Heute kam von den Insidern von InformNapalm interessante Information zum DVR-Bataillonskommandeur der 7.Brigade „Kozyr“ ein, über dessen freiwillige Ergebung wir vor kurzem schrieben: „Der DVR-Bataillonskommandeur „Kozyr“ wurde durch die ukrainische Armee verhaftet“.
Wie am 4. August 2015 berichtet, ist der Kommandeur des 1. Bataillons der 7. Brigade der DVR Kosyrenko Andrei Wladimirowitsch (Rufzeichen „Kozyr“), geb. 1969, im betrunkenen Zustand zum ukrainischen Blockposten im Raum von Mironowske gekommen und hat sich an die ukrainischen Soldaten ergeben.
Die Söldner diskutieren noch immer über diesen Schritt ihres Kommandeurs und in ihren Reihen vermerkt man eine gewisse Besorgnis und Verwirrung.
Im Netz fanden wir verschiedene Interpretationen dieses Vorfalls seitens der DVR-Terroristen: einige behaupteten, dass „Kosyr“ heldenhaft gefallen sei, als er einen ukrainischen Panzer anschoss, andere empfinden seine Tat als pragmatisch und geplant.
Eine der Versionen, die wir im Netz gefunden haben, unter der Autorenschaft eines russischen Propagandisten und aktiven Terroristen-Bloggers Alexander Schutschkowski enthält interessante Einzelheiten: (http://vk.com/wall151630709_28200).
„Was die Geschichte mit dem berühmten Kommandeur Kozyr angeht… Die Geschichte ist sehr seltsam und unangenehm. Ein wenig hat „Tscherwonez“ dazu geschrieben: http://chervonec-001.livejournal.com/775105.html.
Ich weiss nicht, was Kozyr zu diesem Schritt bewegte, aber bereits jetzt ist klar, dass er sich darauf vorbereitet hat. Vor seinem Abgang mit seiner Gruppe zum ukrainischen Blockposten war er betrunken, hat sein Papach (Kosakenmütze) und sein Kreuz abgenommen, und drum gebeten, das Kreuz an seine Verwandten zu übergeben. Bei sich hatte er nur eine Granate und eine Makarow-Pistole. Als die Gruppe beim Blockposten herauskam, warf Kozyr die Granate auf einen ukrainischen Panzer und befahl seinen Leuten zurückzugehen. Die Gruppe (12 Menschen) zog sich zurück, die Kämpfer haben nur einen Pistolenschuss gehört. Und dann erschien dieses bekannte Video mit dem Verhör von Kozyr durch die Ukrainer. Das haben mir seine Dienstkollegen erzählt. Ich habe mit Kozyr nicht gearbeitet, darum kann ich nichts sagen und auch keine Versionen aufstellen, was mit ihm passiert ist. Eindeutig ist nur, dass dieser Schritt ein bewusster war. Nun findet ein mir nicht ganz verständlicher Präzedenzfall statt: die 7. DVR-Brigade (zu der auch das Bataillon von Kozyr gehörte) wird dem LVR-Korps angeschlossen. Womöglich wegen des Vorfalls mit Kozyr. Die Brigade wird aus Debalzewe hinausbefördert, hier sind schon die ganzen Bosse aus LVR angekommen und pfänden das ganze Eigentum der Abteilungen. Die Brigade hat sich ohnehin zerstreut, und nun verlassen die Kämpfer sie massenhaft.“
„Man darf keine bewaffnete Lösung dieses Konflikts zulassen“- Kommandeur des 1. Bataillons der 7. DVR-Brigade Kosyrenko A.W. (Rufzeichen „Kozyr“).
Als Ergänzung zu dieser Erzählung des russischen Terroristen haben wir Angaben, dass die dem Kozyr treuen Söldner die Tat ihres Kommandeurs als eine Aufforderung zum Handeln wahrnehmen. Wahrscheinlich spielen dabei die Worte von Kozyr über die Minsker Verhandlungen als eine „PR-Aktion der vier Seiten“ nicht die letzte Rolle, wie auch seine Äußerung über die ordnungsgemäße Behandlung der Kriegsgefangenen seitens der ukrainischen Streitkräfte. Parallel werden im Informationsfeld seitens der russischen Propaganda gerade Angst und Aggression aufgepumpt. Russland unterstellte Medien verbreiten Gerüchte über einen baldigen Angriff seitens der Ukraine und bereiten parallel die ihnen unterstellten Abteilungen auf Offensivhandlungen vor, wobei sie sich wohl die „wilden“ Brigaden im Fleischwolf des ersten Angriffszugs zu vernichten erhoffen. Unter solchen Bedingungen stellt sich vor den ideologischen Vertretern der lokalen „Volkswehr“, zu welchen auch „Kozyr“ gehörte, die Frage des Überlebens. Und hier gibt es nur eine Wahl: entweder Verhandlungen zu führen und sich an die ukrainischen Streitkräfte zu ergeben, oder aber zu einem Spielinstrument des Kremls zu werden und für fremde Interessen zu sterben…
Dieses Material wurde von Roman Burko exklusiv für InformNapalm vorbereitet; übersetzt von Irina Schlegel. Beim Nachdruck und Verwenden des Materials ist ein Hinweis auf unsere Ressource erforderlich.

