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Ein OSZE-Vertreter scheint in bester Beziehung zu „LVR“-Terroristen zu stehen (Video)

von Irina Schlegel [1]

InformNapalm schrieb bereits mehrmals über die zwielichtige Rolle der OSZE im besetzten Teil des ukrainischen Donbas.

2014 hatten wir uns öfters die Frage gestellt, was die OSZE-Vertreter bei den Stellungen der Terroristen verloren haben: Seltsam erschien uns die Tatsache, dass sie trotz ihres Aufenthalts bei den Stellungen der Terroristen „nichts gesehen haben“ sollen und auch „keine Verletzungen des Minsker Abkommens festhalten konnten“, wobei die Terroristen direkt vor ihren Augen ukrainische Stellungen beschossen, siehe: „Was macht ein OSZE-Vertreter bei den Stellungen der Terroristen?“ [2]. Genauso wie sie russisches Militärgerät „nicht gesehen haben“ wollen und dieses auch nicht als russisch identifizieren konnten, siehe: „OSZE-Mission: Eyes Wide Shut“ [3].

2015 übernahmen wir sogar die Aufgabe der OSZE und veröffentlichten extra für sie eine ganze Artikelreihe mit den Koordinaten von Depots mit russischem Militärgerät im besetzten Teil des Donbas, die wir auch so bezeichneten: „Koordinaten für die OSZE“ [4].

2016 ist es ruhiger um die OSZE geworden: Die Formulierungen in ihren Berichten wurden präziser und konkreter sowie wesentlich objektiver. Es hieß nicht mehr „es gab so und so viel Beschüsse“ ohne genaue Erwähnung, wer denn genau geschossen hat, sondern aussagekräftigere Informationen über die Situation in der ATO-Zone mit genauen Beschreibungen. Eine gute (aber auch kritische) Analyse dieser allmählichen Entwicklung erschien im Februar 2016, verfasst vom ukrainischen Journalisten Viktor Tregubow: „Die Rolle der OSZE bei der Vereitelung der Umsetzung des Minsker Abkommens“ [5].

Nun sind wir aber erneut auf die Aktivität der OSZE aufmerksam geworden, als Tim Zlatkin [6], ein ukrainischer Blogger und Freiwilliger, der seit 2014 Spenden für die ATO-Soldaten sammelt und mit Hilfsgütern vollbepackte Autos an die Front fährt, ein Video der „LVR-Volksmiliz“ auf seiner FB-Seite postete, in dem ein Treffen zwischen OSZE-Vertretern und „LVR“-Vertretern festgehalten wurde.

Makaber an diesem Video ist die Tatsache, dass die OSZE gekommen war, um Leichen der drei ukrainischen Soldaten abzuholen, die am 23. November in einer von Terroristen besetzten Gegend auf eine Mine gelaufen waren.

Ein OSZE-Vertreter ging dabei auf einen „LVR“-Vertreter mit offenen Armen zu, begrüßte ihn im akzentfreien Russisch mit „Hallo, mein Lieber! Wieso rufst du nicht an?“ (was deutlich im Video zu hören ist) und umarmte ihn…

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Das ganze Video hier:

 

Wir lassen unsere Leser selbst entscheiden, wie man die Tatsache interpretieren soll, dass ein Vertreter einer internationalen Beobachtungsmission, der Leichen von ukrainischen Kriegern bei Terroristen abholt, sich auf derartige Art und Weise verhalten kann und darf…

UPD 28.11.2017

Ein paar Blogger haben uns geholfen, herauszufinden, wen genau der obenerwähnte OSZE-Vertreter neben dem Auto mit Leichen der ukrainischen Soldaten so herzlichst begrüßte: Das ist ein Kollaborateur und ehemaliger ukrainischer Polizist, der seit 2014 als „Sprecher der LVR-Volksmiliz“ dient, namens Andrej Maroschtschko. Dieser Unmensch ist neulich ins Blickfeld der Blogger geraten, als er in einem Video der „LVR-Volsmiliz“ die Mutter eines getöteten ukrainischen Soldaten anrief (die Nummer war die letztgewählte Nummer im Handy des gefallenen ukrainischen Kriegers) und ihr lapidar sagte: „Sorry, dein Sohn ist nun tot“. Man kann diesen Zynismus gar nicht fassen… Aber ebenso schlimm ist es zu wissen, dass ein Vertreter einer angeblich unbeteiligten Beobachtungsmission solche Menschen als „mein Lieber“ bezeichnet… Wir sind fassungslos…

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Dieses Material wurde von Irina Schlegel [11] exklusiv für InformNapalm vorbereitet; editiert von Klaus H. Walter [12].

Beim Nachdruck und Verwenden des Materials ist ein Hinweis auf unsere Ressource erforderlich (Creative Commons — Attribution 4.0 International — CC BY 4.0 [13] )

Wir rufen unsere Leser dazu auf, unsere Publikationen aktiver in den sozialen Netzwerken zu verbreiten. Das Verbreiten der Untersuchungen in der Öffentlichkeit kann den Verlauf von Informationskampagnen und Kampfhandlungen tatsächlich brechen.

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