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Fernmelder der 136. SMSBr der Streitkräfte Russlands im Donbas: Listen, Unterlagen, Einsatzbefehle

Die internationale Aufklärergemeinschaft InformNapalm setzt ihre Artikelreihe über russische Militärangehörige aus der 136. selbstständigen motorisierten Schützenbrigade (Militäreinheit 63354, Bujnaksk, Dagestan) fort, die das Kommando der russischen 58. Armee des Heeres zwecks Kriegsführung gegen die Ukraine in den Donbas entsandte. Im nachfolgenden Material identifizieren wir die Fernmelder der 136. Brigade.

Wir möchten daran erinnern, dass die Informationen, die der persönlichen Korrespondenz des Stabsleiters des Aufklärungsbataillons Oleh Wladimirowitsch Doroschenko entnommen wurden, durch die Hacktivisten der UCA [1] (Ukranian CyberAlliance und CyberJunta) an InformNapalm übergeben wurden.

Direkt nach der Veröffentlichung des ersten Teils der Untersuchung [2], in dem die Identifizierung von Panzerfahrern der 136. SMSBr der russischen Streitkräfte vorgenommen wurde, hat Kapitän Doroschenko sein Profil im russischen sozialen Netzwerk „VKontakte“ gelöscht. Seinem Beispiel folgten auch einige Panzerfahrer, deren persönliche Angaben InformNapalm in Form einer Tabelle [3] publik machte.

Diese Publikation handelt von Militärangehörigen des Fernmeldebataillons, die 2014 zur Aufgabenlösung im Bestand der Kräftegruppierung „Süd“ ins Gebiet Rostow entsandt wurden.

Wir führen einen Auszug aus der Anordnung des Befehlshabers der Militäreinheit 63354 Nr.177 vom 30.07.2014 an:

[4]

Vor der Ausstellung dieser Anordnung durch den Befehlshaber der 58. Armee des Heeres Russlands wurden die grenznahen Militäreinheiten aufgrund von Dienstmeldungen des Stabsleiters der Militäreinheit 47084 komplettiert. Weiter unten führen wir ein Muster der Anordnungen des Kommandeurs der Militäreinheit 63354 an. Zur Systematisierung und Analyse haben wir Angaben von Dutzenden identischen Befehlen benutzt: Befehl №217 vom 11.09.2014 [5]

Persönliche Angaben der Militärangehörigen aus dem Fernmeldebataillon, die auf eine Dienstreise in Richtung Bujnaksk-Popowka (Gebiet Rostow) entsandt wurden, sind weiter unten in Form einer Tabelle angeführt [6]

Bei der Analyse der sozialen Netzwerkprofile der Militärangehörigen des Fernmeldebataillons der 136. SMSBr russischer Streitkräfte haben wir Beweise für ihren illegalen Aufenthalt auf dem Territorium der Ukraine im Sommer-Herbst 2014 erhalten.

Zum Beispiel hat der Unterfeldwebel Wladislaw Wiktorowitsch Semljanuchin [7] (archiviertes Profil [8], Album [9], Kontakte [10]) eine Fotoserie aus seiner russisch-ukrainischen Dienstreise aufbewahrt. Die Nummern und die taktischen Zeichen auf den Panzerfahrzeugen sind mit dem erstbesten Mittel zugeklebt – mit Erde.

[11]   [12] [13]

Die Zugehörigkeit von Wladislaw Semljanuchin zur 136. SMSBr der Streitkräfte Russlands wird durch seine Fotos auf dem Gelände der Militäreinheit und durch ein Foto einer Medaille mit persönlicher Unterschrift des Befehlshabers der 58. Armee Russlands A.Gurulew bestätigt.

[14]

[15]  [16]

Der Zeitraum seiner Dienstreise in die Ukraine wird durch die Kommentare zum Foto bestätigt: [17] drei Monate, was zum 1. Oktober 2014 exakt dem Einsatzbefehl vom 28.07.2014 entspricht.

Albert Gabbasow [18]: Wann zurück nach hause?

Wladislaw Semljanuchin [7]: Albert, wenn alles vorbei ist.

A.Gabbasow [18]: Wladislaw, weißt du es nicht, oder was?

W. Semljanuchin [7]: Scheiße, wir sind hier schon den dritten Monat.

In der Korrespondenz werden auch andere Militärangehörige aus der bereitgestellten Liste der Fernmelder erwähnt: Der Kommandeur des Führungszugs Juri Nikolajewitsch Schmelew [19] und der Fahrer und Elektriker der R-166-0,5-Funkstation Artjom Igorewitsch Balajew [20]:

[21]

Albert Gabbasow: [18] „Wladislaw, wie geht es Balajew und Schmelew? Grüß‘ sie mal von mir!“

[22]

Trotz der Tatsache, dass Semljanuchin als Leiter der Funkstation (R-149 AKSch-2) ins Gebiet Rostow entsandt wurde, posiert er auf den Fotos vor der russischen mobilen Funkstation R-166-0,5 „Artek“ (Fotos: 1 [23], 2 [24], 3 [25], 4 [26]).

[27]

Die russische Funkstation R-166-0,5 „Artek“ auf einem K1Sch1-Fahrgestell steht seit 2005 im Dienst der russischen Armee, besonders häufig wird sie seit 2011 an die russischen Streitkräfte geliefert, und zwar an die Einheiten in der Grössenordnung Regiment/Brigade.  .

Dieses russische Waffensystem wurde in den Kämpfen bei Debalzewe im Winter 2015 [28] eingesetzt und wird in der Datenbank von InformNapalm erwähnt. Permanenter Link zur Datenbank: „33 neueste Waffensysteme Russlands im Donbas: Datenbank und Videografik“ [29].

Wir möchten anmerken, dass das Foto mit der Funkstation in Luhansk unter folgender Adresse gemacht wurde: Dal-Straße 27 [30]. Dem Schild nach – auf dem Gelände des „UkrTelekoms“. In der Nähe befindet sich die Fachhochschule Nr.7 (Scheremetstr.7).

[31]

Wie oben erwähnt, wurde die Nummer des Fahrzeugs mit Erde zugeschmiert, aber ein Stück des abgefallenen Schmutzes hat einen Teil des taktischen Zeichens der 136. SMSBr zum Vorschein gebracht – ein Quadrat, in dessen Mitte zwei übermalte Quadrate diagonal platziert sind. Zusätzlich bemerkte der Sprechfunker der Abteilung des Fernmeldezugs, Anton Muraschkin [32], die ungelöschte Aufschrift am Mast des mobilen Funkgeräts (MSS).


[33]

Der Chevron des „2. LVR-Armeekorps“ bedeutet für Semljanuchin wohl so viel, dass er selbst nach der Rückkehr an seinen permanenten Stationierungsort noch lange damit in seiner Militäreinheit herumprahlte [34].

[35]

Darüber hinaus gibt es im Fotoalbum von Semljanuchin Fotos, die auf dem Territorium des Sammelpunktes [36] des Luhansker Kreiswehrersatzamts aufgenommen wurden, wo das Bataillon „Sarja“ stationiert war und andere Mittel der militärischen Funkverbindung registriert wurden, solche wie R-441 „Liwenj“ [37], gemacht wurden. Wir möchten anmerken, dass dieses Militärgerät, laut den Angaben in der Bestandsliste, von der 136. SMSBr ebenfalls verwendet wird. Auf einigen Fotos [38] sieht man einen Teil des blauen Gebäudes der Basis der terroristischen Bandenformation „Sarja“.

[39]  [40]

[41]

In dem Album gibt es [42] auch Aufnahmen vor der Rückseite des Gebäudes, auf der gegenüberliegenden Seite des Sammelpunktes und die Fotos im Gebäude eines Krankenhauses, das neben der Luhansker Onkologie steht.

[43]  [44]

Vergleichen wir die Fotos der Folgen vom Beschuss des Onkologie-Gebäudes im Sommer 2014 mit den Fotos (1 [45], 2 [46], 3 [47]), die im Fotoalbum des russischen Fernmelders Semljanuchin zu sehen sind.

[48]

[49] [50]

Das ist ein weiteres grelles Beispiel dafür, wie russische Militärangehörige im Donbas der Taktik der Terroristen folgen und auf dem Gelände von Schulen, Krankenhäusern und anderen sozialen Einrichtungen stationiert werden.

[51]

In der ersten Publikation, die der Dienstreise der Militärangehörigen der 136. SMSBr aus Bujnaksk in die Ukraine im Sommer 2014 gewidmet war, zeigte InformNapalm, wie unsere früheren OSINT-Untersuchungen durch Angaben in den offiziellen Befehlen für diese Militäreinheit bestätigt werden. In dieser Untersuchung hat gerade die Information aus den Befehlen uns geholfen, den genauen Aufenthaltsort der Fernmelder aus Bujnaksk während der drei Monate des Sommer-Herbsts 2014 in Luhansk zu identifizieren.


Dieses Material wurde von Victory Krm [52] und Michail Kusnezow [53] exklusiv für InformNapalm [54] vorbereitet; übersetzt von Irina Schlegel [55]; editiert von Klaus H.Walter [56]. Beim Nachdruck und Verwenden des Materials ist ein Hinweis auf unsere Ressource erforderlich.

Die Angaben wurden von den Hackern der ukrainischen Cyberallianz exklusiv an InformNapalm zwecks Analyse und weiteren Veröffentlichung übergeben. Die Redaktion von InformNapalm trägt keine Verantwortung für die Erstquelle und die Herkunft der Angaben.

(Creative Commons — Attribution 4.0 International — CC BY 4.0 [57] )

Wir rufen unsere Leser dazu auf, unsere Publikationen aktiver in den sozialen Netzwerken zu verbreiten. Das Verbreiten der Untersuchungen in der Öffentlichkeit kann den Verlauf von Informationskampagnen und Kampfhandlungen tatsächlich brechen.