangehörige der 120. Artilleriebrigade identifiziert, die am Artilleriebeschuss der Ukraine beteiligt waren.

Die 120. Artilleriebrigade (ME 59361, stationiert in Jurga, Kemerowo Gebiet, Russland) der 41. Armee des Heeres des Zentralen Militärbezirks wurde schon oft von uns bloßgestellt, was in den entsprechenden Publikationen der internationalen Aufklärungsgemeinschaft InformNapalm (IN) wiederspiegelt wurde. Zum ersten Mal wurde die 120. Artilleriebrigade im Mai 2015 erwähnt, als Artilleristen dieses Truppenverbandes im Bestand russischer Vorstoßtruppen entdeckt wurden, die man im Basislager in der Nähe von Millerowo Rostower Gebietes ansammelte. In der zweiten Publikation handelte es sich um die Teilnahme der 120. Artilleriebrigade an der Kampfdienstreise nach Syrien im März 2016, als ihre Militärangehörigen in der Nähe von Palmyra bemerkt wurden.

Jedoch gab es im ersten Fall nicht genügend Informationen bezüglich der „ukrainischen“ Dienstreise von Artilleristen aus Jurga, in dieser Publikation wird diese Lücke gefüllt.

Nach OSINT-Ergebnissen (Open Source INTelligence) Untersuchung wurden russische Militärangehörige aufgedeckt, die sich von Oktober 2014 bis Februar 2015 auf der „rostower-ukrainischen Dienstreise“ im Bestand der 120. Artilleriebrigade befanden (152-mm-Haubitzen 2A65 „Msta-B“). Als Hauptquelle der Information diente die Profilseite eines russischen Zeitsoldaten, die uns half, Ereignisse chronologisch und geographisch einzuordnen.

Untersuchungsobjekt: Pawel Walerjewitsch Berdnik

Geb. am 08.07.1992 in Myski des Kemerowo Gebiets.
Leistete seinen Wehrdienst in 2012-2013 bei der Artillerieabteilung der 59. selbstständigen motorisierten Schützenbrigade (ME 44980, Sergejewka bei Ussurijsk).
Seit 03.10.2014 – Zeitsoldat bei der 120. Artilleriebrigade als Richtschütze.
Soziale Netzwerke: VK (Archive des Profils: 1, 2, Fotoalben, Kontakte), OK (Archive des Profils, Fotoalben, Kontakte).
Direkt nach der Unterzeichnung des 3-jährigen Vertrages wurde Berdnik in der zweiten Hälfte von Oktober 2014 in die Rostower Dienstreise abkommandiert.

Bei der Untersuchung der Fotos von Berdniks Profilseiten wird offensichtlich, dass es sich um keine einfache Übungsreise, sondern um eine langfristige Kampfdienstreise der Artilleristen aus Jurgino handelt. Vieles deutet darauf hin, sowohl die Chronologie und Geographie der Bilder als auch eine Reihe indirekter Indizien: unterschiedliche Kleidung, schmuddeliges, nicht vorschriftengemäßes Äußeres des Bestandes, unerlaubte Gesichtsbehaarung und vorschriftenwidrige Haarschnitte der Soldaten. Der Haubitzenverband hielt sich nicht lange am selben Ort auf, sondern wanderte von einer Position zur anderen, das wird deutlich aus einer Reihe von Bildern und Kommentaren zu ihnen (oft mit fehlerhafter Schreibweise): „Ural wie Zuhause“, „Vorbereitung zum Sturmangriff“, „Wir schlagen zu“.

 

Den Geotags nach ist es der Kujbyschewo Bezirk Rostower Gebiets (eine Gegend, die an die Donezker und Luhansker Gebiete der Ukraine unmittelbar angrenzt, aber relativ weit von lokalen Übungsschießplätzen entfernt ist) – die Artillerieabteilung der 120. Brigade war wohl auf einer ziemlich breiten Front tätig.

Natürlich dürfen auch keine Fotos mit der Flagge der „DVR“ fehlen, die das Wesentliche der „rostower-ukrainischen Dienstreise“ der Artilleristen der 120. Brigade aus Jurga unmissverständlich offenbaren.

P.Berdniks Kollegen bei der 120. Artilleriebrigade, die an der „rostower-ukrainischen Dienstreise“ teilnahmen.

1. Dmitrij Sachanow

Geb. am 31.08.1994 in Jurga, Zeitsoldat der 120. Artilleriebrigade.

Soziale Netzwerke: VK1, VK2 (Archive der Profile 1, 2; Fotoalben 2, Kontakte 2).

Im Dmitrij Suchanows Fotoalbum wurden im Januar 2015 hochgeladene Bilder mit dem Geo-Tag „Kujbyschewski Bezirk“ (Rostower Gebietes) entdeckt. Sachabow wurde auch auf einem Gruppenfoto aus dem Album von Berdnik während seiner „rostower-ukrainischen Dienstreise“ in 2014 erkannt.

2. Ruslan Achmetschin

Geb. am 10. Mai (Geburtsjahr unbekannt) in Tomsk

Zeitsoldat der 120. Artilleriebrigade. Soziale Netzwerke: VK (Archive des Profils, Fotoalben, Kontakte).
Im Fotoalbum von Achmetschin wurden einige in 2014-2015 (während der „Dienstreise“) hochgeladene Bilder entdeckt, darunter auch Bilder der An– und Abreise im Rostower Gebiet mit einem Transportflugzeug Il-76 und unter Feldbedingungen. Achmetschin wurde auch auf dem Gruppenfoto von Pawel Berdnik während seiner „rostower-ukrainischen Dienstreise“ in 2014 erkannt.

Das Gruppenfoto der Abreise aus dem Rostower Gebiet, das auf Achmetschins Seite im Februar 2015 hochgeladen wurde, ist einer näheren Analyse wert. Dank diesem Bild konnten weitere seiner Kollegen der 120. Artilleriebrigade identifiziert werden.

3. Anatolij Jaroslawow

Geb. am 10.02.1992 in Prokoljewsk, Kemerowo Gebiet. Zeitsoldat der 120. Artilleriebrigade.

Soziale Netzwerke: VK (Archive des Profils 1, 2, Fotoalben, Kontakte), OK (Archive des Profils, Fotoalben, Kontakte).

Im Jaroslawows Album wurden einige seiner Bilder mit der Flagge der „DVR“ gefunden, die im Januar 2015 hochgeladen wurden. Jaroslawow selbst wurde auch auf dem oben gezeigten Gruppenfoto im Achmetschins Album vor der Abreise der Militärangehörigen aus der „rostower-ukrainischen Dienstreise“ in 2014 erkannt.

4. Sergej Romanow

Geb. am 30.07.1993 in Kemerowo. Zeitsoldat der 120. Artilleriebrigade.

Soziale Netzwerke: VK (Archiv des Profils, Fotoalben).

Auch Romanow wurde auf dem oben gezeigten Gruppenfoto im Achmetschins Album vor der Abreise der Militärangehörigen aus der „rostower-ukrainischen Dienstreise“ in 2014 erkannt.


5. Iwan Dobrezow

Geb. in Sokolowo, Region Altai. Zeitsoldat der 120. Artilleriebrigade.

Soziale Netzwerke: VK (Archiv des Profils, Fotoalben, Kontakte).

I.Dobrezow wurde auf dem Gruppenbild auf dem Flugplatz aus Achmetschins Fotoalbum auch erkannt.

 


6. Alexander Tuchwatulin

Zeitsoldat der 120. Artilleriebrigade.

Soziale Netzwerke: VK (Archiv des Profils, Fotoalben, Kontakte).

Im Tuchwatulins Fotoalbum wurde ein Bild mit dem Geotag „Kujbyschewski Bezirk“ (Rostower Gebiets) entdeckt, das im Dezember 2014 hochgeladen wurde und dem Zeitraum der „Dienstreise“ entspricht. Tuchwatulin wurde auch auf dem Gruppenfoto im Achmetschins Album erkannt, das in den letzten Augenblicken der „rostower-ukrainischen Dienstreise“ auf dem Flugplatz in 2014 aufgenommen wurde.

Abgesehen von den oben aufgelisteten Figuranten sollte man auch andere Veteranen der „rostower-ukrainischen Dienstreise“ aus der 120. Artilleriebrigade vorstellen.

7. Maxim Schukajlow

Geb. am 22.09.1992 in Tomsk, Zeitsoldat der 120. Artilleriebrigade.
Soziale Netzwerke: VK (Archiv des Profils, Fotoalben, Kontakte), OK (Archiv des Profils, Fotoalben, Kontakte).
Im Schukajlows Album wurde eine Reihe von Fotos aus der Zeit der Dienstreise gefunden, die im November-Dezember 2014 hochgeladen wurden.

8.  Dmitrij Steinikow

Geb. in 1993 in Jurga, Zeitsoldat der 120. Artilleriebrigade.
Soziale Netzwerke: OK (Archiv des Profils, Fotoalben, Kontakte)
Im Steinikows Album wurde ein Foto eines Ausweises des Veteranen der Kampfhandlungen Nr. 0570488 gefunden, der vom Leiter der Personalabteilung des Zentralen Militärbezirks Generalmajor A.Jarenko unterschrieben und am 5. Dezember 2016 ausgegeben wurde. Ähnliche Papiere haben wir schon oft bei anderen russischen Kriegsverbrechern – „Donbass Veteranen“ – beobachten können.

Anmerkung: Leiter der Personalabteilung des ZMB Generalmajor A.Jarenko wurde schon in den Untersuchungen von IN vom März 2015 erwähnt, damals war er noch im Rang des Obersts.

Natürlich könnten Skeptiker bemängeln, dass ihre Anwesenheit in Rostow noch nichts beweist. Es gibt aber genügend Hinweise, die die Teilnahme von Berdnik und seinen Kollegen von der 120. Artilleriebrigade am unerklärten Krieg gegen die Ukraine bestätigen. Wir möchten Sie auch an andere Artillerieverbände der Streitkräfte RF erinnern, die in den an die Ukraine angrenzenden Bezirken des Rostower Gebiets oder unmittelbar auf dem Territorium der Ukraine beobachtet wurden. Seltsamerweise stimmt ihre Anwesenheit mit den Zeiten der massiven Artilleriebeschüsse der Positionen ukrainischer Streitkräfte, aber auch friedlicher Städte und Dörfer der Donezker und Luhansker Gebiete überein.

Das Thema der Artilleriebeschüsse des ukrainischen Territoriums seitens Russlands im Sommer-Herbst 2014 wurde schon des Öfteren in internationalen Medien angesprochen und auch in Berichten einer Reihe internationaler Organisationen geschildert. Bei der Sammlung dieser Informationen haben auch die Freiwilligen von IN mitgewirkt, hier sind die Berichte unserer Gemeinschaft:

Die Datenbanken mit Personalien russischer Militärangehörigen und Beweisen ihrer Teilnahme an Kriegshandlungen in der Ukraine auf der Seite der vereinten russisch-terroristischen Kräfte sind unter dem Permalink https://informnapalm.org/database zugänglich

  • Bestand und Bewaffnung der 120. Artilleriebrigade

    120. Artilleriebrigade der Garde, ME 59361 (Jurga und Tschistyje Kljutschi, Kemerowo Gebiet) beinhaltet strukturell: die Leitung, Haubitzen-Artillerie-Abteilung, Raketen-Artillerie-Abteilung, Panzerabwehrabteilung, Batterie der Leitung, Aufklärungsabteilung der Artillerie, Logistikkompanie, Ausrüstungskompanie, Pionierzug, Zug der ABC-Abwehr. Bewaffnung: 8 St. 9P140 Uragan, 18 St. 152-mm 2A65 „Msta-B“, 6 St. 100-mm-Panzerabwehrkanone MT-12, 18 St. AT-15 Springer (9K123 Chrisantema-S), 3 St. Spähpanzer PRP-4M, 2 St. Automatisiertes Schallmesssystem AZK-7.


Dieses Material wurde auf der Basis eigener OSINT-Untersuchung von Irakli Komakhidze exklusiv für InformNapalm vorbereitet; übersetzt von Volodymyr Cernenko. Beim Nachdruck und Verwenden des Materials ist ein Hinweis auf unsere Ressource erforderlich.

CC BY 4.0

Wir rufen unsere Leser dazu auf, unsere Publikationen aktiver in den sozialen Netzwerken zu verbreiten. Das Verbreiten der Untersuchungen in der Öffentlichkeit kann den Verlauf von Informationskampagnen und Kampfhandlungen tatsächlich brechen.

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