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Russische Sonderoperationen gegen die polnisch-ukrainische Zusammenarbeit im Laufe der Rapid-Trident-2019

Russland führte Informationsoperationen gegen die ukrainisch-polnische Zusammenarbeit bei den internationalen Militärübungen Rapid-Trident-2019 durch. Zu diesem Ergebnis kamen die Freiwilligen von InformNapalm nach einer Analyse von zahlreichen Fake-Nachrichten und deren Verbreitungskontext im Internet.

Wie StopFake berichtete [1], wurden am 25. September in den russischen und einigen ukrainischen Medien sehr aktiv Fakeinformationen darüber verbreitet, dass ein polnischer Militärangehöriger einen ukrainischen Soldaten bei den Militärübungen im Gebiet Lwiw angeblich erschossen haben soll. Der Pressedienst der Polizei des Gebiets Lwiw hat diese falsche Information ebenfalls dementiert. [2]

Um den informativ-psychologischen Einfluss zu verstärken, nutzten die Medien ein Foto [3], auf dem angeblich ein Polizist und einige Zeugen den Tatort begutachten. Wie es sich im nachhinein herausstellte, stammte das Foto aus dem Jahr 2018 und diente damals als Anhang zu einer Nachricht über einen Mord in Odessa. Die Verbreitung von diesen Falschinformationen erfolgte nicht nur über die von Russland kontrollierten Medien, sondern auch mittels Defacement von einigen regionalen Webseiten.

Wie es aussieht, war dieser Fake Teil einer großen informativ-psychologischen Operation Russlands und wurde zwecks Diskreditierung internationaler militärischer Zusammenarbeit zwischen Polen und Ukraine in die Welt gesetzt und verbreitet.

Zur Information: Zwischen dem 13. und 28. September fanden internationale Militärübungen Rapid Trident-2019 auf dem Truppenübungsplatz Jaworiw im Gebiet Lwiw statt, an denen Militärangehörige aus elf Ländern teilnahmen. Die Manöver verliefen ruhig und ohne Zwischenfälle. Offensichtlich rief gerade diese Tatsache eine Reizreaktion bei Russen hervor, denn aus Russland wird fast täglich über den Tod oder Verwundung von russischen Militärangehörigen oder Nationalgarde-Mitarbeitern bei den Militärübungen berichtet [4].

Wie InformNapalm im September berichtete, fanden parallel zu den Übungen in der Ukraine umfassende gemeinsame russisch-belarussische Militärmanöver „Schild der Union-2019 [5]“ in Russland statt, wobei drei Tage später noch größere Manöver – „Zentrum-2019 [6]“ – ebenfalls starteten. Parallel dazu fanden in Russland spezielle taktische Übungen anderer Truppenverbände sowie der Abteilungen der Exekutivbehörden statt.

Am 20. September berichteten [7] InformNapalm-Analytiker über einige Anzeichen für psychologische Operationen gegen die Ukraine seitens Russlands während der Verlegung vom Militärgerät im russischen Gebiet Rostow.

Schlussfolgerung

Das Thema der intensiven Zusammenarbeit und Partnerbeziehungen zwischen der Ukraine und Polen bleibt eins der wichtigsten Reizthemen für Russland. Die russischen Denkzentren des hybriden Krieges versuchen informative und psychologische Angriffe gegen die Ukraine über die Medien, die Diplomaten, die nichtstaatlichen Organisationen und einzelne Ausführer wie russische Lobbyisten umzusetzen. Dabei benutzen sie nicht nur Desinformationen und Fakes, sondern schaffen auch separate informative Anlässe.

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Dieses Material wurde exklusiv für InformNapalm [13]vorbereitet; übersetzt von Zoya Schoriwna [14]; editiert von Irina Schlegel [15].

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