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Russische Waffen im Donbass: Analyse von Dokumenten des „DVR-Sicherheitsministeriums“ und OSZE-Berichten

Die Freiwilligen von InformNapalmCommunity haben russische Panzerfahrzeuge und Waffen mit einem Kaliber von über 100 mm identifiziert, die zur Verfügung von „DVR“-Söldnern stehen. Die Identifizierung ist auf der Basis von Bildern aus den gehackten E-Mail-Accounts des „DVR-Staatssicherheitsministeriums“ durchgeführt worden, wie auch auf der Basis von Dokumenten der sogenannten „1. selbstständigen motorisierten Schützenbrigade der DVR“, in denen die Fotos mit den Seriennummern der genannten Fahrzeuge und Waffen figurierten (1.SMSBr, Militäreinheit 08801, Stationierungsort: Dorf Komsomolskoje, Donezker Gebiet. Das ist das Territorium der ehemaligen PMK-106 [1] Basis (Bau- und Montage-Arbeiten) und der ORS-Basis [2] (Arbeiterversorgungsabteilung).

Analyse der Information

Die abgezogene Bewaffnung steht im Dienst der 1. SMSBr. Verantwortlicher für die Panzerfahrzeuge und die Artillerie: Artillerieleiter der „Brigade“ Major P.Belopaschenzew. Genauer Standort des Depots wurde dank dem User surpher [4] festgelegt: Das Lager befindet sich [5] im Raum der Ortschaft Uljanowskoje des Donezker Gebiets (Ukraine).

Im November 2015 hatte InformNapalm auch die Panzerhaubitzen 2S1 „Gwosdika“ der genannten „Brigade“ in der Ortschaft Petrowskoje [6] registriert [7], wo sie sorgfältig vor den OSZE-Vertretern versteckt worden waren.

Im Lauf der Analyse von Photos aus den E-mails des „DVR-Sicherheitsministeriums“ sind folgende Waffen identifiziert worden: 

4 Raketenwerfer BM-21 „Grad“ auf der Basis von „Ural-375D“: perfekter Zustand des Lacküberzugs, neue Reifen, die Fahrzeuge sind mit Karosseriekörper und Tarnnetz ausgestattet, der Kühlergrill besitzt Überzug:

1 [8] 2 [9] 3 [10] 4 [11] 5 [12] 6 [13] 7 [14] 8 [15]

5 Selbstfahrlafetten 2S1 „Gwosdika“: perfekter Zustand der Druckrollen und vorderen Räder, minimaler Ruß am Auspuffrohr:

9 [16] 10 [17] 11 [18] 12 [19] 13 [20] 14 [21] 15 [22] 16 [23] 17 [24] 18 [25]

2 Panzerabwehrkanonen MT-12 „Rapira“: perfekter Zustand des Lacküberzugs, es gibt einige Markierungen, die auf Generalreparatur hinweisen, wie auch Spuren der Lagerung.

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Analyse der russischen Reportage über die Arbeit der OSZE-Mission

Außer der Geolokalisierung des Depots der abgezogenen Panzerfahrzeuge, hat uns der User surpher [4] einen Link zur Videoreportage eines russischen Propagandasenders übergeben, die im Depot in der Ortschaft Uljanowskoje gedreht wurde. Die Reportage ist der Ankunft von OSZE-Vertretern ins Depot und der Kontrolle von Seriennummern der Fahrzeuge gewidmet. Im Video sieht man zwei Schlepper „Ural-4320“ mit dem Dieselmotor JaMS-238 (ihre Besonderheit besteht darin, dass der Luftfilter am rechten Flügel installiert und die Motorsektion verlängert ist). Die Serienherstellung dieser Modifikation begann 1994, im Dienst der ukrainischen Armee standen diese Fahrzeuge nie. 

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Uns ließ auch ein Bild aufhorchen, in dem das Notizblock eines OSZE-Mitarbeiters zu sehen ist. In seinen Notizen figurieren die Seriennummern von Panzerabwehrkanonen 2А29 №04165 und №03229, die mit den Seriennummern der Panzerabwehrkanonen aus dem E-mail-Account des „DVR-Sicherheitsministeriums“ übereinstimmen. Im Notizblock ist auch die Seriennummer der Selbstfahrlafette 2S1 „Gwosdika“ 978294 notiert, die vorher in keinen Dokumenten festgehalten worden war.

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Ein weiterer interessanter Moment ist das Faktum der Auswechslung der Selbstfahrlafette 2S1 „Gwosdika“ mit der Bordnummer 416 durch russisch-terroristische Kräfte.

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Ähnliche Zwischenfälle mit Fahrzeugauswechslung und Nichtübereinstimmung von Seriennummern wurden von den OSZE-Mitarbeitern bereits mehrmals registriert (Link [33], Link [34], Link [35]).

Schlussfolgerung

Im Ergebnis der Untersuchung, die auf der Basis von Daten (Fotos aus den E-Mail-Accounts des „DVR-Sicherheitsministeriums“ und Videos von der Arbeit der OSZE-Mission) aus mehreren Quellen durchgeführt wurde, ist die mehrmalige Unterschlagung und Auswechslung der Waffen mit einem Kaliber von über 100mm durch die russisch-terroristischen Kräfte belegt worden, wie auch der Einsatz von Panzerfahrzeugen, die nicht infolge der Einnahme von ukrainischen Militäreinheiten im Osten der Ukraine erbeutet werden konnten. Die hier angeführten Fakten demonstrieren ein weiteres Mal die führende Rolle der Russischen Föderation sowohl in Waffenlieferungen für die Söldner als auch in Verletzung des Minsker Abkommens.


Dieses Material wurde von Michail Kusnezow [36] exklusiv für InformNapalm [37] vorbereitet; übersetzt von Irina Schlegel [38]. Beim Nachdruck und Verwenden des Materials ist ein Hinweis auf unsere Ressource erforderlich. 

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