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Neue russische Militärbasen an der Grenze zur Ukraine. Teil 1: Klinzy

Die internationale Freiwilligengemeinschaft InformNapalm beobachtet weiterhin Russlands Regionen, die an die Ukraine angrenzen. Wir haben eine erhöhte Aktivität beim Bau einer neuen militärischen Infrastruktur in unmittelbarer Nähe zur Ukraine gleich in mehreren Regionen entdeckt. In diesem Zusammenhang beginnen wir mit einer neuen Artikelreihe, in der Informationen über neue militärische Objekte bereitgestellt werden, die zu einem Aufmarschgebiet für aggressives Vorgehen Russlands werden können. In diesem Teil geht es um Militärbasen, die in der Stadt Klinzy (Brjansker Gebiet, Russland) errichtet werden. Diese militärischen Objekte liegen auf ungefähr gleicher Entfernung von der Grenze des Tschernihiw-Gebiets (Ukraine) und Russlands Grenze mit der Republik Belarus. Das ist eine Zone mit erhöhter Radioaktivität infolge der Tschernobyl-Katastrophe.

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Nach Meldungen der regionalen Medien des Brjansker Gebiets werden unweit der Grenze zur Ukraine zwei neue militärische Objekte gebaut.

So wird in einem Artikel der lokalen Zeitung der Stadt Klinzy „Wasche Delo“ vom 14. April 2016 [2] davon gesprochen, dass am 25. März öffentliche Anhörung stattgefunden hat, bei der Bauprojekte von militärischen Objekten in der Stadt bewilligt wurden. Es ist bekannt, dass eins davon auf der Parkowaja Strasse, im Raum des Stadions „Trud“ [3] liegen wird und das andere – in Sajmische, in der Kalinin-Gasse.

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Die Entscheidung über diesen Bau wurde während des Besuchs von Vertretern des russischen Verteidigungsministeriums im Februar 2016 getroffen. Der Zweck dieser Delegation bestand im Erreichen einer Absprache über die Eröffnung von zwei militärischen Objekten auf dem Territorium der zweitgrössten Stadt des Brjansker Gebiets. Gleich danach wurde auf den lokalen Foren darüber diskutiert, ob verlassene Objekte wiederhergestellt werden, und zwar die drei Militärsiedlungen der Militäreinheit Nr. 10876, die 2012 an die Stadtverwaltung der Stadt Klinzy übergeben worden sind.

Es wird berichtet, dass am 1. April die Vorbereitung des Territoriums zur Errichtung von Kasernen und anderer Infrastruktur wie Sporthallen, Schwimmhallen, Lebensmittelläden usw. begann. Im September 2016 wird die Ankunft der Militärs erwartet.

Auf diesem Hintergrund interessieren sich die Militärangehörigen der 28. motorisierten Schützenbrigade aus Jekaterinburg (Militäreinheit 61423, Stationierungsort: Jekaterinburg, Zentraler Militärbezirk) auf lokalen Foren für den Zustand der verlassenen Militäreinheit und die Perspektiven von Anmietung der Wohnungen in Klinzy.

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Aus den Kommentaren unter den Beiträgen wird klar, dass die ersten Züge aus Jekaterinburg bereits im Mai 2016 ankommen sollen. Höchstwahrscheinlich wird die 28. Brigade den Sommer unter Feldbedingungen verbringen müssen, in Zelten, bis ein Modullager vom Typ APL-500 [8] aufgeschlagen wird, den das russische Verteidigungsministerium für schnelles Erbauen benutzt. Solche Module sehen wir bereits auf dem Flugplatz in der Stadt Waluiki des Belgoroder Gebiets Russlands, wo zurzeit die 23. motorisierte Schützenbrigade aus Samara stationiert ist.

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Lager in Waluiki, Belgoroder Gebiet

Wie in Waluiki [10], werden die zukünftigen Militäreinheiten in Klinzy unweit der Eisenbahnstation und ziemlich nah an die Grenze zur Ukraine stationiert. Allem Anschein nach wird die neue Abteilung im Brjansker Gebiet ebenfalls zum Bestand der 20. Armee des Heeres gehören, die gerade im Westlichen Militärbezirk Russlands aufgestellt wird.

Somit sehen wir, dass Russland in grosser Eile eine Offensivlinie entlang der Grenze mit der Ukraine organisiert und kampffähige Abteilungen aus dem Inneren des Landes dorthin verlegt. Diese Abteilungen werden nicht nur in den Feldlagern der Rostower Invasionsgruppierung einquartiert, sondern auch in anderen Regionen, die an Tschernihiw- und Charkiw-Gebiete der Ukraine angrenzen.

Wir möchten daran erinnern, dass die 28. motorisierte Schützenbrigade aus Jekaterinburg mehrmals zum Gegenstand der Untersuchungen von InformNapalm wurde. Berufssoldaten aus dieser Brigade haben dabei Kampferfahrung nicht nur im Donbass, sondern auch in Syrien gesammelt.
1. “Ukrainische Dienstreise” einer Aufklärungskompanie der 28. Brigade aus Jekaterinburg“ [11]
2. „Ein Offizier der 28. Raketendivision der Streitkräfte Russlands wurde mit einer Medaille für Morde an den Ukrainern ausgezeichnet“ [12]
3. „Возвращение 28-й отдельной мотострелковой бригады из Екатеринбурга в Ростовскую область в состав группировки сил вторжения“ [13]
4. „It Is Hard To Survive in Syria Without A Passport. Russian 28th Brigade in Syria“ [14]

 

Dieses Material wurde von Victory Krm [15] exklusiv für InformNapalm [16] vorbereitet; übersetzt von Irina Schlegel [17]. Beim Nachdruck und Verwenden des Materials ist ein Hinweis auf unsere Ressource erforderlich.

CC BY 4.0