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Fliessband der „höflichen Menschen“ für „höfliche“ Armee Russlands

Es ist keine Neuigkeit, dass vor der Entsendung auf die „ukrainische Dienstreise“ die russischen Soldaten-Wehrpflichtigen „freiwillig-obligatorisch“ in Zeitsoldaten umqualifiziert werden. Das hängt damit zusammen, dass der Tod eines Wehrpflichtigen, der zum unerklärten Krieg gegen die Ukraine gegen seinen Willen abgeschickt wurde, mit öffentlicher Bekanntgabe und Skandalen einhergeht; bei einem Zeitsoldaten dagegen, der ja ein unfreiwilliger „Freiwilliger“ ist, man den Gefallenen immer ohne grossen Lärm als einen unkämpferischen Verlust abschreiben kann.

Am Beispiel des 7. Okkupationsstützpunktes (Einheit №09332, Gudauta, Abchasien) stellen wir Euch ein paar Zeugnisse vor, die mit der Umqualifizierung der Wehrdienstpflichtigen in Zeitsoldaten verbunden sind (die Screenshots sind klickbar):

Das Kommando, Politstellvertreter und Psychologen der Stützpunkte führen eine permanente psychologische Bearbeitung des Personalbestands, indem sie aus Ukrainern ein Feindbild malen, wobei sie erzählen, dass die Ukraine das „unabhängige Neurussland“ überfallen hat (ungefähr das Gleiche haben wir auch im August 2008 gehört, als nach Russlands Beteuerungen „Georgien das friedlich schlafende Zchinwali überfiel“), und das alles wird mit propagandistischen Videos, den Treffen mit Veteranen der Kampfhandlungen und dem Vorführen von militärisch-patriotischen Filmen unterstützt.

Unter den Militärangehörigen des Stützpunktes werden Agitationsblätter verteilt, die den zukünftigen Zeitsoldaten einen Dienst in einem Elite-Verband mit einer „würdigen“ Entlohnung (380$) und einer weiteren Karriereperspektive versprechen.

In Wirklichkeit zerreisst die Mehrheit der Zeitsoldaten, die auf der „ukrainischen Dienstreise“ waren, vorzeitig ihre Verträge – sie begründen es mit Nichtzahlung und Nichterfüllung anderer Punkte, was auch die vorher bereitgestellte Information bestätigt.

Schauen Sie thematische Links:

Aus dem Mandarinen-Paradies in die ukrainische Hölle: wie Zeitsoldaten „freiwillig-obligatorisch“ die Ukrainer zu töten gesandt werden“.

Russische Medaillen und russische Journalisten bestätigen Monate alte Informationen von InformNapalm“.

„Dienst wider Willen: wie Wehrpflichtigen ein Vertrag und eine Reise nach Rostow aufgedrängt werden“.

Ausser der Anwerbung zu einem Vertrag von Wehrpflichtigen, die nach ein paar Monaten Dienst in „Profis“ umqualifiziert werden, läuft auch massenhafte Rekrutierung der Reservisten, die mit List und Tücke in die russische Armee gelockt werden, mit ihrem nachfolgenden Einsatz auf einer „ukrainischen Dienstreise“.

Eine durchaus bedeutende Rolle darin gehört hochrangigem Personal des Verteidigungsministeriums Russlands.

Zum Beispiel ist in diese Tätigkeit der Vorsitzende der Personalverwaltung des westlichen Militärbezirks Generalmajor Wiktor Miskowez (übrigens ein gebürtiger Kiewer, Hochschulabschluss an der Kiewer Uni namens Jakubowski. Sein Profil im sozialen Netzwerk: http://ok.ru/profile/121091922383) aktiv involviert.

Interview mit Miskowez

Unter anderem leitet W.Miskowez auch den Prozess der Anwerbung von Spezialisten im westlichen Bezirk, die vorzugsweise Kampferfahrung bei den „höflichen Männchen“ besitzen. Das bezeugt seine Offenbarung in einem Interview an „Krasnaja Zvezda“ („Roter Stern“) vom 22. Juli 2014, wo der General vermerkt: „Höfliche Armee braucht „höfliche“ Menschen“. Der General-Personalleiter erwähnt auch das Forum „Ladoga-2014“, wohin über 1,5 Tausend Aktivisten verschiedener gesellschaftlicher Jugendorganisationen hinzugezogen wurden, die den inoffiziellen Status der „Gesandten der höflichen Menschen“ bekommen haben und darauf orientiert worden sind, unter ihren Gleichaltrigen die Informationen über den Militärdienst nach Vertrag zu verbreiten.

In jedem Militärbezirk Russlands gibt es solche „Miskowez“-Leiter der Personalverwaltungen, die die Anwerbung der Freiwilligen führen.

Diese Tätigkeit wird vom Vorgesetzten der Hauptpersonalverwaltung des Verteidigungsministeriums Russlands Generaloberst Goremykin Wiktor Petrowitsch koordiniert.

Vor Ort sind es der Vorgesetzte der Personalverwaltung des südlichen Militärbezirks Generalmajor S.M.Panewtschik, Leiter der Personalverwaltung des östlichen Militärbezirks Konteradmiral Kostin (der den Kapitän 1. Ranges K.W.Pawlowitsch abgelöst hat), Leiter der Hauptpersonalverwaltung des Zentralen Militärbezirks Oberst A.W.Jarenko (der 2014 den Generalmajor A.I.Nesterow abgelöst hat).

„Für die Rückkehr der Krim“

Diese Namen sind uns nicht nur aus offiziellen Berichten bekannt, sondern auch aus den Auszeichnungspapieren zu den Medaillen „Für die Rückkehr der Krim“ und „Für militärisches Heldentum“. Aktiv wurde zur Rekrutierung der „freiwilligen“ Zeitsoldaten auch die Hauptverwaltung in Arbeit mit dem Personalbestand der Streitkräfte Russlands hinzugezogen.

 

Direktive des Befehlshabers des südlichen Bezirks

Massgebende Dokumente bei der Rekrutierung der Zeitsoldaten sind die Anordnungen der Befehlshaber der Militärbezirke, nach dem Beispiel der Direktive des Kommandos des Südlichen Militärbezirks (№20 vom 18.07.2012) „Über die Organisation der Zusammenarbeit der Rekrutierungspunkte (der Auswahl zum Militärdienst nach Vertrag) mit den Kreiswehrersatzämtern und militärischen Dienststellen“.

Alle Screenshots sind klickbar.

 

Dieses Material wurde von Irakli Komaxidze speziell für InformNapalm vorbereitet; übersetzt von Irina Schlegel. Beim Nachdruck und Verwenden des Materials ist ein Hinweis auf den Autor und unser Projekt erforderlich.

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