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Die 200. selbstständige motorisierte Schützenbrigade der Nordflotte Russlands in der Ukraine

Wir veröffentlichen weiterhin Informationen über die Einheiten der russischen Armee und Marine, die zu den russischen Invasionskräften gehören und sich sowohl unmittelbar in der Ukraine als auch in den russischen Regionen direkt an der Grenze zum ukrainischen Donbas befinden. Dieses Mal handelt es sich um die 200. selbständige motorisierte Schützenbrigade zur besonderen Verwendung der Nordflotte Russlands.

Der permanente Stationierungsort dieser Brigade liegt im Dorf Petschenga im Gebiet Murmansk, Militäreinheit 08275. Eine taktische Kampfgruppe in Bataillon/Kompaniestärke wurde vorübergehend in den Bezirk Kamenski im russischen Gebiet Rostow verlegt. Diese Informationen werden durch die Fotos mit Geotags im Profil eines russischen Zeitsoldaten aus dieser Brigade namens Schenja belegt.

Zhenya's Profil

Dass dies kein Einzelfall von militärischen Missionen der Nordflotte Russlands in der Ukraine ist, wird indirekt durch den folgenden Artikel [1] (auf Russisch) bestätigt, in dem es einen Verweis [2] auf die Gruppe „Cargo 200 [3]“ gibt. Es geht um einen Marineoffizier namens Ewgenij Mjassin aus der Militäreinheit 38643, der eine zweite Dienstreise in die Ukraine verweigerte und dann unter mysteriösen Umständen starb.

Militärangehörige der russischen 200. Brigade unweit der ukrainischen Grenze

Geotag

Die 200. Brigade ist im russischen Gebiet Murmansk, in den Dörfern Petschenga, W. Luostari und N. Luostari, stationiert. Der Brigadekommandeur ist Oberst Oleg Zekow. Die Brigadestruktur umfasst drei motorisierte Infanteriebataillone, ein Panzerbataillon, eine Aufklärungs- und eine Scharfschützenkompanie, drei Artillerie-Abteilungen (Haubitzen, Raketen, Panzerabwehr), zwei Flakabteilungen (Fla-Raketen und Fla-Artillerieabteilung), sowie Logistikabteilungen.

Dem Stationierungsort der Brigade nach ist ihr Verantwortungsbereich streng genommen Skandinavien und die Polarregion. Offenbar wurde es für die Russen in der Ukraine so eng, dass sie gezwungen waren, ihre Militäreinheiten aus Sibirien und Murmansk abzuziehen [4].

Die 200. Brigade ist vor kurzem in Ungnade gefallen: sie gewann an „Berühmtheit“, als ihre Soldaten Bilder von Misshandlungen an ihren Dienstkameraden in sozialen Netzwerken veröffentlichten:

Misshandlung eines Soldaten der 200. Brigade durch seine Dienstkameraden

Allerdings ist die Brigade nicht zum ersten Mal im Mittelpunkt des Geschehens: Im Jahre 2010 kam während einer Auseinandersetzung mit Kollegen aus Dagestan ein Wehrpflichtiger aus Kirowsk ums Leben, im selben Jahr starben einige fahnenflüchtige Soldaten dieser Brigade.

P.S. Diese Informationen stammen aus verschiedenen öffentlichen Quellen und ergänzen unsere frühere Bilanz über russische Invasionskräfte. Ich begrüße jegliche belegte Korrekturvorschläge und Bemerkungen.

Die Screenshots wurden teilweise bearbeitet, die Markierungen wurden entfernt, um den Russiasten keine Möglichkeit zu geben, ihre Spuren zu verwischen. Ihrer Aktivität und der hastigen Löschung ihrer Profile nach haben die Russen sehr wohl etwas zu verbergen – jede weitere gelöschte Profilseite beweist ein weiteres Mal ihre Beteiligung am Krieg in der Ukraine.

Fortsetzung folgt!


Autor: Irakli Komaxidze [5] exklusiv für InformNapalm [6]; übersetzt von Andrii [7], editiert von Kateryna Matey [8]/ Irina Schlegel [9]. Beim Nachdruck und Verwenden des Materials ist ein Hinweis auf unser Projekt erforderlich. 

CC BY 4.0