Am 8. Februar 2017 haben ukrainische Militärangehörige gegen 19 Uhr in der Nähe der Demarkationslinie im Donbas eine nicht-identifizierte Drohne abgeschossen. Den Fotos nach trug die Drohne die Bordnummer 2166. Eine baugleiche Drohne mit der Bordnummer 2203 war am 16. Oktober 2015 unweit der syrischen Grenze durch die Luftwaffe der Türkei abgeschossen worden. Achten Sie bitte auf die Antenne – es handelt sich um eine Antenne des russischen Systems für Satellitennavigation GLONASS. Unten führen wir ein Bild zum Vergleich an (Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken):
Nach uns vorliegenden Informationen kamen ähnliche unbemannte Luftfahrzeuge bei folgenden Zwischenfällen vor:
- Am 28. 2014 wurde eine Drohne bei Donezk abgeschossen;
- Im Mai 2014 stürzte eine Drohne im Bezirk Isjumski im Gebiet Charkiw ab;
- Eine weitere Drohne wurde im Februar 2015 bei Debalzewe durch die ukrainische 128. selbstständige Gebirgs-Infanteriebrigade abgeschossen.
Ohne Zweifel ist der Hersteller und Betreiber dieser Drohne Russland, da die Ortsangaben über die Verluste dieser Drohnen der Geografie russischer Kriegsverbrechen im Donbas entspricht. Das System der Satellitennavigation und die Äquivalenz der Bordnummern 2166 und 2203 weisen ebenfalls auf die Streitkräfte Russlands hin. Als wir aber die Serienmodelle, die in Russland hergestellt werden, analysierten, konnten wir kein ähnliches Modell finden. Jeder Hersteller hat aber seine ausgearbeiteten Schemata und Konstruktionstypen, die bei der Herstellung angewendet werden. Konzentrieren wir uns also auf folgende Charakteristiken:
- Hochdecker
- Innenliegender Verbrennungsmotor
- Tieflage des Propellers
- Gleichstrom-Lufteinlassöffnung
Über diese Charakteristiken stoßen wir auf das unbemannte Luftfahrzeug-System „Ptero-G0“, das von der Firma „AFM-Servers“ entwickelt wurde und serienmäßig hergestellt wird. Es ist ziemlich einfach, unsere Theorie nachzuvollziehen, dass die in der Ukraine und Türkei abgeschossenen Drohnen von der obengenannten Firma hergestellt werden. Die Besonderheit der „Ptero“-Drohnen besteht darin, dass der Flug vollständig mithilfe eines automatischen Steuerungssystems eigener Entwicklung „PteRoBot“ kontrolliert werden kann. Anders ausgedrückt: Man braucht nur den Flugkontrolleur zu finden, und es wird klar, wer der Hersteller dieser Drohne ist.
Gehen wir weiter: In einem Artikel in der Zeitung Gaseta.ru, der der Identifizierung von der im Oktober 2015 in der Türkei abgeschossenen Drohne gewidmet war, wird folgendes angegeben:
„Währenddessen teilte die Quelle von „Gaseta.ru“ bei der russischen Verteidigungsindustrie mit, dass er das Modell der Drohne auf dem Foto identifiziert habe. Es handelt sich um eine Drohne russischer Herstellung. Es handelt sich dabei um eine geheime Entwicklung, über die Sie keine Erwähnungen in den Medien finden werden. Den Worten unserer Quelle nach, sieht die Drohne äußerlich tatsächlich der Drohne „Orlan“ ähnlich, weist aber einige Unterschiede auf. Dabei wird dieses Drohnenmodell nach Aussage der Quelle der „Gaseta.ru“ nicht von dem Verteidigungsministerium Russlands verwendet, sondern von anderen russischen Strukturen. Dabei weigerte sich unsere Quelle zu präzisieren, um welche Strukturen genau es sich handelt.“
Das ist aber interessant. Also geben wir einfach „afm-servers fsb“ bei einem Suchservice ein. Die Resultate führen uns zu einer Mitteilung darüber, dass der russische FSB unbemannte Luftfahrzeuge mit 80-Megapixel-Kameras und Wärmebildgeräten zur operativen Anfertigung von Geländeplänen in hoher Auflösung unter Umständen einer Spezialoperation testete. Wie in der Publikation erwähnt, hat der FSB dabei die „Ptero-SM“-Drohnen der Firma „AFM Servers“ eingesetzt.
Zusammenfassend kann man annehmen, dass die am 8. Februar 2017 an der Demarkationslinie abgeschossene Drohne eben dieses „Geheimmodell“ der Firma „AFM-Servers“ für den FSB ist. Diese Annahme basiert auf folgenden Fakten:
- Die Firma „AFM-Servers“ arbeitet seit 2013 eng mit dem FSB zusammen;
- Strukturelle Besonderheiten der „Ptero“-Linie sind identisch mit denen der in der Ukraine und Türkei abgeschossenen Drohnen;
- Die Ortsangaben über die Verluste der Drohnen entspricht der Geografie russischer Kriegsverbrechen (Ukraine, Syrien);
- Bei diesen Drohnen wird das russische System der Satellitennavigation verwendet;
- Informationen über diese Drohne fehlen im öffentlichen Raum, was sie in „delikaten“ Operationen einzusetzen ermöglicht und erlaubt, sich nicht sonderlich um die Identifizierung der Zugehörigkeit der Drohne im Fall ihres Verlusts zu sorgen.
In diesem Kontext möchten wir erwähnen, dass die Freiwilligen von InformNapalm folgende russische Drohnen identifiziert haben, die von den russischen Besatzern in Kampfhandlungen im Donbas eingesetzt wurden: „Granat-1“, „Granat-2“, „Forpost“, „Orlan-10“, „Eleron-3SW“, „Sastawa“, „Tachyon“. Einzelheiten unter folgendem Link: „Russische Waffen im Donbas. Datenbank&Videografik“.
Wir führen wiederholt das Video aus den gehackten Daten des Aufklärungskommandeurs des sogenannten „2. Armeekorps der LVR-Volksmiliz“ an. Darin wurde der Desktop des Drohnen-Operators der „Orlan-10“ mit der Bordnummer 10258 festgehalten, die zur Bewaffnung der 100. Raketenbrigade der Streitkräfte Russlands gehörte und von Unterfeldwebel A. H. Daurow und dem Soldaten W. I. Lasarenko gesteuert wurde. Das Video wurde am 13. Januar 2015 gegen 14:00 Uhr während eines Aufklärungsflugs westlich der Ortschaft Schtschastja im Gebiet Luhansk in der Ukraine aufgenommen:
(Creative Commons — Attribution 4.0 International — CC BY 4.0 )
Wir rufen unsere Leser dazu auf, unsere Publikationen aktiver in den sozialen Netzwerken zu verbreiten. Das Verbreiten der Untersuchungen in der Öffentlichkeit kann den Verlauf von Informationskampagnen und Kampfhandlungen tatsächlich brechen.

