Ein Bullterrier hat einen Kaderaufklärer der 7. Militärbasis auffliegen lassen (ME 09332, Gudauta, besetztes Abchasien, Georgien), der sich in Horliwka im Gebiet Donezk der Ukraine auf einer Kampfdienstreise befand.
Anfang Oktober 2016 hat die internationale Aufklärungsgemeinschaft InformNapalm ein Dokument in die Hände bekommen – eine sogenannte Verpflegungsbestandsliste, die Angaben über die Struktur und die Stärke der bataillon-taktischen Kampfgruppe der 7. Militärbasis bei ihrem Dienstreise-Einsatz in der Ukraine enthielt. Nach unseren Berechnungen nahmen mit Stand vom 7. Juli 2016 nur 288 von 418 Militärangehörigen der 7. Militärbasis bei der Kampfdienstreise die Verpflegung in Empfang. 130 Menschen waren abwesend. Wir haben uns damals die Frage gestellt, wo sich die restlichen 130 Militärangehörigen aus der Kampfgruppe befanden. Und einige Zeit später bekamen wir eine Bestätigung für unsere Annahme, dass sie sich auf der anderen Seite der Grenze zur Unterstützung der illegalen Bandenformationen „D/LVR“ befinden. Dies ist das Thema unserer neuen OSINT-Untersuchung.
Untersuchungsobjekt
Sergej Finogin
Geboren am 2. August 1990 in Alexandrowsk, Region Perm, Russland. Seinen Wehrdienst leistete er 2009 bei Luftwaffe-/Luftabwehrverbänden der Streitkräfte Russlands. Seit 2014 ist er Zeitsoldat bei der 7. Militärbasis (ME 09332, Gudauta, besetztes Abchasien, Georgien). Vermutlich gehört er einer Aufklärungskompanie oder einem Aufklärungszug des 2. motorisierten Schützenbataillons an.
In sozialen Netzwerken findet man ihn mit dem Vornamen Ilja und dem Geburtsnamen seiner Mutter – Kusnezow, als sein Wohnort ist auf VK (Archiv des Profils, Fotoalben, Kontakte) Horliwka angegeben. Seine Profilseiten mit dem richtigen Namen Sergej Finogin (VK2, OK1, OK2) und der Stadt Aleksandrowsk der Region Perm als Wohnort wurden vernachlässigt.
Ausgehend von den Fotos, die in ein Fotoalbum von Sergej Finogin hochgeladen wurden, begann seine Dienstreise in den Donbas im August 2016. Das letzte Bild vom Stationierungsort der 7. Militärbasis in Gudauta wurde am 20 Juli hochgeladen. Kurz davor, am 30. Juni, wurde ein Foto aus dem Basislager der Rostower Gruppierung in der Nähe des Truppenübungsplatzes Kadamowskij hochgeladen. Weiter folgen Fotos von der Dienstreise, in der Finogin sich vermutlich bis heute befindet.
Unten ist das Foto Nr.11, hochgeladen am 4. September 2016. Auf dem Bild ist Finogin in Begleitung von zwei Kämpfern zu sehen, alle drei sind in unvorschriftsmäßige Uniformen gekleidet.
Auf dem Foto Nr.2, hochgeladen am 13. November 2016, steht Finogin mit einem „feschen“ Kämpfer in Papacha (traditionelle kaukasische Kopfbekleidung für Männer).
Auf dem Foto Nr.3, hochgeladen am 10. November 2016, führt Finogin einen Bullterrier spazieren. Der Ort ihres Spaziergangs wurde identifiziert – es handelt sich um Kultur- und Erholungspark Gorkij in Horliwka mit markanten Bänken und aufgeplatztem Asphalt.
Im Fotoalbum sind weitere Bilder mit dem Bullterrier aus Horliwka vorhanden. Sie wurden zwischen August und November aufgenommen, darunter auch das Foto Nr. 4, hochgeladen am 5. November. Für das Bild posiert Finogin in einer vorschriftsmäßigen Uniform der Streitkräfte Russlands („Zifra“) mit einem Ärmelabzeichen in Form der Flagge der „DVR“.
Auf dem Foto Nr.5, hochgeladen am 27. Oktober 2016, wurde Finogin mit einer jungen Dame aufgenommen.
Wir möchten Sie daran erinnern, dass dies nicht die erste „militärische Feldaffäre“ zwischen einem Okkupanten und einer ukrainischen Staatbürgerin ist. Über andere Love-Stories können Sie in den früheren Publikationen von InformNapalm nachlesen:
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"Wie die Liebe eine Donbass-Dienstreise der 34. SMSBr auffliegen liess…", vom 28.10.2016
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"Drei Dienstreisen der 18. Brigade in den Donbass: Cherchez la femme", vom 19.10.2015
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Love Story 3: Love adventures of Russian occupier 21.11.2016
Fotos von S.Finogin findet man auch in den Alben von den anderen Kämpfern, hauptsächlich von russischen Staatsbürgern oder einheimischen Separatisten, die „neurussischen“ IBFs angehören. Foto 1, 2, 3.
Dass Sergej Finogin ein regulärer Militärangehöriger der 7. Militärbasis ist, bestätigt die Chronologie der Fotomaterialen, die der Verlegungsroute Gudauta (7. Militärbasis) – Rostow (Truppenübungsplatz Kadamowskij) – Donbas (Horliwka) entsprechen. Dafür sprechen auch Finogins Kontakte in sozialen Netzwerken, unter denen sich viele Militärangehörige befinden, die im besetzten Abchasien Dienst leisten.
Bonus von Baha Men – Who Let The Dogs Out:
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Bestand und Bewaffnung der 7. Militärbasis
7. Krasnodar-Krasnosnamjonnaja Militärbasis, ME 09332, Gudauta, besetztes Abchasien, Georgien:
Struktur:
– Führung;
– 4 motorisierte Schützenbataillone;
– Scharfschützenkompanie;
– Panzerbataillon;
– 2 Panzerhaubitzen-Artilleriedivisionen und eine Schlepphaubitzen-Batterie;
– Raketenartilleriedivision;
– Panzerabwehr-Artilleriedivision;
– Fla-Raketendivision und FlaRak-Artilleriedivision (die zum Bestand der sogenannten Fla-Divisionen der 7. Militärbasis gehören);
– Aufklärungsbataillon;
– Drohnenkompanie;
– Pionierbataillon;
– ABC-Kompanie;
– Funkbataillon;
– EloKa-Kompanie;
– Führungs- und Artillerieaufklärungsbatterie (des Artillerieleiters);
– Führungs- und Funkaufklärungszug (des Luftabwehrleiters);
– Führungszug (des Aufklärungsabteilungsleiters);
– Reparaturbataillon;
– Logistik-Bataillon;
– Kommandantenkompanie;
– Sanitätskompanie;
– Instrukteurzug;
– Trainingszug;
– Truppenübungsplatz;
– Orchester.
Im Bestand der Basis gibt es auch die sogenannte Luft-Kommandantur, die regelmäßige Flüge der Luftfahrzeuge der russischen Luftwaffe auf den Flugplatz Gudauta gewährleistet. Außerdem ein FlaRak-Regiment (ehem. 100. FlaRak-Regiment der ME 90100), der aus zwei FlaRak-Divisionen (Stationierungsort: Dörfer Agudsera und Primorskoje) besteht, in denen 8 Flugabwehrraketensysteme S-300 im Bereitschaftsdienst stehen. Auch gibt es im Bestand der Basis eine funktechnische Abteilung, deren Mittel auf dem Territorium des Flughafens Babuscher im Bereitschaftsdienst stehen.Bewaffnung:
– 41 Einheiten (nach anderen Angaben – 51) Panzer T-90A und T-72B3;
– Panzerfahrzeuge BTR-82AM und BTR-80;
– Leichtgepanzerte Mehrzweckschlepper MT-LB – 15 Einheiten;
– Raketenwerfer BM-21 „Grad“ – 18;
– 152 mm Panzerhaubitzen „Akazija“ – 36 Einheiten;
– 122 D-30-Haubitzen – 6;
– 120 mm Mörser 2S12 „Sani“ – 18 St.;
– 100 mm Panzerabwehrkanonen MT-12 „Rapira“ – 12 St.;
– Panzerabwehrlenkwaffen 9P149 „Sturm-S“ – 12 St.;
– Panzerfahrzeuge BRDM-2 – 4 St.;
– Flugabwehrraketensystem 9A33BM2(3) „Osa“ – 12 St.;
– BM 9A34(35) „Strela-10“ – 6 St.;
– Flugabwehrpanzer 2S6M „Tunguska“ – 6 St.;
– Kurzstrecken-Boden-Luft Lenkwaffensystem 9K38 „Igla“ – 27 St.
Die Basis besitzt auch 16 Einheiten Boden-Luft Lenkwaffensysteme S-300PM. Außerdem, entsprechend dem Abkommen zwischen Russland und der sogenannten Republik Abchasien über die Vereinte Kräftegruppierung der Streitkräfte Russlands und Abchasiens, das am 21. November 2015 in Moskau unterzeichnet wurde, sind von den sogenannten abchasischen Streitkräften zwei selbstständige motorisierte Bataillone an die 7. Militärbasis übergeben worden, sowie ein Speznas-Zug, Artillerie- und Fluggruppen.In dieser Anmerkung haben wir mit einigen Ausnahmen hauptsächlich die Angaben von der Webseite milkavkaz benutzt.
Nach der Anzahl unserer Publikationen mit der Erwähnung der ME 09332 (21), bricht die 7. Militärbasis alle Rekorde und ist wohl der am meisten kämpfende Truppenverband der russischen Streitkräfte in der Ukraine. Siehe:
- „Combat Crews of 2S3 “Akatsiya” of the 7th Military Base Identified along the Border with Ukraine“, vom 02.10.2014
- «Донецкий экспресс» — идентификация российской техники и вооружения, перебрасываемых на Донбасс, vom 06.10.2014
- „Medical Detachment of the 7th Military Base from Abkhazia Identified near the Border with Ukraine“, vom 11.10.2014
- „Raketenartillerie des 7. russischen Okkupationsstützpunktes aus Abchasien an der Grenze zum Donbas“, vom 18.12.2014
- „Aus dem „Mandarinen-Paradies“ in die ukrainische Hölle“: Wie die russischen Zeitsoldaten „freiwillig-obligatorisch“ gesandt werden, die Ukrainer zu töten“, vom 04.02.2015
- „Russische Medaillen und russische Journalisten bestätigen Monate alte Informationen von InformNapalm“, vom 02.03.2015
- „Fließband der „höflichen Menschen“ für „höfliche“ Armee Russlands“, vom 06.03.2015
- Михос “отважный” – разведчик 7-й в/базы, кавалер медали “За отвагу”. 18.03.2015
- „Neue Medaillenträger aus dem 7. Okkupationsstützpunkt in Abchasien“, vom 13.05.2015W
- „Militärangehörige des 7. Stützpunktes Russlands übertreiben mit ihrer Verkleidung als „DVR/LVR“-Söldner“, vom 23.06.2015
- „Legendenbiographie eines „ehemaligen“ russischen Militärangehörigen aus dem 7. Stützpunkt in Abchasien“, vom 30.06.2015
- „Umfangreiche Verlegung der Streitkräfte Russlands aus okkupiertem Abchasien“, vom 22.09.2015
- „Russland verlegt Militärgerät aus dem 7. Stützpunkt ins Rostower Gebiet“, vom 23.09.2015
- „Zeitsoldat aus dem 7. Stützpunkt kämpft im Bestand der IBFs von Donbas“, vom 25.09.2015
- „Kleine Späßchen der russischen Okkupanten im Donbas“, vom 10.01.2016
- „Lees „Doppelschlag“ gegen die Offiziere des Südlichen Militärbezirks Russlands“, vom 05.02.2016
- „Der Weg eines russischen Okkupanten: Gudauta-Donbas-Hmeimim“, vom 28.03.2016
- „The Dynasty of Russian War Criminals: Biographic Narrative of the Invader“, vom 22.07.2016
- „Des Kaisers neue Kleider: Überblick der Situation in den russischen Streitkräften“, vom 16.09.2016
- „Die „Rostower Reserve“ der „neurussischen“ Armee im Bereitschaftsdienst“, vom 04.10.2016
- „Es wurden Dokumente beschafft, die den Bestand einer Kampfgruppe der 7. Militärbasis aufdecken“, vom 06.10.2016
- „21 von 35: An Beschüssen der Ukraine beteiligte Artilleristen der russischen 7. Militärbasis identifiziert“, vom 19.11.2016
- Love Story 3: Любовный треугольник российского оккупанта, vom 21.11.2016
Mit den Inhalten der Datenbank mit Informnapalm-Untersuchungen, die die Teilnahme von über 75 russischen Truppenverbänden an Kriegshandlungen belegen und über 150 Vorfälle mit der Teilnahme russischer Militärangehörige schildern, kann man sich unter folgenden Links bekanntmachen:
- Infografik: „Reguläre russische Armee in der Ukraine. Untersuchung und Infografik“, vom 28.08.2015
- Tabelle: „Datenbank: Vorfälle und Militäreinheitsnummern“
- Russian Army in Ukraine
CC BY 4.0
Wir rufen unsere Leser dazu auf, unsere Publikationen aktiver in den sozialen Netzwerken zu verbreiten. Das Verbreiten der Untersuchungen in der Öffentlichkeit kann den Verlauf von Informationskampagnen und Kampfhandlungen tatsächlich brechen.

