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Die „Rostower Reserve“ der „neurussischen“ Armee im Bereitschaftsdienst

Bataillon-taktische Gruppen der Streitkräfte Russlands im Bereitschaftsdienst in den an die Ukraine angrenzenden Bezirken des Rostower Gebiets.

Die internationale Aufklärungsgemeinschaft Informnapalm gehörte noch in der Anfangsphase der russischen Aggression gegen die Ukraine in 2014 zu den Ersten, die die Stärke der Gruppierung russischer Invasionskräfte aufgedeckt hatte, die von der russischen Heeresleitung im Frühjahr 2014 in der Nähe der ukrainischen Staatsgrenze in Rostow Gebiet eilends aufgestellt wurde. Wir offenbarten sowohl Basislager der Gruppierung, gelegen in Millerowski und Oktjabrski Bezirken Rostower Gebietes, als auch Umschlagpunkte in unmittelbarer Grenznähe, aus denen die Truppenbewegungen russischer Bataillon- und/oder Kompanie-taktischer Gruppen in den Donbass gebracht wurden. Bereits in August-September 2014 deckte unsere Gemeinschaft eine massive Truppen- und Waffenverlegung aus vier Militärbezirken Russlands auf und nannte die Truppenverbände, die zu so genannten „rostower-ukrainischen“ Dienstreisen herangezogen wurden.

Unsere weiteren Bemühungen haben wir auf Beweissammlung und die Bestätigung unserer primären Information konzentriert. Nach zweieinhalb Jahren haben wir Fakten über die Teilnahme von etwa 70 Abteilungen der Streitkräfte und inneren Truppen („Nationalgarde“) des Innenministeriums der Russischen Föderation an Kriegshandlungen in der Ukraine gesammelt und über 150 Vorfälle beschrieben, im Laufe deren Russische Militärangehörige gesichtet wurden.

Zwei Jahre später beobachten wir im Rostower Gebiet das gleiche Bild, wie auch schon in 2014: In den an die Ukraine angrenzenden Bezirken bleiben im Bereitschaftsdienst Dutzende vom Zentrum der territorialen Heeresführung (ehemalige 12. Reserveheeresführung) koordinierte B(K)TGr (Bataillon- und/oder Kompanie-taktische Gruppen) zusammen mit den so genannten Armeekorps der „L/DVR“, deren Kommando auf den als Instrukteure zu diesen IBFs (illegale bewaffnete Formationen) zugeordneten russischen Militärangehörigen liegt.

Das Monitoring der Situation in den an die Ukraine angrenzenden Bezirken des Rostower Gebiets ist nach wie vor unter der strengen Kontrolle unserer Gemeinschaft. Und auch wenn diese Informationen von uns in der letzten Zeit nicht besonders oft veröffentlicht wurden, soll das nicht darüber hinweg täuschen, dass wir operative Daten über die Situation in den Bezirken haben, die potenzielle Gefahr darstellen könnten.

In diesem Zusammenhang stellen wir Informationen über eine ganze Reihe von taktischen Gruppen des Südlichen Militärbezirks der Streitkräfte Russlands bereit, die sich auf Rotationsbasis im Bereitschaftsdienst befinden und parallel Gefechtsausbildung machen, wobei sie die Verwandlung von russischen Militärangehörigen zu „Bergarbeitern des rebellierenden Donbass“ trainieren.

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Wir betonen, dass diese Liste nicht vollständig ist; sie beinhaltet nur diejenigen taktischen Gruppen, für die dieser Bezirk des Rostower Gebiets fast schon zum zweiten Stationierungsort und womöglich sogar zum Kern der neuen 150. motorisierten Schützendivision im Bestand der 49. Armee des Südlichen Militärbezirks geworden ist, deren Aufstellung und Komplettierung schon demnächst stattfindet. Alle oben aufgelisteten Truppenverbände und ihre Angehörigen wurden dabei von uns schon des Öfteren sowohl in der Anfangsphase der russischen Aggression in Donbass im Bestand der taktischen Gruppen der Streitkräfte der Russland überführt, als auch später im Bestand der „neurussischen“ IBFs in der Rolle der „einheimischen Bergarbeiter“.

Ungeachtet der oben aufgeführten Tatsachen führen die russischen Soldaten ein tatenloses Dasein und tun so, als würde um sie herum nichts passieren und sie wären kein Glied in der Kette, die den Generalstab der Streitkräfte der RF mit den so genannten Armeekorps von „Neurussland“ verbindet. So versuchen sie, die Sympathien der einheimischen Bevölkerung zu gewinnen, indem sie protzige Messen und verschiedene Events veranstalten. Beispielsweise, fand Anfang September das Armeeforum „Armee 2016“ [23]statt, bei dem die ganze Macht der sich in der Nähe der ukrainischen Staatsgrenze stationierten Streitkräfte demonstriert wurde. Obwohl die offiziellen Angaben sich auf eine kurze Info beschränkten, konnten wir Fotos von dieser Veranstaltung beschaffen, auf denen ein breites Spektrum des Militärgeräts und in Richtung Ukraine ausgerichteten Bewaffnung inklusive der Mittel der oben aufgelisteten Gruppen präsentiert wurde: T-90A Panzer der 7.Militärbasis, die neusten Panzerfahrzeuge auf der Basis von „Ural“ der 22. selbstständigen Speznas-Brigade der GRU, Raketenartilleriesysteme „Uragan“/“Smertsch“ und Haubitzen „Msta-B“ der 291. Artilleriebrigade, Panzerhaubitze „Msta-S“ der 205. selbstständigen motorisierten Schützenbrigade, moderne Kampfhubschrauber der Luftwaffengeschwader des Südlichen Militärbezirks und vieles mehr.

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Dieses Material wurde von Irakli Komakhidze [35] exklusiv für InformNapalm [36] vorbereitet; übersetzt von Vo van Che; editiert von Irina Schlegel [37]. Beim Nachdruck und Verwenden des Materials ist ein Hinweis auf unsere Ressource erforderlich.

CC BY 4.0

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