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Ein Offizier der 28. Raketendivision der Streitkräfte Russlands wurde mit einer Medaille für Morde an den Ukrainern ausgezeichnet

Die Freiwilligen von InformNapalm haben eine weitere „rostow-ukrainische Dienstreise“ eines Truppenverbandes aus Jekaterinburg aufgedeckt. Diesmal hat uns all die Einzelheiten zu dem Kampfweg einer taktischen Gruppe der 28. selbstständigen motorisierten Schützenbrigade der Streitkräfte Russlands, den sie von den Steppen des Rostower Gebiets bis in die Ukraine zurückgelegt hatte, ein Offizier der Raketendivision bekanntgegeben, der sich nicht zurückhalten konnte und seine Kampfauszeichnung öffentlich machte, die er nach Ergebnissen seiner Dienstreise bekommen hatte.

Im Lauf der OSINT-Untersuchung ist der russische Offizier-Artillerist Rodion Sobunow [1] aus der Raketendivision der 28. selbstständigen motorisierten Schützenbrigade (Einheit Nr. 61423, Jekaterinburg, Zentrales Militärbezirk) in unser Blickfeld geraten.

Persönliche Angaben: Rodion Sobunow [1] (Profil [2], Album [3], Kontakte [4], Odnoklassniki [5]), geb. am 15. September 1989, Kasanj. Rang: Oberleutnant. Dient in der Raketendivison der Raketenwerfer „Grad“. Abschluss an der Kasanj Artillerie-Hochschule. 

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Als wir sein Profil studierten, wurde unsere Aufmerksamkeit durch die Tatsache erweckt, dass nach mehreren „rostower Übungen“ unter Einsatz von Raketenwerfern „GRAD“ dem russischen Offizier-Artillerist die Medaille „Für Kampfauszeichnungen“ verliehen wurde. Die Sache hier ist, dass diese Medaille ausschliesslich für ausgeführte Kampfaufgaben verliehen wird.

Aus der Ehrenurkunde zur Medaille „Für Kampfauszeichnungen“ des Oberleutnants Sobunow folgt, dass die Medaille Nr. 5741 auf der Grundlage des Verteidigungsministerium-Befehls Nr. 591 vom 6. August 2015 verliehen wurde, der vom Stabsleiter der Einheit Nr. 61423 Oberstleutnant D.Baranow unterschrieben wurde. Beachten Sie bitte den Geotag unter dem Photo: Simferopolskaja Strasse, Jekaterinburg – das ist im Raum des 32. „Militärstädtchens“, das als Stationierungsort der 28. SMSBr dient. Siehe Archive: 1 [7], 2 [8].

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Wir möchten darauf hinweisen, dass diese Auszeichnung nicht jedermann verliehen wird, wie die Medaille „Für die Rückkehr der Krim“, und um so weniger wird man mit dieser Medaille für gewöhnliche Manöver ausgezeichnet. Zum ersten Mal wurde die Medaille „Für Kampfauszeichnungen“ [10] sehr aktiv den Teilnehmern der Tschetschenischen Kampagnen verliehen, zum zweiten Mal – für den Einfall in Georgien, und der dritte Ausbruch der Verleihung fiel auf den Zeitraum von aktiven Kampfhandlungen in der Ukraine – nun werden Militärangehörige der russischen Streitkräfte für Morde an den Ukrainern ausgezeichnet. 

Anmerkung: Die Medaille „Für Kampfauszeichnungen“ [11] ist eine amtliche Auszeichnung des Verteidigungsministeriums, die den Militärangehörigen der Streitkräfte Russlands verliehen wird:

Trotz der Tatsache, dass R.Sobunow genug Verstand hatte, keine Geotags in der Ukraine (oder andere deutlich erkennbare Objekte) auf seinen Photos anzugeben, hat er zwischen Dezember 2014 und März 2015, am Höhepunkt der Kampfhandlungen, Photos von „Manövern“ an der Grenze gepostet. Taktische Zeichen oder Nummern sieht man auf den Panzerfahrzeugen nirgendwo, abgesehen von einem „allgemeinen“ roten Stern der „Volkswehr“. Bei den russischen Militärangehörigen aus der Raketendivision fehlen auch Identifikationsabzeichen und Chevrone, auf den Gruppenphotos sieht man Menschen in unvorschriftsmässiger Uniform („Gorka“). Siehe Photoarchive der 1. Dienstreise, die Photos wurden zwischen Dezember 2014 und März 2015 gepostet: 1 [12], 2 [13], 3 [14], 4 [15], 5 [16], 6 [17], 7 [18]. Das letzte Photo weist auf den Mjasnikowski Bezirk des Rostower Gebiets Russlands hin, der Kommentar darunter lautet: „Nach hause“.

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Ausserdem besitzt Sobunow Photos aus den an die Ukraine angrenzenden Bezirken des Rostower Gebiets Russlands – Mjasnikowski und Matwejewo-Kurganski. Hier aber in Sommeruniform, was deutlich auf die zweite „Dienstreise“ hinweist. Die Photos wurden im Sommer-Herbst 2015 hochgeladen. Siehe Archive: 1 [23], 2 [24], 3 [25].

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Wir haben bereits mehrmals beobachtet, wie russische Streitkräfte die Raketenwerfer „GRAD“ wie auch andere Raketen- und Artilleriemittel für Angriffe auf dem Territorium der Ukraine einsetzen. Des Öfteren wurden diese Beschüsse mittels der Taktik von „wandernden Batterien“ geführt, aus den an die Ukraine angrenzenden Bezirken des Rostower Gebiets Russlands. Oder aber mit einem Abstecher auf das Territorium der Ukraine, Ausführung von Artillerieangriffen und hastigem Abzug zurück hinter die Grenze, wie dies anschaulich in unseren Materialien zur Raketenartillerie anderer Truppenverbände der Streitkräfte Russlands präsentiert wurde: 200. SMSBr [28] (Einheit Nr. 08275, Dorf Petschenga, Murmansker Gebiet, Russland), 7. Stützpunkt [29] (Einheit Nr. 09332, Gudauta, okkupiertes Abchasien, Georgien) und 291. Artilleriebrigade [30] (Einheit Nr. 64670, Satins Troizkaja, Inguschetien), die das Territorium der Ukraine beschossen hatten.

Wenn man diese ganze Information nun zusammenfasst, glaubt man kaum, dass eine „Für Kampfauszeichnungen“-Medaille einem Kommandeur für „gewöhnliche Manöver“ verliehen wurde, der 1700 Kilometer durchgefahren war, um aus „GRADEN“ an der Grenze zur Ukraine zu schiessen…

Bemerkenswert ist die Tatsache, dass die 28. SMSBr aus Jekaterinburg mehrmals nicht nur im Kontext der „rostow-ukrainischen Dienstreisen“ (wie an der Grenze, so auch unmittelbar in der Ukraine – in Donezk, Stachanowe, Brjanka usw.) seit November 2014 gesehen wurde, sondern auch auf „neurussisch-syrischen Dienstreisen“, siehe thematische Links:

28. SMSBr in der ukrainischen Richtung:

28. selbstständige motorisierte Schützenbrigade in Syrien


 

Dieses Material wurde von Nikolai Mahno [37] exklusiv für InformNapalm [38] vorbereitet; übersetzt von Irina Schlegel [39]. Beim Nachdruck und Verwenden des Materials ist ein Hinweis auf unsere Ressource erforderlich. 

CC BY 4.0