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Russische Militärgruppierung auf der besetzten Krim

Russische Besatzer verheimlichen die Tatsache der Aufstellung und Verstärkung einer neuen Militärgruppierung auf der besetzten Krim gar nicht sonderlich – die Medien berichteten mehrmals darüber.

Als eine solche „erste Schwalbe“ diente das 8. selbstständige Artillerieregiment, das in den Bestand der Küstentruppen der Schwarzmeerflotte Russlands aufgenommen wurde (Militäreinheit 87714, Stationierungsort: Simferopol, Krim). Im Artillerieregiment dienen viele ukrainische Verräter, die früher der 406. Artillerieabteilung der Marinestreitkräfte der Ukraine angehörten, unter anderem auch ihr Kommandeur, Oberst Dmitry Kosatschenko, der am Tag der Überreichung des neuen russischen Kampfbanners, dem 19. November 2014, eine zynische Erklärung abgab: „Der Kampfbanner des Regiments ist ein Symbol der Soldatenehre, Tapferkeit und Ruhms“. Noch im September 2014 versuchten wir, die Situation mit dem neuaufgestellten Regiment zu klären (Näheres im Link weiter unten), mit der Zeit sind aber ein Paar Details aufgetaucht, die sich von der offiziellen russischen Version deutlich unterscheiden.

Insbesondere sind der Erklärung der russischen Okkupanten nach im Bestand des Regiments 60 Einheiten verschiedener Ausrüstung vorhanden. Das Regiment soll dabei aus drei Abteilungen bestehen und 700 Mann Stärke aufweisen:

– Artillerieabteilung: 3 Batterien, in jeder 6 Panzerhaubitzen 2S19 „Msta-S“ [1] (mit Eigenantrieb);

– Raketenabteilung: 3 Batterien mit Mehrfachraketenwerfersystemen 9A52-4 „Tornado-G“ [2] (entspricht einem „Grad“ BM-21, aber auf einem KamAZ-Fahrgestell), in jeder 6 Raketenwerfereinheiten;

– Panzerabwehrabteilung: Panzerabwehrlenkwaffenkomplexe-Batterien vom Typ „Chrysantheme“.

In Wirklichkeit beobachtet man aber Folgendes: Es gibt keine Panzerhaubitzen 2S19 „Msta-S“ im Dienst des Regiments, es werden nur Schlepphaubitzen „Msta-B“ registriert. Dasselbe sehen wir bei der Raketenabteilung, in der nur 2 Batterien „Grad“ mit jeweils 6 Panzerfahrzeugen und eine Raketenwerferbatterie „Uragan“ mit 4 Panzerfahrzeugen registriert wurden. Zum jetzigen Zeitpunkt ist der Großteil des Personals und der Ausrüstung des Simferopoler Artillerieregiments auf dem neuen Stationierungsort der Krimer Besatzungsgruppierung im Raum des Flugplatzes Dschankoj konzentriert.

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Am ehemaligen Stationierungsort der Küstenabwehr-Brigade der ukrainischen Streitkräfte in Perewalnij südlich von Simferopol begannen Bauarbeiten, es werden Holzbauten abgerissen und eine neue Verwaltungs-, Park- und Wohninfrastruktur errichtet. Am genannten Ort wird die 126. selbstständige Küstenabwehr-Brigade der Armeestreitkräfte Russlands stationiert, nach Perewalnij ist schon Militärgerät, unter anderem auch die Kampfpanzer „T-72“ [7] befördert worden, parallel dazu läuft die Vervollständigung des Personals ab.

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Im Verband der Küstenkräfte der Krimer Besatzungsgruppierung sind, abgesehen vom 8. Artillerieregiment und der 126. Brigade, auch die 810. selbstständige Marineinfanteriebrigade in Sewastopol und das 51. selbstständige Marineinfanteriebataillon in Feodossija, letztere wurde aus Verrätern des 501. und des 1. Bataillons der Marineinfanterie der ukrainischen Marine neuaufgestellt. Außerdem gehören zu dieser Militärgruppierung das 1096. FlaRak-Regiment der Schwarzmeerflotte Russlands in Sewastopol, sowie weitere Einheiten: ein Luftabwehr-Verband, ein Pionierregiment, ein ABC-Regiment sowie ein Sewastopoler Eisenbahnbataillon. Auch befinden sich auf der Krim noch immer einige Abteilungen aus dem Verband der Streitkräfte des Südlichen Militärbezirks Russlands, die mit der Zeit durch die neu auf der Krim aufgestellten Truppen ersetzt werden.

Die Luftwaffe-Einheiten auf der Krim werden ebenfalls moderne Technik bekommen. Auf der Halbinsel wird eine Lieferung von neuer Technik für die Fla-Raketentruppen, funktechnische Truppen und Luftwaffe erwartet. Seit Anfang Dezember ist auf der Krim die russische Luftabwehr aktiv, es wurde ein dichtes Funkmessfeld erschaffen.

Abgesehen vom oben Genannten wurde im Dezember dieses Jahres der sogenannte Krimer Marinestützpunkt wieder neuaufgestellt, der im Verband der Schwarzmeerflotte Russlands bis 1996 aktiv war. Zum Oberhaupt des Verbandes wurde der Kapitän zur See des 1. Ranges Juri Semskij beordert, zum Stabschef der Kapitän zur See des 1. Ranges Alexej Komarow.

Dem Besatzerplan nach wird die 30. Division der Überwasserschiffe der Schwarzmeerflotte, deren Kommandeur Kapitän zur See Oleg Kriworoh ist, ab 2015 mit neuen Schiffen vervollständigt. In den nächsten zwei bis drei Jahren wird die Lieferung der neuen Fregatten „Admiral Grigorowitsch“, „Admiral Essen“, „Admiral Makarow“, „Admiral Butakow“ und „Admiral Istomin“ erwartet – wir hoffen sehr, dass all diese alten Pötte mit den klangvollen Admiralnamen den Schmach und die Schande der russischen Flotte während des russisch-japanischen Krieges 1905 teilen.

Links zum Thema:


Autor: Irakli Komaxidze [11], Quelle: InformNapalm [12]; übersetzt von Irina Schlegel [13]

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