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Der neue MT-LB WM/K der 34. SMSBr russischer Streitkräfte im Donbass

Im Donbass wurde der neue MT-LB WM/K identifiziert, der der 34. selbständigen motorisierten Schützenbrigade zugeordnet wird.

Im Verlauf der Vervollständigung der Datenbank über die modernen russischen Waffensysteme, die auf dem Gebiet des besetzten Donbass entdeckt wurden, sind die Freiwilligen der internationalen Aufklärungsgemeinschaft InformNapalm auf die recht interessante Modifikation des russischen MT-LB (ein gepanzerter, amphibischer Truppentransporter),gestoßen.

Alles begann mit der Ansicht eines Videoclips, der im September im Städtischen Informationsportal von Woronesch «36on» unter dem propagandistischen Namen «Noworossijas Front: Grüße an den Sohn und die Ehefrau!» [1] veröffentlicht wurde. Der Clip wurde auf dem Platz neben dem Stadtrat in Perewalsk des Luhansker Gebietes gedreht.

(Bei der Durchsicht des Videos entsteht der Eindruck, dass in den Aufnahmen ein Schauspieler zu sehen ist, der bisher noch keinen „Oscar“ erhalten hat, obwohl das Potential auf jeden Fall da wäre.)

Wie gewöhnlich haben Journalisten, davon selbst nichts ahnend, unter dem Deckmantel einer Trophäe in dem Videoausschnitt den MT-LB mit einem installierten großkalibrigen Maschinengewehr NSWT oder „Kord“ (anstelle der Standard-Turmlafette TKB-01-1) gezeigt. Eben diese Modifikationen des MT-LB werden seit Mitte der 90er von dem russischen Unternehmen „Muromteplovoz“ [2] hergestellt und eben diese Modifikationen wurden nie in die Ukraine exportiert, doch zufällig entpuppten sie sich in der Bewaffnung der „Bergarbeiter“ von Luhansk. Derzeit wird die erste Modifikation mit dem großkalibrigen Maschinengewehr NSWT unter dem Namen MT-LB WM nicht mehr produziert, zwei andere werden aktiv für die sogenannten spezialisierten Gebirgseinheiten der Russischen Streitkräfte hergestellt.

Unterschiede bei den Modifikationen:
MT-LB WM – Version mit der Anlage 12,7-mm Fla-Maschinengewehr NSWT anstelle der Turmlafette TKB-01-1.
MT-LB WMK – Version mit der Anlage 12,7-mm Fla-Maschinengewehr „Kord“. Ein JaMS-238BM-Motor mit 240 PS.
MT-LB WM1K – eine für die Arbeit im Hochgebirge angepasste Modifikation mit der Anlage des neuen JaMS-238BL-1-Motor mit 310 PS, mit einer neuen Funk- und Heizanlage.

Man könnte getrost von einem weiteren Beleg für die Fixierung russischer Militärtechnik im Donbass schreiben, ein spezifischer Unterschied des Zugpanzers im Video brachte uns jedoch zum Nachgrübeln. Es ging um die nicht dem Standard entsprechende Lage des Triplexglases (Periskop): Anstelle des seitlichen rechten Trägers wurde er auf das Dach des Fahrzeugs verlagert. Außerdem ist auf dem Fahrzeugrumpf eine ungewöhnliche dreifarbige Tarnfarbe aufgetragen. Als Veranschaulichung:

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MT-LM WMK mit dem Maschinengewehr „Kord“ der 34. selbständigen motorisierten Schützenbrigade (Gebirgsbrigade) der Russischen Streitkräfte:
selection_034 [4]MT-LB, der im Video im Luhansker Gebiet fixiert wurde:
selection_030 [5]

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Um die Modifikation des Zugpanzers genau zu bestimmen, haben wir die Fotoalben von Militärangehörigen der Gebirgsbrigaden (die 8., die 33. und die 34.) und der 200. arktischen motorisierten Schützenbrigade der russischen Armee durchgesehen, die mit diesen Panzerfahrzeugen ausgestattet sind und an den Kampfhandlungen im Donbass teilgenommen haben.

Und das konnten wir herausfinden: Eben diese besondere MT-LB befinden sich in der Bewaffnung der 34. selbständigen motorisierten Schützenbrigade der Russischen Streitkräfte (ME 01485 ist in der Staniza Storoschewaya-2 von Karatschai-Tscherkessien stationiert) neben den standardmässigen MT-LB WMK. Achtet auf das dreifarbige Tarnmuster dieser Fahrzeuge. Das Fahrzeug im Video aus Luhansk weist die gleiche Tarnfarbe auf:

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Obwohl es uns gelang, die „Besitzer“ des Panzerfahrzeugs, das ins Bild des Videos gelangte, ausfindig zu machen, waren wir nicht in der Lage, die Modifikation des MT-LB genau zu identifizieren. Womöglich haben wir den neuesten MT-LBWM1K vor uns, doch das Fehlen von Aufnahmen im Netz für einen Vergleich gestattet uns diesen Rückschluss nicht. Eine genauere Identifizierung wäre mit Informationen über die Marke des Motors und der Funkanlage möglich. Fürs Erste haben wir uns entschieden, den an die Kämpfer des Donbass gelangten Zugpanzer als MT-LB WM/K zu kennzeichnen. Zur Ergänzung: Ein entsprechend spezifischer MT-LB, der zu der Bewaffnung der 34. selbständigen motorisierten Schützenbrigade gehört, wurde im August 2014 von ukrainischen Streitkräften im Gebiet des Checkpoints Mariniwka im Donezker Gebiet zerstört [9].

123 [10]124 [11]

Im Laufe des Verfassens der OSINT-Untersuchung wurde im Netz eine Aufnahme entdeckt [12], die den Bestand von mindestens zwei MT-LB WM/K bei der 34. selbständigen motorisierten Schützenbrigade im September 2014 in der Stadt Perewalsk untermauert.

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Zu bemerken ist, dass in unseren Untersuchungen mehrmals russische modernisierte MT-LB ohne Bezug zur konkreten Modifikation, die zur 8. selbständigen motorisierten Schützenbrigade [1 [14]],[2 [15]] und der 200. selbständigen motorisierten Schützenbrigade [1 [16]], [2 [17]] gehören, erwähnt wurden. Wir wollen auch daran erinnern, dass die internationale Aufklärungsgemeinschaft InformNapalm im September 2016 während des Monitorings und der OSINT-Aufklärung (Analyse von Satellitenbildern, Videos, die von zufälligen Zeugen aufgenommen wurden, persönliche Fotos aus Sozialnetzwerkprofilen der Söldner und aktiver russischer Soldaten) über 30 Waffensysteme der Russischen Streitkräfte im Donbass identifiziert hat. Nach Ergebnissen der Untersuchungen wurde eine Datenbank und eine Videografik erstellt. [18]


Das Material wurde von Michail Kusnezow [19] exklusiv für InformNapalm [20] vorbereitet; übersetzt von Kateryna Matey [21]; editiert von Irina Schlegel [22]. Beim Nachdruck und Verwenden des Materials ist ein Hinweis auf den Autor und unsere Ressource erforderlich.

Wir rufen unsere Leser zu der aktiven Verbreitung unserer Publikationen in den Sozialnetzwerken auf. Die Verbreitung der Untersuchungen im öffentlichen Diskurs, kann den Lauf des informativen und militärischen Widerstands verändern.