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Fotos der sommerlichen Heldentaten: Die 23. motorisierte Schützenbrigade der Streitkräfte Russlands kämpfte in der Ukraine

13. März 2015

Vor kurzem ist die 23. selbstständige motorisierte Schützenbrigade der Streitkräfte Russlands erneut in den ukrainischen Nachrichten aufgetaucht: In die Presse ist die Information durchgedrungen, dass dem Brigadekommandeur Oberst Stepanischtschew die Beine amputiert wurden. Der Tod von Kapitän Schaschkin und seinen fünf Kameraden ist ebenfalls bekannt geworden.

Selbstverständlich erwarten wir nun von der russischen Seite ein Dementi, offensichtlich jedoch vergebens, denn die 23. Brigade ist bereits im Sommer 2014 öfters in der Ukraine gewesen.

Hier ist ein Berufssoldat der 23. Brigade: Ilfat Rustamowitsch (geb. 17. Juni 1989). Geht man von seiner Verwandtschaft aus, trägt er den Nachnamen Mubaraksianow, wohnhaft ist er in Nowokujbyschewsk, Russische Föderation. Dienststellung: Leiter der UKW-Störstation R-330 B.

2 [1] 3 [2]

(Sein Profil auf VK: https://vk.com/id11333210 [3]. [4] Archiv: https://archive.today/MRVcp [5]).

Davor diente er in der 94. Elite-Division, die zum Schutz von besonders wichtigen Staatsobjekten und speziellen Frachten eingesetzt wird (Militäreinheit Nr. 3450, Innentruppen des Innenministeriums Russlands), und in der 46. selbstständigen Speznas-Brigade (Militäreinheit Nr. 6780, Tschetschenien). Ein typischer Berufssoldat eben (Archiv: https://archive.today/pK7Gq [6]).

Am 8. Juli 2014 veröffentlichte er ein Bild mit der Überschrift „Angekommen“, auf dem er vorm Militärgerät der 15. Friedenstruppen-Brigade posiert.

Im Juli – August machte er noch mehr Fotos, auf denen er die Uniform eines russischen Soldaten trägt. Dabei ist ein Hubschrauber mit russischen Militärangehörigen im Hintergrund zu sehen. Bereits am 3. September postete er ein Foto aus irgendeiner ukrainischen Stadt mit Schildern in ukrainischer Sprache wie „Rawioli, Pelmeni Warenyky, Poschta, Pywo Tschernihiwske“ usw.

4 [7](https://pp.vk.me/c618719/v618719210/15284/W4U4upSWwLQ.jpg [8] Archiv: https://archive.today/tsNn7) [9]

Es folgen Bilder vor dem Elektronikgeschäft Vicotec in der Stadt Krasnodon, Kotowa-Straße 30 (Hier kann man es vergleichen: https://www.google.de/maps/uv [10] ). Wie ein typischer Besatzer sucht er sich ein Schild mit einer bestimmten Bedeutung aus und lässt sich vor dessen Hintergrund fotografieren („Sie sind immer bei uns willkommen!“ steht da).

7 [11](https://pp.vk.me/c618719/v618719210/15298/408Betmjic0.jpg [12]  Archiv:  https://archive.today/5Mjcw) [13]

Nein, Herr Mubaraksianow, Sie sind nicht willkommen!

Und damit gar keine Fragen offen bleiben, lässt er sich auch noch mit der ukrainischen Flagge und dem Wappen der Stadt Krasnodon im Hintergrund ablichten:6 [14](https://pp.vk.me/c618719/v618719210/1528e/To_IAEl-FzA.jpg [15]. Archiv: https://archive.today/zhyAi) [16].

Das alles geschieht auf ukrainischem Territorium, 20-30 km von der russischen Grenze entfernt. Hinterher, als ob nichts passiert wäre, fotografiert er sein Leben in den Feldern weiter und am Ende sehen wir ihn wieder in der Uniform eines russischen Soldaten.

Herr Mubaraksianow aus der 23. Brigade hatte vorübergehend mehr Glück, als sein Kommandeur Stepanischtschew – im Gegensatz zum Letztgenannten kehrte er auf seinen eigenen Beinen nach Russland zurück.


Dieses Material wurde von Anton Pawluschko [17] exklusiv für InformNapalm [18] vorbereitet; übersetzt von Zoya Schoriwna [19]; redaktiert von Irina Schlegel [20]. Beim Nachdruck und Verwenden des Materials ist ein Hinweis auf den Autor und unser Projekt erforderlich.

CC BY 4.0