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Die russische 7.Militärbasis im besetzten Teil von Georgien und ihre Soldaten im Krieg im besetzten Teil des ukrainischen Donbas

Die russische Aggression gegen die Ukraine ist eng mit der Besatzung eines Teils von Georgien verflochten, der von Russland als ein Aufmarschgebiet für weitere Militärabenteuer benutzt wird. Dasselbe Schicksal hat auch die besetzte ukrainische Krim erfahren müssen, die zum Aufmarschgebiet für den „syrischen Express“ wurde. Dieser Zusammenhang ist an den Untersuchungen von InformNapalm sehr gut erkennbar.

Am Abend des 17. Juli kam der Präsident der Ukraine Petro Poroschenko zu einem Arbeitsbesuch in Georgien an. Im Lauf seines Besuchs unterzeichneten die Ukraine und Georgien eine Erklärung über die gegenseitige Unterstützung der Souveränität und territorialen Integrität.

Welchen Einfluss die Besatzung eines Teils des georgischen Territoriums durch Russland auf die Aggression Russlands gegen die Ukraine im Donbas hat, hat InformNapalm in über 30 OSINT-Untersuchungen geschildert. In diesen Untersuchungen wurden Militärangehörige der 7. russischen Besatzungsmilitärbasis in der Stadt Gudauta (besetztes Abchasien, Georgien) festgehalten, die im Donbas gekämpft haben und den „D/LVR“-Bandenformationen zugeteilt wurden.

Insider unserer Gemeinschaft teilten außerdem mit, dass der Grund für die kürzlich vorgenommene Außerdienstsetzung des Kommandeurs der 7. Militärbasis, Generalmajor M. Kosobokow, das umfangreiche Datenleck über die Beteiligung von russischen Militärangehörigen am Krieg gegen die Ukraine, der massenhafte Abgang der Zeitsoldaten, die allgemeine ungünstige Stimmung unter den Militärangehörigen und eine niedrige Kampfbereitschaft war.

Die umfangreichen Datenlecks werden sich fortsetzen, da es in den Archiven von InformNapalm noch ausreichend Informationen über die Verbrechen von Militärangehörigen der 7. Basis gibt. Darum wird der neue Kommandeur der Basis, Oberst I.Jegorow, der Kosobokow Anfang 2017 ablöste, höchstwahrscheinlich ebenfalls eine problematische Karriere haben.

Ein neuer Kriegsverbrecher Russlands. Von der Besatzung Georgiens zur Besatzung der Ukraine.

2016 nahmen Freiwillige von InformNapalm das soziale Netzwerkprofil eines russischen Zeitsoldaten der 7. Militärbasis, Dentschik Mystisch (archivierte Profile: 1, 2; Alben: 1, 2; Kontakte: 1, 2) unter ihre Kontrolle. In seinem Fotoalbum wurden Fotos aus einem Zeltlager im Rostower Gebiet gefunden, in dem eine bataillon-taktische Kampfgruppe der 7. Militärbasis auf ihre Verlegung in die Ukraine vorbereitet wurde. Es ist uns gelungen, den echten Namen des Militärangehörigen festzustellen: Hinter dem Pseudonym „Mystisch“ versteckt sich Denis Pawlowitsch Menzel aus der russischen Stadt Gelendschik.

Unter den Fotos von Denis Menzel gibt es ein Bild, das am 11. Dezember 2015 hochgeladen wurde, auf dem ein russischer Militärangehöriger mit einem Ärmelstreifen mit der Flagge „Neurusslands“ zu sehen ist.

Die Identifizierung dieses Dienstkollegen von Menzel nahm einige Zeit in Anspruch, da das Subjekt nicht auf seiner Freundesliste stand. Der Großteil dieser Freundesliste besteht aber aus Zeitsoldaten der 7. Militärbasis. Nach einer detaillierten OSINT-Analyse ist es uns gelungen, festzustellen, dass auf dem Foto der russische Militärangehörige Pawel Pasternak zu sehen ist.

Pawel Pasternak, geb.1987, aus dem Gebiet Tschita, Transbaikalien, Russland. Soziale Netzwerke: OK, VK1 (inaktiv seit Dezember 2016), VK2 (inaktiv seit 2013), FB (inaktiv seit 2014). Diese zahlreichen Profile von Pasternak sind zwar wenig informativ, einige zusätzliche Informationen konnten wir daraus dennoch gewinnen.

Die Tatsache, dass der Name „Pasternak“ kein Pseudonym ist, wird durch die Profile seiner Verwandten bestätigt (VK1 , VK2, ОК; VK , ОК). Wir haben festgestellt, dass Pawel Pasternak 2012-2013 bei der Polizei des Innenministeriums Russlands diente.

 

 

 

Im Jahr 2015 unterzeichnete Pasternak einen Vertrag zum Dienst bei der 7. Militärbasis Russlands.

Das Foto mit dem Ärmelstreifen „Neurussland“ kann ein indirektes Indiz sein. Das ist aber nicht das einzige Argument in unseren Schlussfolgerungen. Zusätzliche Informationen lieferte uns hier das Objekt einer unserer früheren Untersuchungen, ein Landsmann von Pasternak aus Tschita und ehemaliger Militärangehöriger der 17. SMSBr in Tschetschenien, der im Donbas in den Reihen der Terroristen diente: Anatoly Iwatschew. Interessanterweise schrieb er sogar offene Briefe an den Präsidenten W.Putin mit der Bitte, ihn nach Syrien zu schicken, damit er seine Schulden abzahlen kann.

Unter den Fotos von Iwatschew gibt es viele Bilder aus dem Donbas, darunter auch welche mit Geolokalisierung. Für uns ist hier ein Bild interessant, das er am 26. Dezember 2016 in sein Fotoalbum hochgeladen hatte, mit dem Geotag „Partisanen-Str.“ (Schachtarsk, Ukraine). Auf diesem Foto posiert Iwatschew mit einem Kampfgefährten – und hier sehen wir wieder Pawel Pasternak.

Somit ist das ein weiterer Fall der Anwesenheit eines aktiven Militärangehörigen der russischen 7. Militärbasis im Bestand der Illegalen Bewaffneten Formationen (IBF) auf dem temporär besetzten Teil des Territoriums der Ukraine. 2016 hatte InformNapalm außerdem die Zeitsoldaten S.Finogin und N.Chomenko enttarnt, die ihren Dienst bei der russischen Armee mit dem Dienst bei den „D/LVR“-Bandenformationen kombinierten.

  • Bestand und Bewaffnung der 7. Militärbasis

    Die 7. Militärbasis (Militäreinheit 09332, Gudauta, besetztes Abchasien, Georgien) der 49. Armee des Südlichen Militärbezirks Russlands wurde in 2009 formiert, nach der russischen Invasion ins Georgien 2008. Die Basis wurde auf der Basis der 131. selbständigen motorisierten Schützenbrigade aus Maikop aufgestellt, die bei der Erstürmung von Grosny am Silvester 1994-1995 durch tschetschenische Aufständische zerschlagen worden war.

    Die Struktur dieses Besatzung-Truppenverbandes in Abchasien schließt die Landkomponente in Form einer verstärkten schweren Brigade mit ein: 4 motorisierte Schützenbataillons, Panzerbataillon, 2 Artilleriedivisionen, Raketenartilleriedivision, Scharfschützenkompanie, Drohnenkompanie, Aufklärungsbataiilon, sowie andere selbständige Abteilungen und Logistik-Einheiten. Der Personalbestand ist nach gemischtem Prinzip komplettiert worden – mit Wehrdienstleistenden und Zeitsoldaten. Alle Versuche des Kommandos, die Basis ausschließlich mit Zeitsoldaten zu komplettieren, waren erfolglos. So wurde nur ein motorisiertes Schützenbataillon zu 100% mit Zeitsoldaten komplettiert, das den Kern einer Kampfgruppe in Bataillonstärke bildet, die regelmässig zur Aggression gegen die Ukraine im Donbas hinzuzgezogen wird.

    Hauptbewaffnung der Militärbasis in Gudauta: etwa 50 St. T-72B3 Panzer (die die alten T-90 Panzer ablösten), mehr als 150 St. BTR-82 und BTR-80, 36 St. 152 mm Panzerhaubitzen „Akazija“, 18 St. Raketenwerfer „Grad“, sowie andere Waffen und Militärgerät. Die wichtigsten Truppenübungsplätze, die die Besatzer zur Kampfvorbereitung vor Ort benutzen, sind der Truppenübungsplatz Nagwalou an der Schwarzmeerküste und der Zebelda-Platz in den Bergen. Die Abteilungen der 7. Militärbasis, darunter auch motorisierte Schützeneinheiten, Aufklärung- und EloKa-Einheiten, verrichten ihren Dienst entlang der Linie der administrativen Grenze in der Rajon Gali und Kodori-Tal.

    Darüber hinaus gehören zur Basis: 

    • Flugkommandantur, die regelmässige Flüge von Flugzeugen und Hubschraubern der Luftwaffe Russlands zum Flugplatz in Gudauta gewährleistet;
    • FlaRak-Divisionen-Gruppierung (die folgende Flugabwehrmittel besitzt: FlaRak-Komplexe „Osa“, „Strela-10“) und ein FlaRak-Regiment bestehend aus drei Divisionen mit Flugabwehrraketensystemen S-300 (24 St.), die ihren Bereitschaftsdienst in den Orten Agudsera und Primorskoje verrichten;
    • Funktechnische Abteilung, deren strukturmäßige Mittel auf dem Territorium des Flughafens Babuscher in Suchumi platziert sind.

     


  • Die 7. Militärbasis in InformNapalm-Untersuchungen

     


    Dieses Material wurde auf der Basis eigener OSINT-Untersuchung von Irakli Komakhidze exklusiv für InformNapalm vorbereitet; übersetzt von Irina Schlegel.

    Beim Nachdruck und Verwenden des Materials ist ein Hinweis auf unsere Ressource erforderlich (Creative Commons — Attribution 4.0 International — CC BY 4.0 ).

    Wir rufen unsere Leser dazu auf, unsere Publikationen aktiver in den sozialen Netzwerken zu verbreiten. Das Verbreiten der Untersuchungen in der Öffentlichkeit kann den Verlauf von Informationskampagnen und Kampfhandlungen tatsächlich brechen.

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