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Palmyra und die russische Truppenlandung. Versuch Nummer 2

März 2016. Im Lauf der ersten Erstürmung von syrischem Palmyra, das damals durch die Söldner der Islamischen Staates besetzt war, gelang es InformNapalm, eine Haubitzenabteilung der russischen 120. selbstständigen Artilleriebrigade (Militäreinheit 59361, Jurga) zu identifizieren [1], die die Truppen des Assad-Regimes aktiv unterstützte. Nach der Einnahme der Stadt hatte das russische Kommando eine Abteilung der Marineinfanteristen aus der 61. Brigade der Nordflotte [2] sowie Panzerfahrer aus der 7. selbstständigen Panzerbrigade [3] dorthin verlegt.

Im Dezember 2016, infolge der stürmischen Offensive der IS-Söldner auf die syrische Stadt Palmyra, zogen sich russische Militärangehörige zurück und verließen ihre Basis am Stadtrand. Dort fanden die islamistischen Söldner große Mengen an Waffen und Munition, die das russische Militär nicht vernichtet hatte. Näheres dazu hier: „Russische Geschenke für den IS: Was wurde auf der russischen Militärbasis in Palmyra zurückgelassen?“ [4]

Am 2. März 2017 befreiten die Assad-Truppen, unterstützt von russischer Luftwaffe und den Bodentruppen der russischen Streitkräfte, Palmyra erneut. Seit April werden russische Truppen in regelmässigen Abständen in diese syrische Stadt verlegt.

Vor ein paar Tagen, im Lauf einer OSINT-Untersuchung, haben wir einen russischen Militärangehörigen, Wladimir Fillipow (echter Name womöglich – Bystrow, geb. am 22. Mai 1993; Profil [5], Fotoalbum [6]) gefunden, der trotz Erklärungen [7] der militärisch-politischen Führung Russlands an einem Checkpoint im Raum von Palmyra diente. Dieser Militärangehöriger veröffentlichte am 9. Mai 2017 ein Foto mit historischen Ruinen der alten Stadt im Hintergrund. Mit Hilfe von Geolokalisierung haben wir den genauen Aufnahmeort [8] und die Lage des Checkpoints bestimmt.

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Fillipow ist äußerst vorsichtig, was die Veröffentlichung von Fotos angeht, anhand derer man seine Abteilung identifizieren könnte. Man sollte nur das Vorhandensein von Dienstmarke eines Militärangehörigen und einer Schutzweste „6Sch111“ der russischen Streitkräfte erwähnen. Es gibt auch ein Foto in Paradeuniform des alten Musters mit Kragenspiegeln der Bodentruppen Russlands. Unter seinen Kontakten findet man viele Militärangehörige aus der 155. Marineinfanteriebrigade und der 291. Artilleriebrigade der russischen Streitkräfte. Auch gibt es unter seinen Freunden den Zeitsoldaten Wladimir Alexejenko, der zurzeit an Kampfhandlungen im Donbas beteiligt ist [11]. Laut Informationen im Fillipows Profil ist seine Geburtsstadt Krasnodar, als Wohnort ist dagegen Wladiwostok angegeben. Aufgrund dieser Information kann man annehmen, dass er bei der 155. Marineinfanteriebrigade (Militäreinheit 30926, Wladiwostok) dient.

Vermutlich wurden Anfang Mai die Marineinfanteristen aus Wladiwostok gegen die Abteilung aus Murmansk ausgewechselt. Diese Information ist im Fotoalbum von Kirill Platonow (Profil [15], Fotoalbum [16]) zu finden, einem Militärangehörigen der 61. Marineinfanteriebrigade der Nordflotte (Militäreinheit 38463, Dorf Sputnik).

Das Ziel dieser Publikation ist es, dem Leser ein weiteres Mal die lügenhafte Natur der russischen Politiker und Befehlshabenden zu demonstrieren, sowie zu zeigen, wie unbekümmert sich die russischen WirSindDaNichtler in Syrien fühlen.

Und wir warten währenddessen auf eine neue Meldung über eine weitere schändliche Flucht der Russen. Der Blockbuster sollte doch eine Fortsetzung bekommen.


Dieses Material wurde von Michail Kusnezow [22] und Victory Krm [23] exklusiv für InformNapalm [24] vorbereitet; übersetzt von Irina Schlegel [25]

Beim Nachdruck und Verwenden des Materials ist ein Hinweis auf unsere Ressource erforderlich (Creative Commons — Attribution 4.0 International — CC BY 4.0 [26] )

Wir rufen unsere Leser dazu auf, unsere Publikationen aktiver in den sozialen Netzwerken zu verbreiten. Das Verbreiten der Untersuchungen in der Öffentlichkeit kann den Verlauf von Informationskampagnen und Kampfhandlungen tatsächlich brechen.

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