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Russland führt einen Hybridkrieg mit Hybrid-Streitkräften

Zum jetzigen Zeitpunkt ist es absolut offensichtlich geworden, dass Russland einen, wie es nun üblicherweise genannt wird, Hybridkrieg führt.

Wikipedia definiert diesen auf diese Weise:

Als Hybridkrieg oder hybrider Krieg wird eine Kriegsführung des 21. Jahrhunderts bezeichnet, in der Soldaten und militärische Ausrüstung ohne Hoheitszeichen auf fremdem Territorium operieren. Sie wird zugleich von Desinformationskampagnen und Cyberattacken unterstützt.

Wir denken, dass es in Wirklichkeit noch schwieriger ist. Russland führt auch einen wirtschaftlichen, sozialen, psychologischen, politischen und informativen Krieg. Es nutzt ALLE VERFÜGBAREN MITTEL.

Man muss genau verstehen und sich dessen bewusst werden, dass Russland diesen Krieg auch mit einer hybriden Armee führt. Für uns haben wir im Grossen und Ganzen bereits definiert, was das für eine Armee ist. Sie umfasst Polizei, Politiker, Richter, Juristen (und viele andere) und schliesslich die Armee selbst. Aber auch das ist nicht so einfach.

Die russische „Armee“ besteht aus:

– Kosaken (etwas zwischen Polizei und Soldaten).

– Militärangehörigen regulärer Armee.

– Tschetschenischen Söldnern (es sind sehr viele, sind alle mit Kadyrow verbunden).

– Anderen Söldnern (zum Beispiel Serben und die zahlreichen Soldaten asiatischen Aussehens).

– Ehemaligen Mitarbeitern von „Berkut“ (aufgelöste Sondereinheit des Innenministeriums der Ukraine).

– Ethnischen Russen, die in der Ukraine leben und ihre 5.Kolonne sind, indem sie sich den Okkupanten angeschlossen haben (lokale Einwohner, die wie ausländische Agenten agieren).

– Russischen „Touristen“ (Nationalisten, die sich als Ukrainer tarnen).

– Realen Schauspielern und Schauspielerinnen, Darstellern, die zu Zwecken der Propaganda benutzt werden und absichtlich westliche Kamerateams aufsuchen, um ihre dramatische Rolle vor ihnen zu spielen und ihre Portion der Propaganda abzugeben.

– Ukrainischen Soldaten und Offizieren (die aus der ukrainischen Armee desertiert sind oder dort noch immer dienen, aber wie Spione/Verräter agieren).

– Lokalen kriminellen Elementen, die ausgebildet und bewaffnet worden sind.

– Zombierten lokalen Einwohnern (genau sie stehen nämlich an den Checkpoints und geben Interviews an die westlichen Medien).

– Lokalen Einwohnern, die gezwungen worden sind, in den Krieg zu ziehen (hauptsächlich jung und sogar sehr jung, oder aber diejenigen, die in Geldnot sind).

– Russischen Vorbestraften oder Gefängnisinsassen, die eine „Amnestie“ im Austausch gegen den Söldner-Dienst in der Ukraine bekommen haben (wir haben schon viele von ihnen gesehen und bald wird es viel mehr davon geben, siehe Blog Ukraine@war).

– Russischem SEK (das selten in Kameraobjektive gerät; wird in den Kampfhandlungen zur Herstellung von Überlegenheit Russlands eingesetzt).

– FSB-Agenten (sie prüfen und kontrollieren).

– Russischen Generälen, die „das Regime der Waffenruhe koordinieren“, auf der UKRAINISCHEN Seite der Front.

– Eingeschleusten Journalisten, die für Propaganda arbeiten (sie schliessen auch eine militärische Ausbildung ab und werden zu „unserem Mann“).

– Kommandeuren (das ganze Kommando und die Leitung ist in den russischen Händen konzentriert).

Ausserdem hat Russland die Markenzeichen „DVR“, „LVR“ und „Neurussland“ kreiert, die all diesen militärischen Formationen rein zufällig zugeschrieben wurden. Und schliesslich gibt es noch die Armeeabzeichen, Chevrone, taktische Zeichen, die äusserst schlusswidrig verwendet werden, was die Situation noch mehr verfährt.

In den sozialen Netzwerken laufen viele Diskussionen darüber, wie man diese militärischen Formationen nennen soll: „Aufständische“, „Separatisten“, „prorussische Separatisten“ oder doch „russische Armee“. Viele Medien weigern sich, sie „russische Armee“ zu nennen, denn die lokalen Einwohner nehmen tatsächlich an den Kämpfen teil. Und diese Zusammenrottung von Söldnern kann man auch schwerlich eine „Armee“ nennen, zumindest ist die Vorstellung in unseren Köpfen darüber, was eine Armee sein soll, doch ganz anders.

Nichtsdestotrotz führt Russland genau so diesen Krieg. Das ist eine absichtliche Taktik. Russische Armee ist eine Hybrid-Armee, die mit der lokalen Umgebung zu verschmelzen versucht. Darum fällt es uns auch so schwer, sie zu erkennen.

Putin braucht den Donbass als solches nicht. Und hat ihn auch nie gebraucht.

Putin braucht die ganze Ukraine: zerspalten und kontrolliert. Bis jetzt gelingt ihm gar nichts: die Ukraine ist nicht zerspalten – sie ist sich einig wie noch nie zuvor, und ist auch nicht unter seine Kontrolle geraten – sie kämpft seit einem Jahr.

In diesem Krieg ist das Gefechtsfeld ALLES: der Informationsraum, der Währungsmarkt, die internationalen Organisationen und so weiter. Die Kampfhandlungen in der ATO-Zone sind nur eins von solchen Feldern. Mehr noch, für Russland ist dieses Feld heute tief zweitrangig, dienstlich. Heute ist es ein Ort, an dem Russland das Fernsehbild für den Informationskrieg erschafft, wie auch Anlässe für Bluff und Erpressung, mit welchen die russische Aussenpolitik sich auch erschöpft. Andere Aufgaben löst Russland seit geraumer Zeit nicht mehr.

Schauen Sie bitte unser Video zum Hybridkrieg in der Ukraine an (mit deutschen Untertiteln): 

InformNapalmTeam; Video: Andrei Garin; übersetzt von Irina Schlegel

 

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