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EloKa-System „Murmansk“ schlägt Wurzeln auf der Krim

Das Team von InformNapalm hat Informationen aus öffentlichen Quellen (Foren sowie sozialen Netzwerken) gesammelt und analysiert betreffs eines russischen Systems für elektronische Kampfführung (EloKa), „Murmansk-BN“, welches sich im besetzten Sewastoopol und auf der Krim „niedergelassen“ hat.

Anfang Dezember 2014 haben russische Medien, welche die Besatzung der Krim unterstützen, Folgendes berichtet: [1]

„Das Zentrum für elektronische Kampfführung der Schwarzmeerflotte hat mit der Nutzung eines weiteren für das Zentrum neuen EloKa-Systems begonnen, dem System „Murmansk“. Das automatisierte System „Murmansk-BN“ (GT-01) zum Niederhalten von Funkverbindungen über Kurzwelle hat die Aufgabe, auf operativer Ebene Kurzwellenfunk des Gegners zu stören. Elektronische Kampfführung (EloKa) auf See dient dazu die Kampffähigkeit der Flotte sicherzustellen. Das Ziel besteht darin, Führungssysteme und Systeme für Schiffsabwehrwaffen aufzuklären, diese elektronisch niederzuhalten und darüber hinaus eigene Systeme und Kommunikationswege zu schützen sowie technischer Aufklärung entgegenzuwirken.“

Bereits am 19. Dezember hat ein Internetportal in Sewastopol darüber berichtet [2], dass Einwohner in der Nähe von Objekten mit erhöhtem Gefährdungspotential sehr beunruhigt sind.

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„Bewohner von Sewastopol aus der Gegend am Fiolent (russ. Фиолент) und dem Leuchtturm von Hersones (russ. Херсонесский маяк), sind beunruhigt über das Auftauchen von neuen militärischen Stützpunkten und Abteilungen russischer Streitkräfte in der Nähe von Gartenkolonien und Privathäusern. Mit noch größerer Sorge sehen dieser Entwicklung Besitzer privater kleiner Hotels entgegen. Wohnhäuser, die zur Zeit der teilweisen Entmilitarisierung des Territoriums von Sewastopol errichtet wurden, befinden sich nun in direkter Nähe zu Objekten mit erhöhtem Gefährdungspotential. Es geht auch um die Gesundheit der Menschen. Konkret handelt es sich um moderne, leistungsstarke Radar-Systeme für die Lokalisierung funktechnischer Objekte, deren elektronische Bekämpfung sowie um Küstenbatterien von Schiffsabwehrraketen. Anwohner sagen schon jetzt, dass Mobilfunk, Radio und TV-Geräte unbeständig funktionieren. Besonders alarmiert sind Leute über die aufgestellten hohen Funkmasten am Fiolent, nahe am Georgijewer Kloster (russ. Георгиевский монастырь). Die offizielle Stellungnahme in der Zeitung „Flag Rodiny“ der Schwarzmeerflotte über das Aufstellen und die Inbetriebnahme des modernsten russischen Systems für elektronische Kampfführung „Murmansk“ im 475. Zentrum EloKa der Schwarzmeerflotte der russischen Föderation ist in bester Tradition der Sowjetpropaganda gehalten: Den Organisatoren zufolge werde das System bei den Russen Stolz und bei den Feinden Furcht hervorrufen. Gartennutzer sehen die Masten in 150 Metern Entfernung zu ihren Häusern allerdings mit Sorge. Sie sind überzeugt, die Strahlenbelastung werde erheblich sein. Ihre Vermutung begründen sie auch damit, dass das Personal der Anlage über eine Art von speziellen abschirmenden „Hauben“ verfügen soll, in welchen man sich während des Betriebs der Anlage aufhält. Am meisten fürchten die Gartennutzer aber etwas anderes: Eine Enteignung der Besitzer der Grundstücke aufgrund nationaler Interessen.“

Am 20. März 2014 berichtete „RIA Nowosti“ von einer Übung der Schwarzmeerflotte, bei der das neueste System „Murmansk-BN“ eingesetzt worden war.

“Die Eigenschaften von „Murmansk-BN“ machen es möglich, Kommunikationssysteme eines potentiellen Gegners nachhaltig zu stören. Es hat eine Reichweite von mehr als 5000 Kilometern“, sagte zu Journalisten der Leiter des Zentrums für elektronische Kampfführung der Schwarzmeerflotte (SF) Russlands, Fregattenkapitän Dmitrij Popow.

Seiner Aussage nach stellen diese Systeme die Grundpfeiler der flottenweiten Struktur für elektronische Kampfführung dar. Die Schwarzmeerflotte erhielt „Murmansk-BN“ im Dezember 2014 und hat sich durch Training des Personals bereits erfolgreich darauf eingestellt.

Das System führt elektronische Aufklärung durch, fängt gegnerische Kommunikation ab und leitet Gegenmaßnahmen ein. Es beherrscht dabei das gesamte Kurzwellenspektrum.

„Heute besteht unsere Aufgabe darin, die Datenweiterleitung durch Aufklärungsflugzeuge eines potentiellen Gegners an seine Luftstreitkräfte zu verhindern. Die Effektivität des Systems liegt bei 100 Prozent. Aufträge, die in Echtzeit erhalten wurden, konnten vollständig erfüllt werden“, fasste Popow zusammen.“

Man möchte ausrufen: „Hallo Russland!!! Welche Aufklärungsflugzeuge? Wir beobachten euch hier aus dem Weltraum mittels Satellit und das in Echtzeit, während ihr über irgendwelche Aufklärungsflugzeuge redet. *facepalm*“

Gestern wurden im Internet neue Fotos von vier EloKa-Systemen „Murmansk-BN“ veröffentlicht [4]. Diese befinden sich auf dem Gelände [5] des 475. eigenständigen Zentrums für elektronische Kampfführung der Schwarzmeerflotte der russischen Föderation (Einheit Nr. 60135) in Sewastopol.

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Halten wir fest, dass ein System aus sechs Einheiten besteht. Dies wird in einer öffentlichen Quelle [11] erwähnt und die Einheiten sind auf den Satellitenaufnahmen erkennbar.

In einem russischen Forum wurden Aufnahmen von „Murmansk-BN“-EloKa-Systemen veröffentlicht [12]. Es heißt, die Aufnahmen seien im Juni 2015 erstellt worden, allerdings steht unter Metadaten das Datum 26.03.2015.

SAM_3593 [13]

SAM_3594 [14]

Zusammenfassend gesagt, die Konzentration von russischer Militärtechnik auf der Krim nimmt weiter zu. Darunter fallen auch Systeme, die unmittelbar negative gesundheitliche Auswirkungen hervorrufen können. Aus einem Erholungsgebiet und einem Ort mit großer touristischer Anziehungskraft wie unter ukrainischer Regierung wird unter russischer Besatzung ein Hort für militärische Stützpunkte wie im Kalten Krieg. Russland zerstört die einzigartige Natur der Krim, indem es seinen launenhaften Ambitionen und dem Drang nach „Muskelspielen“ folgt.


Dieses Material wurde von @BuTaJIu4eK [15] exklusiv für InformNapalm [16] vorbereitet; übersetzt von Viktor Duke [17]. Beim Nachdruck und Verwenden des Materials ist ein Hinweis auf unser Projekt erforderlich.