Im Lauf der Untersuchung von offenen Quellen hat InformNapalm das soziale Netzwerkprofil eines Söldners der 1. selbstständigen motorisierten Schützenbrigade der „DVR“ (Militäreinheit Nr.08801, okkupierter Donezk) entdeckt. In diesem Material schildern wir den Weg eines Söldners von seiner Ausbildung an einer militärischen Akademie in Bischkek, dem Abschluss an einem internationalen College in Antalya bis zu seiner Teilnahme am Krieg im Donbass.
Im Ergebnis der Analyse von Netzwerk-Accounts von unserem Untersuchungsobjekt haben wir folgende Angaben erhalten: Asis Iwanow/Below/Banyschew figuriert in den sozialen Netzwerken unter drei verschiedenen Nachnamen und ein- und demselben Namen. Die Photos, die im Netz veröffentlicht wurden, bestätigen, dass es ein- und derselbe Mensch ist. Die Analyse der verwandtschaftlichen Beziehungen und gelöschter Einträge, die im Google-Cache geblieben sind, führt uns zum echten Namen des Objekts – Banyschew.
Persönliche Angaben: Asis Banyschew, geb. 16.11.1990, Karakol (Kyrgyzstan). Ein Moslem, der politisch den Kommunismus bevorzugt (VK-Profil, Archiv des Profils).
Militärdienst: 2012 – Abschluss an der Militärakademie in Bischkek (zum jetzigen Zeitpunkt trägt die Akademie den Namen „Hochschule der Streitkräfte Kirgisistans“).
An dieser Hochschule werden folgende Berufe unterrichtet: taktisch-spezielle Ausbildung der Grenztruppen und Infanterie.
Beide Berufszweige implizieren das obligatorische Studium einer Fremdsprache. Zur Auswahl stehen Englisch, Deutsch, Französisch oder Türkisch. Ausgehend von Angaben im Account von Asis im sozialen Netzwerk „Moi Mir“ / aziz9010@mail.ru / Archiv: https://archive.is/LYXCe /, wo er sich als „Lustiger Grenzsoldat“ bezeichnet, kann man annehmen, dass er sich den Fachbereich der Grenztruppen gewählt hatte.
Ein paar Photos von Asis aus der Zeit des Studiums an der Militärakademie:
Das Studium der türkischen Sprache ist für Asis nützlich geworden, als er an dem Tourismus-College bei der Internationalen Universität von Antalya (Uluslararası Antalya Üniversitesi) studierte. Die Information über das Studium an diesem College löschte er zwar später aus seinem Profil, sie ist aber ebenfalls im Google-Cache geblieben.
Ausser des Eintrags im Google-Cache wurden im sozialen Netzwerkprofil von Asis auch Photos gefunden, die seinen Aufenthalt in Antalya und das Absolvieren eines Praktikums in der Tourismus und Service-Branche bestätigen.
Beteiligung am Krieg im Donbass, Verführung von Minderjährigen und der Verkauf von menschlichen Organen
Statt einer berauschenden Karriere eines Grenzsoldaten oder eines Mitarbeiters der Tourismus-Branche wählte Asis Banyschew die Dienstreise in den Donbass. Womöglich fand er diesen Ort „wärmer“ als die türkischen Strände. Zum jetzigen Zeitpunkt beschäftigt sich Asis mit Verführung von kleinen 16-jährigen Mädels in Donezk und ist einer der Berufssoldaten, die die 1. „DVR“-Schützenbrigade betreuen, wobei er auch noch in der Rolle eines Verkäufers menschlicher Organe auftritt.
Angaben darüber, dass er zum Bestand der vereinten russisch-separatistischen Kräfte im Telmanowski Bezirk des Donezker Gebiets gehört, wie auch die Gratulation seiner Kampfgefährten zum Tag der militärischen Aufklärung, zu der er sich wohl selber hinzuzählt, weisen indirekt darauf hin, dass Asis ein Offizier des GRU Russlands ist.
- Nach Angaben der Aufklärung ist der Telmanowski Bezirk des Donezker Gebiets ein Verantwortungsbereich der regulären russischen Truppen, dort agieren keine Bandenformationen der „Separatisten“.
- Der Tag, zu dem Asis Banyschew seine Kampfgefährten gratuliert – das ist ein Berufsfeiertag der russischen Militärangehörigen, der in Russland jährlich am 5. November gefeiert wird und auf Erlass Nr. 490 vom 12. Oktober 2000 des Verteidigungsministers Russlands auf diesen Tag festgelegt wurde.
Photos aus dem Netzwerkprofil von Asis im Donbass, mit Geotags aus dem Telmanowski Bezirk des Donezker Gebiets:
Zum jetzigen Zeitpunkt ist im Profil des Berufssoldaten folgende Telefonnummer öffentlich angeführt: +380636020336. Der Google-Cache gab uns aber mehr Informationen preis, die Asis wohl verstecken wollte, und zwar die Telefonnummer +380734662128. Auf dem Screenshot ist auch die Information zum Studium in der Türkei wie auch zur Militärakademie vorhanden, die dieser GRU-Aufklärer abgeschlossen hatte.
| 15.08.2015 |
| „Guten Tag! Werde zu einem Spender beim Verkauf der Niere. Die Entscheidung ist wohl überlegt. Mein Name ist Asis, bin ein Staatsbürger Kirgisistans, bin zur Zeit in der Ukraine, bin 24 Jahre alt“… |
Anzeige Nr. 2 (Link, Archiv), aber diesmal unter dem Namen Asis Iwanow
Am Beispiel dieser OSINT-Untersuchung zeigt InformNapalm eine effektive Methode der Erfassung und Analyse von Information. Bei ihrer gekonnten Anwendung kann man ziemlich erfolgreich verschiedene Operationen zur Aufdeckung, Verhaftung oder Liquidation von Verbrechergruppen und Bandenformationen der vereinten russisch-separatistischen Kräfte ausführen. Diese Information wurde auch an diplomatische Strukturen der Türkei weitergeleitet, um sie auf die Kanäle der Einschleusung von Agenten des Kremls sowohl in die Türkei als auch in die EU-Länder aufmerksam zu machen.
Agenten a la Asis Banyschew, die nationale Besonderheiten des Landes ihres Aufenthalts kennen, wie auch bestimmte Kampferfahrung in den Brennpunkten gesammelt haben, können durchaus zu einem Instrument für Verwirklichung von Russlands Terrorakten im Ausland werden. Und die Frage der Lokalisierung dieser Bedrohungen sollte man sehr verantwortungsvoll angehen.
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Anmerkung
Im Lauf von mehreren Wochen (seit Ende 2015 bis Anfang 2016) haben die Freiwilligen von InformNapalm die von ihnen erfasste Information über die Quelle in der „DVR“-Bandenformation weitergegeben. Diese „DVR“-Bande könnte ein wichtiges Kettenglied im Handel mit menschlichen Organen sein. Aber bei all den entsprechenden Staatsstrukturen der Ukraine trafen wir jedesmal auf die Unlust des bürokratischen Systems, effektiv zu handeln und die Operationen zur Vereitelung der verbrecherischen Tätigkeit dieses Kettenglieds zu planen. Darum ist die vorliegende Publikation ein Signal an die Gesellschaft, dass wir nicht beabsichtigen, die Informationen in den staubigen Archiven vergammeln zu lassen. Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass in der Ukraine die Erschaffung eines absolut neuen und effektiven Sicherheitsdienstes benötigt wird, die in ihren Funktionen dem „Institut für Aufklärung und besondere Aufgaben“ (Mossad) analog sein sollte. Bislang haben wir aber kein zuverlässiges Instrument zur Lösung von Problemen der Staatssicherheit, dafür aber eine Vielzahl von Strukturen, deren Funktionen sich überschneiden und die permanent ihre Handlungsunfähigkeit demonstrieren, darum sehen wir es als unsere Pflicht an, diese Information an möglichst breites Publikum zu bringen, unter dem sich womöglich Menschen finden werden, die zur effektiven Realisation von erhaltenen Angaben fähig sind.

