In der zweiten Tageshälfte wurden Einzelheiten der bewaffneten Zusammenstöße in der Stadt Antrazyt bekannt, über die verschiedene Medien heute morgen unter Hinweis auf Twitteraccounts ortsansässiger Stadteinwohner berichtet haben.
Insider der Gruppe InformNapalm berichten, dass in der Stadt seit dem frühen Morgen eine angespannte Lage herrsche: „Um circa 9 Uhr morgens begannen die Schießereien aus Maschinenpistolen. Um 10-11 Uhr begann man die Schulen zu schließen, Eltern wurden angerufen, sie sollten die Kinder schnellstens abholen. Lokale Einwohner sagen, dass „LVR“-Söldner gekommen sind, um die Kosaken zu vertreiben. Parallel dazu melden Insiderquellen, dass es eine Schießerei bei der „LVR“-Kommandantur gab: Vier Menschen wurden getötet, unter ihnen Wjatscheslaw Pineschanin, der sogenannte „Kommandant“ der Kosaken. Sein Vertreter Pawel Schmargun, Vorsitzender der „Volksmiliz“ wurde ebenfalls verwundet, auch wurde im Laufe der Schießerei ein 15-jähriges Mädchen verwundet“.
Ein Insider berichtet, dass er vom Tod Pineschanins von vier verschiedenen Personen gehört hat, also rufen diese Meldungen keine Zweifel hervor.
Außerdem hörte man seit 11 Uhr Morgens Artillerieschüsse von der nordwestlichen Seite der Stadt, wie auch aus der Richtung Nischnij Naholtschyk und Bokowo-Platowo.
Aus Jesauliwka wird berichtet, dass sich die Schüsse nicht nach Übungsschüssen anhören, denn es wird viel und stark geschossen. Lokale Einwohner in Nischnij Naholtschyk behaupten: „Die Schießerei steht im Zusammenhang mit internen Zusammenstößen zwischen den „LVR“-Söldnern und den Kosaken“.
Im Zentrum von Antrazyt, bei der städtischen Polizeibehörde, haben die Söldner die Bürgersteige für Fussgänger gesperrt. Auf dem Platz beim Bürgermeisteramt stehen etwa 15 Söldner mit Maschinenpistolen, sie gehören weder zu lokalen Einwohnern noch sind sie Kosaken. Nach Angaben der Insider sind diese Söldner in „fuchsrote Camouflage-Uniformen“ gekleidet, die in Antrazyt niemand trägt – man nimmt an, dass es sich um russische Spezialeinheiten handelt. Der Stadtplatz ist mit Personenautos zugestellt, mit Stand von 17 Uhr hat man keine Panzerfahrzeuge gesehen.
Aus anderen Quellen gehen Informationen ein, dass Kosizyn, der Ataman (zu dt. „Anführer“) der Kosaken, verhaftet wurde, nach anderen Angaben flüchtete er einfach nur nach Russland.
In Anknüpfung an obengenannte Fakten kann man annehmen, dass dies keine spontane Aktion gewesen ist, die eine Folge von internen Zusammenstößen sein könnte, sondern eine zweckgerichtete Säuberung, die von russischen Geheimdiensten ausgeführt wurde. Diese Version wird indirekt durch eine Information bestätigt, die im Laufe der letzten 10 Tage als Gerücht in der Stadt kursierte: Die Söldner berichteten, dass die Ankunft des russischen FSB erwartet wird, der die Situation „vor Ort hinbiegen“ soll.
Dieser Bericht wurde von Roman Burko für InformNapalm vorbereitet; übersetzt von Irina Schlegel.
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