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InformNapalm. Die Geburt des Feuers

Den 2. März kann man als den Tag des Funken verstehen, der das Feuer der internationalen Freiwilligengemeinschaft InformNapalm entfachte.

Am 2. März 2014 hatte ich den point of no return überschritten.

Den Punkt, an dem mein neues Leben angefangen hatte, gefüllt mit Gefahr, Adrenalin und neuen Bedeutungen. Das war der Tag, an dem eine Waffe zum ersten Mal auf mich gerichtet und mir mit Erschiessung gedroht wurde, falls ich die Kamera nicht ausmache. Der Tag der ersten Verfolgungen und ersten Offenbarungen. Wahrscheinlich sollte ich jenem „grünen Männchen“ dankbar sein, für sein höfliches: „Mach‘ die Kamera aus, sonst fängst du eine Kugel ein!“ Seine Worte waren der Auslöser, der meinen Verstand augenblicklich von all den naiven Hoffnungen auf eine friedliche Lösung des Konflikts befreit hatte. Augenblicklich war alles auf seinen Platz gestellt, augenblicklich war in meinem Herz der brennende Wunsch danach entfacht, Vergeltung für jede Bedrohung, jeden Blick und jede feindselige Handlung des Okkupanten gegenüber mir, meiner Familie, meinem Volk zu üben.

Das war ein Tag, der eine Ewigkeit andauerte: Telefonanrufe, Nachrichten von den Soldaten, Freunden, Bekannten über die Erstürmungen von den Objekten, über all die aggressiven Handlungen der Besatzer, die die Medien seltsamerweise als „Krimer Selbstwehr“ und „grüne Männchen“ bezeichneten.

Das war aber auch der Tag der ersten Exklusivvideos. Das Video mit den russischen Soldaten, die in eine Militäreinheit in Sewastopol eindringen, und das mir von meinen Freunden übergeben und auf Youtube veröffentlicht wurde, hatte in den ersten 24 Stunden fast 2 000 000 Ansichten erreicht.

In dem Moment wurde mir klar, dass man gegen die Besatzer auch ohne Waffen und spezielle Ausbildung ausreichend effektiv kämpfen kann – mit Informationen und der Kraft der sozialen Netzwerke.

Ich bin allen dankbar, die an das Feuer in unseren Herzen geglaubt haben, an die Flexibilität unseres Denkens und die Festigkeit unserer Überzeugungen.

Ich bin jedem dankbar, der sich unserer Gemeinschaft InformNapalm angeschlossen hat und Schulter an Schulter mit uns kämpft.

P.S. Ich danke Irakli Komaxidze [1], der in dem kritischen Moment meines Lebens, in den ersten Tagen der Besatzung der Krim, mir seine Hand entgegenstreckte und zu meinem Kampfgefährten wurde. Ukraine, Georgien und die Völker anderer Länder werden von den imperialistischen Ambitionen des Kremls befreit sein. Ich glaube daran, dank des Feuers in unseren Herzen, dank des Feuers in unseren Augen. Ich glaube an Euch, meine Freunde!

Gratuliere zum Tag der Entstehung von InformNapalm!

Mach‘ was du musst und soll kommen was soll.

Roman Burko [2]; übersetzt von Irina Schlegel [3].