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Russlands Verteidigungsminister Schoigu schickte seine Landsleute nach Syrien

Die internationale Freiwilligen-Gemeinschaft InformNapalm verfolgt weiterhin die Geschehnisse rund um die Beteiligung der russischen Streitkräfte am syrischen Konflikt. Gestern, am 01. November 2015, wurde auf der Facebook-Seite des Internetusers Nikolay Mahno ein Post mit OSINT-Material veröffentlicht: Informationen und Fotos, welche die „neurussisch-syrische Dienstreise“ des russischen Militärangehörigen zeigen. Der Autor der Publikation gab sein Einverständnis für die exklusive Veröffentlichung des Materials, das mit Ergänzungen der InformNapalm Gruppe im folgenden Artikel aufgeführt wird.

Das russische Abenteuer in Syrien kommt nicht nur mit Luftangriffen aus. Nach den Bombern wurden auch Bodentruppen in den Nahen Osten verlegt. Russlands Verteidigungsminister Sergei Kuschugetowitsch Schoigu [1] versetzte seine Landsmänner, die Tuwiner, nach Syrien, um für Baschar al-Assad zu sterben. Im russischen Sozialnetzwerk „Vkontakti“ wurde das Profil des russischen Militärangehörigen Ajas Saryg-Ool (gebürtig aus Arschan der russischen Republik Tuwa), eines Zeitsoldaten der 74. selbstständigen motorisierten Schützenbrigade (Militäreinheit 21005 der 41. allgemeinen Armee, Zentraler Militärbezirk, Jurga, Gebiet Kemerowl), entdeckt. Links zu den Archiven – Profil:https://archive.is/pTuwN [2], Fotoalbum:https://archive.is/lOzED [3], Kontakte:https://archive.is/7mMst [4].

Zwischen dem 30. und 31. Oktober 2015 hat Ajas Saryg-Ool eine Reihe von Bildern in das Fotoalbum seines Profil hochgeladen, welche von ihm in Syrien aufgenommen wurden. Einige der Fotos enthalten eine Geolokation, mit der Ortsangabe Hama, Syrien. In die Aufnahmen sind Technik und Bewaffnung geraten, unter anderem eine beschädigte 152-mm-Haubitze „Msta-B“, die Fahrzeuge „GAZ-66“, „GAZ-33081“ und das gepanzerte Fahrzeug des Typs „Luchs“ (LMV M65) [5] – wie immer ohne jegliche Erkennungszeichen. In den Aufnahmen tauchen auch örtliche Landschaften Syriens und Bilder von Ajas Saryg-Ool selbst zusammen mit seinen Kameraden auf, die in Uniformen der russischen Streitkräfte für heißes Klima gekleidet sind und ebenso ein Foto aus der sogenannten Modularen Container-Kaserne.

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Anmerkung: Bekanntermaßen gehören der „Msta-B“ und der „Luchs“ offiziell nicht zum Bestand der syrischen Armee. Was die Haubitze betrifft, ist das der zweite dokumentierte Fall. Ebenso wurden vor Kurzem schwere Flammenwerfersysteme vom Typ „Solnzepjok“ (zu deutsch Sonnenhitze, TOS-1A https://de.wikipedia.org/wiki/TOS-1) nach Syrien verlegt, wovon InformNapalm bereits berichtete.

Zwischen anderen Bildern von Ajas Saryg-Ool erscheinen eine Reihe von Aufnahmen, die mit seinem Dienst im Zentralen Militärbezirk und insbesondere in der 74. selbständigen motorisierten Schützenbrigade in Kemerowo in Verbindung stehen (Schützenpanzer-Postament „74“, Fotos vor dem gepanzerten Fahrzeug GAZ-2330 „Tiger“ [18] mit der Nummer „76“ und anderen), darunter eine Veteranen-Bescheinigung für Kampfhandlungen im Jahr 2013 mit der Seriennummer 0712263, unterzeichnet vom Personalchef des Bezirks Generalmajor N. Nesterow. Angesichts der obigen Angaben kann davon ausgegangen werden, dass A. Saryg-Ool ein „doppelter“ Zeitsoldat mit Kampferfahrung aus dem ehemaligen Dienst bei den Luftlandetruppen und derzeit ein Militärangehöriger im Aufklärungsbataillon der 74. Brigade ist.

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145 [20] udost [21] 23 [22]

Hinweis: Es ist zu anzumerken, dass die Einheit der 74. Brigade der russischen Streitkräfte mehrmals in Publikationen im Zusammenhang mit den „rostower-ukrainischen“ Dienstreisen von InformNapalm, erwähnt wurde. Bereits im November 2014 wurde im Donbass die zerschlagene Technik dieses Truppenverbandes und andere Aufnahmen aus der Konfliktzone identifiziert (siehe „74. selbstständige motorisierte Schützenbrigade bei Gefechten im Donbass“ [23]). Im Oktober 2015 wurde das Material „Russische Zeitsoldaten der 74. motorisierten Schützenbrigade kämpfen im Donbass unter dem Deckmantel des „LVR“-Bataillons „Hooligans““ [24] veröffentlicht, was beweist, dass sich einzelne Soldaten des besagten Militärverbandes bisher noch immer auf dem besetzen Gebiet des Donbass befinden und den illegalen bewaffneten Gruppen von „Noworossija“ angehören.

Wir erinnern daran, dass parallel zu den Angaben zur russischen Luftwaffe im Nahen Osten [25], InformNapalm bereits zuvor Fakten über die Anwesenheit eines russischen Kriegskontingents in Syrien berichtete:

Der Autor der OSINT-Nachforschung ist Nikolay Mahno [29], die Informationen sind exklusiv InformNapalm [30] zur Verfügung gestellt worden.

Das Material wurde von Irakli Komaxidze [31] vorbereitet; übersetzt von Kateryna Matey [32].

(CC BY) Beim Nachdruck und Verwenden des Materials ist ein aktiver Link zum Autor und unserem Projekt erforderlich.