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Kleine Späßchen der russischen Okkupanten im Donbas

InformNapalm deckt weiterhin Fakten der Präsenz von russischen Berufssoldaten im Bestand der „neurussischen“ IBFs auf. Manchmal genügt ein Foto, um den Weg eines russischen Okkupanten in den Donbas zurückzuverfolgen. Nach Ergebnissen einer neuen OSINT-Untersuchung wurde ein Zeitsoldat der Militäreinheit Nr. 09332 Koljan Homtschenko identifiziert, der seine Arbeit in den Reihen der Streitkräfte Russlands mit dem „Dienst“ in den Reihen einer „DVR“-Bandenformation kombiniert. 

Persönliche Angaben: Nikolai Homtschenko [1] (Archiv: Profil [2], Fotoalbum [3], Kontakte [4]), geb. 16. Oktober 1992, Nasarowo, Krasnojarski Gebiet, Russland. 2011-2012 leistete er seinen Wehrdienst in den Eisenbahntruppen (Militäreinheit Nr. 29420, Chabarowsk) ab. Seit Mai 2015 dient er als Zeitsoldat im 7. Militärstützpunkt in der durch Russland okkupierten Stadt Gudauta (Abchasien, Georgien). Im Juni 2015 wurde er in den Donbas abkommandiert, vermutlich in den Bestand der sogenannten Sonderabteilung „Bars“ der 2. motorisierten Schützenbrigade der „DVR“-Republikgarde. 

Das Profil von Homtschenko im sozialen Netzwerk gibt auf den ersten Blick nichts besonderes preis – es ist das übliche Profil eines „neurussischen“ Söldners, eines von Dutzenden Tausenden russischen Asis vom Land, die sich auf den Weg in den Donbas machten, um ein paar Münzen für ein I-Phone zu verdienen, ABER... Im Album von Homtschenko haben wir ein interessantes Foto [5]entdeckt, das am 15. Mai 2015 hochgeladen wurde und auf dem unser Held vor einem BTR-82A posiert, wobei im Hintergrund untypische Bauten zu sehen sind. Nicht weniger interessant sind auch die Kommentare zu den Fotos, mit besten Wünschen zu seinem neuen Arbeitsort. Was hat unsere Aufmerksamkeit denn erweckt? Natürlich der neue BTR, aber auch die Kommentare, am meisten jedoch – der Bildhintergrund, in dem man Dächer der sogenannten Modulkasernen [6] erkennen kann, die es nur an einem einzigen Ort gibt, und zwar auf dem 7. Stützpunkt in der okkupierten Stadt Gudauta in Abchasien. 

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Den Fotos von Homtschenko nach, begann seine Dienstreise in den Donbas im Juni 2015 und dauerte bis zum Oktober. Die Anwesenheit von Homtschenko im Donbas wird durch eine Reihe von Fotos in unvorschriftsmäßiger Uniform belegt, die charakteristisch für die „neurussischen“ Söldner ist, darunter auch durch ein Foto mit seinem Kampfgefährten Denis Machnjuk [11] (Archiv: Profil [12], Fotoalbum [13], Kontakte [14]) und dem Geotag „Donezk“ [15], sowie durch das Foto neben der Donezker Bar „Richard“ [16] auf der Artema-Strasse 87. Ausgehend von Fotos und Kontakten, dient Homtschenko im Bestand der sogenannten Sonderabteilung „Bars“ der 2. motorisierten Schützenbrigade der „DVR“-Garde in den Reihen der „neurussischen“ IBFs, deren „Identifikationszeichen“ die schwarzen Baretten der Marineinfanteristen sind.

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Archive zu einigen Fotos von Homtschenko im Donbas (1 [24], 2 [25], 3 [26], 4 [27], 5 [15], 6 [28], 7 [29], 8 [30]).

Außer den Fotos haben wir im Profil unseres „Helden“ ein „Autorenvideo“ [31] entdeckt, das am 5. Juli 2015 hochgeladen wurde und in dem die Späßchen der russischen Okkupanten im Donbas festgehalten wurden. Im Video wird Homtschenko, der eine Schutzweste trägt, in die Brust geschossen.

Lieber sollten die russischen Okkupanten ihre hohlen Köpfe schützen…

Wir erinnern daran, dass dies nicht der erste Fall ist, bei dem russische Berufssoldaten in den Reihen der „neurussischen“ IBFs registriert werden. Entsprechend der neuen Taktik, die vom russischen Militärkommando nach dem Inkrafttreten des Minsker Abkommens eingeführt wurde, werden russische Berufssoldaten in kleinen Gruppen in den Bestand der IBFs von „DVR/LVR“ eingeschleust. Die Abteilungen aus dem 7. Militärstützpunkt haben wir mehrmals im Kontext der „rostow-ukrainischen Dienstreisen“ erwähnt. Im Sommer-Herbst 2014 wurden in den an die Ukraine angrenzenden Bezirken des Rostower Gebiets Russlands mehrmals taktische Kampfgrruppen dieses Truppenverbandes beobachtet, darunter auch selbstfahrende und reaktive Artillerie, die das Territorium der Ukraine beschoss. Später wurden kleine Gruppen und einzelne Berufssoldaten aus der Militäreinheit in Abchasien im Bestand der Bandenformationen im Donbas gesichtet.

Unter folgenden Links kann man sich mit unseren Publikationen zum Thema der Beteiligung von Militärangehörigen des 7. Stützpunktes am Krieg gegen die Ukraine bekannt machen:


Dieses Material wurde auf der Basis eigener OSINT-Untersuchung von Irakli Komakhidze [44]exklusiv für InformNapalm [45] vorbereitet; übersetzt von Irina Schlegel [46]. Beim Nachdruck und Verwenden des Materials ist ein Hinweis auf unsere Ressource erforderlich. 

CC BY 4.0