- InformNapalm (Deutsch) - https://informnapalm.org/de -

Russland baut einen Militärstützpunkt in Richtung Charkiw und entsendet die 23. selbständige motorisierte Schützenbrigade

An der Grenze zu dem Charkiwer Gebiet der Ukraine, hat Russland einen hastigen Bau von Kasernen und einer Militärsiedlung begonnen, sowie bewusst die 23. selbständige motorisierte Schützenbrigade zu der Ortschaft Waluiki entsendet. InformNapalm führte eine eigene Untersuchung durch, die den Vorgang des Baus der Truppenunterkünfte zeigt, sowie den Ort des „Bereitschaftsdienstes“ der 23. selbständigen motorisierten Gardeschützenbrigade erfasst, aus welcher einige Soldaten es bereits geschafft haben, im Donbass unter den Invasionskräften der hybriden russischen Armee gewesen zu sein.

валуйки [1]Anfang September 2015 hat die Nachricht von dem Bau der neuen 300 Hektar großen Militärsiedlung, 25 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt, im Valuysky Rajon (Landkreis) des Belgoroder Gebiets die Massenmedien aufgewühlt. Nach den Ergebnissen der Ausschreibung für das Ausführen der Projektierungs- und Entwicklungsarbeiten und der Bau- und Montagearbeiten der ersten Phase des Projekts „Neubau von Objekten der Militärsiedlung“ [2], wurde das Sankt Petersburger Unternehmen „Megaline“ GmbH als Sieger erklärt, mit dem ein Vertrag über 3,3 Mrd. Rubel geschlossen wurde.

Erstmals wurde über den Beginn des Projektbaus am 9. September von einem Reuters-Korrespondenten berichtet, welcher sah, wie Arbeiter einen Metallzaun aufstellten und eine Straße zum Baugelände durch ein großes Maisfeld bei dem Dorf Soloti im Valuysky Rajon (Landkreis) verlegten.

Workers install a fence at a construction site for Russia's new military base near the Russian-Ukrainian border in the village of Soloti, southeast of Belgorod, Russia, September 7, 2015. Russia has started to build a huge military base housing ammunition depots and barracks for several thousand soldiers near the Ukrainian border, a project that suggests the Kremlin is digging in for a prolonged stand-off with Kiev. The base, when completed, will even have its own swimming pool, skating rink and barber shop, according to public documents. Picture taken September 7, 2015. REUTERS/Anton Zverev - RTSCKZ [3]

Das ähnelte tatsächlich an den Baubeginn einer Militärsiedlung. Nach der Genehmigung der von dem Auftragnehmer ausgearbeiteten Bauunterlagen, sah die erste Etappe den Bau des Verwaltungs- und Kasernengeländes vor:

  1. Hauptquartier mit Fernmeldestelle für 328 Militärangehörige (ein Gebäude)
  2. Kaserne für 300 Mann (fünf Gebäude)
  3. Kaserne für 500 Mann (vier Gebäude)
  4. Lehrgebäude
  5. Kantine
  6. Dienstleistungskombinat
  7. Baustelleninfrastruktur

Die Fertigstellungsfrist der betreffenden Bau- und Montagearbeiten der ersten Etappe lief laut den Ausschreibungsunterlagen bis zum 7. Dezember 2015. Die allgemeine Prüfungsbescheinigung des Arbeitsverhältnisses soll bis 29. April 2016 unterschrieben werden.

Seit September 2015 wurden auf den für den Bau zugeteilten Gebieten Minenräumungsarbeiten durchgeführt, wovon wir dank des Minenräumers aus Sankt Petersburg Roman Loschkin [4] (Link zum Profil [5] im Archiv) erfuhren. Der Bau wurde tatsächlich in der Nähe der Schienenfahrbahn begonnen, was durch die Geolokation des Fotos [6] belegt wird.

Saper 3 [7]Saper 1 [8]

Auf dem Foto [9] sehen wir den uns bereits bekannten Zaun um die Baustelle.

Saper 2 [10]

Ende Oktober 2015 wurde bereits das Fundament gelegt, wovon die Einbringung der Belehrung spricht. Auf dem Foto [11] ist vermutlich der Wagen des Auftragnehmers mit den Sankt Petersburger Nummernschild T062MB 178 zu sehen.

EFPmRCwAdHI [12]

Anmerken können wir, dass die Baufirma sich auch nicht sonderlich mit dem Bau des betreffenden Objekts beeilt. Möglicherweise wegen der unzureichenden Finanzierung oder der sich geänderten Prioritäten des russischen Verteidigungsministeriums. Die umgeschwenkte Aufmerksamkeit von dem ukrainischen Konflikt auf den türkisch-syrischen hat womöglich die Pläne der Verteidigungsbehörde des Nachbarlandes etwas verändert.

Und bis auf weiteres leben die russischen Soldaten in den zur Ukraine angrenzenden Feldern und werden noch nicht so bald in die neuen komfortablen Kasernen umziehen. Dies bestätigt auch die Entsendung von Soldaten der 23. selbständigen motorisierten Schützenbrigade (Kryazh, Samara-Gebiet, Militäreinheit 65349) Ende 2015 bis Anfang 2016 in die Stadt Waluiki. Zum Beispiel zeugen davon auch die Angaben der persönlichen Blogs von den russischen Militärangehörigen der 23. selbständigen motorisierten Schützenbrigade Evgeny Tscheremisin [13] (Profil [14], Freundesliste [15] und Album [16] im Archiv) und Yuri Jemelyanov [17] (Instagramm-Profil [18] im Archiv).

Unter anderem kann man bei Jemelyanov ein Foto [19] mit dem Geotag „Waluiki“ und ein Foto [20]von der sogenannten „Reservisten-Marke“ der Militäreinheit 65349 sehen.

1 [21]

2 [22]

Genauere Informationen werden im Blog von Cheremisin aufgeführt. Zum Beispiel kann man bei ihm ein Foto [23] von einer ukrainischen Zigarettenpackung ebenfalls mit dem Geotag „Waluiki“ finden oder Bilder (1 [24], 2 [25], 3 [26], 4 [27]) der Silvester-Feierlichkeiten im selben Städtchen.

3-1-1 [28]

5 [29]

6 [30]

3-0 [31]

70 [32]

Wichtig zu erwähnen ist, dass Soldaten aus Samara derzeit im Vorort der Stadt Waluiki in der Siedlung Novokasatzkoye stationiert sind, da es auf dem Gelände des „Neubaus“ des Militärstützpunktes schlichtweg fürs erste nirgends Platz zum Wohnen gibt.

Kazackoe [33]Die Tatsache, dass Cheremisin ein Soldat der 23. Brigade ist, bezeugen seine Fotos [34] aus der Volschsky Region des Samara-Gebiets, das Bild [35] des Banners mit der Bezeichnung der Militäreinheit, sowie das Symbol [36] der 23. Brigade.

42 [37]

243 [38]

Somit ist nicht auszuschließen, dass Militärangehörige der 23. Brigade zukünftig das Rückgrat der neuen Gruppierung des „Waluiker“ Militärstützpunktes bilden werden. Ihre Entsendung in die Nähe von Belgorod passt perfekt zur Strategie, die Präsenz von russischen Truppen an der Grenze zur Ukraine auszuweiten. Und wir wiederum setzen unsere Beobachtungen sowohl der Bauphasen der Militärsiedlungen fort, als auch der Entsendung russischer Kräfte zu den der Ukraine grenznahen Gebiete.

Ein ähnliches Bild mit der Entsendung von Soldaten aus Samara ins Bolgoroder Gebiet wurde vom InformNapalm-Team bereits Anfang 2015 in folgenden Veröffentlichungen festgehalten: «Russische Soldaten aus Samara sind in Belgorod eingetroffen, um dann „in die Ukraine…“ [39] und «Auf den Spuren der Verlegung von Samarer Soldaten nach Belgorod: Chronologie der Ereignisse.» [40]

Zu erwähnen ist, dass russische Okkupanten der Militäreinheit 65349 im Verband einer bataillon-taktischen Gruppe ebenso wiederholt im Zusammenhang mit ukrainischen Dienstreisen erfasst wurden: „23. motorisierte Schützenbrigade der Streitkräfte Russlands kämpfte in der Ukraine“ [41] und „Panzerfahrzeuge und Personalbestand der 23. Brigade aus Samara im Verband der IBFs «Neurusslands»“ [42]

 

Dieses Material wurde auf der Grundlage eigener OSINT-Untersuchung von Victory Krm [43] und Nikolay Mahno [44] exklusiv für InformNapalm [45] vorbereitet; übersetzt von Kateryna Matey [46]. Beim Nachdruck und Verwenden des Materials ist ein Hinweis auf unsere Ressource erforderlich.