Die internationale Freiwilligengemeinschaft InformNapalm hat den genauen Standort der identifizierten russischen Aufklärungsstation im UKW-Bereich R-81T2 des „Taran“-Komplexes bestimmen können, das von russischen Kämpfern während der Kämpfe um die Stadt Debalzewe im Winter 2015 eingesetzt wurde.
Bereits am 21. Oktober 2015 wurde auf dem Profil des russischen Kämpfers, der sich selbst als „Igor Petrovichev“ bezeichnet, ein Foto von der Aufklärungsstation im UKW-Bereich R-81T2 des „Taran“-Komplexes mit dem Geotag in Sorynsk veröffentlicht, das sich 15 Kilometer von Debalzewe befindet. Aus welchen Gründen auch immer ist diese Aufnahme der breiten Öffentlichkeit so gut wie unbekannt geblieben, obwohl diese militärische Ausrüstungseinheit von uns identifiziert und später im Artikel «Donezk: Funkaufklärungskomplexe „Torn“ und „Taran“ der Streitkräfte Russlands auf der „Sparta“-Basis» erwähnt wurde.
Wir erinnern daran, dass P-381T „Taran“ ein automatisierter Komplex der Funkaufklärung (im Bereich zwischen 1,5 bis 1 000 MHz) ist. Es wird hauptsächlich im taktischen und operativ-taktischen Bereich eingesetzt. In der Basisvariante besteht der Komplex aus sieben Fahrzeugen, es ist jedoch der Einsatz in gekürzter Form möglich, bestehend aus fünf Fahrzeugen, sowie separaten Fahrzeugen des Komplexes. Kurzum – es gibt diverse Varianten. Aufklärungsreichweite bis zu 40 Kilometer, in der Luftfahrt bis zu 100 Kilometer. Detaillierter über den Komplex beim verwandten Thema.
Vor Kurzem sind neue Fotos (1, 2) der selben militärischen Ausrüstungseinheit an dem selben Ort aufgetaucht. Die Aufnahmen hat uns Alexey Schurawljew geliefert, ein gebürtiger Usbeke (seine Brüder und Schwestern sind ursprünglich auch von dort). Er ist am 19. April 1970 geboren. Als Wohnort ist in den sozialen Netzwerken die russische Stadt Toljatti angegeben, womöglich ist Schurawljewv dorthin gezogen.
Bei der Identifizierung der Gegend hat uns die Junge Garde sehr geholfen, genauer gesagt das Foto mit dem Denkmal für die Junge Garde von Krasnodon in Sorynsk.
Zur besseren Identifizierung und Darstellung der wesentlichen Objekte des Aufnahmeortes auf einer Abbildung, wurden zuerst zwei ähnliche Fotos aufeinander gelegt, das daraus resultierende Bild auf der Karte platziert und für die genaue Geolokation die wesentlichen Objekte mit bunten Punkten hervorgehoben. Mit hellblauer Farbe ist der verbogene Bereich der Gasleitung gekennzeichnet.
Die Kämpfer auf den Fotos
Andrey Pritula, geboren am 30. August 1993, Kämpfer des „selbständigen Aufklärungsbataillons“ des Luhansker Armeekorps der russisch-terroristischen Truppen. Zurzeit lebt er friedlich in Luhansk von dem „Blutgeld“ und versucht, seine Mitwirkung bei den russisch-terroristischen Truppen zu verbergen, aber seine Kampffreunde haben Andrey kameradschaftlich verraten.
Weiter unten – das gestrige Foto mit seiner Frau. Interessant zu wissen wäre, ob er zusammen mit seiner Frau in die friedlich lebende Ukraine gereist ist, um Sozialleistungen für sein Kind zu beantragen. Wir empfehlen es zu überprüfen…
Sergey Beljaew, geboren am 8. Dezember 1978 in der russischen Stadt Jekaterinburg, gilt als russischer Kosake.
Russischer Humor: Nach der Bildunterschrift zu urteilen, sind es überhaupt keine Aufständischen, sondern gewöhnliche Airsoft-Spieler in den Steppen des besetzten Donbass. Wird Putin auch seinen hybriden Krieg so bezeichnen?
Über Alexey Schurawljew ist weiter oben bereits berichtet worden.
Wir fügen nur noch ein interessantes Gespräch unter einem der Bilder, mit der Bildunterschrift „Südosten (Ukraine), mein Bruder kämpft für die gerechte Sache und ich bin stolz auf ihn!!!“ hinzu. Das Foto wurde von Andrey’s Bruder Michail Schurawljew-Schdanow veröffentlicht, wohnhaft in Taschkent, Usbekistan.
In Michails Worten ist deutlich der Widerhall der russischen Propaganda zu erkennen – wenn die Menschen keine eigene Meinung haben, plappern sie dem Fernseher nach. Und es ist schwierig zu unterscheiden, ob das die bewusste Meinung einer Russin ist, oder ob nicht Dmitri Kisseljow durch sie spricht. „Werden denn in Usbekistan Poroschenkos Strafaktionen gegen den Südosten der Ukraine unterstützt?“ – fragte eine Bewohnerin von Toljatti. Daraufhin bekam sie eine Antwort von dem Bruder des Kämpfers, der auch nichts dagegen hätte, sich in den Donbass zu begeben und Ukrainer zu töten: „Inessa, mir ist das alles schnuppe, Karimov (Anm. der Red. – Staatspräsident von Usbekistan) heißt die Handlungen der ukrainischen Nazi-Armee nicht gut, also ist alles chillig ;)“.
Das Material wurde von Vidal Sorokin exklusiv für InformNapalm vorbereitet; übersetzt von Kateryna Matey. Beim Nachdruck und Verwenden des Materials ist ein Hinweis auf unsere Ressource erforderlich.
CC BY 4.0

