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Ex-Oberbefehlshaber der „DVR“ Girkin ist der Meinung, dass Neurussland bereits aufgegeben wurde.

Der ehemalige sogenannte Oberbefehlshaber der „DVR“ Igor Girkin mit dem Kampfnamen „Strelkow“ kommentiert in regelmäßigen Abständen die Lage in der Ukraine mit der Projektion dieser Ereignisse auf Moskau. Dies berichtet das Verlagswerk „Glavred“.

Nach Girkins Meinung sieht die Situation im Donbass für den russischen Präsidenten Wladimir Putin im Großen und Ganzen nach einer absoluten Niederlage aus.

Er unterstrich, dass wenn Russland vor einem Jahr zu einem „offenen Konflikt“ mit der Ukraine übergegangen wäre, hätte es eine Menge wirtschaftliche und politische Nachteile nach sich gezogen, aber es hätte ein Territorium von Charkiw bis nach Odessa erhalten. Das sind seiner Meinung nach die Vorteile. Nun aber sind keine Vorteile mehr übrig. Girkin räumt ein, dass heute der Eroberungsplan für ukrainische Territorien unrealistisch sei und die Zahl der Nachteile der Kriegskampagne nur zunehmen wird. Und die früheren Vorteile die Russische Föderation nicht mehr bekommen wird.

Wobei er eingesteht, dass heutzutage die Stärke der ukrainischen Streitkräfte das Potenzial der „Republiken“ mit dem russischen Kontingent übersteigt, deshalb glaubt er nicht an einen Sieg der Volkswehr. Auch antwortete er in seinem Interview an den Verlag „Kolokol Russia“ [1] auf die Frage „Was er von den Regierungen der LVR und DVR hält“: „Eine Menge davon, was sie tun, ist nicht ihr eigener Wille, sondern etwas was von oben befohlen wurde, vom Alten Platz. All das Gerede darüber, dass Sachartschenko und Plotnizki völlig unabhängige Figuren sind – das sind Märchengeschichten für Kinder jüngeren Schulalters. Deshalb ist Vieles von dem was sie machen nicht ihre Initiative, nicht sie werden ihren Kopf dafür hinhalten müssen. Genau deshalb wurden solche auch ausgewählt, die bereit sind für Macht und materiellen Nutzen auf diese Weise zu verhandeln. Dementsprechend ist mein Verhältnis zu ihnen als Menschen – negativ. Der letzte anständige Mensch dort war Mosgowoi, er wurde jedoch getötet und er war kein Politiker, er war ein Führer. Sonst sehe ich dort keine Leute die meinen Vorstellungen von Anstand entsprechen würden…“

Nach Igor Girkins Meinung sind auch in Russland ein sozialer Knall und Umsturz möglich und bezüglich der Revolution in der Ukraine gab er eine recht unerwartete Einschätzung- er sagte, dass das Volk einfach in Würde leben wollte:

„…Was hat sich in Kiew zur Zeit der sogenannten „Revolution der Würde“ ereignet? Das war eine harmonische Verflechtung einer Palastrevolution und künstlich entladenen sozialen Spannungen. In der Tat konnte keiner Janukowitsch ertragen. Und ich bin der Meinung, dass er all dies auch verdient hat. Er war überall unpopulär! Ich war übrigens überrascht, mit welchem Stolz unser Film über die Krim gezeigt wurde, wie nach der persönlichen Anordnung Putins diese Kreatur gerettet wurde. Eine armselige, völlig eingekötete Kreatur, dessen Kleptokratie zum Bürgerkrieg und dem Zerfall seines Landes geführt hat…

In der Ukraine ist das Volk tatsächlich müde von der mehr als 20 Jahre andauernden Gesetzlosigkeit – der oligarchischen und der verbrecherischen. Es wollte soziale Gerechtigkeit. Die europäische Idee ist in Wirklichkeit die Idee der sozialen Gerechtigkeit, nur leicht getarnt. In Europa sahen die Ukrainer den wirtschaftlichen Himmel, wo das Gesetz wenigstens ab und zu eingreift. Wo soziale Garantien wirksam sind, wo die Menschen in Würde leben. All das wurde ihnen als Ersatzstoff für soziale Gerechtigkeit angeboten und gesagt: für Eure Not sind Janukowitsch und die Oligarchen verantwortlich. Natürlich wurde das von anderen Oligarchen finanziert. Sie sind auch infolge dieser „Revolution der Würde“ an die Macht gekommen – das Volk hat das eine Übel gegen ein anderes ausgetauscht. Doch die bestehende soziale Unzufriedenheit ist nicht verschwunden…“

InformNapalm [2]; übersetzt von Kateryna Matey [3]