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Identifikation der Invasionskräfte der Streitkräfte Russlands. Abteilungen und ihre Verluste auf ukrainischem Territorium

19. September 2014

Zusammengefasste Informationen über die vermutliche Stärke der Militärgruppierungen der russischen Invasionskräfte an der östlichen Grenze der Ukraine sowie der unmittelbar auf ukrainischem Territorium (in den Gebieten Luhansk und Donezk) registrierten Einheiten – mit ihren jeweiligen Verlustangaben.

Noch im August 2014 habe ich eine Übersicht erstellt, in der es mir gelungen ist,  Informationen über die an der östlichen Grenze der Ukraine konzentrierten Militärgruppierungen der russischen Invasionskräfte zusammenzufassen (Liste der an der Grenze konzentrierten und unmittelbar auf dem Territorium des Donbas entdeckten Einheiten). Im Laufe des letzten Monats versuchte ich, dieses Thema weiter zu verfolgen. Dabei gelang es mir, die Informationen zu vervollständigen und zu präzisieren.

Die an der östlichen Grenze der Ukraine und direkt im Donbas identifizierten Abteilungen der unten aufgezählten Einheiten sind in Form von bataillon/kompanie-taktischen Gruppen, zusammengesetzten Einheiten, verstärkt mit Artillerie, Luftabwehr und anderer Ausrüstung der Landstreitkräfte, Luftlandetruppen, Bodentruppen der Seestreitkräfte Russlands und GRU-Abteilungen vertreten. Ich möchte anmerken, dass die russische Invasionskräftegruppierung, die an der Grenze zur Ukraine konzentriert ist, hauptsächlich den südlichen Militärbezirk repräsentiert, obwohl auch auf andere Bezirke und andere Arten von Truppen zurückgegriffen wurde.

Das Heer und die Artillerie:

Es wird die Anwesenheit von Heerestruppen aus Beständen der südlichen, westlichen und zentralrussischen Militärbezirke registriert, deren Verbände sich in Feldlagern unmittelbar in der Nähe der Grenze befinden. Einige Einheiten wurden unmittelbar auf ukrainischem Territorium identifiziert.

Bataillon-taktische (kompanie-taktische) Gruppen und Artillerie des südlichen Militärbezirks:

18. motorisierte Schützenbrigade, Staniza Kalinowskaja, Tschetschenien (vermutlich zwei bataillon-taktische Gruppen, eine davon die sogenannte „kaukasische“). Erlitt erhebliche Verluste, wonach sie von BTG in eine kompanie-taktische Gruppe umstrukturiert wurde;

17. motorisierte Schützenbrigade, Schali, Tschetschenien. Erlitt Verluste;

136. motorisierte Schützenbrigade, Siedlung Botlich, Dagestan. Erlitt Verluste;

205. motorisierte Schützenbrigade, Budjonnowsk, Region Stawropol;

19. motorisierte Schützenbrigade, Wladikawkas, Nordossetien / Staniza Troizkaja, Inguschetien (vermutlich zwei BTG, von denen sich eine auf der Krim im Bezirk Armjansk befindet). Erlitt Verluste;

7. Militärstützpunkt, okkupiertes Abchasien, Georgien. Erlitt Verluste;

4. Militärstützpunkt, okkupierte Region Samatschablo (sogenanntes Südossetien), Georgien (Fernmeldeaufklärung, komplettiert aus dem Aufklärungsbataillon und der Scharfschützenkompanie des erwähnten Stützpunktes);

33. motorisierte Gebirgsbrigade, Maikop, Republik Adygeja. Erlitt Verluste;

8. motorisierte Gebirgsbrigade, Dorf Borsoi, Tschetschenien. Erlitt Verluste;

Gemischte Haubitzen- und Raketenbataillone der 291. Artillerie-Brigade, Staniza Troizkaja, Inguschetien (im Moment auf der Krim stationiert, sowie an der östlichen Grenze der Ukraine, von wo aus auch Beschüsse des ukrainischen Territoriums geführt werden);

– Mehrfachraketenwerfer-Division „Uragan“ des 943. Raketenregiments, Siedlung Krasnooktjabrski, Adygeja.

Außerdem sind folgende Militäreinheiten des südlichen Militärbezirks in den Führungsvorgang und die Versorgung der Invasionsgruppen miteinbezogen:

– 175. Bezirksführungsbrigade, Aksai, Gebiet Rostow;

176. Bezirksnachrichtenbrigade, Nowotscherkassk, Gebiet Rostow;

34. Führungsbrigade der 58. Armee, Wladikawkas, Nordossetien;

78. Logistikbrigade der 58. Armee, Budjonnowsk / Wolgograd, Region Stawropol;

– 66. Führungsbrigade der 49. Armee, Stawropol;

99. Logistik-Brigade  der 49. Armee, Maikop, Adygeja.

– Vermutlich sind die BTG und KTG der 20. Schützenbrigade, Wolgograd und der 34. Gebirgsbrigade (Selentschukskaja, Karatschai-Tscherkessien) involviert.

Bataillon-taktische und kompanie-taktische Gruppen (BTG und KTG) und Artillerie des Westlichen Militärbezirks:

9. motorisierte Schützenbrigade, Nischni Nowgorod. Erlitt Verluste;

6. Panzerbrigade, Mulino. Erlitt Verluste;

Divison des 275. Selbstfahrlafetten-Regiments der 4. Panzer-Division, Naro-Fominsk. Erlitt Verluste.

– Mehrfachraketenwerfer-Division „Uragan“ aus der 288. Artillerie-Brigade, Nischni Nowgorod/ Mulino.

BTG und KTG des Zentralen Militärbezirks:

32. motorisierte Schützenbrigade, Schilowo, Nowosibirsk;

74. motorisierte Schützenbrigade, Jurga, Nowosibirsk;

23. motorisierte Schützenbrigade, Samara. Erlitt Verluste;

21. motorisierte Schützenbrigade, Tozkoje. Erlitt Verluste;

15. motorisierte Schützenbrigade („Friedenstruppen“), Samara. Erlitt Verluste;

7. selbständige Panzerbrigade, Tschebarkul;

– BTG (vermutlich KTG) aus der 28. selbständigen motorisierten Schützenbrigade – Militäreinheit 61423, stationiert in Jekaterinburg (zentralrussischer Militärbezirk), trat im Juli-August 2014 im Raum der Ortschaft Weselyj, Gebiet Rostow, in der Nähe der Grenze zur Ukraine zum Vorschein.

BTG (KTG) der Russischen Seestreitkräfte:

– 810. Marineinfanterie-Brigade der Schwarzmeerflotte, Sewastopol (okkupierte Krim) / Temrjuk (Gebiet Krasnodar);

61. Marineinfanterie-Brigade der Nordflotte Russlands, Ortschaft Sputnik, Kola;

200. Speznas-Brigade der Nordflotte Russlands, Ortschaft Petschenga, Gebiet Murmansk. Erlitt Verluste.

BTG (KTG) der Luftlandetruppen:

76. Division – 234. Regiment, Pskow. Erlitt bedeutende Verluste;

98. Division – 331. Regiment, Iwanowo / Kostroma. Erlitt Verluste;

7. Division – 247. Regiment, Noworossijsk / Stawropol. Erlitt Verluste;

– 106. Division – 137. Regiment, Tula. Erlitt Verluste;

– 56. Luftlande-Sturmbrigade, Wolgograd;

– 31. Luftlande-Sturmbrigade („Friedenstruppen“), Uljanowsk. Erlitt bedeutende Verluste;

Aus dem 45. selbständigen Speznas-Regiment, Kubinka. Erlitt Verluste.

Aus der Hauptverwaltung beim Generalstab der Streitkräfte der Russischen Föderation: Sabotage- und Aufklärungsgruppen/-Trupps und Einheiten der Fernmeldeaufklärung:

– Sabotage- und Aufklärungsgruppen der 10. Speznas-Brigade, Molkino, Region Krasnodar;

– Sabotage- und Aufklärungsgruppen der 22. Speznas-Brigade, Aksai, Gebiet Rostow;

– Sabotage- und Aufklärungsgruppen der 346. Speznas-Brigade, Prochladny, Kabardino-Balkarien;

– Fernmeldeaufklärungs-Einheit und Drohnen-Staffel der 100. experimentellen Aufklärungsbrigade, Mosdok, Nordossetien.

– Abteilung der 154. Speznas-Fernmeldeaufklärungsbrigade, Moskowskoje, Bezirk Isobilny, Region Stawropol;

– Sabotage- und Aufklärungsgruppen der 2. Speznas-Brigade, Pskow;

– Sabotage- und Aufklärungsgruppen der 16. Speznas-Brigade, Tambow. Erlitt Verluste;

– Sabotage- und Aufklärungsgruppen der 3. Speznas-Brigade, Uljanowsk;

– Sabotage- und Aufklärungsgruppen der 24. Speznas-Brigade, Berdsk.

– Vermutlich gehören zu den gegen die Ukraine ausgerichteten GRU-Verbänden auch Einheiten des 25. Speznas-Regiments aus Stawropol und aus anderen Regionen stammende Aufklärungseinheiten der Fernmeldeaufklärung und EloKa.

FSB Speznas-Gruppen aus dem Verband der Militäreinheit 35690, dem Antiterrorismuszentrum (Objekt „Sputnik“, Balaschicha, Gebiet Moskau). Erlitt Verluste.

Sehr grob geschätzt und unter Berücksichtigung der Versorgung, beläuft sich die Stärke der russischen Gruppierung an der östlichen Grenze der Ukraine auf ungefähr 20.000 Mann. Ebenso sind bedeutende Gruppierungen russischer Invasionskräfte im Süden der Ukraine, auf der okkupierten Krim und an der nordöstlichen Grenze der Ukraine stationiert.

P.S. Die Aufzeichnungen beruhen auf meinen Beobachtungen von Materialien aus den Medien, sozialen Netzwerken und anderen Quellen. Die Liste stellt nicht das gesamte Bild dar, demnach erhebe ich keinen Anspruch auf 100% Korrektheit. In der Aufzählung erscheinen die Einheiten der russischen Landstreitkräfte und der Flotte, die es zu identifizieren und zu überprüfen gelang. Die Daten über Verluste der russischen Streitkräfte sind aus den Aufzeichnungen über „Cargo 200 aus der Ukraine nach Russland“ zusammengetragen. Die genauen Zahlen zu bestimmen, ist sehr schwierig, deshalb werden ungefähre Schätzungen über das Ausmaß der Verluste erstellt, ausgehend von den Listen und dem Mannschaftsbestand. Ich begrüße jegliche auf Argumenten basierende Ergänzungen und Verweise.


Dieser Beitrag wurde von Irakli Komaxidze [1] speziell für InformNapalm [2]vorbereitet; übersetzt von Kateryna Matey [3]; redigiert von Irina Schlegel [4]. Bitte an andere Medien und Blogger: Beim Nutzen des vorliegenden Materials vergesst bitte nicht, auf den Autor und die Quelle hinzuweisen und verzerrt die Informationen nicht.
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