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Nostalgie eines Soldaten der 24. Speznas-Brigade nach der Donbass-Dienstreise

Das internationale Freiwilligenteam InformNapalm sammelt weiterhin Beweise für die Beteiligung von Einheiten der Streitkräfte Russlands an den Kampfhandlungen im Donbass. Infolge der neuen OSINT-Untersuchung haben wir Informationen bezüglich der „rostow-ukrainischen Dienstreise“ einer Abteilung der 24. selbstständigen GRU Speznas-Brigade des Generalstabs Russlands (Einheit Nr. 55433, Stadt Berdsk) im Zeitraum vom Sommer bis Herbst 2014 erhalten.

Im Zuge der Identifizierung russischer Soldaten, die verbrecherische Befehle der Militärführung Russlands ausführten und am unerklärten Krieg im Donbass teilnahmen, wurden im sozialen Netzwerk Vkontakte zwei Profile von einem Zeitsoldaten der 24. selbstständigen Speznas-Brigade Eugen Borisowitsch Laschenow entdeckt.

Angaben zum Laschenow: geb. 28. 08. 1989 im Dorf Pankruschicha, Altai Gebiet; wohnhaft in der Stadt Berdsk, Nowosibirsker Gebiet. Dienstzeugnis: 2009-2010: 404. SMSBr. der Innentruppen der Streitkräfte Russlands, Einheit Nr. 6873; 2011-2013: 1. Kompanie des KfZ-Bataillons, Einheit Nr. 42857, Berdsk; seit 2014: Zeitdienst in der 24. selbstständigen Speznas-Brigade, Einheit Nr. 55433. Archive zu Profilen und dem Photoalbum von E.Laschenow siehe hier: https://archive.is/ZrYpn [1], https://archive.is/is4J1 [2], https://archive.is/ju4oP [3].

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Im Lauf der Analyse von persönlichen Angaben, Kontakten und Fotoalben von E.Laschenow wurde eine frische Photoserie [6] entdeckt, in der die sommerlich-herbstliche „rostow-ukrainische Dienstreise“ 2014 der Aufklärungsabteilung der 24. Speznas-Brigade widergespiegelt wird, zum Beispiel durch die Bilder aus dem Amwrosijewski Bezirk des Donezker Gebiets der Ukraine. Trotz der Tatsache, dass Laschenow selbst auf den Photos im Donbass nicht festgehalten wurde, weist alles darauf hin, dass er die Photos mit seinem Handy persönlich geschossen hat, hauptsächlich aus dem Fahrerhaus des KamAZ. In einer anderen Photoserie [7] sind Bilder aus dem an die Ukraine angrenzenden Bezirk des Rostower Gebiets vorhanden, und zwar aus einem Waldlager. Auch gibt es Photos von Truppenübungsplätzen und Stationierungsorten im Oktjabrski, Matwejewo-Kurganski und Neklinowski Bezirk des Rostower Gebiets.

Donbass, Herbst 2014.

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Anmerkung: Allem Anschein nach ist die Stele an der Einfahrt zu Amwrosjewka eine beliebte Stelle für die Photosessions der russischen Okkupanten im Donbass. Wir erinnern daran, dass an der gleichen Stelle Militärangehörige der 32. SMSBr [12] (Einheit Nr. 22316, Schilowo, Nowosibirsker Gebiet) und der 82. selbstständigen funktechnischen Speznas-Brigade GRU [13] (Einheit Nr. 48886, Wjasma) sich ebenfalls photographieren liessen.

Rostower Gebiet, Sommer 2014

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Berdsk, 2014-2015

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Ausser des angeführten Photomaterials möchten wir ein paar äusserst aussagekräftige Einträge von der Seite von E.Laschenow und die Kommentare dazu hervorheben:

Eugen, den 5.12.2014: Auf die Frage: „Was denkst Du, könntest du auf die Gadgets und das Internet verzichten?“, antwortet er: „Easy“. Im Briefwechsel von E.Laschenow mit seinem Kollegen und „Verwandten“ W.Wladimirow gibt es viele interessante Details: vom Gespräch bezüglich der Dienstreise bis zu Erwähnung des Verteidigungsministeriums und seines Kompanie-Kommandeurs.

Eugen, den 14.02.2015: „Armee ist Stärke! [19] Sich über ein Problem zu beklagen, bedeutet dieses zu verdoppeln. Lass es nicht wachsen, vernichte es schweigend!“171 Im kurzen Briefwechsel zwischen E.Laschenow und dem „Diversanten“ S.Tichij gibt es noch mehr „Philosophisches“, von „Hinterrücks Washington angreifen… muss man aber nicht hinterrücks, denn Georgien haben wir ja in drei Tagen fertig gemacht“ bis „Eben deshalb hat die ganze Welt Angst vor uns und zittert allein schon beim Wort „Russen““.

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Bleibt nur abzuwarten, wie schnell E.Laschenow und seine Kollegen ihre Profile zu bearbeiten beginnen – Photos und Informationen zu löschen, durch welche sie infolge dieser Publikation kompromittiert wurden, denn jeder russische Okkupant verfällt bei der Erwähnung von InformNapalm gleich in Panik. Wir sind sicher, dass die Karriere von E.Laschenow als einem Speznas-“Photokorrespondenten“ und Schwätzer damit beendet ist, im besten Fall wird er wohl um den Preis einer weiteren „rostow-ukrainischen“ oder „neurussisch-syrischen“ Dienstreise auf einer „freiwillig-obligatorischen Basis“ „Sündenvergebung“ bekommen.

Eugen Laschenow ist nicht der einzige Speznas-Soldat aus der Berdsk-Brigade, der sich im Kontext der „rostow-ukrainischen Dienstreise“ bemerkbar machte. Es wurden weitere Kollegen von ihm aufgedeckt, die zwar bescheidener, doch aber ausreichend überzeugend sich selbst und ihre Kampfgefährten ausgeliefert haben, zum Beispiel:

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Die angeführte Liste ist bei weitem nicht vollständig, es wurden insgesamt ein paar Dutzende Soldaten der 24. Speznas-Brigade GRU aufgedeckt, die eine „rostow-ukrainische Dienstreise“ hinter sich haben. Alle von uns gesammelten und unveröffentlichten Angaben zu diesen Kriegsverbrechern wurden zwecks ihrer weiteren Bearbeitung an unsere Kollegen aus dem „Myrotworez“ [27]-Zentrum übergeben, zur Eintragung der Angaben in die Datenbank des Zentrums.

Wir erinnern daran, dass dies nicht der erste Fall von Identifizierung russischer Speznas-Soldaten aus dieser GRU-Brigade ist. Bereits Anfang September 2014 haben wir Abteilungen russischer Interventen, die aus Sibirien verlegt wurden, aufgedeckt: eine bataillon-taktische Gruppe aus dem Bestand der 32. SMSBr (Shilowo, Nowosibirsk) und einen selbstständigen Speznas-Trupp aus dem Bestand der obengenannten 24. Speznas-Brigade aus Berdsk.

Zur selben Zeit war es uns gelungen festzustellen, dass im Juli 2014 der selbstständige Trupp der 24. Speznas-Brigade sich im Belgoroder Gebiet Russlands an der Grenze zur Ukraine aufhielt, bereits im August aber ins Rostower Gebiet verlegt wurde, in den Matwejewo-Kurganski Bezirk. Die Speznas-Soldaten der 24. Brigade waren in eine Uniform gekleidet, die der neuen Uniform der Streitkräfte de Ukraine sehr ähnlich ist, siehe „Information zu russischen Abteilungen aus Sibirien, die auf dem Territorium der Ukraine agieren“ [28].

Des Weiteren haben wir im November 2014 einen gewissen Sergei Astaschow aus Berdsk identifiziert. Es gelang festzustellen, dass seit Oktober 2014 er ein „Kämpfer“ der Aufklärungsabteilung einer „neurussischen“ IBF [29] ist, die zum Teil mit den nichtplanmäßigen GRU-Soldaten der Streitkräfte Russlands komplettiert ist (mit der sogenannten „aktiven Agentur-Reserve“).

In Anbetracht aller obengenannter Umstände ist es sinnvoll anzunehmen, dass mit der Beendigung der aktiven Kampagne im Donbass im Sommer-Herbst 2014 die Struktureinheit der 24. Speznas-Brigade aus Berdsk im Rahmen der Rotation durch die GRU-Reservisten abgelöst wurde, die zur Zeit der Aufstellung der neuen „professionellen DVR/LVR Armee“ als Instrukteure auftraten.

P.S. Der von uns aufgedeckte und identifizierte S.Astaschow und alle Angaben zu ihm wurden längst in die Datenbank des „Myrotworez“-Zentrums eingetragen. Aber damit war die Geschichte nicht zu Ende. Ein paar Tage nach der Veröffentlichung des Artikels „GRU-ler in Rente“ [29] hatten wir damals von einem guten Menschen einen Kommentar mit vollen Angaben zu Astaschow bekommen, inklusive seiner Adresse und Telefonnummer.

Die internationale Freiwilligengemeinschaft InformNapalm begrüßt jegliche zusätzliche Information bezüglich der russischen Kriegsverbrecher und ihrer Komplizen. Diese Art von Angaben kann uns in Kommentaren hinterlassen oder aber auf unsere E-mail-Adresse [30] zugeschickt werden.

Dieses Material wurde von Victory Krm [31] und Irakli Komaxidze [32] exklusiv für InformNapalm [33] vorbereitet; übersetzt von Irina Schlegel [34]. Beim Nachdruck und Verwenden des Materials ist ein Hinweis auf unsere Ressource erforderlich.

Attribution International (CC BY 4.0 [35])