Da der Sektor „C“ am heutigen Tag die heißeste Gegend ist, haben wir beschlossen, uns darauf zu konzentrieren. Später werden wir auch auf andere Stellen näher eingehen.
Am zweiten Tag der Waffenruhe führen die Söldner mit Unterstützung der russischen Militärangehörigen intensive Beschüsse von Stellungen der ukrainischen Streitkräfte durch. Seit 7:00 Uhr beschießt der Gegner die Stellungen in Debalzewe mit dichtem Feuer.
Ein Abschnitt der Fernstraße M03 „Artemiwsk-Debalzewe“ befindet sich unter Kontrolle des Gegners. Nowohrihoriwka befindet sich in einer Feuereinkesselung, der Gegner kontrolliert auch die Gegend Losowe-Kaliniwka, was ihm Lohwinowe zu halten erlaubt. Mit Stand Morgen des 16.02.2015 wurde eine große Konzentration der Gegnerkräfte registriert, die zum Vorrücken in Richtung Debalzewe bereit ist. Die erste Anhäufung der Kräfte aus Richtung Altschewsk wird auf 30 Technikeinheiten geschätzt, darunter 15 Einheiten Raupentechnik, 4 Tankwagen und ca. 11 Planen-LKWs mit lebenden Kräften.
Nach dem Stand von 20:00 Uhr ist diese Kolonne zum Sturm auf Debalzewe vorgerückt und wurde bei der Ausfahrt aus Altschewsk teilweise vernichtet. Einzelheiten sind unbekannt. Die zweite Kolonne ist abends auch aus der Richtung von Wuhlehirsk aktiv geworden. Nach vorläufigen Angaben besteht die Kolonne aus 15 Einheiten Planen-LkWs mit lebenden gegnerischen Kräften.
Die russischen Einheiten führen punktuelle Angriffe auf die Bezirke Tschornuchine und in der Gegend der Höhe von Siedlungen Nowohrihoriwka und Nischne Losowe aus. Sie versuchen die Dorfstraße abzuschneiden, über die eine Bewegung noch möglich ist.
Leider wurden wichtige Stützpunkte bei Debalzewe aufgegeben. Die sogenannte „Straße des Lebens“ befindet sich unter direktem Beschuss russischer Einheiten.
Nach dem Stand von 9:00 Uhr wurde ein intensiver punktueller Beschuss aus Selbstfahrlafetten-Systemen vom Zugstützpunkt „Balu“ und anderen Stützpunkten registriert.
Das Feuer wird faktisch gar nicht eingestellt. Das Verhältnis der Dichte der Feuererwiderung ist 1:10 – 1:15 (also auf 10-15 Gegnerschüsse kommt ein Schuss der ukrainischen Artillerie). Durch die Feuererwiderung wurden zwei Einheiten des Raketenwerfersystems „GRAD“ vernichtet, die Angaben zu lebenden Kräften fehlen.
Das Regime der „Waffenruhe“ nutzend, ziehen die gegnerischen Kräfte Technik für die Durchführung einer umfassenden Offensive zusammen. Die Hauptdepots sind in der Nähe der Ortschaften Jaschikowe, Kumschazke, Altschewsk, Brjanka, Stachanowe und Horliwka konzentriert.
Außerdem sickern weiterhin Technik und Planen-LKWs mit lebenden Kräften des Gegners durch die unkontrollierten Grenzübergänge ein.
In den letzten 24 Stunden ist es Beobachtern gelungen, anhand taktischer Kennzeichen, die an der Panzertechnik des Gegners aufgetragen sind, die Anwesenheit der 136. selbstständigen motorisierten Schützenbrigade der Streitkräfte Russlands (Stationierungsort: Dagestan, Stadt Bujnarsk) zu identifizieren.
Somit setzt der Gegner ungeachtet der „Waffenruhe“ aktive Kampfhandlungen am Debalzewer Vorsprung fort und strebt danach, die angegebene Gegend vollständig unter seine Kontrolle zu nehmen.
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