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Russland verstärkt seine Militärpräsenz im besetzten Abchasien

Vor dem Hintergrund der misslungenen und kriminalitätsbeladenen Touristensaison in Abchasien, verstärkt Russland seine Militärpräsenz in dieser besetzten Region von Georgien. Laut Informationen, die wir von unseren Insidern bekommen haben, wird seit über einer Woche die Verlegung von schwerem Militärgerät über den Grenzpunkt Psou (Der abchasische Teil der Staatsgrenze Russlands mit Georgien) beobachtet. Hauptsächlich sind es Panzer der neuesten Modifikation T-72B3, die mit LKWs auf Auflegern transportiert werden.

InformNapalm ist es gelungen, Bestätigungen dafür zu finden. Unter anderem wurden auf Instagram Einträge von zwei verschiedenen Usern gefunden, die innerhalb von ein paar Tagen Fotos der Panzerverlegung aus Russland ins besetzte Abchasien veröffentlichten. Das erste Foto [1] (Archiv [2]) wurde vor einer Woche gemacht und ist mit dem Kommentar „Nichts ungewöhnliches, es fährt einfach ein Panzer zu einem Spaziergang nach Abchasien“ und den Hashtags „#Sotschi #Abchasien #Panzer“ versehen. Das zweite Foto [3] (Archiv [4]) wurde gestern hochgeladen und trägt die Beschreibung „Steht an der Grenze in Richtung Abchasien“.

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Unserer Einschätzung nach sind die auf den Schleppern gesichteten Panzer vom Typ T-72B3 kein strukturmäßiges Militärgerät der russischen 7. Militärbasis (Militäreinheit 09332, Gudauta, Abchasien, Georgien), das von Manövern zu seinem Stationierungsort zurückfährt, denn dieser Prozess wird meist per Eisenbahn organisiert. Höchstwahrscheinlich handelt es sich um zusätzliches Militärgerät, das Russland gerade nach Abchasien verlegt. Es gibt viele Gründe dafür, darunter auch die Verstärkung der Militärpräsenz Russlands vor dem Hintergrund der misslungenen Touristensaison im besetzten Abchasien und des massenhaften Weggangs [7] von Russen, sowie die ansteigende Unruhe vor den internationalen Militärmanövern der NATO in Georgien „Noble Partner 2017 [8]„, die zwischen dem 30. Juli und dem 12. August abgehalten werden.

Anmerkung: Laut Informationen von InformNapalm wird bei der 7. Militärbasis in Abchasien seit über einem Jahr die Umrüstung und Komplettierung (hauptsächlich mit Zeitsoldaten) beobachtet. Unter anderem wurden Schützenpanzerwagen BTR-80 gegen die neuesten BTR-82A und Panzer vom Typ T-90 gegen modernisierte und im Betrieb billigere Panzer vom Typ T-72B3 ausgetauscht. Dabei erscheinen in offenen Quellen des Öfteren Informationen über die Einfuhr von neuem Militärgerät nach Abchasien – zu seiner Ausfuhr gibt es aber kaum Informationen. Somit kann man schlussfolgern, dass Russland sein Militärgerät in Abchasien im Übermaß anhäuft, um dieses zur Stunde X einsetzen zu können. 

Wie wir in einer neulichen Untersuchung [9] schon erwähnt haben, ist die russische Aggression gegen die Ukraine eng mit der Besatzung eines Teils des Territoriums von Georgien verflochten, der von Russland als Aufmarschgebiet benutzt wird. Dieser Zusammenhang ist deutlich an den Untersuchungen von InformNapalm erkennbar. Wie genau die Besatzung des georgischen Territoriums durch Russland auf die Aggression Russlands gegen die Ukraine im Donbas einwirkt, hat InformNapalm in über 30 OSINT-Untersuchungen [10] zur russischen 7. Militärbasis geschildert, deren Militärangehörige den „D/LVR“-Bandenformationen im Donbas zugeteilt wurden und dort gekämpft haben.

Man sollte auch daran erinnern, dass die exklusiven Informationen in der InformNapalm-Publikation „Russland verstärkt seine Militärpräsenz in Georgien: Neue S-300 FlaRak-Systeme im besetzten Abchasien [11]“ vom März 2017 als Anlass für internationale Erklärungen [12] mit Verurteilung des aggressiven Vorgehens Russlands gegen Georgien dienten.


Dieses Material wurde auf der Basis eigener OSINT-Untersuchung von Irakli Komakhidze [13] exklusiv für InformNapalm [14] vorbereitet; übersetzt von Irina Schlegel [15]; editiert von Klaus H. Walter [16]

Beim Nachdruck und Verwenden des Materials ist ein Hinweis auf unsere Ressource erforderlich (Creative Commons — Attribution 4.0 International — CC BY 4.0 [17] ).

Wir rufen unsere Leser dazu auf, unsere Publikationen aktiver in den sozialen Netzwerken zu verbreiten. Das Verbreiten der Untersuchungen in der Öffentlichkeit kann den Verlauf von Informationskampagnen und Kampfhandlungen tatsächlich brechen.

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