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Neueste russische mobile Funkstation „Auriga“ in Syrien

„Vom Schiff auf den Ball“, oder wenn man genauer wird – von der Ausstellung in den Krieg. So kann man die Verwendung der neuesten Entwicklungen des militärisch-industriellen Komplexes Russlands in realen Kriegshandlungen beschreiben.

Bei der Analyse von Fotos russischer Militärangehörige trifft man des Öfteren auf solche Militärgerätexemplare, über die es kaum Informationen gibt. In nachfolgender Untersuchung geht es um Satellitenverbindung, die russische Militärangehörige in Syrien mittels neuester russischer Funkstation „Auriga“ herstellen.

Unter Beobachtung von InformNapalm sind Militärangehörige der 138. SMSBr (ME 02511, Dorf Kamenka, Wyborg-Bezirk, Leningrader Gebiet, Russland) gekommen: Alexey Petjukow [1] (Archiv [2]), Nikolay Suworow [3] (Archiv [4]), Ewgenij Chirjanow [5] (archiviertes Profil 1 [6], Profil 2 [7]). Ihre syrische Dienstreise war nicht sonderlich beachtenswert, bis auf ein Detail:

Ihre standardmässige dreimonatige Dienstreise nach Syrien, vermutlich vom Dezember 2015 bis Februar 2016, endete traditionell mit der Auszeichnung „Für einen Teilnehmer der Militäroperation in Syrien“. Einige Fotos, die den syrischen Alltag wiedergeben, aus den sozialen Netzwerkprofilen von russischen Militärangehörigen aus Kamenka (1 [8], 2 [9], 3 [10], 4 [11], 5 [12], 6 [13], 7 [14], 8 [15]).

suvorov1 [16]  suvorov2 [17]

suvorov3 [18]  suvorov4 [19]

hiryanov1 [20] hiryanov2 [21]  hiryanov3 [22]

hiryanov4 [23]Ausser den Geotags auf den Bildern, die auf das Territorium der Militäreinheit in Kamenka hinweisen, wird die Zugehörigkeit der Militärangehörigen zur 138. SMSBr durch die Fotos [24] mit den Chevronen dieses Truppenverbands bestätigt.

Übrigens wurden die Militärangehörigen außer den „syrischen“ Auszeichnungen mit den Medaillen „Für Kampfverdienste“ geehrt (1 [25], 2 [26],3 [27]):

hiryanov-medal [28]  petukov-medal [29]  hiryanov-medal2 [30]

Bodenoperation in Syrien gibt es also keine, die Militärangehörigen erhalten aber weiterhin Kampfauszeichnungen. Wofür?

Das erklärte uns der Fernmeldemann der 138. SMSBr Alexey Petjukow, der für 24 Stunden einige Fotos in sein Fotoalbum hochgeladen hatte und sie dann plötzlich gelöscht hat. Dank des Systems UKROPalantir ist es uns gelungen, die gelöschten Fotos zurückzuverfolgen (Die Unterschrift entspricht der genauen Zeit und Datum ihrer Hochladung ins Album), sowie die entsprechenden Geotags.

Обстрелянный Гантрак на российской базе в Хеймим [31]

Beschossenes Auto auf der russischen Militärbasis in Hmeimim

[32]  gora1 [33]

Ein Foto auf einem Gebäudedach in der Ortschaft Qalat Mirza (Genaue Koordinaten: 35.654480, 36.268471 [34]). Unweit von diesem Ort hatten wir mal die Militärangehörigen der russischen 291. Artilleriebrigade identifiziert (ME 48271): „29 Soldaten der 291. Artilleriebrigade der Streitkräfte Russlands in Syrien“ [35].

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14958333_557674117759949_2038394128_n [37]

Allem Anschein nach, organisierten sich die Fernmeldemänner aus Kamenka mithilfe der Funkstation „Auriga“ eine Satellitenverbindung zwischen den russischen Truppen und ihrem Kommando. Entsprechend der technischen Charakteristika dieser Station, ist sie ein Transformer und kann autonom arbeiten. Sie kann innerhalb von 10 Minuten von einem einzigen Menschen aufgestellt werden, und stellt eine Videoverbindung über geschlossene Kanäle her, unter verschiedensten Wetterbedingungen und im Hochgebirge. Damit die „Nanostation“ nicht umfällt, haben die Militärangehörigen sie sorgfältig mit einer Betonplatte beschwert.

Diese neueste russische Entwicklung wurde auf der Exposition der offenen Aktiengesellschaft „Wojentelecom“ [38] (zu dt. „Militär-Telecom“) auf der internationalen Ausstellung der Mittel zur Sicherheitsgewährleistung „Interpolitech 2014“ in Moskau und auf dem internationalen militärisch-technischen Forum „Armee 2015“ präsentiert. Später wurde sie im Zusammenhang mit den Manövern der Fernmeldemänner in Armenien 2015 erwähnt [39].

auriga1 [40] auriga [41]

yamal [42]

Dieselbe Station wurde im Sommer 2016 bei der Liquidierung einer Infektionsquelle auf der Jamal-Halbinsel (Sibirien) gesichtet [43]. Und dank den Militärangehörigen aus Kamenka wurde sie nun auch in Syrien festgehalten.

Mit dieser Publikation haben wir einen weiteren russischen Truppenverband in Syrien identifiziert, sowie das Faktum der Nutzung von kostspieligen russischen Waffensystemen unter Bedingungen der realen Kriegshandlungen bestätigt und die genaue Lage eines Kommandopunkts der russischen Bodentruppen in Syrien festgelegt.

„Präsident Putin erklärte mehrmals, dass Russland sich allein auf die Luftkomponente beschränken wird und es keine Rede von Bodenoperation sein kann. Des Weiteren möchte ich daran erinnern, dass Russlands Luftoperation in Syrien gerade zur Unterstützung von Bodenoffensive der Syrischen Streitkräfte stattfindet,“– wie Peskow uns wieder mal erzählte [44]


Dieses Material wurde von Victory Krm [45] und Michail Kusnezow  [46]exklusiv für InformNapalm [47] vorbereitet; übersetzt von Irina Schlegel [48]. Beim Nachdruck und Verwenden des Materials ist ein Hinweis auf unsere Ressource erforderlich.

CC BY 4.0

Wir rufen unsere Leser dazu auf, unsere Publikationen aktiver in den sozialen Netzwerken zu verbreiten. Das Verbreiten der Untersuchungen in der Öffentlichkeit kann den Verlauf von Informationskampagnen und Kampfhandlungen tatsächlich brechen.