- InformNapalm (Deutsch) - https://informnapalm.org/de -

Luhansker „Kopfschuss“ für die Kremlpropaganda

Ein neuer fataler Fehler der Kremlpropagandisten hat die Aufmerksamkeit von InformNapalm erregt, was uns zum wiederholten Male erlaubte, das Faktum der Invasion der russischen Armee und ihrer technischen Hilfeleistung für die terroristischen Bandenformationen zu dokumentieren, die die Lage im Osten der Ukraine destabilisieren.

Diesmal sind leichtgepanzerte LKWs „KamAZ-43269“ ins Bild geraten, die in mehreren Modifikationen unter den Bezeichnungen „Wystrel“ und „Dosor“ hergestellt werden.

Im Video einer weiteren „Übung der Söldner“ in Luhansk vom 30.12.14, das vom „LVR/DVR“-Propagandakanal „News Front“ veröffentlicht und dann vom russischen Fernsehsender „Westi“ [1] aufgegriffen wurde, kann man um die 10 LKWs dieses Typs sehen. Das Auftauchen dieser Wagen bei den Manövern im Gebiet Luhansk kann man nur mit der dreisten Lüge der russischen Medien über das Auftauchen eines sogenannten „von-der-ukrainischen-Armee-erbeuteten“ Panzers T-72B3 [2] vergleichen.

2

Wir erläutern das mal kurz: Der BPM-97 (KamAZ-43269 „Wystrel“) [3] wird für den FSB-Grenzdienst hergestellt und der „Dosor“ für die Armee Russlands. Das ist ein zu 100% russischer gepanzerter Grenzschutzwagen: eine Produktion des russischen Kraftwagenwerkes „KamAZ“, er steht im Dienst der FSB-Grenztruppen, der strategischen Raketentruppen Russlands, des 7. Militärstützpunktes, der sich in der abchasischen Stadt Gudauta (besetzter Teil Georgiens) befindet, sowie im Dienst des Föderalen Strafvollzugsdienstes (FSIN).

Bisher wurden etwa 150 Exemplare dieser Fahrzeuge hergestellt. In die Ukraine wurden sie nie geliefert und konnten nur zusammen mit der russischen Armee ins Gebiet Luhansk gelangt sein.

Als das Video mit den Söldnerübungen in Luhansk unter Verwendung der Lastwagen KAMAZ-43269 im Netz auftauchte, hätte man es für einen feinen Streich der Propagandisten halten können, die diese aufgefangenen Beweise mit der Begründung verspotten könnten, dass diese Videoaufnahmen angeblich auf dem Territorium Russlands gedreht worden seien, und mit der „Volkswehr“- das war hat nur so, ein Spaß. Die Zugehörigkeit dieses Fahrzeugs war viel zu offensichtlich, um so einen Fehler zu machen. (Das ursprüngliche Video ist in einer sehr guten Qualität, man sieht alle Details der Fahrzeuge, ein Fehler in der Identifikation ist absolut ausgeschlossen, wie auch der Einkauf eines solchen Fahrzeugs in „Militärhandelsorganisationen“ oder seine Herstellung mit Kräften der „Luhansker Alleskönner“ unmöglich sind).

Aber als ein Teil dieses Videos in einer Reportage der russischen Nachrichtensendung „Westi“ auftauchte, wurden alle Zweifel am fatalen Fehler der Propagandisten aus der Welt geschaffen. Das ist ein 100% Patzer, welcher nicht nur einen FSB-Kuratoren und Cheredakteur den Kopf kosten sollte.

3 [4]

Aber das ist nicht die einzige Fehlkalkulation der russischen Propagandisten. Sie haben es sogar geschafft, Spuren in Wikipedia zu hinterlassen. Im Artikel über den BPM-97 haben sie eine Zeile über den Kampfeinsatz dieses Kraftfahrzeugs bei den Truppen der „LVR“ hinzugefügt (wodurch Russland ein weiterer Skandal wegen Terrorismusunterstützung droht).

4 [5]

Womöglich hatte solch‘ einen bösen Streich mit dem Verstand der Aggressoren die Tatsache gespielt, dass dieses Material direkt nach der Silvesterfeier veröffentlicht wurde, gleich am Morgen des 1. Januar. Obwohl am Abend desselben Tages, sobald die kremlischen „Betreuer“ ihren Rausch ausgeschlafen und sich die Augen gerieben hatten, die Informationen über die Luhansker Übungen von der Wiki-Seite verschwunden sind. Am nächsten Tag sind von der genannten Seite nicht nur die Erwähnungen über die „Kampferfahrung“ des BPM verschwunden – jemand hatte es dringend nötig, die Seite umzubenennen. Als Begründung für diese Forderung an Wikipedia wurde die „falsche Bezeichnung des Kraftwagenwerkes „KamAZ“ angegeben. Diese unbeholfene Spurenverwischung zieht kaputte Links nach sich, die die Resonanz der fatalen Fehlkalkulation etwas verringern könnten.

Aber Wikipedia bewahrt den vollständigen Verlauf der Bearbeitungen und Änderungen auf, weswegen die obengenannten Fehlkalkulationen entdeckt werden können:

5-1024x282 [6]

Offensichtlich ist auch, dass für die Mehrheit der Einwohner der Ukraine die Teilnahme der russischen Geheimdienste am Konflikt im Donbas gar kein Geheimnis mehr ist. InformNapalm hat seit Beginn des unerklärten Krieges Russlands gegen die Ukraine und der Okkupation der Krim periodisch ganze Datenmassive mit Fakten und Beweisen für die russische militärische Aggression vorgelegt und tut es noch immer. Eine Vielzahl davon haben wir mittels Aufklärung von offenen Informationsquellen (OSINT) erhalten, viele sind in verschiedene europäische Sprachen übersetzt und verbreitet worden.

Zum jetzigen Zeitpunkt bleibt aber die Frage aktuell: Was weiter? Welche Strategie ist die Beste: Das Tier aushungern zu lassen, immer schön die Distanz wahrend, oder einen Holzpfahl in sein Herz zu stechen?

Nach der Revolution der Würde ist die Zeit der Revolution des Geistes gekommen.

Ganz und gar nicht alle Ukrainer haben zum heutigen Tag aufopfernd ihre Kräfte für ein gemeinsames und einheitliches Ziel mobilisiert: den Sieg über den Aggressor. Das bezieht sich nicht auf jene, die gerade an der Front sind, sondern auf jene, die sich im Hinterland befinden. Von jedem einzelnen Ukrainer hängt jetzt das Schicksal und die Zukunft unseres Landes ab. Es liegt an uns, ob wir diese tragische Hürde nehmen und den großen Übergang zur Revolution des Geistes verwirklichen können.

Die Antwort auf diese Frage liegt im Herzen jedes Einzelnen….


Dieses Material wurde von Al Gri und Roman Burko [7] speziell für InformNapalm [8] vorbereitet; übersetzt von Irina Schlegel [9]. Beim Nachdruck und Verwenden des Materials ist ein Hinweis auf unsere Ressource erforderlich.

CC BY 4.0