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Das Kommando des russischen Südlichen Militärbezirks ergreift Gegenmaßnahmen wegen Datenlecks

Das Kommando des Südlichen Militärbezirks Russlands versucht, weitere Datenlecks über die „rostow-ukrainischen Dienstreisen“ der 7. Militärbasis zu verhindern. 

Zur Prioritätstätigkeit von InformNapalm gehört die Aufdeckung und Identifizierung von russischen Abteilungen, Gruppen von Militärangehörigen und einzelnen Kriegsverbrechern, die am hybriden, nicht-konventionellen und niederträchtigen Krieg teilnehmen, den der Kreml gegen die Ukraine entfesselt hat.

Im Lauf von 2016 wurde die russische 7. Militärbasis (Einheit 09332, 49. Armee des Heeres, Gudauta, besetztes Abchasien, Georgien) öfters zum Gegenstand unserer Untersuchungen. Die Militärangehörigen dieser Basis beteiligen sich seit 2014 aktiv an dem unerklärten Krieg gegen die Ukraine. Dieser Truppenverband figuriert bereits in 28 Publikationen unserer Gemeinschaft, 12 davon sind aus dem Jahr 2016 und 2 – aus 2017.

Des Öfteren prahlen die russischen „unsichtbaren Kämpfer“, die die Hauptquelle für unsere Informationen darstellen und als „Hauptfiguren“ unserer Untersuchungen agieren, ziemlich offen mit ihren „rostow-ukrainischen Dienstreisen“ in den sozialen Netzwerken. Aber nur solange, bis wir sie dem breiten Publikum präsentieren – danach werden sie (wohl nach einer Einweisung ihrer Befehlshabenden) meist ganz kleinlaut. Eigentlich sollten sie längst über die Existenz von sozialen Netzwerken vergessen – der Wunsch mit ihren Verbrechen anzugeben ist wohl bei den russischen Soldaten aber stärker. Dieser Tatsache ist auch die nachfolgende Publikation gewidmet.

Diese Untersuchung ist kein klassisches OSINT – wir möchten nur an ein paar „Helden“ erinnern, dank welcher es uns gelungen ist, die Teilnahme der russischen 7. Militärbasis am Krieg gegen die Ukraine nachzuweisen. Auch möchten wir über den Versuch der russischen Seite erzählen, neue Datenlecks zu verhindern.

I. Igor Markin

Im Juni 2015 im Artikel „Militärangehörige des 7. Stützpunktes Russlands übertreiben mit ihrer Verkleidung als „DVR/LVR“-Söldner“ [11] wurde ein „Veteran der rostow-ukrianischen Dienstreise 2014“, Zeitsoldat der Einheit 09332 Igor Markin erwähnt, dessen Profil im sozialen Netzwerk nun natürlich gelöscht ist. [33]

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Eineinhalb Jahre später haben wir beschlossen, sein neues Profil zu finden. Da wir seinen Nachnamen und Geburtsort kannten, bereitete es uns keine besondere Mühe – es reichte, seine Schwester und Vater [35]zu finden. Unter ihren Kontakten haben wir auch das neue Account unseres Untersuchungsobjekts gefunden, nun unter dem Namen Igor Evgenevich [36] (archiviertes Profil [37], Album [38], Kontakte [39]; OK1 [40], OK2 [41]), mit fast 400 Freunden, unter welchen es viele Dienstkollegen aus der 7. Militärbasis gibt, manche von denen wir noch nicht identifiziert haben.

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Wir haben auch andere „frischgebackene“ Profile russischer Militärangehörige gefunden. Einige Namen nennen wir heute, geben aber noch keine Einzelheiten preis.

II. Iwan Iwanow

Im März 2016 in der Publikation „Gudauta-Rostow-Donbass-Hmeimim: Der Weg eines russischen Besatzers“ [18] haben wir den Zeitsoldaten der 7. Militärbasis Iwan Iwanow erwähnt, der nach seiner „rostow-ukrainischen Dienstreise“ mit „internationaler Mission“ in Syrien gewesen ist. Das Profil des russischen Okkupanten ist zwar gelöscht worden [43] – wir haben aber sein neues Profil auch gefunden.

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III. Sergei Finogin

Im Oktober 2016, in der Publikation „Russischer Aufklärer der 7. Militärbasis, enttarnt von einem Bullterrier aus Horliwka“ [25] handelte es von einem Zeitsoldaten der 7. Militärbasis, Sergei Finogin, der 2016 nach Horliwka des Donezker Gebiets der Ukraine entsendet worden war. Auch hier ist es uns gelungen, sein neues Profil zu finden.

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IV. Samat Isalijew

Im Dezember 2016, in der Publikation „Russian Kalmyk soldiers “got lost ” in the steppes of Ukraine“ [27], nannten wir die Namen der „Donbass-Veteranen“ 2014 und 2015 aus der Einheit 09332. Einer davon war der Zeitsoldat Samat Isalijew. Auch seine Profile in den sozialen Netzwerken sind gelöscht worden.

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Wir möchten an das Geheimnis erinnern, das uns Samat zu lüften geholfen hat: Isalijew gab Informationen über die Struktur und den Personalbestand einer bataillon-taktischen Kampfgruppe der 7. Militärbasis preis, die wir in unserer Publikation vom 6. Oktober 2016 „Es wurden Dokumente beschafft, die den Bestand einer Kampfgruppe der 7. Militärbasis aufdecken“ [22] zusammengefasst haben. Jenes verhängnisvolles Foto aus einem Büro [47], das im an die Ukraine angrenzenden Basislager der russischen Truppen im Rostower Gebiet Russlands aufgenommen wurde, ist zwar schon gelöscht worden – wir haben aber auch sein neues Account gefunden.

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Das sind nur einige Namen der Militärangehörigen der 7. Militärbasis, die wir in unseren Publikationen erwähnt haben. In unserer Datenbank sind aber circa 100 Namen der „Donbass-Veteranen“ aus dieser russischen Besatzungsmilitärbasis vorhanden, darunter auch Artilleristen [23] und diverse „Medaillenträger“ [29].

Außerdem möchten wir über einen neulichen Aufruhr in der kleinen Stadt Gudauta erzählen, wo die russischen Besatzer stationiert sind.

Nach Informationen unserer Quellen haben die Publikationen von InformNapalm mit den Beweisen der „ukrainischen Dienstreisen“ russischer Militärangehörige der 7. Militärbasis und ihre breite Verbreitung in den Medien das Kommando des Südlichen Militärbezirks und der 49. Armee des Heeres dazu genötigt, einige Gegenmaßnahmen zu ergreifen, die ihrer Meinung nach, die russische Okkupationsbasis in Abchasien vor weiteren Datenlecks schützen können. 

Ende 2016 arbeitete in Gudauta ein Bezirksausschuß, der eine Untersuchung hinsichtlich des Datenlecks einleitete. Nach Ergebnissen der Arbeit des Ausschusses wurden einige Gruppen der 7. Militärbasis beim russischen sozialen Netzwerk „VKontakte“ gelöscht, geschlossen oder editiert. Unsere Quellen sprechen von einer Verschärfung der Kontrolle über die Aktivität der Militärangehörigen in den sozialen Netzwerken, von Einschränkungen bei der Internet- und Mobilfunk-Nutzung und permanenten Einweisungen und Empfehlungen der Befehlshabenden, und sogar von repressiven Massnahmen: manche unserer „Informanten“ wurden administrativen Strafen unterzogen, andere wurden anderen Einheiten zugeteilt, und ein Teil davon – sogar gekündigt. 

Trotz der ganzen Gegenmaßnahmen, die von russischen Besatzern unternommen werden, um keinen Datenleck über die „ukrainischen Dienstreisen“ ihrer Militärangehörigen zuzulassen, beobachtet InformNapalm weiterhin diesen Banditen-Truppenverband und ergänzt seine Archive mit den neuen Beweisen seiner Teilnahme am unerklärten Krieg gegen die Ukraine – diese werden in unseren weiteren Publikationen bereitgestellt.

Unsere Aufklärungsgemeinschaft plant für den Februar-März 2017 die Veröffentlichung von unwiderlegbaren Beweisen der „ukrainischen Dienstreisen“ eines anderen Truppenverbands der Streitkräfte Russlands, der nebst der 7. Militärbasis aktiv in den Krieg gegen die Ukraine involviert ist.


Dieses Material wurde auf der Basis eigener OSINT-Untersuchung von Irakli Komakhidze [49] exklusiv für InformNapalm [50] vorbereitet; übersetzt von Irina Schlegel. [51] Beim Nachdruck und Verwenden des Materials ist ein Hinweis auf unsere Ressource erforderlich.

(Creative Commons — Attribution 4.0 International — CC BY 4.0 [52] )

Wir rufen unsere Leser dazu auf, unsere Publikationen aktiver in den sozialen Netzwerken zu verbreiten. Das Verbreiten der Untersuchungen in der Öffentlichkeit kann den Verlauf von Informationskampagnen und Kampfhandlungen tatsächlich brechen.