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Russische „Friedensstifter“ aus der 15. Brigade erneut im Donbass registriert

Zweieinhalb Jahre leugnet Russland die Beteiligung seiner regulären Militärangehörigen an den Kampfhandlungen in der Ukraine, die Beweislage für diese Beteiligung wird in diesen zweieinhalb Jahren aber nur grösser.

Soviel russische Militärangehörige, die im russisch-ukrainischen Krieg gewesen sind, auch versuchen, ihre sozialen Netzwerk-Profile zu anonymisieren, besitzt fast jeder von ihnen eine Leiche im Keller. Die Liste der russischen Truppenverbände, die sich an den Kriegen gegen Georgien, Ukraine und Syrien beteiligten, wurde immer grösser und ist scheinbar nun vollständig: In den neuen Untersuchungen tauchen immer wieder die bereits bekannten russischen Militäreinheiten auf (Mit den vollständigen Listen und Informationen dazu kann man sich unter dem Hashtag #Donbass [1] bekanntmachen).

Auch heute ergänzen wir unsere Angaben mit zusätzlichen Infos und machen Sie mit weiteren russischen Militärangehörigen bekannt: Mit einem „Friedensstifter“ aus der 15. Brigade (Militäreinheit 90600, Dorf Roschtschinskij, Samarer Gebiet Russlands) des Zentralen Militärbezirks, Alexey Koslow [2] (geb. 18.01.1989), der allem Anschein nach seinen Namen nicht sonderlich mag und sich darum das Pseudonym Tschudaikin genommen hat (archiviertes Profil [3], Album [4], Kontakte [5]).

camp [6]

Sein anderes Profil [7] (Archiv [8]) deckt Einzelheiten über Alexey auf: Seit 2011 ist er nämlich ein Abteilungskommandeur. Im Profil werden auch die Angaben über seinen Dienst in der Militäreinheit 90600 bestätigt.

Kommandeur Koslow hat in der Ukraine ziemlich viele Spuren hinterlassen: Im Herbst 2014 schrieben wir bereits [9], wie schnell sich die Militärangehörigen der 15. selbstständigen motorisierten Schützenbrigade der sogenannten „Friedenstruppen“ der Streitkräfte Russlands in „DVR/LVR“-Söldner verwandeln.

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Damals hatten wir auch das an die Ukraine angrenzende „Friedensstifter“-Lager unweit des Dorfes Akatnowka im Rostower Gebiet Russlands erfasst (Koordinaten: 48.286871, 40.122826). Die Skeptiker sagten damals, es sei nicht dabei, dass sie dort disloziert sind und forderten Beweise für ihre Beteiligung am Krieg im Donbass.

Wie man auf den Google-Satellitenbildern vom 08.08.2014 erkennen kann, war dort zu dem Zeitpunkt noch ein leeres Feld und Waldanpflanzungen. Bereits am 22.08.2014 stand dort aber schon Militärgerät. Auf den Bildern vom 21.11.2014 dagegen sieht man nur noch Spuren der Zelte von den Militärangehörigen – genau jenen, die man auf dem Foto von Koslow sehen kann.

akatnovka-21-11-14 [12]

Waren die Militärangehörigen alle nach hause gefahren? Leider nicht. Die Friedenskräfte der 15. Brigade hatten damals mit ihren Einfällen in die Ukraine erst begonnen, über ihre Aktivitäten im Donbass schreiben wir mehrmals :

Manche von ihnen setzten ihren Dienst sogar in den Reihen von IBFs (illegale bewaffnete Formationen) fort. Darunter auch Alexey Koslow, was durch sein Foto [19] vom April 2015 belegt wird, auf dem ein SPW mit der Flagge eines motorisierten Schützenbataillons der „DVR“ zu sehen ist.

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Falls jemand Zweifel haben sollte, dass dieses Foto in der Ukraine gemacht wurde, führen wir ein Foto vom gleichen SPW [21] mit der Bordnummer 127 und derselben „DVR“-Flagge an, der zur „Oplot“-Abteilung gehört, worauf das kaum zu erkennende taktische Zeichen hinweist: die römische „V in einem Fünfeck“. Die Abbildung der Nummer sowie der gebrochene hintere Teil über der rechten Gleiskette sind identisch.

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Nach seiner Rückkehr nach Russland setzte Koslow seine Karriere fort und unterzeichnete einen Vertrag in dem 104. Luftlanderegiment (Militäreinheit 32515, Dorf Tscherepacha, Pskower Gebiet Russlands), was er uns in seinen Kommentaren zum Foto selbst mitteilte.

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InformNapalmTeam wird nicht müde über die russischen Kriegsverbrecher zu schreiben, die in der Ukraine morden. Wir hoffen, dass der „Ruhm“, den wir jedem von ihnen schenken, die anderen zum Nachdenken bringen wird, ob man sich an unerklärten Kriegen auf dem Territorium anderer Länder beteiligen soll, wenn die Wahrheit ganz und gar nicht auf ihrer Seite ist…


Dieses Material wurde von Vidal Sorokin und Victory Krm [24] exklusiv für InformNapalm [25] vorbereitet; übersetzt von Irina Schlegel [26]. Beim Nachdruck und Verwenden des Materials ist ein Hinweis auf unsere Ressource erforderlich.

CC BY 4.0

Wir rufen unsere Leser dazu auf, unsere Publikationen aktiver in den sozialen Netzwerken zu verbreiten. Das Verbreiten der Untersuchungen in der Öffentlichkeit kann den Verlauf von Informationskampagnen und Kampfhandlungen tatsächlich brechen.