Die internationale Freiwilligengemeinschaft InformNapalm hat ein kurzes, aber sehr interessantes exklusives Video von den ukrainischen Patrioten zur Verfügung gestellt bekommen, die auf dem temporär okkupierten Territorium geblieben sind. Im Video kann man das neueste russische EloKa-System RB-341W „Leer-3“ sehen. Es wurde im besetzten Donezk gesichtet.
Nach einer sorgfältigen Sichtung des am 29. März 2016 veröffentlichten Videos wurde darin ein bereits 2015 in Donezk gesichteter militärischer KamAZ-Lastwagen mit demselben Tarnmuster entdeckt.
An der Stelle möchten wir anmerken, dass ein identisches Tarnmuster nicht zu 100% belegt, dass es sich um das gleiche Fahrzeug handelt. Es ist aber Tatsache, dass es sich um Fahrzeuge des gleichen Typs handelt.
Um das Tarnmuster der Fahrzeuge besser vergleichen zu können, haben wir die Einzelbilder aus dem Video zusammengelegt.
Unserer Schätzung nach wurde das Video am 27. März 2016 aufgenommen.
Das Autokennzeichen ist schwer auszumachen, man kann aber ein Zeichen sehen, das nach „DK 7415“ aussieht. Das neue taktische Zeichen (TZ) von einer der Einheiten der russisch-terroristischen Kräfte im besetzten Donbas, „Eine 3 im Trapez“, ist aber deutlich erkennbar.
Ein Bild zum Vergleich. Donezk, Sommer 2015.
Der Ort auf der Google Maps Street View Karte:
Mai 2015. Übungen der russisch-terroristischen Abteilung des 1. Korps der Besatzungstruppen, oder wie sie sich selbst nennen des „1. motorisierten Schützenbataillons Wikinger“.
Nach einer Prüfung von Beiträgen beim Twitter und ein wenig googeln fanden wir heraus, dass die TZ „Eine 3 im Trapez“ im Gegensatz zu vielen anderen TZ der Terroristen nicht sehr verbreitet ist und hauptsächlich in Donezk gesichtet wurde.
In einem der jüngsten Tweets vom 27.03.2016 stand zu dem Thema folgendes: „Donezk 18:30 (Lokalzeit). Von DOK über Kujbyschew (Straßenname) fuhr ein KamAZ des Typs KSchM mit einer „3 im Trapez“ und bog in die Sokolinaja ab (Straßenname)“. Das passt zu unserem Video.
Zu beachten: DOK (eine Siedlung des Holzverarbeitungskombinats) liegt an der Kuibyschew-Straße, die Ortschaft Peski liegt ca. 7 km davon entfernt.
Und nun das Brisanteste:
Zum ersten Mal wurde dieses EloKa-System Anfang Oktober 2015 auf der Ausstellung „Innovationstag des südlichen Militärbezirks“ präsentiert, darüber berichtete die russische Zeitschrift „Wojennoje Obozrenije“ („Militärrundschau“). Nach offizieller Information begannen die Spezialisten der Abteilung für elektronische Kampfführung des westlichen Militärbezirks im Kursk-Gebiet erst am 14. Oktober 2015 mit den Einsatzübungen des Systems „Leer-3“.
Dabei ließ der Kreml sein neuestes Militärgerät, das gesichtete EloKa-System „Leer-3“, bereits im Frühjahr-Sommer 2015 im okkupierten Donbass testen. Es kommt darauf hinaus, dass der Kreml auf dem Territorium eines fremden Landes „Militärmanöver“ für seine Armee abhalten lässt und sich im Donbas einen Truppenübungsplatz eingerichtet hat, dessen Fläche größer als die von manchen europäischen Staaten ist.
Ein weiterer interessanter Punkt: Die Russen sind immer ganz vorne, wenn es um die Umschreibung ihrer Geschichte geht, haben aber erst jetzt (15.03.2016) mit dem Erstellen eines Artikels über dieses System bei Wikipedia begonnen.
Eine besondere Aufmerksamkeit verdienen die technischen Eigenschaften des Systems.
Offizielle Bezeichnung des Systems „Leer-3“ lautet „aerodynamisch beförderbarer Sender von Störsignalen an die GSM-Mobilfunkterminale“. Mit anderen Worten ist der Zweck dieses Systems das Lahmlegen der GSM-Kommunikation durch das Aussenden von Störsignalen mittels der Drohne „Orlan-10“ (2 Einheiten enthalten). Die Unterdrückung von Funkkanälen erfolgt durch die Drohnen des Systems „Leer-3“.
Zweck
- Störung/Lahmlegung des Mobilfunks
- Vortäuschung der Funktion einer Mobilfunk-Basisstation in Bandbreiten GSM 900 und GSM 1800 und Aussenden falscher Signale (Nachrichten).
- Aufklärungsfunktion durch Lokalisierung der Ausstrahlungsorte der Sender in GSM-Netzen. Lokalisierung der Mobilfunkteilnehmer (Handys, Tablet-PCs und andere Kommunikationssysteme).
- Übertragung von Koordinaten der lokalisierten Mobilfunkteilnehmer auf eine digitale Karte.
- Datenübertragung an Artillerie-Vermessungstruppen.
Die Drohne „Orlan-10“ ist in der Lage bei einer Nutzlast von bis zu 4 kg bis zu 10 Stunden in der Luft zu bleiben. Die maximale Fluggeschwindigkeit beträgt 150 km/h, Marschgeschwindigkeit – 80 km/h.
Ein weiteres Video vom 02.04.2016, bislang ohne genaue Angaben zum Aufnahmeort, es wurde wohl in Donezk oder Makijiwka aufgenommen:
02.04.2016#Донецк или #Макеевка
Российский комплекс РЭБ РБ-341В «Леер-3»https://t.co/ThGi5R2jKu …#Ukraine #Today pic.twitter.com/OXAe2O2oWH
— Видаль Сорокин ✌ (@VidalSorokin) April 3, 2016
Dieses Material wurde von Vidal Sorokin exklusiv für InformNapalm vorbereitet; übersetzt von Andrij Topchan; editiert von Irina Schlegel. Beim Nachdruck und Verwenden des Materials ist ein Hinweis auf unsere Ressource erforderlich.
CC BY 4.0

