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„LVR“ und „DVR“ mit den Augen des Fahrers eines humanitären Konvois: Zerstörung und Militärtechnik

Im Sommer des letzten Jahres ließ die Ukraine den ersten „humanitären Konvoi“ auf ihr Territorium durch. Russland blieb dafür ungestraft – es wurde lange diskutiert: Invasion, Fracht wurde nicht kontrolliert, man muss irgendwas tun, aber letztendlich traute sich keiner etwas zu tun. Und da der erste „humanitäre Konvoi“ die Grenze ohne irgendwelche Folgen überquert hat, folgten ihm bald endlose andere. Es wurde schon mehrmals festgestellt, dass nach jedem neuen „humanitären Konvoi“ die Intensität der Kämpfe an der Front steigt. Letztendlich kommen die „humanitären Konvois“ ungestört in die Ukraine, und keiner gibt sich noch Mühe, sie zu zählen.

Die Fahrer der „humanitären Konvois“ fotografieren in ihrer Naivität alles, was sie in Donbass sehen und veröffentlichen die Bilder dann im Netz – so können wir uns ein Urteil darüber bilden, was im tiefsten Hinterland von „LVR/DVR“ passiert. Die Landschaft ist menschenleer, es gibt viele vom Krieg zerstörten Gebäude und ganze verlassene Dörfer. Auf den Straßen gibt es mehr militärische Fahrzeuge als zivile – jemand fährt in Richtung Grenze, jemand bringt irgendwas an die Front: nagelneue Ural- und KAMAZ-LKWs, Grad-Raketenwerfer, SU-23-Flugabwehrkanonen montiert auf Urals, Panzer usw. – das alles dominiert heute die Straßen von Donbass.

 

Ein beliebtes Fotomotiv der Fahrer ist ein zerstörter Panzer auf der Straße Chrjaschtschewate – Nowoswetlowka. Jetzt ist er mit Blumen und russischen patriotischen Aufklebern bedeckt, und die Separatisten schreiben mit tragischem Unterton, dass „die gesamte Mannschaft verbrannt“ ist. Die Vorgeschichte dieses Panzers ist ein wenig anders – früher haben die Separatisten ihn wahlweise den ukrainischen Bataillons „Asow“, „Ajdar“ oder „Donbass“ zugeschrieben. Hier z. B. erzählt ein Terrorist, mit den Armen fuchtelnd, dass bei Chrjaschtschewate angeblich 25 – 30.000 ukrainische Soldaten gefallen sind:

Es ist einige Zeit vergangen, die Kämpfe haben nachgelassen, die Propagandisten haben sich zusammen mit der Frontlinie zurückgezogen, und es hat sich rausgestellt, dass der Panzer nicht den „Ukropen“ gehörte, sondern dass die Mannschaft, die in ihm verbrannt ist, aus „Aufständischen“ bestand:

Je älter das Photo, desto weniger abmontierbare Teile sind auf dem Panzer zu erkennen – in den von der Herrschaft der Kiewer Junta befreiten Städten muss man sich irgendwie durchschlagen, und bald wird diese entlang der Straßen zerstreute Technik irgendwo in der russischen Provinz als Altmetall gegen Bares eingetauscht.

Obwohl die „humanitären Konvois“ quer durch Donbass fahren, scheinen sie niemandem besonders zu helfen. Die Städte sind leer, die Landschaft trostlos, überall ist die Militärtechnik zu sehen. Die Russische Welt ist nach Donbass gekommen.

Persönliche Profile der Fahrer von „humanitären Konvois“ in sozialen Netzwerken finden Sie unter folgenden Links: https://vk.com/id52487738 (архив – https://archive.today/4S8Mw), https://vk.com/id27585882 (архив – https://archive.today/RgE9s)

 

Dieses Material wurde von Anton Pawluschko für InformNapalm vorbereitet; übersetzt von Olena Köpnick. Beim Nachdruck und Verwenden des Materials ist ein Hinweis auf den Autor und unser Projekt erforderlich. 

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