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Russische Eisenbahntruppen bauen eine Eisenbahnlinie unter Umgehung der Ukraine

Im Laufe der OSINT-Aufklärung im Umkreis von Kantemirowka (Region Woronesch, die unmittelbar ans Luhansker Gebiet der Ukraine grenzt) wurde das kürzlich aufgeschlagene Feldlager der russischen Streitkräfte entdeckt.

Es wurde festgestellt, dass sich im Lager Abteilungen und Ausrüstung der russischen Eisenbahntruppen befinden, insbesondere aus dem Bestand von:

– des 29. selbstständigen Eisenbahn-Instandsetzungsbataillons des zentralen Militärbezirks (Einheit Nr.30623, Omsker Gebiet, Taurider Region, Station Strela).
– der 37. selbstständigen Eisenbahnbrigade des südlichen Militärbezirks (Einheit Nr.51473, Wolgograd, Aviatorenstrasse).

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An der Stelle sollte erwähnt werden, dass im Dezember 2014 in dieser Gegend die Verladung russischer Panzer von uns festgehalten wurde. [6]

Durch das Territorium der Ukraine verläuft ein 32 km langer Eisenbahnabschnitt, der Moskau mit Rostow und Kaukasus verbindet und mit dem Eisenbahnnetz der Ukraine nicht verbunden ist. Der Eisenbahnabschnitt, der von Kantemirowka in den Süden Russlands führt, ist problematisch und für Russland strategisch sehr wichtig.

Über diesen Abschnitt werden nicht nur Passagierzüge nach Sotschi, Adler und Anapa aus Zentralrußland geleitet, sondern auch Militärzüge mit Panzern, die dann in den Ortschaften an der Grenze zur Ukraine wie Millerowo, Kamensk-Shachtinski, Nowoschachtinsk, Nowotscherkassk entladen werden, um sie dann in die Ukraine zu verlegen. Bislang wurden von den ukrainischen Behörden zu diesem Thema keine offiziellen Statements abgegeben, geschweige denn Maßnahmen getroffen.

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Die russische Seite verheimlicht den Bau der Umgehungsstrecke nicht: am 25. April sagte der stellvertretende Verteidigungsminister Dmitri Bulgakow, dass bei dem Bau etwa 900 Mitarbeiter der russischen Streitkräfte und 360 Einheiten der Spezialtechnik im Einsatz sind. Es geht um den Bau einer Eisenbahnlinie Prochorowka – Schurawka – Tschertkowo – Bataisk (eine neue Eisenbahnlinie in Richtung Schurawka – Millerowo). Mehr dazu unter dem Link [9].

Es bleibt zu hoffen, dass der Jahrhundert-Bau, unter Einsatz kostenloser Arbeitskräfte in Form der Eisenbahnstreitkräfte, nicht nur der Optik halber angefangen wurde. Es bedeutet, dass der durch die Ukraine verlaufende Eisenbahnabschnitt wirklich sterben wird. Trotzdem sind seitens des inadäquaten Russlands Überraschungen nicht ausgeschlossen: z.B. könnten Russen eine Kompensation verlangen und ihre Eisenbahntruppen den Streckenabschnitt auf dem ukrainischen Boden demontieren lassen.

Dieser Bericht wurde von unserem Freund Dmytro (Demien Amorales [10]) vervollständigt.

Dieses Material wurde von Irakli Komaxidze [11] speziell für InformNapalm [12] vorbereitet; übersetzt von Andrij Topchan [13]; editiert von Irina Schlegel [14]. Beim Nachdruck und Verwenden des Materials ist ein Hinweis auf unser Projekt erforderlich.